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PSP Go: Weniger für mehr Geld

Wohin im Markt steuert Sony mit der PSP Go? Wir analysieren die Informationen.

Montag, 17. August 2009 um 14:43 von tkx

PSP Go: Weniger für mehr Geld



Wir leben in aufregenden Zeiten: Klimawandel, Rezession, historische Umfragetiefs kurz vor der Bundestagswahl und Quereinsteiger Apple im Games Business. Bei dermaßen viel Informationsflut müssen wir versuchen unseren Blick wieder für das wesentliche zu schärfen: Die alten Player im Gamessegment.
Konzentrieren wir uns auf Sony und die Neuvorstellung der PSP Go auf der E3.
Jack Tretton bezeichnete die PSP Go als "worst kept secret" der Gamesindustrie, und die Vorstellung der PSP Go "schockte" eigentlich niemanden mehr, bis auf eine Kleinigkeit, auf die ich später zu sprechen kommen werde.

Wie wir alle wissen, wird die PSP kein UMD Laufwerk mehr besitzen und auch von der Form her etwas kleiner als die jetzige PSP sein. Das Gerät setzt komplett auf Downloads und bietet einen internen 16GB Flashspeicher an, der wohl für einige Spiele reichen sollte. Darüber hinaus haben die Sony Ingenieure der PSP Go ein Bluetooth-Modul spendiert und erlauben somit, dass man Headsets und andere Bluetooth-Geräte mit der Go benutzen kann.

Positionieren will Sony die PSP Go für die "Tech Enthusiasts", also einer Gruppe von Menschen, die gerne die neusten technischen Geräte besitzen und kaufen wollen, was aber mehr als Ausrede für den hohen Preis von 249,- EUR dienen soll. Der Preis ist in Anbetracht der alten PSP, die ein UMD Laufwerk und sonst technisch kaum weniger als die PSP Go zu bieten hat, ungerechtfertigt und verursachte mehr als nur ein vereinzeltes Stirnrunzeln bei der Präsentation auf der E3 2009.

Sony versucht mit dem Preis die eigenen Verluste im Bereich der PS3 abzumildern, verdammt die PSP Go aber gleichzeitig dadurch in eine Nische, über die sich Sony anscheinend selbst im klaren ist, weil sie die alte PSP weiterhin für einen niedrigeren Preis anbieten werden.

Aber nicht nur der Preis ist ein Problem für die PSP Go, auch die Spiele selbst. Oftmals wurde die PSP als "Portstation Portable" kritisiert, die nur lieblose Portierungen bereits bekannter Spiele bekam. Dieses Problem blieb in den Anfangsjahren der Plattform bestehen, änderte sich aber etwas im letzten Jahr. Komplette Neuentwicklungen für die PSP sind inzwischen zwar vorhanden, aber die Anzahl der Neuveröffentlichungen reichen den Gamern und auch Sony immer noch nicht aus.

Der Apple-Faktor



Apple hat derweil mit seiner iPhone Plattform einen Guerillakrieg gegen Sony und Nintendo angezettelt, denn der AppStore und das iPhone haben die beiden Handheldplatzhirsche kalt erwischt und die Reaktionen der beiden lassen z.T. auf sich warten.

Mit dem Launch der PSP Go demnächst will Sony mehr Entwickler für seine nicht mehr ganz so frische Plattform gewinnen und es dem AppStore gleichtun. Der erste Schritt bestand darin, dass man die Kosten für die Dev-Kits um bis zu 80% gesenkt hat. Gleichzeitig will man, und da schielt Sony umso mehr auf den AppStore, Entwicklern die Möglichkeit geben, Spiele für kleines Geld im Bereich von 1-5 EUR zum Download anzubieten. Aber im AppStore werden Spiele von Hobbyentwicklern produziert, die sich die 79,- EUR, die Apple zum Entwickeln auf dem iPhone verlangt, leisten können; Sonys PSP Dev-Kits sind nach der Preissenkung um 80% immer noch mit über 1000,- EUR deutlich teuer und somit beileibe kein Schnäppchen. Aber auch die Lizenzkosten bei Veröffentlichung sind hoch: Anscheinend sind die 30% die Apple von den Einnahmen den iPhone-Entwicklern abknöpft (aber dafür sämtliche Downloads, Geldtransaktionen, Transfervolumina usw übernimmt) ein guter Deal. Bei Sony, Nintendo und Co. scheinen die Lizenzgebühren sehr viel höher zu sein. Auch hier will Sony ansetzen und mit einem 30%-Lizenzkosten Modell genauso attraktiv wie der AppStore werden.

Aber das sind nicht die einzigen Problem für Sony. Die PSP Plattform ist nicht so attraktiv wie die des iPhones, denn sie erreicht nicht dieselbe divergente Demographie. Der App Store ist ein Wolf im Schafspelz: Unbedarfte Kunden, die eigentlich das iPhone nur wegen der Touchbedienung, der Telefonie und dem iPod für Musik gekauft haben, surfen auf einmal im AppStore, laden Spiele, Anwendungen und andere Apps.
Sony versucht ganz aggressiv nun auch Entwickler für diese Plattform zu begeistern, aber steht sich wieder selbst im Weg: Durch den viel zu hohen Einstiegspreis der PSP Go wird der Kreis der möglichen Kunden für Hobbyentwickler und auch Independent Entwickler sehr überschaubar sein - die alte PSP wird weiterhin angeboten und somit wird sich nur sehr langsam die PSP Go, wenn überhaupt, im Markt in nennenswerten Stückzahlen verkaufen. Ganz anders beim iPhone: Durch die Bindung an (teure) Mobilfunkverträge sind die Geräte subventioniert, ersetzen aber gleichzeitig das Telefon, was die Leute eher bereit sind zu tun.
Sonys PSP Go kann aber nicht das Telefon ersetzen, sondern das Gerät ist ein zusätzliches, weiteres Gerät, das man mit sich herumschleppen muss. Auch wenn Sony die Go sehr gerne gegen das iPhone oder iPod Touch platzieren würde, sind sie dennoch zu unterschiedlich. Eher noch könnte die Go im Bereich des iPod Touchs wildern, aber nicht die gesamte Plattform angreifen.

Sony sollte die PSP Go nicht als Cashcow für ihre Finanzprobleme missbrauchen, sondern einen aggressiven Preis festlegen, der auch bestehende Kunden dazu bewegt, sich die neue PSP Go zu kaufen. Ein Maximalpreis von 199,- EUR wären angemessen gewesen und man hätte sie noch durch das hinzufügen des Bluetoothmoduls, dem internen Speicher und der Neuheit des Geräts verkaufen können. Mit den 249,- EUR erreicht die PSP Go aber wieder einen Preisbereich, der Normalbenutzern Bauchschmerzen verursacht und auch im Anbetracht der weltweiten Rezession nicht gerade für Freudensprünge sorgt.



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