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PSP Go Review: Sexy mit vielen Einschränkungen

Wir haben das Update der PSP einem näheren Test unterzogen und sagen euch, was wir von der neuen Hardware halten

Samstag, 03. Oktober 2009 um 18:32 von tkx

Die Hardware



Da ist sie nun, die PSP Go. Wie ihr auf den Bildern in unserer Galerie sehen könnt, ist sie schon ein wahres Schmuckstück und kaum größer als ein iPhone. Nur von der Dicke her ist das Gerät etwas massiger und beult die Hosentasche damit ein wenig mehr aus als das Apple Gadget. Dennoch bleibt die Go angenehm leicht und man denkt, man würde ein Handy mit sich herumtragen. Das Plastik der PSP Go fühlt sich weniger "massiv" an als dass des iPhone 3G/S, gleichzeitig ist es aber ein Fingerabdruckmagnet wie das der ersten PSP.
Von der Verarbeitung fühlt sich die Go gut an, aber das schwarze Plastik hätte von der Haptik ruhig etwas wertiger sein können, so wirkt sie leider etwas billig. Auf der Vorderseite der Go entdeckt man schnell die neue BlueTooth Kontrollleuchte und auch die PS Taste, die auf der linken Seite der Gehäusefront eingelassen wurde.
Der Slidemechanismus hingegen ist eine wahre Freude, wirkt er richtig massiv mit einem guten Druckpunkt und das anschliessende "einrasten" an der Endposition hört sich auch sehr vorzüglich an. Offen sieht die PSP überraschend edel aus, da die eingelassen Knöpfe und das Steuerkreuz durch einen gebürsteten Aluminiumkringel umrandet sind. Auch durch das bewusste Weglassen von irgendeiner Farbe auf der Frontseite, wirkt die PSP Go im geöffneten Zustand harmonisch und edel. Der Bildschirm der Go ist zwar ein wenig kleiner als die der PSP 3000, auffallen tut das aber nicht wirklich, da die Pixelzahl gleich geblieben ist. Der MemoryStick Port ist einem MemoryStick Micro Port gewichen und somit wird euer bisheriger Speicher von der PSP 3000 nicht passen. Die Lautsprecher der PSP Go sind von guter Qualität und bringen den Spielesound laut und klar rüber.
Im geschlossenen, eingeschalteten Zustand zeigt die PSP Go eine Uhr an, und wenn man die L und R Tasten gleichzeitig drückt, kann man einen Kalender einblenden lassen, in dem man mit Hilfe derselben Tasten blättern kann.
Jedesmal aber wenn die PSP zu war, vermisste man einfach, dass man sie dennoch über ein Touchinterface bedienen könnte, wie z.B. den Palm Pre oder das Nokia N97. Irgendwie neigt man einfach dazu auf den Screen zu "touchen" und zu erwarten, dass man durch den Kalender mit den Fingern blättern kann.
Der Kopfhöhrerausgang befindet sich nun an der Unterseite des Geräts neben dem proprietärem USB-Anschluss. Durch die neue Anordnung der Anschlüsse passen keine der alten Erweiterungen der PSP 3000 mehr.

Der Tester (meine Wenigkeit) ist keine kleine Person, sondern mit 1m91 bin ich schon eine größere Version der Spezies Mensch und habe auch entsprechend große Hände. War es bei der bisherigen PSP kein Problem diese zu halten und auch alle Knöpfe problemlos zu erreichen, tritt bei der PSP Go nun der "GBA-Micro-Effekt" ein: Aufgrund des geringeren Abstands der Knöpfe zueinander schieben sich die Handgelenke enger aneinander, wodurch man entweder gezwungen ist die PSP Go zwischen den Zeigefingern und Daumen zu halten, was aber zu instabilem Gameplay führt, oder aber man legt sie z.T. auf den Handinnenflächen ab, hat dadurch zwar eine stabilere Lage des Handhelds, aber dafür eine nicht ganz so bequeme Handposition. Auf jeden Fall sollte jeder der größere Pranken hat, die Go ein paar Minuten probespielen, bevor er oder sie sich für den Handheld entscheidet.
Ganz klar störend sind die zu klein geratenen Start und Select Knöpfe, die leider auch noch eingelassen und somit schwerer zu drücken sind. Der Analogstick hingegen fühlt sich auf jeden Fall besser an als der der ursprünglichen PSP.




