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Wipeout-Special

Wir werfen einen Blick zurück auf den bisherigen Weg der Serie und geben euch alle nötigen Infos zu Wipeout HD!

Mittwoch, 08. Oktober 2008 um 20:08 von Sharky81


Das gewisse Etwas

Wenn eine Videospielreihe bereits mehr als zwei Titel hervorgebracht hat und seit über 13 Jahren in den Köpfen der Spieler dieser Welt präsent ist, dann kann man schon sagen, dass diese Serie das gewisse Etwas besitzt. Doch was sind die entscheidenden Faktoren, die einer Serie den Schliff geben, um Konsolen- und auch ganze Spieler-Generationen zu überstehen? Eine Abhandlung darüber würde wohl Bücher füllen, ohne am Ende zum richtigen Ergebnis zu gelangen, und jedes Entwickler-Team würde ohne zu Überlegen seine Seele verkaufen, um an dieses Geheimnis zu gelangen. Eine Serie, die diese Meisterleistung definitiv vollbrachte, hat soeben mit seinem HD-Ableger auf dem PSN-Store seinen neuesten Vertreter gefunden und es damit in die bereits dritte Konsolengeneration geschafft: Wipeout. Der Future-Racer, der seine ersten Gehversuche auf der Playstation machte, ist beliebt wie eh und je. Wolle man über "Erfolgsfaktoren" diskutieren, wären das im Falle von Wipeout sicherlich einige: pfeilschnelle Grafik, ein einzigartiges Design, lizenzierter Elektro-Soundtrack, der Gebrauch von Waffen und Extras sowie motivierende, mit Loopings und Korkenziehern gespickte Kurse. An dieser grundlegenden Rezeptur hat sich bis heute nicht viel verändert, und noch immer schmeckt sie so gut wie an dem Tag, an dem Wipeout den Videospielen aus den Kinderschuhen in die edlen Leder-Treter der "Erwachsenen-Games" half. Grund genug für uns, euch, Wipeout HD als Anlass nehmend, auf eine kleine Zeitreise mitzunehmen und die Geschichte der Erfolgs-Serie anhand seiner bisher erschienenen Vertreter etwas näher zu beleuchten.

Die folgenden Seiten bringen euch zurück ins Jahr 1995 und führen über 2007 bis hin zum Jahr 2008, zu dem wir euch auf der letzten Seite mit allen nötigen Infos zu "Wipeout HD" versorgen. Viel Spaß!

1995 bis 2000: Vom Kinderkram zum Life-Style




Wipeout


System: Playstation, Sega Saturn
Release: September 1995
Developer: Psygnosis



Wipeout war eines der ersten Spiele für die Playstation und ohne Zweifel mit dafür verantwortlich, dass der graue Kasten so erfolgreich und Videospiele salonfähig wurden. Zudem war es das erste nicht-japanische Spiel für die Playstation. Ein bisher nie gekanntes stylisches Design, ein individueller Grafik-Stil und der lizenzierte Soundtrack von namhaften Künstlern wie Orbital, The Chemical Brothers oder Underworld machten aus Wipeout ein modisches und hippes Spiel, mit dem sich erwachsene Spieler gern umgaben. Sogar ein Soundtrack und Wipeout-Kleidung wurden veröffentlicht. Die Designer-Schmiede "Designers Republic" war für Verpackung, Anleitung und das Menü-Design im Spiel verantwortlich und sollten auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle für die Wipeout-Serie spielen. Bis heute verkaufte sich Wipeout weltweit rund 1,5 Millionen Mal und legte den Grundstein für eine der erfolgreichsten Future-Racer-Serien.

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 90 Prozent (allerdings bei nur einem Review)

IGN und die Edge bewerteten Wipeout damals mit jeweils 80 Prozent.


Wipeout 2097

System: Playstation, Sega Saturn
Release: 1996
Developer: Psygnosis



Nach dem bereits erfolgreichen Vorgänger war natürlich die Vorfreude auf den Nachfolger extrem groß. Neue Strecken, neue Fahrzeuge, ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad sowie eine hervorragende Steuerung machten Wipeout 2097 zu einem echten Hit, der bis heute unter Fans der Serie noch immer als einer der besten Teile gilt. Auch die "Erdbeben"-Waffe (Quake Disruptor) feierte in diesem Teil seine Premiere und wurde schnell zum Liebling der Spieler. Das heute noch immer bestehende Team "Piranha" tauchte hier als freispielbares Team ebenfalls zum ersten Mal auf. Wer mit der Kontrolle durch Digi-Pad des Playstation-Pads nicht zurecht kam, konnte auch Namcos exotischen Racing-Controller "NegCon" verwenden, der zum ersten Mal in der Wipeout-Serie analoges Lenken ermöglichte.

