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Die kosmische Konstante [4] - Das Zusammenleben Außerirdischer in Mass Effect

Der Traum der Menschheit ist wahr - in diesem Spiel

Sonntag, 13. September 2009 um 22:02 von Yggdrasill

Das Zusammenleben außerirdischer Kulturen in Mass Effect


Bereits der verstorbene Astronom, SETI-Initiator und NASA-Berater Carl Sagan träumte in vielen seiner Bücher von der friedlichen Koexistenz außerirdischer Kulturen.

In seinem Buch 'Contact', in welchem Aliens die Erde anfunken, weil sie die ersten Fernsehausstrahlungen der Menschheit empfingen, erschafft der Moderator der astronomisch angehauchten Dokumentationsserie 'Unser Kosmos' ein Szenario, nach welchem die Galaxis und andere galaktische Orte darüber hinaus geradezu von Leben überbevölkert sind. Diese überaus positive Sichtweise korrelierte heftigst mit der anderer Wissenschaftler, die die Entstehungsmöglichkeiten für Leben in anderen Sonnensystemen für gering halten... oder die behaupten, wir, die Menschheit, wären der kosmische Durchschnitt.

Oder, entdeckten wir Leben auf anderen Planeten, wäre dies Aussagen Harald Leschs etwa nur grüner Schleim und nicht mehr als einzellige Existenzen.


Die Grand Central Station Sagans ist etwas größer...



Doch wie außerirdisches Leben auch aussehen mag, wie das Verhalten und die Kultur einer völlig anderen Existenz wäre: In der Science Fiction, allem voran in Spielen, ist das menschliche Leben bereits über den Punkt des 'Nur Hörens, nicht Kommunizierens' hinaus: Es thematisiert das Leben der Außerirdischen, es beschreibt deren Leben mit uns selbst.

So auch Mass Effect, welches das harmonische Zusammenleben gleich mehrerer extrasolarer Kulturen zelebriert.


Die Physik überwinden durch den Masseneffekt

Mass Effect beschreibt, um es kurz zu fassen, den technologischen Fortschritt der Menschheit durch einen gefundenen Monolithen einer außerirdischen Kultur auf dem Mars, der den Masseneffekt (welcher vergleichbar mit dem aus Stargate bekannten Hyperraum oder dem Warpantrieb aus Star Trek ist), das Reisen mit unglaublichen Geschwindigkeiten, ermöglicht.

Dadurch wird nicht nur das Erkunden fernster Regionen möglich, sondern auch der Kontakt mit den Außerirdischen; die Menschheit, die hier gezeigt wird, ist seit fortgeschritten, befinden wir uns doch im Jahr 2183 irdischer Zeitrechnung.

Friedlich und äußerst demokratisch regieren die diversen Lebewesen in der politischen Machtzentrale, der Citadel, welche von einer ominösen anderen, nicht in der Koexistenz befindlichen Rasse namens Reaper erbaut wurde. Die dort lebenden Wesen haben die unterschiedlichsten Eigenschaften: Neben den Menschen gibt es die einfühlsamen Asari, die geduldigen Elcor, die handelnden Hanar, die kriegerischen Kroganer, die nomadischen Quarianer, die technisch begabten Salarianer, die ehrbaren Turianer und die wirtschaftlich veranlagten Volus.

Diese Rassen stehen einem großen Problem gegenüber: Als Kommandeur eines gemischtplanetaren Trecks entdeckt Kommendant Shepard ein Artefakt der bereits vor langem ausgestorbenen Spezies der Protheaner, welche quasi der Grund sind, wegen derer alle im Spiel gezeigten Gesellschaften die Grenzen ihres Sonnensystems überwinden konnten, denn sie haben überall Monumente hinterlassen; ihrer Ansicht nach würde eine intelligente Rasse die Technologie verstehen und diese nützen können, um den bereits angesprochenen Masseneffekt zu nutzen, mit dem sich die Lichtgeschwindigkeit übertreten lässt.

Im weiteren Verlauf des Spiels erfährt der geneigte Zocker, dass die Citadel von den Reapern erbaut wurde und eigentlich ein Portal ist, durch das diese ab und zu kommen und in einem Genozid galaktischen Ausmaßes die höher entwickelten Völker vernichten. Dieser Vorgang wiederholt sich immer, wenn sich dort genügend intelligente Lebensformen versammelt haben.


Die Menschen haben eine Menge zu tun...



Wie bereits im letzten Eintrag beschrieben ist es nichts Neues, dass menschliche Eigenschaften auf fiktive Außerirdische übertragen werden: Dies geschieht nicht nur mit dem irdischen Antagonismus, sondern mit allem anderen, dessen wir Menschen nicht materiell habhaft werden können: Unseren Eigenschaften, unseren Emotionen.

