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Vorschaubericht: MotoGP13

Das Rennspiel um die flotten Motorräder kehrt zurück und wir konnten einen ersten Eindruck davon erhalten. Entwickler Milestone präsentierte ihre Vision von einem anspruchsvollen Rennspiel; hier lest ihr, wie sie aussieht.

Freitag, 24. Mai 2013 um 16:30 von HatWolf

Wer an Rennspiele denkt, denkt zunächst an schnelle Rennautos, an Nitro und Benzin, an Forza, an GTR, Need for Speed oder an Gran Turismo. Oder auch an Bananenschalen und rote Schildkrötenpanzer. Motorräder scheinen hierbei eine untergeordnete Rollen zu spielen, einfach weil die meisten Racing Games eher auf die hübschen Flitzer mit vier Rädern setzen als auf die zweirädrigen Rennmaschinen. Aber gerade diese gehören trotzdem natürlich dazu, gerade weil auch die Road Racing World Championship Grand Prix der Motorräder kein unbedeutendes Event ist. In der Welt der Videospiele ist diese Rennveranstaltung als die „MotoGP“-Serie bekannt, welche 2008 unter Entwickler Milestone ihren Höhepunkt für viele Fans erreichte. Mit einem Schwerpunkt auf einen anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad und einem realitätsnahem Fahrgefühl, seien Fans richtiger Motorrad-Spiele auch sehr zufrieden gewesen, doch die nachfolgenden Spiele (hier unter Monumental entwickelt) legten größeren Wert auf ein einsteigerfreundlicheres Arcade-Spielgefühl. Dies ist es zumindest, was uns Milestone bei Namco Bandai selbst mitteilte, als sie stolz den neusten Teil der MotoGP-Serie präsentierten. Und da Milestone als Entwickler wieder in Erscheinung tritt, will man natürlich MotoGP zu den alten Werten zurückkehren lassen, aber Einsteigern trotzdem genug Hilfe anbieten, dass auch sie zum virtuellen Rennfahrer werden können. Wie das funktionieren wird, haben wir selbst unter die Lupe nehmen können.

Was macht ein Rennspiel wirklich aus? Nun, die einfache Antwort auf diese Frage wäre natürlich Rennmaschinen und Fahrstrecken, allerdings wollte man bei MotoGP13 noch ein Stück weitergehen und vor allem den Fahrer selbst als zentrales Element platzieren. Schon mit dem Starten des Spiels seid ihr gefordert euch einen eigenen Rennfahrer zu erstellen, wobei die Anpassung von Namen, Aussehen, Helm und Anzug ganz eurem Belieben unterstellt ist. Die Karriere eures Fahrers ist dabei aber auch das Herzstück des Spiels, da MotoGP13 großen Wert darauf legt, euch in das Leben eines echten, angehenden Rennprofis hinein zu versetzen. Nachdem die kosmetischen Entscheidungen getroffen wurden, geht es nämlich ans Eingemachte: Als Neueinsteiger in die Welt des professionellen Rennsports müsst ihr euch einem Team anschließen, welches an euren Fähigkeiten interessiert ist, zugleich gilt es aber auch euch für eure eigene Crew zu entscheiden. Zum einen braucht ihr einen Manager, der für euch immer neue und bessere Teams sucht, während er euch hin und wieder Tipps gibt, wie ihr die größtmögliche Aufmerksamkeit auf euch ziehen könnt. Schließlich wollt ihr nicht immer in der Moto3-Klasse fahren, sondern über die Moto2 aufsteigen und schließlich bei den ganz Großen in der MotoGP-Klasse mitfahren. Zum andere braucht ihr aber auch einen Ingenieur, der euren fahrbaren Untersatz in Schuss hält und bei Beschwerden das Feintuning übernimmt. Ist alles entschieden, so ist bereits der Anfang für eine lange Karriere gemacht.