Das "Go" Konzept



Da die PSP Go im Gegensatz zu der normalen PSP, die auch weiterhin angeboten wird, kein UMD-Laufwerk mehr besitzt, muss man sich die Software zwangsläufig aus dem Playstation Store downloaden. Nachdem wir die PSP Go ausgepackt haben und ich mich mit meinem PS3 PSN Account anmelden wollte, kam schon die erste Hürde: Ein Software-Update sei vorhanden und man müsse es vorher aufspielen. Das Spiel kennen wir ja schon von der PS3. Gesagt getan, aber was dann passierte war sehr verstörend: Das Firmwareupdate wollte solange nicht installieren, bis nicht ausreichend Energie im Akku steckte. Der Akku war halb geladen und ich musste somit knapp 1,5 Stunden warten, bis sich die PSP entschloss das Firmware-Update zu installieren.

Der Store selbst lässt sich genauso einfach bedienen wie man ihn von der PS3 her kennt und man hat auch - wenn man sich mit seinem PS3 Account einloggt, natürlich Zugriff auf die ganzen bisher getätigten Downloads. Ich hatte z.B. den PSOne Klassiker "Final Fantasy VII" gekauft und das Spiel ist mit seinen netten 1,3GB schon ein recht großer Happen. Der Download dauerte knapp 40 Minuten, da entweder das PSN lahmte - oder aber es könnte auch am lahmen Standard 802.11b WiFi Standard der Go liegen (Geschwindigkeiten: a < b < g < n, die PCs sind inzwischen beim n-Standard, das iPhone surft mit g), welches Sony immer noch unerklärlicherweise benutzt obwohl die PSP Go 250,- EUR kostet.
Und falls euch die Verbindung während des Downloads flöten geht, nun dann müsst ihr in den sauren Apfel beissen und ganz tapfer sein, denn ihr werdet den kompletten Download von vorne beginnen.
Aber als ob es nicht reichen würde, dass das Downloaden so langsam ist, dauerte auch die Installation des Spiels knappe 20 Minuten. Was aber dem ganzen die Krone aufsetzt ist aber, dass man immer noch nicht Spiele oder Demos im Hintergrund laden kann. Gerade bei einer Konsole, die auf Downloads ausgelegt ist, sollte das doch nun endlich möglich sein.

Kuriosität am Rande: Eine Demo die wir herunterladen wollten, konnte am Anfang erst einmal nicht aktiviert werden. Beim vierten Probieren startete der Download des Spiels und die Installation lief ähnlich langsam wie bei FF7 vonstatten.

Von der Spieleseite und auch der Gaminghardware hat sich nichts geändert, deshalb brauchen wir an dieser Stelle auch nicht weiter auf diese eingehen.

Sony hat sich den Ladeanschluss gespart und man kann die PSP Go über den mitgelieferten USB-zu-AC Adapter laden. Das hat natürlich einen Vorteil: Man kann die PSP Go direkt beim Überspielen von Musik oder Videos auch aufladen und spart sich so ein weiteres Kabel und den entsprechenden Kabelsalat. Aber Sony hat gleichzeitig den USB-Miniport gekillt und dafür einen proprietären Stecker eingesetzt. Dadurch sind natürlich alle Mini-USB-Kabel, die ihr vielleicht bisher benutzt oder rumfliegen habt, überflüssig geworden. Verliert ihr das mitgelieferte Kabel, so müsst ihr wohl oder übel dieses (bestimmt) teure Spezialkabel kaufen.

