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Vorschaubericht: Rayman Legends

Der Held ohne Arme und Beine kehrt zurück! Wir konnten einen Blick auf die Xbox 360-Version werfen und klären, wie sich der ehemals Wii U-exklusive Titel auf den anderen Plattformen spielt.

Mittwoch, 17. Juli 2013 um 18:17 von HatWolf

Der direkte Nachfolger von Rayman Origins hat besonders Anfang des Jahres für große Diskussionen gesorgt. Zunächst als Wii U Exklusivtitel entwickelt und angekündigt, entschied sich Ubisoft nur wenige Wochen vor dem Release dafür, Rayman Legends für die PlayStation 3 und die Xbox 360 auszuweiten. Damit verlor die Wii U nicht nur einen ihrer Exklusivtitel, auch noch wurde Rayman Legends auf August verschoben, der Wii U-Version inklusive. Davon abgesehen warf der Port des Spiels auf die anderen Konsolen auch noch neue Fragen auf. Ubisoft stellte viele Features der Wii U in den Mittelpunkt der Entwicklung, besonders der unterstützende Zweispieler-Modus wurde immer wieder hervorgehoben. Mit dem Gamepad würde ein Spieler die Umgebung beeinflussen, Plattformen drehen und per Antippen Schalter aktivieren, während der andere Spieler Rayman durch die ganzen Level manövrierte. Besonders bei den vorherigen Anspielversionen war dieses ungewöhnliche Teamwork ein großer Pluspunkt, doch wie würde dies sich auf PlayStation 3 und Xbox 360 übertragen lassen? Oder würde es sich überhaupt übertragen lassen, ohne der Spielinhalts-Schere zum Opfer zu fallen? Wir hatten die Gelegenheit die Xbox 360-Version genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer Rayman Origins gespielt hat, dürfte sich bereits in den ersten Sekunden in Legends zu Hause fühlen. Wieder einmal sind alle in Gefahr und wieder einmal muss Rayman und seine Freunde einschreiten, um die Lums und Kleinlinge zu befreien und obendrein böse Fieslinge zu vermöbeln. Dieses Mal bekommt man es aber thematisch oft mit mythischen Wesen und Welten zu tun wie etwa Ritterburgen mit Drachen, Spukschlösser mit Geistern oder antikes Griechenland mit zornigen Göttern. Die grundlegenden Spielmechaniken und Fähigkeiten scheinen auch dieses Mal von Anfang an enthalten zu sein. Der Held ohne Gliedmaßen kann nämlich wieder um sich prügeln, Wände hoch rennen, in der Luft gleiten und von Wand zu Wand springen. Dementsprechend halten sich die verfügbaren Welten auch weniger damit auf, den Spieler ganz langsam mit den verschiedenen Fähigkeiten vertraut zu machen, sondern gehen oft gleich in anspruchsvollere Aufgaben über. Das ist aber auch völlig in Ordnung, immerhin gibt es keine Bestrafung für Fehler. Wie in Origins verzichtet man auf ein Lebenssystem, stattdessen wird man beim Versagen einen kurzen Abschnitt zurück gesetzt und kann gleich weiter machen. So oft man will, so lange man kann. Inhaltlich bleibt also der Großteil erhalten. Im Level sucht man versteckte Kleinlinge, sammelt Lums für Höchstpunkwerte und versuch dabei weder von Hindernissen noch von Gegnern einen auf die Mütze zu bekommen. Dass das motiviert, ist vor allem wieder dem absolut kreativen und abwechslungsreichen Leveldesign zu verdanken, welches den Spieler immer wieder vor neuen Aufgaben setzt. Ob sich bewegende Laserstrahlen, Würmer in einem gigantischen Kuchen-Level oder Rayman als verzaubertes Hühnchen - irgendwie überrascht das Spiel einen doch wieder. Bis hierher lässt sich also nur feststellen, dass Rayman Legends genau das verspricht, was Kenner von Origins erwarten würden. Wie schaut es aber mit der Umsetzung der Wii U-Features aus?

