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Gorn by the Wind - The Wrath of Trip

Vorsicht Satire ! Warum das neue Star Trek Spiel wohl eher Into Lameness ist und den Autor fast zum verzweifeln brachte.

Mittwoch, 08. Mai 2013 um 16:54 von trip

Star Trek und Videospiele ist immer so eine Sache. Für die einen die Erfüllung feuchter Nerdträume und für die anderen sinnloser Lizenzmüll, welcher nur seltenst auch Nicht-Trekkies vor den Bildschirm locken kann. Das dachte sich auch Entwickler Digital Extremes, welcher uns zuvor mit Titel wie The Darkness II, Bioshock 2 und Dark Sector beschenkte. Basierend auf einem Skript von 2 der 3 apokalyptischen Reiter, namentlich Robert Orci und Alex Kurtzman , soll Star Trek The Videogame den Spieler in Galaxien vordringen lassen (?) , wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Da es sich bei den beiden Herrschaften um äußerst begnadete Autoren handelt (Transformers 1, Transformers 2 und Transformers 3), dachte sich wohl der sich der Vize-Präsident von Paramount Pictures Brian Miller: “Kombinieren wir einen hippen Film aus dem Jahr 2009 mit dem Spielprinzip von Dead Space und verheizen wir das Ganze als offizielle Vorgeschichte der Filmfortsetzung. Gentleman I smell money.”

Ob das über die Qualität des Spiels aussagt? Ich möchte ganz ehrlich sein. Star Trek The Videogame ist schlecht. Ich mag viele schlechte Spiele in meinem Leben gespielt haben, aber ich kann mich an keinen Titel erinnern, denn ich so ungern durchspielen musste. Aus diesem Grund habe ich mich auch beim Schreiben dieser Zeilen für Folgendes entschieden: Ich verweigere mich der Bewertung.

Stattdessen zeige ich Euch einfach ein paar Ausschnitte aus 8 wunderschönen Stunden, die ich gerne vom Entwickler wieder ersetzt hätte. Das folgende Geschriebene stellt nur meine persönliche Meinung da, und falls jemand mit meinem Schreibstil nicht klar kommen sollte ... Who cares, schließlich bin ich die Zielgruppe, die letztlich so doof war, 60 Euro für dieses Meisterwerk auszugeben. Aber ich sehe alles mit Humor und das so sehr, dass ich schon wieder weinen könnte.

Once upon a time in Gorn occupied New Vulcan ...



Die Geschichte unseres kleinen Abenteuers beginnt wie immer an Bord des Flaggschiffs der Sternenflotte, der USS Enterprise. Captain Kirk macht sich nach wie vor Gedanken, warum er als Kadett im letzten Film schlappe 4 Ränge zum Captain der Enterprise aufsteigen konnte, ohne auch nur ansatzweise dafür qualifiziert zu sein. Doch genug von diesem Logikgewäsch, schließlich empfängt die Enterprise (die zufälligerweise mal wieder das einzige Schiff im Quadranten zu sein scheint) einen Notruf von einer vulkanischen Wissenschaftsstation. Da aber Captain Kirk viel zu cool dafür ist, sorgfältig ausgebildete Sicherheitsoffiziere ihren Job machen zu lassen, entscheidet sich unser Führungsoffizier mit den vielen Jahren Berufspraxis mit seinem 1.Offizier Spock mal eben einfach rüber zu beamen und nachzusehen, ob jemand das Licht angelassen hat ... Moment das mag jetzt etwas nerdig klingen aber wie lautet noch mal das Zitat aus dem Film?

“Well, congratulations, Jim. We've got no captain and no god-damned first officer to replace him.”