Erneut überzeugte der Titel mit einem lizenzierten Soundtrack, was mittlerweile zum Markenzeichen der Serie avancierte. Bands wie The Prodigy, The Chemical Brothers oder Fluke rissen sich darum, ins Spiel zu kommen. Auch das heute typische "Product-Placement" wurde bereits in Wipeout umgesetzt. Red Bull trat im Spiel als Sponsor auf und organisierte sogar eine Club-Tour, um für das Spiel zu werben.

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: nicht vorhanden

Das offizielle Playstation-Magazin UK und IGN bewerteten den Titel mit 90 Prozent, während die Edge und Gamespot 8 bzw. 8,5 von 10 Punkten vergaben.


Wipeout 64

System: Nintendo 64
Release: 1998
Developer: Psygnosis



Nach den durchschlagenden Erfolgen der bisherigen Wipeout-Titel, die besonders der Playstation zu ungeheurer Popularität verhalfen, war es klar, dass sich auch Nintendo ein Stück vom Kuchen abschneiden wollte, um das als "Kinderkonsole" geltende Nintendo 64 zu pushen. Wipeout 64 basierte auf Wipeout 2097, glänzte aber mit einem Vier-Spieler-Modus und überarbeiteten Strecken. Zudem profitierte die Steuerung vom damals neuartigen Analogstick des N64-Controllers. Um die Umsetzung kümmerte sich erneute Psygnosis, die bereits für die ersten Titel verantwortlich waren. Auch das mag ein Grund gewesen sein, das Wipeout 64 in den USA und Europa ein echter Erfolg wurde.

Trotz der begrenzten Speicherkapazität des N64-Moduls wurden insgesamt 9 Tracks des Musikers "Cold Storage" sowie von Fluke oder Propellerheads integriert.

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 86,8 Prozent


Wip3out

System: Playstation
Release: 08. September 1999
Developer: Psygnosis



Satte drei Jahre mussten Fans auf den offiziellen dritten Teil der Serie warten. Neben neuen Strecken, Kursen und Fahrzeugen waren die hervorstechendsten Merkmale eine Cockpit-Perspektive und eine höher aufgelöste Grafik. Zu den größten Kritikpunkten gehörten der hohe Schwierigkeitsgrad und der Mangel an neuen Kursen sowie Gameplay-Elementen. Trotz guter Wertungen verkaufte sich Wip3out bei weitem nicht so gut wie erwartet. Auch hier wurde das Design-Studio "Designers Rebublic", bekannt für seine Underground Techno-Cover, damit beauftragt, Wip3out den entsprechenden futuristischen Touch zu geben.

Mit der Erstellung des Soundtracks wurde DJ Sasha beauftragt, der mit verschiedensten Künstler zusammen arbeitete. Die Spiel-CD von Wip3out konnte sogar als Audio-CD in die Stereoanlage gelegt werden, um sich den Soundtrack separat anzuhören.

Im Jahr 2000 erschien ein Remake unter dem Namen "Wip3out: Special Edition". Spielerisch zum Vorgänger komplett identisch, wurden 8 auf vorherigen Teilen basierende Strecken integriert und damit die Anzahl der Kurse auf insgesamt 16 Stück erhöht. Wer über zwei Playstations, zwei Versionen und zwei Fernseher verfügte, konnte zudem den neuen Vier-Spieler-Modus genießen.