Gegenüber dieses kleinkarierten Transaktionsprozesses befindet sich allerdings ein Szenario, welches Spieler auf aller Welt zum Träumen brachte: Wahrhaft kosmische Ausblicke, kombiniert mit einem interessanten und gut durchdachten Gameplay-Mix ließen das Spiel einigermaßen erfolgreich über die Ladentheken gehen.


Menschen in Kostümen?

Während allerdings das Zusammenleben der verschiedenen Zivilisationen an sich unter gewissen Gesichtspunkten logisch erscheint (intelligente Rassen, die es geschafft haben, über gigantische interstellare Distanzen zu reisen, bringen es ebenso fertig, trotz der Verschiedenheit ihrer Kulturen, ihres Aussehens, ihres Verhaltens, usw., friedlich miteinander auszukommen, ohne sich wie Lebensformen zu verhalten, die gerade den Tümpel der Ursuppe verlassen haben), so ist doch deren Gestaltung seitens der Entwickler von allerhöchster Unkreativität und Einfallslosigkeit geprägt:

Mass Effect ist hinsichtlich dieses Fakts nichts weiter als die Zuschaustellung alternativer hominider Formen. So hat eine Rasse etwa eine alternative Form des Kopfes, eine andere pechschwarze Augen... diese unterscheiden sich nicht in der Körperstatur voneinander (zum Leid der allgemeinen Vielfalt, die es eigentlich in der SciFi geben sollte) und könnten auch Menschen in einem Kostüm sein; hier wurde viel Potenzial verschenkt.


Hier scheint der Mensch im Alien deutlicher durch als der Mensch im Menschen



Nichtsdestotrotz, das Gebaren der Außerirdischen (z. B. Citadel als Zentrale), respektive der Menschheit, zeugt von etwas, dass man durchaus als interstellares 'Über den Tellerrand gucken' bezeichnen könnte; es wirkt wie eine Utopie, wie ein Wunsch, den man sich herbeisehnt, der die Sehnsucht nach dem friedlichen Zusammenleben der Menschheit als Ganzes ausdrückt. Zutiefst poetisch, wie dieser ist, wird er auch zum Ausdruck gebracht: Viele Rassen halten kollegial zusammen... immerhin verbindet sie das Gemeinsame, das Leben auf Kohlenstoffbasis, die Exegese aus dem Urtümpel, das Streben des Lebens nach Zielen, die in kosmischer Weite in den Tiefen des Weltalls liegen.

Sie streben nach Kommunikation untereinander, nach der Beseitigung physikalischer Grenzen, nach dem Beweis, nicht die einzige intelligente Spezies in diesem trostlosen, schwarzen und nur gelegentlich von Lichtbrocken durchzogenen Universum zu sein.


Beeinflussung durch 'Contact'?

In vielen Bereichen ähnelt Mass Effect dem von Carl Sagan propagierten großen 'Verkehrsknotenpunkt der Zivilisationen', oder, wie es im Buch 'Contact' passend ausgedrückt wird: 'The Grand Central Station'.

Diese ist mit einem großen Bahnhof vergleichbar, in welchem jede Zivilisation ihr eigenes 'Gleis' in Form eines Wurmlochs besitzt; sobald eine Gesellschaft in die Kontaktphase eintritt, d.h. die Fähigkeit, mittels Radioastronomie zu kommunizieren, inne hat, sendet man ihnen einen Bauplan einer Maschine zu, mittels derer sie durch ein Wurmloch binnen weniger Minuten zu eben dieser Grand Central Station reisen kann. Jede neue Zivilisation erhält dort einen neuen Platz, sodass im Laufe der Zeit relativ viele 'Gleise' zustande kommen.


Was gäbe man nicht für einen derartigen Ausblick?



Es ist vorstellbar, dass es in Mass Effect genauso passiert... jedoch entworfen die Entwickler ein etwas realistischeres Szenario: Sie setzten die Anzahl der verschiedenen Rassen auf ein überschaubares Maß herunter. So sind es nicht einige hunderttausende wie in Sagans Roman, sondern gerade eine Handvoll Zivilisationen, welches die aktuelle Tendenz einiger Wissenschaftler widerspiegelt, in deren Theorien, die die Anzahl kommunikationsfähiger Rassen in der Milchstraße betrifft, sich die Zahl auf 1 bis 10 festlegt.


Ein Schlusswort

Mass Effect ist ein wahr gewordener Traum jedes Fans einer Space Opera: Konkurrenzfähiger und plausibler als die großen SciFi-Serien ist aus dem einen Spiel ein ganzes Universum geworden, welches noch zwei Spiele hervorbringen wird, denn Mass Effect ist als Trilogie konzipiert.

Etwas anderes wäre dem Thema, das eine gigantische Tragweite besitzt, auch unangemessen.

Mass Effect ist damit mehr als nur eine Inkarnation eines Wunsches von Nerds: Die Trilogie ist der Ausdruck der Liebe der Entwickler zum Weltall.

Es ist der Wunsch der Menschheit nach Bestätigung, nicht alleine zu sein.



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