Schwamm drüber, auf jeden Fall ist Captain Kirk viel zu cool dafür sich an irgendwelche Regel zu halten, Regeln, die zur Erhaltung von Menschenleben eingeführt worden sind. Doch Schock schwere Not! Die Raumstation der Vulkanier ist von den widerlichen Gorn, einer reptilartigen Spezies aus einer anderen Galaxie angegriffen worden.“Die stammen doch eigentlich aus der Milchstraße? .... Scotty soll die Datenbank checken” murmelte unser tougher Captain. ”Spock hier stimmt was nicht, ich verlauf mich ständig, weil mir das Spiel trotz eingeschaltem Tutorial nicht erklärt was ich machen soll. Wir brauchen da eine Energiezelle aus dem Labor um die Tür zu öffnen ...öhmmm...Spock ?” In diesem Moment merke ich das die KI mal wieder einen Aussetzer hatte und schlappe 90 Meter am Anfang des Levels auf mich wartet. Schwamm drüber, nach 20 Minuten völlig ahnungslos durchs Level rennen starte ich den Abschnitt einfach neu. Danke du dämlicher Savepoint, muss ich mich halt wieder durch ein Gefühltes Platon Gorn schnetzeln. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Gorn rein gar nichts mit den Gorn aus Raumschiff Enterprise zu tun haben? “Captain sind dir schon die Vulkanier mit den Echsenaugen aufgefallen? Wir sollten wohl doch unsere sehr gut ausgebildeten Sicherheitsleute zur Unterstützung holen!”

Aber unser cooler Captain Kirk ist viel zu beschäftigt mit der Tatsache, dass sich da eine Luke an der Decke befindet, mit der wir endlich eine für uns wichtige Energiezelle gelangen. Das Spiel gibt absolut keine Hinweise, da man genau da rauf klettern muss, um weiter zu kommen. Und ich schwöre bei Gott, hätte ich diese Luke nicht durch reinen Zufall entdeckt, wäre mein Controller nun Teil meines Bildschirms geworden ... verdammt noch mal. Aber da Spock auch so ein pfiffiges Kerlchen ist, grunzt dieser so gleich: “Hey Aknegraben, altes Haus. Du im Übrigen mein Mentor [INSERT NAME HERE] und seine rattenscharfe Tochter [INSERT NAME HERE] mit der ich natürlich nur eine platonische Freundschaft pflege bauen hier eventuell eine neuartige Energiequelle für unser vom Aussterben bedrohtes Volk, die völlig instabil ist und in den falschen Händen risse im Raum-Zeitgefüge verursachen kann.” Und ihr entwickelt das in unmittelbarer Nähe zu eurer neuen Heimatwelt, weil ...? Wer hat noch mal das Skript für dieses Spiel geschrieben? Aber unseren Captain fällt dazu auch noch was Cooles ein : “Spock....Da wir ja nicht zu deiner rattenscharfen Freundin kommen, sollten wir nicht nach einer weniger tödlichen Alternativroute suchen, sondern uns unsere Raumanzüge schnappen, nach draußen an die frische Luft gehen und ein bisschen an der Raumstation herum klettern.”- während eines ultra-miesen Sonnensturms.

Nach ein paar Minuten finden wir natürlich Spocks Sandkastenfreundin und nach einer äußerst qualifizierenden Landung unseres Shuttles (Totalschaden) durch unseren Steuermann Lt.Sulu befinden wir uns endlich wieder an Bord der Enterprise. Vulkan-Barbie bittet uns, ganz schnell nach New Vulcan zu fliegen. Nachdem nach wie vor keiner die ernst zu nehmende Frage stellt: “Warum parkt ihr noch mal eine potenzielle Weltuntergangsmaschine in direkter Nachbarschaft zum letzten Zufluchtsort eures Volkes?”; beamen wir gleich auf die Oberfläche ... und das erneut ohne jegliche Unterstützung durch ausgebildetes Personal. Natürlich passiert genau das, was passieren muss, die Gorn haben es natürlich auf diese unheimlich gefährliche Energiequelle abgesehen und entführen natürlich Vulkan-Barbie und Vulkan-Vadder direkt vor unseren Augen. Natürlich ist Spock dank seiner vulkanischen Herkunft völlig rational und denkt sich spontan, wie cool doch das Ganze aussehen würde, wenn er in ganzer Shatner-manier während des Beamens einen Gorn anspringen würde. Die Theorie wird so gleich in die Tat umgesetzt und kostet der Enterprise nur 30 Mann, als die Riesenechse einen kleinen Ausflug durch das Schiff unternimmt. Unser Captain lobt seinen ersten Offizier sogleich mit “Gut gemacht, Schwachkopf. Hätte von mir sein können.”Aber nun zu etwas ganz anderem, schließlich ist der Lack an der Außenhülle der Enterprise noch ohne Kratzer und dass soll ja schließlich nicht so bleiben. Und letztlich besteht ja die Hoffnung das wenigstens durch eine bevorstehende Raumschlacht das Spiel etwas aufgelockert wird. “Hey Sulu, alter Degenschwinger. Ich hab da einen kleinen Zwist mit der Versicherung am Laufen, also wäre es verdammt cool, wenn du anfliegenden Torpedos und Jägern einfach nicht ausweichst. Ich schieße in der Zwischenzeit per Handsteuerung auf die Gorn. Moment, war ich an dem Tag der Taktikausbildung nicht bei dieser Orionschecke?”, murmelte unser strahlender Captain. Und genauso spielt sich dieser Abschnitt und dank eines ungenauen Tutorials hat man absolut keine Ahnung, was das Spiel eigentlich von einem will. Dafür gibt beim richtig anstellen (bei mir waren es 5 Versuche beim Schwierigkeitsgrad Easy) völlig sinnlose wie auch stellenweise ganz gut inszenierte Shaky Cam Szenen. Captain Kirks Versicherungsbetrug scheint erfolgreich zu sein, das Schiff ist schwer beschädigt und das Mutterschiff ist mit Vulkan-Vadder an Bord natürlich?.in den Raum-Zeitriss.