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 87,2 Prozent

2000 bis 2007: Der schleppende Weg zurück zu den Wurzeln




Wipeout Fusion

System: Playstation 2
Release: Februar 2002
Developer: Liverpool Studios



Die erste PS2-Episode der Wipeout-Reihe sollte auch zugleich die letzte sein. Der bisherigen Stamm-Designer "Designers Republic" wurde von "Good Technology" abgelöst. Viele Spiel-Änderungen wurden zudem mit diesem Titel verwirklicht. Im Vergleich zum Vorgänger gab es für jedes Team 2 Fahrer, außerdem boten die Kurse auch offene Abschnitte ohne direkte Rand-Begrenzungen sowie versteckte Abkürzungen. Waffen konnten nun auch nach hinten abgefeuert werden, und viele neue Meinungskraft-Verstärker fanden ihren Weg in die Serie: Protonen Kanonen, Grav Stinger, Flammenwerfer, Gravity Bomb sowie Super Raketen, Seismic Field, Power Swarm oder Nitro Raketen. Gleiter konnten durch in Rennen verdiente Punkte mit Upgrades versehen werden, ein Feature, von dem sich die Entwickler später wieder verabschiedeten. Außerdem feierte der heute sehr beliebte Zonen-Modus auf der PS2 seine Premiere. Der abermals lizenzierte Soundtrack umfasste 20 Songs, unter anderem von Orbital, Plump DJs und Luke Slater.

Die Meinungen über Wipeout Fusion gingen in der Fachpresse weit auseinander. Während manche Redaktionen den Titel mit 90´er Wertungen lobten, gilt er bei Anderen als einer der bisher schlechtesten Teile.

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 84 Prozent


Wipeout Pure

System: PSP
Release: 30. August 2005
Developer: Liverpool Studios



Wipeout Pure war einer der Release-Titel für Sonys PSP und verhalf der Serie zu neuem Glanz und der PSP zu einer großen Fan-Gemeinde. Pure zeigte, zu was die PSP technisch in der Lage ist. Beim Design war "Back to the Roots" der Grundgedanke der Entwickler, man wollte die Klasse eines "Wipeout 2097" wieder erreichen. Als eine der Neuerungen wurde die sogenannte Pit-Lane abgeschafft, in der man in früheren Spielen sein Energie-Schild aufladen konnte. Zudem wurde das Track-Design einer Frischzellenkur unterzogen und das Gameplay von Altlasten wie der in Wipeout Fusion eingeführten Upgrade-Möglichkeit der Gleiter befreit.

Pure war einer der ersten Titel, der downloadbare Inhalte für die PSP unterstützte. In verschiedenen Paketen wurde neue Kurse, Fahrzeuge und Artworks angeboten.

Hier gelangt ihr zum Consolewars-Review

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 88 Prozent


Wipeout Pulse

System: PSP
Release: 14. Dezember 2007
Developer: Liverpool Studios



Neben Wipeout HD ist "Pulse" der aktuellste Vertreter der Serie. Am Grundprinzip änderte sich nicht viel. Neue Strecken mit sogenannten Magnet-Streifen, die den Gleiter des Spielers fest an die Bahn pressten, und ein neu aufgeteilter Karriere-Modus waren die wichtigsten Neuerungen. Hinzu kam ein Online-Multiplayer.

Hier gelangt ihr zum Consolewars-Review

Durchschnittswertung bei gamerankings.com: 84 Prozent

Wipeout HD: Alles was ihr wissen müsst






Wipeout HD

Schlägt man im Lexikon unter Geschwindigkeit nach, erwartet einen folgende Definition: "Quotient aus zurückgelegtem Weg und zugehöriger Zeit". Recht trocken, oder nicht? Einen besseren Weg, Geschwindigkeit erlebbar zu machen, haben die Jungs von den "Liverpool Studios" gefunden. Diese statteten einen Antigravitationsgleiter mit einem oder mehreren Raketentriebwerken aus und setzten ihn auf eine ausgeflippte Magnet-Rennstrecke: voila, Wipeout war geboren, und zieht seit seinen Anfangszeiten auf der PSone alle Speed-Freaks in seinen Bann. Nun ist die neueste Episode, Wipeout HD, exklusiv auf dem PSN-Store erschienen und fordert erneut alle Fans auf, sich von Geschwindigkeiten jenseits der 1000 km/h nicht abschrecken zu lassen.