Zur Erinnerung: Groß angekündigt war bisher der neue Charakter „Murphy“, eine Mischung aus Frosch und Fee, der Rayman bei seinen Abenteuern unter die nicht existenten Arme greifen sollte. Der Spieler mit dem normalen Controller würde also Rayman durch die Level scheuchen, während mit dem Wii U-Gamepad (und speziell dessen Touchpad) Murphy aktiviert werden würde. Einige Plattformen wären beispielsweise an Seilen befestigt, die der Spieler mit einem Fingerzeig auf dem Touchpad durchschneiden könnte. Aber auch bewegliche Leitern, Gänge und Kisten könnte er umher schieben, was deshalb besonders interessant wird, weil nun auch das Timing beider Spieler gefragt wird. In einem Level regnet es beispielsweise Feuerbälle vom Himmel, doch der Wii U Gamepad-Spieler könnte Schilder umher bewegen, sodass Rayman beim Durchlaufen und -hüpfen des Levels keinen Schaden erleiden würde. Diese Dynamik war gerade bei den vorherigen Preview-Versionen vorbildlich und vor allem unterhaltsam. Besonders Level, bei dem Murhpy die ganze Umgebung drehen konnte, erforderten passgenaues Teamwork. Natürlich stellt sich da die Frage, wie ein Spieler allein Rayman Legends spielen könnte, ohne dass ihm jemand die entsprechenden Plattformen bewegt. Die Xbox 360-Version gibt nun die Antwort. Muprhy gibt es immer noch, doch bewegt er sich bei den Levelstellen, bei denen er absolut notwendig ist, automatisch über den Bildschirm.
Fliegt er dabei über eine entsprechende Stelle, wie etwa über eine Plattform mit einem Seil, kann der Spieler durch simples Knöpfedrücken die Froschfee einfach selbst aktivieren. Und wenn es darum geht Plattformen oder ganze Umgebungen zu drehen, kommen einfach die Schultertasten zum Einsatz. Das macht das ganze natürlich ein Stück weit sinnlos, immerhin geht der eigentliche Reiz hinter dieser Idee völlig verloren. Gerade wenn der Murphy-Spieler eigentlich Löcher oder Gänge in bestimmte Umgebungen bohren müsste, wirkt es ein wenig zweckentfremdet, wenn der grüne Helfer in den immer gleichen Kreisen über den Bildschirm schwebt und darauf wartet im richtigen Moment aktiviert zu werden. Man merkt einfach schnell, dass diese Art des Spielens eine deutliche Notlösung darstellt, weil das vorher implementierte Feature sich mit einem einzelnen Spieler nicht anders regeln lässt. Allerdings gibt es auch genug Level, bei denen Murphy ohnehin nicht auftaucht, sodass sich das Spiel wieder auf seine vollständig funktionierenden Spielkonzepte konzentrieren kann. Die Musik-Level sind übrigens auch alleine immer noch eine absolute Wucht. Dabei ist der Takt der Hintergrundmusik derart eng mit dem Leveldesign verbunden, dass die Musik und das Spielen perfekt ineinander übergeht. Zwischen Rock, Klassik oder einer Mariachi-Version von "Eye of the Tiger" gibt es dabei auch immer wieder neue zu entdecken und diese sind bisher der absolute Höhepunkt des Spiels. Selbst ohne Murphy als Zweitspieler wird also genug zu entdecken sein. Solang Rayman Legends in seinem Gesamtpaket die gleiche Kreativität und ständig geniale Leveldesign beibehält, gibt es eigentlich keinen Grund sich Sorgen zu machen. Das Spiel wird vermutlich der Hit - egal auf welcher Konsole.

Es bleiben noch ein paar Fragen offen. Kann Ubisoft die Features der Wii U doch noch irgendwie auf der Xbox 360 und PlayStation 3 ersetzen? Über SmartGlass oder PlayStation Vita vielleicht? Es wäre zu hoffen, da die geniale Dynamik und das Teamwork zweier Spieler einfach verdammt viel Spaß gemacht hat. Aber selbst ohne scheint Rayman Legends ein großartiges 2D-Jump'N Run mit vielen Ideen und kreativen Einfällen zu werden. Am Endeffekt ist einfach nur wichtig, dass in der finalen Version das Leveldesign weiterhin auf gewohnt hohem Niveau bleibt, dann gibt es eigentlich keine Zweifel, dass Legends an seinen Vorgänger in Sachen Qualität anknüpfen wird. Dennoch: Wer die Wahl hat, sollte vermutlich zur Wii U-Version tendieren, zumindest wenn Ubisoft diesen Zweispieler-Modus nicht für die anderen Konsolenfassungen ersetzen kann. Aber auch ohne Wii U wird Rayman Legends einen Blick wert sein - zumindest für alle, die charmante 2D-Jump'N Runs lieben.


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