Aber hey ... In der Nähe befindet sich zufälligerweise eine Raumstation der Sternenflotte und da können wir uns Hilfe holen. Und dort treffen wir zugleich die sympathischste Figur des gesamten Spiels, nämlich Commodore “I´am so Bad” Daniels. Denn der schnöde Komandant hält überhaupt nichts von unserem ultra-toughen Captain Kirk und disst ständig. Und Kirk so:” Ey pass auf, ich kann dich nicht leiden und deine klischeehafte militante Art und so. Du Arsch.” Und Daniels kontert:” Ey Kirk, ich bin im Sternenghetto aufgewachsen. Du Opfer bist nur Captain, weil dein Papi ein Held war ... Digger.” Und ich so ... Moment das ist ein verdammt gutes Argument. Er bringt es genau genommen sogar auf den Punkt. Aber wer die Wahrheit spricht, stirbt bekanntlich schnell.

Durch einen äußerst unwahrscheinlichen Zufall parken die Gorn ihre Invasionsflotte mal eben kurz vor der Raumstation, sodass sich der krisengeprüfte Commodore Daniels natürlich verpflichtet fühlt, auf Kosten seiner eigenen Besatzung das letzte Shuttle zur Flucht zu nutzen.

Ich mag ihn einfach :-)♥

Da leider die Waffen der Station nicht richtig funktionieren und der TÜV im Weltraum montags Ruhetag hat, kostet das vielen Tapferen Crewmen das Leben. Crewman, die fast alle das gleiche Gesicht haben und zu 99 % Prozent nur aus Männern bestehen. Aja die Frau gehört schließlich zu Hause an den Replikator. In dem Chaos fällt unserem Captain nur eins ein, um aus dieser tödlichen Situation wieder raus zukommen: “Hey Spock, altes Segelohr. Komm lass uns unsere Raumanzüge anziehen und nach draußen an die frische Luft gehen. Ich brauche nur eine Schachtel Kippen.”


Und da ist der Punkt für mich als Fan erreicht, wo ich einfach aufgebe.Waren die ersten Kapitel einigermaßen noch zu ertragen, änderte sich dies von einem auf den anderen Moment. Ich war es einfach leid, dieselbe Gameplay-Mechanik rauf und runter abzuspielen. Der Frust hatte mich dazu veranlasst einfach durch die Level durchzurennen und auf einen schnellen Abspann zu hoffen, denn falls ihr´s noch nicht vergessen habt: Star Trek The Videogame ist das offizielle Prequel zu Into Darkness. Und diese 3 Sätze, welche nach dem Abspann mal so eben runtergerattert werden und somit die Verbindung zur Filmfortsetzung darstellen sollen, sind keinerlei Ansporn genau 60 Euro für diesen Titel aus zugeben.

Oh my ...