Die alten Zeiten sind passè

Habt ihr die mit rund 1000 MB sehr Festplatten-freundliche Vollversion heruntergeladen und installiert, erwarten euch drei verschiedene Spielmodi: die Singleplayer-Kampagne, die Rennbox für ein Rennen zwischendurch und der Multiplayer, bestehend aus Online-Matches und Zwei-Spieler-Splitscreen. Bevor es in die heiß ersehnten Online-Rennen geht, sollte man sich auf aber jeden Fall zuerst der Kampagne widmen, um alle wichtigen Aspekte von "Wipeout HD" kennenzulernen. Insgesamt 8 Events unterteilt in verschiedene Einzelaufgaben warten darauf, von euch in Angriff genommen zu werden. In "Einzelrennen" und "Turnieren" müsst ihr gegen eine Meute von sieben weiteren Fahrern bestehen, in "Zeitrennen" und "Schnelle Runde" ist die Uhr euer größter Feind. Fans wird es freuen, dass auch der abgefahrene Zone-Modus wieder mit von der Partie ist. Mit einem beständig schneller werdenden Gleiter ist es eure Aufgabe, so viele Runden wie möglich auf einer vorgegebenen Strecke zu überleben, ohne dass der Gleiter zuvor aufgrund exzessiven Banden-Kontaktes in Rauch aufgeht. Egal für welche Herausforderung ihr euch auch entscheidet, stets muss natürlich eine der begehrten Bronze, Silber- oder Goldmedaillen ergattert werden, um voran zu kommen. Dies wird jedoch mit jedem Event schwerer; nicht nur aufgrund der Gegner, sondern auch wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeitsklassen, die in der höchsten Stufe den Gleiter in wahnwitzige Geschwindigkeits-Sphären katapultieren. Habt ihr in Klassen wie Venom und Flash noch genügend Gelegenheit die Strecken kennenzulernen, kommt es bei Rapier oder der höchsten aller Stufen, der Phantom-Klasse, nur noch auf reine Reflexe und eine perfekte Streckenkenntnis an. Für mangelnde Konzentration ist hier kein Platz.



Aus insgesamt 12 Teams mit so klangvollen Namen wie Feisar, Quirex, Piranha, AG-Systems, Triakis oder Goteki 45 könnt ihr den Gleiter eures Vertrauens wählen. Jeder wartet dabei mit unterschiedlichen Eigenschaften wie Schub, Handling, Schild oder Speed auf. Für maximalen Erfolg sollte sich eure Entscheidung an der jeweils zu bewältigenden Aufgabe orientieren. Beispielsweise sollte man für ein Zeitrennen einen Gleiter mit hoher Geschwindigkeit wählen, während für Einzelrennen eine gute Mischung aus Handling und genügend Schild die erste Wahl ist. Je nachdem, wie häufig ihr ein bestimmtes Team für eure Aufgaben nutzt, erhaltet ihr für dieses Team zudem sogenannte "Loyalitätspunkte", die euch nach jedem Rennen gutgeschrieben werden. Sobald eine entsprechende Menge gesammelt ist, werden dafür Extras wie neue Lackierungen freigeschaltet.
Bei den Strecken haben sich die Entwickler wie bereits im Vorfeld breit angekündigt auf keine Experimente eingelassen und die bereits bekannten Kurse aus den PSP-Ablegern "Pure" und "Pulse" recycled, allerdings grafisch stark aufgebohrt. So dürfen sich Kenner auf Kurse wie Vineta K, Anulpha Pass, Moa Therma oder Chenghou Projekt freuen; insgesamt habt ihr die Wahl aus 8 Kursen, die mit einem abwechslungsreichen und herausfordernden Streckendesign überzeugen. Steilkurven, Loopings, High-Speed-Abschnitte oder atemberaubende Sprünge verlangen euch alles ab und lassen so schnell keine Langeweile aufkommen.



Mario Kart auf Drogen

Zugegeben, der Vergleich mag hinken. Dennoch haben beide Serien erstaunlich viele Parallelen. Ein Kernelement von Wipeout ist nach wie vor die überall auf den Kursen befindlichen Beschleunigungs- und Bonusfelder. Gibt euch ein Beschleunigungsfeld beim darüber fahren einen Extra-Schub, halten Bonus-Felder Extras wie Waffen oder andere Helferlein bereit. Auf diese Weise knallt ihr vor euch fahrenden Gegner Raketen oder MG-Salven vor den Latz, hinter euch fahrende erhalten eine Portion Mienen oder eine fies platzierte Bombe. Natürlich darf auch das beliebte Erdbeben nicht fehlen, das wie ein Tsunami alle vor euch fahrenden Gegner überrollt. Neben all diesen Aggressions-Verstärkern gibt es noch Extras wie den nützlichen Autopilot, der euch sicher durch besonders haarige Passagen manövriert oder aber auch das Schutzschild, welches die Hülle eures Gleiters für eine gewisse Zeit vor allen feindlichen Übergriffen schützt. Besonders dieses Extra ist nicht zu unterschätzen, da ihr während der Rennen ständig die Energie eures Fahrzeuges im Auge behalten solltet. Kollissionen mit dem Streckenrand oder eben auch feindlicher Beschuss lassen die Leiste schnell in den Keller gehen. Ist sie leer, explodiert der Gleiter und das Rennen ist für euch gelaufen. Um diesem vorzubeugen, können aufgesammelt Extras durch Knopfdruck auch zur Regeneration des Schutzschildes verwendet werden.