Dafür kann man mit dem neusten Firmwareupdate über BlueTooth sein Handy als Modem benutzen um ins Internet zu kommen. Die PSP Go ermöglicht es auch, seinen Dual Shock 3 Controller als Spielcontroller zu verwenden. Aber jetzt kommt wieder so eine Kuriosität: Da die PSP Go -keinen- Mini-USB Port mehr hat wie die PSP 3000 (die aber wiederum kein BlueTooth hat), kann man den Dual Shock 3 nur mit der PSP Go benutzen, wenn man die beiden Geräte an einer PS3 miteinander verbindet. Hah! Darauf muss man erst einmal kommen. Vielleicht will Sony damit noch ein paar mehr PS3s verkaufen? ;) Wer weiss?

Noch bedauernswerter ist der Blick auf die vorhandenen UMDs die nun vollkommen nutzlos für die PSP Go sind. Sonys Begründung, dass es "rechtlich" nicht gehen würde (wir haben in unseren News darüber berichtet), wirkt surreal und bestraft alle Fans der PSP die schon eine beachtliche Sammlung an UMDs angehäuft haben.

Ein dickes Pluspunkt hat die PSP Go: Man kann mit der PS-Taste jedes Spiel nun pausieren. Die Go speichert ein "Image" des Spiels in ihrem Speicher ab und wenn man das nächste mal das Spiel startet, kann man "Fortsetzen" wählen und spielt das Spiel an genau der Stelle ab. Gerade bei Spielen die sich nicht überall speichern lassen, ist dies ein gravierender Vorteil. Wahrscheinlich könnte diese Funktion auch der PSP 3000 hinzugefügt werden.


Fazit



Die PSP Go hätte ein gutes Stück Hardware werden können, aber es spricht nicht vieles für die PSP Go. Auch wenn der Bildschirm wirklich gut aussieht (und weniger "schlierig" ist), auch die Knöpfe sehr schön wertig daherkommen, und generell die kleine Go sehr sexy ist, überwiegen doch die Nachteile dieses "Updates" der PSP:

- Wieso muss man als frischer Käufer der PSP Go erst ein Update auf seine neue Hardware ziehen um in den Store zu kommen? Dadurch kann man die Konsole beim besten Willen erst nach 2-3 Stunden wirklich für ein Spiel benutzen. Und die (langsame) Downloadgeschichte wird sich vor jedem größeren Spiel wiederholen.

- Es ist nicht möglich während des Downloads eines Spiels oder einer Demo etwas anderes zu machen.

- Sony baut in seinen "onlinzentrischsten" Handheld nur WiFi nach dem alten b-Standard ein, welcher die Verbindung schlecht hält und auch generell noch lahm ist - ein Standard, der 2000 en Vogue war.

- Die teuer bezahlten UMDs werden vollkommen überflüssig und es scheint nicht so zu sein, dass man sie irgendwie noch verwerten können wird.

- Der Wegfall des Mini-USB Ports birgt mehr Probleme als man zunächst annimmt. (Laden, Kabelkauf, etc.)

- Die Knöpfe obwohl schön, sind z.T. zu klein geraten, dies sollte aber jeder subjektiv für sich begutachten.

- Sony kontrolliert die Preise im PSN. Preisschlachten bei Spielen oder Sonderverkäufe wie es manchmal Händler machen, sind nicht mehr möglich. Ihr könnt euch auch nicht Spiele von euren Kumpels einfach mal ausleihen und eine Runde zocken.

- Apple hat mit dem Appstore die Preise für Spiele in vielerlei Hinsicht verdorben. Wenn man nun im PSN Spiele mit Preisen von 20,- EUR aufwärts sieht, fängt man sich an zu wundern. Ob die Minis dagegen etwas ausrichten können, wird sich zeigen.

- Habe ich schon den Preis der Go selbst erwähnt? Der Preis ist einfach ohne Worte. Für 50,- Euro mehr bekommt man eine PS3, und die kann wirklich mehr.

Aber als Abschluss möchte ich sagen: Ich halte sie dennoch gerne in den Händen, sie ist betörend - ich mag sie auch mehr als die klobige PSP 3000 davor, aber sie ist dennoch ein Produkt, welches gravierende Mängel gerade in den Punkten aufweist, in denen sie glänzen sollte.



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