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Vorschaubericht: MotoGP 14

Das Rennspiel feiert sein Debut auf der PlayStation 4! Wird die New Gen-Fassung sich wirklich technisch überlegen zeigen können? Wir durften schon Probe fahren und schauen wie sich Sonys Neue auf der Piste schlägt.

Freitag, 16. Mai 2014 um 13:43 von HatWolf

Nachdem letztes Jahr Milestone als Entwickler von MotoGP zurückkehrte und uns MotoGP 13 präsentierte, bewegt man sich ab diesem Jahr endlich in den Fahrwassern der neuen Generation. Neue Hardware, neue Möglichkeiten? Dieses Jahr erscheint MotoGP 14 zwar auch für die altbekannten Systeme PlayStation 3 und Xbox 360, feiert aber auch sein Next Gen-Debut mit der PlayStation 4. Und für diese Gelegenheit hat Milestone auch die Ärmel hochgekrempelt. Eine von Grund auf neue Engine will man uns bieten, bessere photorealistische Grafik, neue Licht und Sound-Effekte, dreimal präzisere Physik und ein noch mehr realitätsnahes Fahrgefühl. Ob das nicht zu viel versprochen ist? Bandai Namco lud uns jedenfalls ein, einmal das Steuer für die New Gen-simulierten Motorräder zu übernehmen. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich dann auch deutlich, was es mit dem Generationensprung hier auf sich hat.

Bevor wir aber näher darauf zu sprechen kommen, ist es erstmal eindeutig, dass wir uns in einigen Proberunden aufwärmen müssen. Der Anspruch und der Schwierigkeitsgrad hat sich nicht geändert, noch immer will MotoGP 14 sich deutlich an erfahrene Rennspielveteranen richten. Wer verzweifelt nach roten Schildkröten-Panzern oder Nitro-Boosts Ausschau hält, ist hier jedenfalls an der falschen Adresse. Dementsprechend benötigt die Eingewöhnung an die Steuerung ein gewisses Feingefühl, das durch langsames Lernen antrainiert werden muss. Wer nach Arcade-Stil in die Kurven driftet, umarmt bald den Asphalt oder wird von seinem Bike geworfen als habe er den Schleudersitz aktiviert. Das gleiche gilt für anhaltendes Bremsen. So oder so: Wer es übertreibt, bringt sein Bike zum Bocken, zum Verziehen oder zum Kippen, nur das richtige Timing aus Gas, Bremse und Finger weg vom beiden, hält einen tatsächlich im Sattel. Das Fahren auf zwei Rädern will eben gelernt sein. Das ist durchaus weiterhin vorbildlich, immerhin gibt man den Anspruch an sich selbst und an den Spieler nicht auf. Und in der Tat kriegt man langsam das Gefühl, wie man seine Reifen auf der Straße und dem Hintern auf dem Motorrad hält, auch in engen Kurven. Verwirrend ist dahingegen, die Aussage von Milestone, dass es sich bei MotoGP 14 um eine vollständig neue Engine handelt, denn das Spielgefühl unterscheidet sich praktisch kaum von dem letztjährigen Ableger. Ordentliche Fahrphsyik ist weiterhin vorhanden, doch ob es tatsächlich so viel präziser ist als zuvor, kann man nur kommentarlos außen vor lassen.

Das gleiche gilt übrigens für die Grafik, die tatsächlich noch nicht ganz überzeugen kann. Schon der Vorgänger war auf der PlayStation 3 bei weitem keine Augenweide, sondern setzte mehr auf die realistische Simulation als Verkaufsargument. Auf der PlayStation 4 wird sich das wohl nicht ändern, obwohl man uns die neue Grafik, Lichteffekte und Soundengine als große Neuerungen vorstellt. Und natürlich sind besagte Effekte durchaus besser als zuvor, doch von einem tatsächlichen „New Generation“-Sprung ist nichts zu sehen. Besonders die Schatten kommen sehr blockig rüber, den Umgebungen mangelt es an realistischem Flair, gerade das Licht das vom Himmel strahlt wirkt sehr blass für die grellen Reflexionen auf Asphalt und Motorrad. Schlussendlich sehen auch die Texturen stark nach mittelmäßiger Last-Gen aus, vor allem was das sterile Polygon-Gras angeht. Einzig und allein die Motorrad-Modelle sind vorbildlich. Aber wie erwähnt, war dies letztes Jahr nicht anders. Bei MotoGP 14 handelt es sich um ein weiteres „Brückenspiel“, dass noch die Lücke zwischen alter und neuer Generation überspannt und daher auf beiden Systemen erscheint, deswegen kann man wohl auch nicht erwarten, dass das Rennspiel einzig und allein für die bessere Hardware ausgelegt ist. Im Umkehrschluss scheint das aber auch zu bedeuten, dass die „Next Gen“-Version von MotoGP in der Tat nur eine technisch etwas bessere PlayStation 3/Xbox 360-Fassung darstellt. Folglich können wir die neue Hardware-Technik als überzeugendes Argument erst einmal beiseite legen. Der vielversprechende Simulationsanspruch bleibt aber erhalten. Wie sieht es nun mit neuen Inhalten aus?