Eine weitere nützliche Funktion ist das sogenannte Überschlag-Feature, das nur bei besonders hohen Sprüngen eingesetzt werden kann und bei erfolgreicher Landung zu einer Extra-Portion Boost verhilft. Durch links, rechts, links oder rechts, links, rechts-Kombination in der Luft überschlägt sich euer Gleiter und honoriert die Landung mit einem weiteren Boost-Schub. Wer eines der begehrten Beschleunigungsfelder verpasst hat, kann auf diese Weise doch noch einige Plätze gut machen. Auch eine Ausweich-Funktion wurde integriert: Betätigt die L2 oder R2-Taste zweimal kurz hintereinander, und euer Vehikel weicht anrauschenden Raketen nach links oder rechts aus. Dank der ausgeklügelten Gegner-KI werdet ihr dieses Feature auch mehr als einmal anwenden müssen. In höheren Stufen drängeln und schubsen eure Kontrahenten, schnappen euch die Boni weg und pflastern einen mit allem zu, was sie an Waffen bei sich haben. Dabei gehen sie oft sehr intelligent vor und sparen zum Beispiel eine Rakete für den Zeitpunkt auf, sobald sich euer Gleiter genau vor dessen nach Vergeltung schreiende Nase schiebt. Zeit zum Verschnaufen bleibt da selten.



Dieser taktische Mix aus der richtigen Waffenwahl, dem Mitnehmen alles Bonus- und Beschleunigungsfelder sowie der richtigen Kurventechnik macht Wipeout HD zu einem süchtig machenden Cocktail. Zeitrennen können ohne die Kenntnis über die genaue Position aller Beschleunigungsfelder nicht gewonnen werden, und die Rennen erhalten durch den genauen Waffengebrauch eine taktische Komponente. Soll ich in Führung liegend die aktuelle Rakete für den Fall behalten, dass mich noch jemand überholen will, oder nutze ich diese für mein Schutzschild und hoffe, beim nächsten Extra-Punkt einen Turbo zu erhalten? Fragen über Fragen, die jedes Rennen zu einem Erlebnis machen.

Für alle Wipeout-Neulinge haben die Entwickler ein nützliches Feature integriert: Die sogenannte "Pilotenunterstützung" passt auf, dass ihr nicht gegen die Wände fahrt und bewahrt euch vor Zeit- und Energie-raubenden Kollisionen. Eine gute Möglichkeit, Strecken ohne große Blessuren kennenzulernen. Will man jedoch ernsthaft einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, sollte auf diese Funktion verzichtet werden, denn Milimeter-genaues Schneiden von Kurven ist so nicht möglich. Ist euch eine atemberaubende Aktion gelungen, könnt ihr diese im neuen Foto-Modus festhalten. Dieser ist jederzeit aktivierbar und hält eine große Auswahl an Einstellmöglichkeiten bereit: egal ob Sättigung, Belichtung, Foto- oder Unschärfte-Effekte, mit den beiden Analogsticks setzt ihr den Gleiter ins rechte Licht. Die erstellten Fotos werden automatisch in den Foto-Ordner der PS3 kopiert und können dort jederzeit wieder betrachtet, auf den PC kopiert oder als PS3-Wallpaper verwendet werden. Einziger Wehrmutstropfen ist die fehlende Replay-Funktion. Wollt ihr eine Aktion festhalten, müsst ihr schnell reagieren und das Spiel pausieren.