Das Problem bei dem Spiel ist Folgendes: Man merkt, das es vor 4 Jahren erscheinen hätte sollen. Die Grafik ist, nennen wir es mal einfach zweckmäßig. Die Idee hinter dem Gameplay mag ganz nett sein, aber die Entwickler hätten sich einfach mal für 3 Tage Dead Space aus der Videothek ausleihen sollen und lernen, wie man es vielleicht besser macht. Digital Extremes hat eigentlich ganz ordentliche Programmierer, Bioshock 2 und The Darkness II zeugen ja von Talent, aber woran scheitert es ? Zu hochgesteckte Ziele ?Geldmangel oder Druck durch den Publisher ?
Sheldon Carter, seines Zeichens Creative Director von Digital Extremes beschrieb das Spiel als eine Mischung aus Metroid Prime und Uncharted, gesehen habe ich davon vielleicht kleinste Spurenelemente.

Selbst wenn man die nervigen Kletterpassagen als Erbe von Uncharted gerade so durchgehen lassen sollte, ist es nichts, womit ich persönlich auf der Packungsrückseite werben würde. Zugegeben, die Figuren sehen nicht nur aus wie ihre Vorbilder, sondern wurden auch von ihren Ebenbildern gut vertont, und auch der Soundtrack ist aller erste Sahne.Mehr Positives gibt es auch nicht über dieses Meisterwerk zu sagen, was uns gleich zu einer guten Frage bringt:


Wie bewerten wir das Spiel überhaupt?

Das ist etwas, mit dem ich mich die letzten Tage intensiv beschäftigt habe. Und so kommt es, dass ich gerne mal bei unseren Kolleginnen und Kollegen der anderen Onlinemagazinen schaue, wie der jeweilige Titel dort abgeschnitten hat, was sie bemängeln und loben und ob sich das Ganze mit meinen Erfahrungen deckt.

Ich finde, dass die meisten Magazine mit ihren Reviews zu Star Trek The Videogame in vielen Bereichen zu gütig mit ihren Bewertungen sind. Die Kritiker mögen zwar behaupten, dass ich als Fan nicht objektiv über das Spiel urteilen kann, aber letztlich ist das kompletter Bullshit. Der Publisher kalkuliert damit, dass ich als doofer Kunde neben den 12,50 Euro an der Kinokasse auch bereit bin, für Lizenzprodukte ein Haufen Geld auszugeben. Denn spätestens, wenn im Film so unwahrscheinlich es auch sein mag, der Satz fällt, “ Hey Kirk, alter Schürzenjäger. A zünftige Gaudi ham wir mit den Gorn letzte Woche g´habt gell ?” wird für viele Fans im Kino der alte Futurama Leitsatz lauten: Shut up and take my money.

Unfassbar, so etwas Unfertiges und zugleich mit so viel vergeudetem Potenzial zeitlich so nahe an den Release von Into Darkness zu veröffentlichen und zeigt letztlich nur eins: Geldgier kann ein Franchise irreparabel beschädigen.
Alleine durch dieses Spiel sind meine Erwartungen an den neuen Film enorm gesunken. Das sagt ein Trekkie, der mit seiner Freundin in der ersten deutschen Preview am 08.05.2013 sitzen wird. Und gerade Sie merkt die letzten Tage, dass ich eigentlich keine große Lust mehr dazu verspüre. Dementsprechend richte ich auch die letzten Worte dieses Reviews nicht euch, sondern den Publishern und Entwicklern, sowie PR-Leuten, die auch öfters mal Consolewars.de vorbei schauen, um zu sehen, wie wir uns mit ihren Werken auseinandersetzen. Und da könnt ihr mich gerne zitieren:

Ich lasse mich als Kunde gerne verarschen. Ich will aber das man sich wenigstens dabei Mühe gibt.


Fazit:

Unfertig, seelenlos und für viele Fans ein Schlag ins Gesicht. Star Trek The Videogame ist der fleischgewordene Albtraum, der zeigt, dass man selbst die hartgesottensten Trekkies vergraulen kann. Schlechter Plot, unausgereiftes Gameplay, eine desaströse Technik und viel schlecht Geklautes ist bei einem guten Entwickler unentschuldbar.
Der Titel zeigt auf beängstigende Art und weise, wie gut wohl dank der Schließung von LucasArts kommende STAR WARS Spiele aus dem Hause Disney werden könnte. Für Causals noch gerade so unterhaltsam, für Fans ein weiterer Grund sich als Trekkie zu schämen.



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