Gehen wir dann zu dem Karrieremodus über, der schon in MotoGP 13 eine größere Gewichtung bekommen hatte, so treffen wir auf bekannte Inhalte. Sogleich setzen wir uns mit unserem Manager auseinander, entscheiden in welchem Teams wir fahren, kriegen Aufgaben gestellt wie "Versuche zumindest den 15. Platz zu erreichen" und handhaben unsere Fans und die Presse via simulierte Social Media. Auch der eigene Fahrer lässt sich wieder frei gestalten, ob nun Portrait, Name und Nationalität. Als was wollen wir also fahren? Ganz klar, wir heißen Olga Bauer und sind eine 45-jährige Fahrerin aus Belgien. Dank den Aufwärmrunden schlägt sich Olga auch gar nicht schlecht in ihrer Fahrerklasse, grast einmal den 14. Platz ab und dann sogar sogar die Nummer 10. Der Schwierigkeitsgrad weiß hier wirklich zu gefallen, da ein Fehler durchaus einem den Sieg kosten kann und für Anfänger es schon ein Erfolg ist überhaupt mithalten zu können. Der Platz 1 ist somit durchaus eine Leistung. Vorher lässt sich aber trotzdem noch einstellen, wie sehr wir uns fordern lassen wollen. Die Physik-Optionen geben vor wie stark wie bei Aufeinandertreffen mit anderen Rädern beeinflusst werden und auch wie oft wir die Zeit zurück drehen dürfen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Absolut Anfänger können sich mit unendlich vielen Rückblenden anfreunden, Standard-Spieler mit 4-6 pro Rennen und schmerzbefreite Vollprofis gehen ohne Hilfestellung aufs Ganze. Mit ordentlichem Durchhaltevermögen würden wir unsere Olga auch in die bekannteren Wettbewerbe schicken, langsam unser Bike verbessern, mehr Fans sammeln und auch immer besser im Rennen werden. Aber auch hier ist das kein großer Unterschied zu MotoGP 13. Neu sind für Einzelspieler vor allem neue Herausforderungen, die an echte MotoGP Geschehnisse angelegt sind. Der sogenannte Szenario Modus bietet entweder eine Liste an zu fahrenden Events, die tatsächliche Ereignisse aus den Rennen im letzten Jahr darstellen oder eine Liste mit legendären Rennen aus der Geschichte des zweirädrigen Motorsports. Dazu gibt es noch einen Time Trial Modus, bei dem das Safety Car der Rennen zum Einsatz kommt. Das Fahrverhalten eines Autos profitiert aber nicht unbedingt von einer Engine, die auf Motorräder ausgelegt ist, daher ist das wohl als nette Dreingabe zu verstehen.

Fazit:

Letztes Jahr im Vorschaubericht gab ich zu verstehen, dass MotoGP 13 wohl eine liebevolle Simulation für Rennspielfreunde sein wird, die sich für Motorräder interessieren und die Herausforderung nicht scheuen. Schlussendlich kritisierten wir später im Review die eher unscheinbare Technik auf der PlayStation 3. Dieses Jahr kann ich MotoGP 14 die gleichen Stärken zusprechen, befürchte aber, dass Fans und Kritiker über technische Mängel auf der PlayStation 4 nicht mehr hinweg sehen werden. Das liegt vor allem daran, dass die bedeutsam neuen Inhalte des Spiels sich an einer Hand abzählen lassen und das Argument "neue Engine" nicht wirklich greifen mag. Wirklich vergleichen würde ich es mit einem typisch neuen FIFA-Ableger, der neue Lizenzen und leichte Änderungen, im groben und ganzen aber die selbe Spielerfahrung bietet. Ob dieses Urteil gerechtfertigt ist, wird man natürlich erst in einem vollständigen Test beurteilen müssen, bisher sieht es aber ganz danach aus. MotoGP 14 wird vermutlich weiterhin eine gute Anlaufstelle für Freunde von gepflegter Zweiradsimulation sein, nur bis zum Release muss es noch ein paar Argumente bringen, warum sich das Vollpreis-Update gegenüber MotoGp 13 lohnen wird.


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