Wie auf Wolken

Die Steuerung von Wipeout HD ist ein Traum. Frei konfigurierbar, präzise und direkt ist sie der wahr gewordene feuchte Traum eines jeden Future-Racer-Fans. Innerhalb von wenigen Minuten habt ihr das Kontroll-Schema und die Reaktionen der Gleiter auf eure Befehle verinnerlicht. Butterweich lassen sich diese über die Kurse dirigieren, die in der Standard-Version als Seiten-Bremsen konfigurierten L2 und R2 Tasten erlauben Milimeter-genaue Aktion, um die äußerste Kannte eure Gefährtes hauchdünn am Streckenrand entlang schleifen zu lassen. Und nie habt ihr das Gefühl, unverschuldet einen Fahrfehler begangen zu haben, nie kommt es euch vor, als tue der Gleiter auf dem Schirm nicht das, was eure Finger ihm befehlen. Die Entwickler von Studio Liverpool haben hier wirklich ganze Arbeit geleistet und eine der besten Wipeout-Steuerungen der Serie auf die Beine gestellt.

Endlich 1080p

Gleiches "Aha-Erlebnis" gilt auch für die Technik. 1080p bei konstanten 60 Frames pro Sekunde; das ist schon beeindruckend. Die überarbeiteten Kurse glänzen im wahrsten Sinne des Wortes mit knackscharfen Texturen, verschiedenen Oberflächen-Strukturen und erstrahlen in den verschiedensten und abgefahrensten Farb-Kreationen. Schön ausmodelliert und mit einer motivierenden Streckenführung führen sie durch die Skylines futuristischer Städte oder durch ein Meer von Wolken. Am Streckenrand gibt es stets etwas zu entdecken, auch wenn ihr aufgrund der unglaublichen Geschwindigkeit, mit der diese Sehenswürdigkeiten an euch vorbeirasen, kaum Zeit haben werdet, diese zu bestaunen oder zu genießen. Auch die Gleiter erstrahlen in einem neuen Glanz, wie ihn Wipeout-Fans wohl nie für möglich gehalten hätten. Beim Design an den bisherigen Modellen orientiert, offenbart ein Blick durch den neuen Fotomodus Kratzer auf dem Lack, ist der Fahrer im Cockpit zu erkennen oder zeigen die Triebwerke ihre vollkommene, mechanische Schönheit samt Hitzeflimmern. Erst diese Version scheint richtig deutlich zu machen, was die Programmierer eigentlich die ganze Zeit mit ihrer Vision der futuristischen Gleiter im Kopf hatten; die Größendimensionen, die unterschiedlichen Designs, die komplizierte Technik. Zu schade, dass lediglich drei Kamera-Perspektiven zur Verfügung stehen; eine nah am Schiff, eine etwas höher positioniert und die bei Profis besonders beliebte Stoßstangen-Perspektive (insoweit Gleiter überhaupt Stoßstangen haben). Eine Cockpit-Perspektive heben sich die Entwickler wohl für die richtige Fortsetzung auf. Dafür transportieren die stylischen Menüs weiterhin den typischen Wipeout-Stil.



Auch bei den Waffeneffekten gibt es nichts zu meckern. Raketen hinterlassen Rauchschwaden und entfachen ein wahres Inferno an der Einschlagstelle, während das "Erdbeben" die Strecke wie einen im Wind wehenden Teppich auf und ab wippen lässt. Die Krönung des Ganzen stellt jedoch der abgefahrenste Modus von allen dar: der Zone-Modus erinnert optisch an Filme wie "Thron" und ist ein psychedelisches Meisterwerk, das euch nach einer gewissen Zeit suggeriert, ihr hättet etwas zuviel LSD geschnupft. So spartanisch dieser Modus auch mit Texturen ist, so verschwenderisch geht er mit den verschiedensten Farben um. Seid ihr in der einen Sekunde noch durch einen weißen Tunnel gefahren, erwartet euch bei der Ausfahrt bereits das sanfte Orange eines Sonnenunterganges. Einfach großartig.

Passend unterstützt wird das ganze durch den hervorragenden, aus Pulse übernommenen Soundtrack. Die typische Elektro-Musik von Künstlern wie Kraftwerk, Booka Shade oder Noisia untermalt das Geschehen perfekt mit treibenden Beats und eingängigen Rythmen. Selbst wenn ihr ein Fan der Elektro-Sparte seid: in Verbindung mit diesem Spiel werdet ihr es lieben. Sollte das trotzdem nicht der Fall sein, importiert ihr einfach die Songs aus eurem Musik-Ordner. Die Aufnahme von Waffen oder der Gewinn einer Medaille wird wie seit eh und je durch eine mechanische Stimme angekündigt, und Raketen-Explosionen kommen fett über eure Subwoofer. Kleine Soundspielereien sorgen zusätzlich für etwas Atmosphäre: nutzt ihr z.B. ein Schild, wird die Musik dumpfer, ganz so, als würdet ihr im Cockpit sitzen.