Viele Rennfahrer im echten Leben verbringen ein Großteil ihrer Zeit zwischen den Rennen in eigens dafür vorgesehenen Wohnräumen, dem sogenannten "MotoHome". Das gleiche gilt natürlich auch fortan für euch. Vor und nach Rennen betrachtet ihr das HUB aus der Sicht des Fahrers heraus, was nicht nur eine optische Designentscheidung ist, sondern euch vor dem Rennstart die Möglichkeit gibt euch in die Welt von MotoGP einzufinden. Neben weiteren Anpassungsoptionen, gibt es auch einen Laptop, durch den ihr die wichtigsten Informationen zu dem bevorstehenden Rennen erhaltet. Euer persönlicher Manager wird bereits sein Auge auf ein besseres Team geworfen haben, welches ebenfalls am Rennen teilnimmt. Sogleich sagt er euch bescheid welchen Fahrer ihr am besten schlagen solltet, damit ihr auch ein entsprechendes Angebot bekommt. Der Manager eures Teams wiederum gibt euch keine Tipps; dieser will nämlich nur Erfolge sehen. In der Mail teilt er euch mit welche Platzierung er von euch erwartet und diese solltet ihr auch besser erfüllen, bevor euch die Zusammenarbeit gekündigt wird. In einem simulierten sozialen Netzwerk wiederum könnt ihr Twitter-Meldungen eurer Fans sehen, welche sich natürlich mit einem Sieg oder einer Niederlage verändern. Das ganze hat ebenfalls einen Sinn, immerhin gibt die Anzahl eurer Fans eure derzeitige Popularität und somit auch eure Aufstiegschancen wieder. Darüber hinaus liegt im HUB eine Zeitung bereit, die über die Rennen berichtet. Allerdings dürfen nur die besten Spieler hoffen, dass sie sich auf dem Titelcover der Zeitung zu sehen sein werden, schließlich berichtet diese über alle anderen Fahrer gleichberechtigt. All das sind durchaus überaus interessante Ideen, um den Simulationsanspruch von MotoGP13 zu erhöhen, wobei in der Preview-Version sich viele Mails und Twittermeldungen im Wortlaut noch zu stark ähnelten und wiederholten. Wer aber schließlich sein Rennen startet, darf davor noch einmal mit seinem Ingenieur reden. Der Spieler hat zwar alle Tuning-Optionen seines Motorrads selbst in der Hand, aber die Anpassungsmöglichkeiten sind so komplex und vielseitig, dass besonders Anfänger da kaum durchblicken werden. Daher kann er dem Ingenieur auch das konkrete Problem mitteilen. "Ich finde mein Motorrad übersteuert zu stark", "Es fährt zu weit aus", "Es geht nicht stark genug in die Kurve". Abhängig von den Fähigkeiten eures Mechanikers, wird er euch eine Lösung anbieten und diese auch gleich umsetzen. Und dann... Ja, dann wird auch mal gefahren.

Trotz den vielen Details in und um die Karriere des Rennfahres ist MotoGP13 natürlich keine Lebenssimulation, sondern ein richtiges Rennspiel. Das hat es nicht vergessen. Neben der Karriere sind Schnellspiel, Online Mehrspieler, Zeitfahren und eigens zusammengezimmerte Meisterschaften weitere Optionen, aber am Ende macht es keinen Unterschied, welche Rennmöglichkeit man auswählt. Wenn das Rad erst am Start steht, geht es um‘s ganze. Milestone legte dabei besonders viel Wert auf den Realismus und das Fahrgefühl, da nicht nur eine neue Phsysik-Engine von Grund auf dafür entwickelt wurde, sondern auch Motorräder, Umgebungen und sogar die Motorengeräusche mithilfe von echten Vorbildern umgesetzt wurden. Man ging sogar so weit, echte Rennfahrer das Spiel testen zu lassen, damit man das Fahrverhalten der Räder durch ihre Erfahrung so nahe an das Original wie nur möglich bringen konnte. Das Ergebnis? MotoGP13 ist bockschwer, vor allem für komplette Neueinsteiger ins Genre. Zwar sind manche Bike-Klassen schwerer oder leichter zu steuern als andere, trotzdem wird man erst ein Gefühl für die allgemeine Handhabung bekommen müssen. Wann lehnt man sich in die Kurve und wie sehr? Wie nahe bleibe ich am Rand? Wie ändere ich mein Fahrverhalten wenn es urplötzlich anfängt zu regnen? Wer nämlich nicht aufpasst, wird sein Rad schneller zu Boden werfen als er "Ups!" sagen kann. Hardcore-Rennprofis haben daran sicher ihren Spaß, für alle anderen streckt MotoGP13 eine helfende Hand aus. Eine auf der Fahrstrecke angezeigte "Ideallinie" hilft dabei ein Gefühl für die vielen Kurven bekommen, vor allem weil diese Linie mit einem grünen Licht signalisiert, dass die eigene Fahrgeschwindigkeit gerade optimal ist. Wird sie jedoch rot oder gelb, sollte man schnell die Geschwindigkeit drosseln, da man sonst entweder die Kurve nicht kriegt oder sich selbst vom Bike schmeißt, wenn man nun zu stark eine Biegung wagt. Außerdem ist es ebenfalls möglich bei Fehlern die Zeit einfach etwas zurück zu drehen. Wer also sein Rad auf den Asphalt legt, kann kurzerhand sein Missgeschick ungeschehen machen. Das hört sich nach Schummeln an, tatsächlich ist es aber schon schwer genug den ersten Platz zu erreichen, ohne dass man sich einen Unfall leistet. Wer einmal oder sogar zweimal vom Bike fliegt, beendet damit seine Siegeschancen endgültig. Selbstverständlich sind diese „Spielehilfen“ dynamisch verstellbar. Wie oft darf man die Zeit während einem Rennen zurückdrehen? Unendlich? Oder limitiert man die Möglichkeit auf fünf mal? Oder nur zweimal? Wer es wirklich Hardcore und möglichst realistisch will, der verzichtet auf Ideallinie, Zeitrückkehr und schaltet den Helmview-Modus auf seinem Bike an. Alle anderen müssen sich ob ihrer kleinen Spielehilfen nicht schämen, wer schließlich das erste mal auf einem Fahrrad saß, hatte auch Stützräder drauf.

Fazit: MotoGP13 macht einen erstaunlichen und sehr liebevollen Eindruck. Als Streckeneinleitung gibt es beispielsweise immer kleine Videos, die die reale Umgebung vor Ort zeigen, während kleine Infotexte etwas über die Geschichte der jeweiligen Rennstrecke erzählen. Fährt man ein Rennen aus der Sicht des Fahrers, erklingen die Motorgeräusche durch den dicken Helm deutlich stumpfer und gedämpfter, um den Eindruck zu verstärken, dass der Spieler wirklich auf dem Rad sitzt. Nicht zu verschweigen, dass es sich bei allen Fahrern, Strecken und Wagen auch um lizensierte Umsetzungen realer Vorbilder handelt und das auch noch aus der aktuellen Saison. Alles das zeigt deutlich, dass die MotoGP-Reihe Milestone sehr am Herzen liegt. Ob die Umsetzung aber am Ende gelungen ist, lässt sich jetzt noch schwer sagen, allerdings dürfte es jetzt schon sicher sein, dass MotoGP13 die Sonntagsfahrer von den Rennspielprofis trennen wird. Trotz Spielhilfen wird der Einstieg für Neulinge sicher nicht ganz einfach, aber umso entlohnender, wenn man sich durch die Lernkurve durchbeißt. Richtige Rennspielfans können jedenfalls mit Sicherheit sehr gespannt sein. MotoGP13 erscheint noch 2013 für die Xbox 360, PlayStation 3, PC und PlayStation Vita.


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