Online geht die Welt zugrunde ......., oder so ähnlich

Der Online-Modus war wohl das Feature, auf das sich im Vorfeld die meisten gefreut haben. Leider kann die Vorfreude nicht komplett befriedigt werden. Mager sind die Spielmodi ausgefallen: Einzelrennen und Turniere sind bisher die einzigen Möglichkeiten, sich mit anderen Spielern zu messen, zudem werden Leistungen nur im Zeitranglisten festgehalten. Keine Punkte-Sammel-Funktion oder etwas ähnliches. Bis zu 8 Spieler beharken sich dafür immerhin bei konstanter Framerate und Lag-frei in haarsträubenden Rennen. Eine übersichtlich aufgebaute und gut zu bedienende Lobby macht es euch einfach, schnell das gewünschte Spiel eurer Wahl zu finden. Einen dicken Rüffel gibt es jedoch für die fehlende Freunde-Einladen-Funktion und das man nicht sehen kann, an was für einem Rennen Freunde gerade teilnehmen. Wer nicht auf Online-Rennen steht, kann sein Glück auch im Zwei-Spieler-Splitscreen-Modus versuchen. Derbe Ruckler machen diesen jedoch kaum spielenswert, sodass Online die einzig sinnvolle Multiplayer-Variante bleibt.

Fazit:

Mit 18 Euro ist "Wipeout HD" eines der teureren Playstation-Store-Spiele: und jeden Cent wert. Mit den gerade mal 1000 MB erhaltet ihr einen extrem spaßigen und motivierenden Future-Racer, der seine Vorgänger locker übertrifft. Der Mix aus unglaublichen Geschwindigkeiten jenseits der 1000 km/h, stylischen Farben und einem hypnotischen Soundtrack waren seit jeher die hervorstechendsten Merkmale der Wipout-Serie. Und mit 1080p, flüssigen 60 Frames und Dolby Digital wurden diese Merkmale nun nochmals ordentlich gesteigert. Die Beschleunigungs- und Bonusfelder bringen den richtigen Biss in Zeit- und Einzelrennen und machen diese immer wieder zu einem Erlebnis. Die xxxx Kurse sind zwar alle aus den PSP-Ablegern bekannt, bestechen jedoch nach wie vor durch ein motivierendes und herausforderndes Streckendesign und wurden hervorragend an die Power der PS3 angepasst. Wer die PSP-Ableger zudem nicht kennt, findet hier xxxx völlig neue Kurse vor. Gleiches Bild bei den Gleitern: bereits bekannt, grafisch jedoch dermaßen aufgebohrt, dass sie kaum mehr wieder zu erkennen sind. Jedes Gefährt verfügt über spürbar andere Eigenschaften, die je nach Herausforderung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden wollen. Der neue Fotomodus, der die abgespeicherten Meisterwerke direkt in den Foto-Speicher der PS3 schaufelt, ist eine spaßige und sinnvolle Ergänzung, die mit Sicherheit den ein oder anderen "Ich habe das beste Foto geschossen" - Wettbewerb hervorbringt. Freunde viruteller Kräftevergleiche wird es zudem freuen, dass die neue Trophy-Funktion der PS3 mit insgesamt 38 zu ergatternden Trophäen unterstützt wird.
Wipeout HD ist genau das richtige Mittel für alle Speed- und Adrenalin-Junkies und wird alle Fans von Future-Racern nach einer langen Durststrecke endlich wieder frohlocken lassen. Allerdings solltet ihr für das Spielen bereits volljährig sein, denn dieser süchtig machende Cocktail verstößt gegen alle Drogenschutzbestimmungen. Kaufen!

Positiv:

- geniale Grafik
- super Soundtrack
- geniale Steuerung
- hervorragendes Streckendesign


Negativ:

- Strecken und Soundtrack nur aus alten Teilen übernommen
- vermurkster Online-Modus



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