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Das CW Verdict zu XBOX One, Wii U und PS4

Es ist soweit, die Zeit des Urteils ist da. Ihr habt euch inzwischen ein Urteil über die drei neuen Konsolen gebildet, nun ist es an der Zeit euch auch unser Urteil zu verkünden.

Donnerstag, 05. Dezember 2013 um 11:48 von tkx

Konsolen in den Himmel loben kann man als konsolenspezifische Gamingseite wie wir es sind sehr leicht und wir würden damit wohlwollende Kommentare en masse einfahren, aber das ist nicht unser Ziel. Wir möchten euch unsere unverblümte Meinung (Achtung: eine subjektive Komponente ist immer dabei!) zu den drei Konsolen vermitteln, und das werden wir machen, indem wir euch neben ihren positiven Eigenschaften auch die negativen aufzeigen. Beachtet bitte, dass dies der letzte Artikel in einer Serie von Berichten über die neuen Konsolen ist, Links zu den anderen findet ihr unten am Ende des Features um detailliertere Besprechungen zu allen Aspekten zu lesen.

Microsoft: Ein Ring um sie zu knechten…



Microsofts XBOX One hat zwar von der Optik den Charme eines VHS-Videorekorders, aber nichtsdestotrotz steckt in dem schwarzen Kasten Technik von heute. Von der Optik her heben sich Ryse und Forza deutlich von den Titeln der Vorgängergenration ab, und das obwohl diese beiden Titel zum Launch der XBOX One erschienen sind. In Zukunft, wenn die Entwickler sich weiter mit der Konsole beschäftigen und den etwas komplizierteren Speicheraufbau der One beherrschen, sind wir uns sicher, dass die Spiele noch besser aussehen werden. Die Befürchtungen, dass die XBOX One deutlich hinter der PS4 in Sachen Optik liegt, können wir zerstreuen. Klar werden einige der Titel in einer geringeren Auflösung als auf der PS4 gerendert, aber durch den integrierten Upscaler der One bekommt man im Spielgeschehen kaum etwas davon mit. (Anm.: Die Qualität des Upscalers scheint nicht bei allen Gamern gefallen zu finden, wie man aus den Kommentaren herauslesen kann)

Leider hat Microsoft sein Versprechen (noch?) nicht eingelöst. Sie haben eine Konsole produziert, die als Zentrum der Unterhaltung im Wohnzimmer dienen soll und gerade bei diesem Punkt versagt, provoziert gelinde gesagt Spott. Auch wenn sich Microsoft bisher nur auf den amerikanischen Markt konzentriert hat, kann man beobachten, dass dort die Integration im heimischen Wohnzimmer bei weitem nicht perfekt ist. Der Hersteller hat es nicht geschafft, DVRs und SetTop-Boxen sinnvoll in ein Ökosystem beherrscht von der XBOX One zu integrieren. Microsoft hätte für das „ONE“-Paradigma Partnerschaften mit den Kabelnetzbetreibern in den USA eingehen müssen und Hardwarehersteller davon überzeugen sollen, ihre womöglich neu entwickelten Software-Protokolle (per HDMI, oder Ethernet) einzusetzen. All dies wurde nicht umgesetzt - stattdessen gibt es eine Steuerung über Infrarot und das im Jahr 2013. So wie der VGA-Port an Projektoren und Laptops nicht aussterben will, wird das heterogene Chaos von mehreren inkompatiblen Geräten im Heimkino nicht aussterben. Microsoft hatte jetzt die Möglichkeit mit neuer Hardware (der XBOX One) ein Konzept vorzustellen, was für die Zukunft dem Konsumenten eine Erleichterung im Wohnzimmer bringt und die Vision mit der One umsetzt. Auch wenn diese Hardwareschnittstelle für den Start noch nicht funktioniert hätte und Microsoft viel Überzeugungsarbeit hätte leisten müssen - die One ist für mindestens 7 Jahre ausgelegt, und spätestens im dritten Jahr wäre sicherlich etwas Fahrt in die Sache gekommen.
Weiterhin negativ auffallend bei der XBOX One sind die wirklich langen Ladezeiten und Installationsdauern. Microsoft wird hoffentlich in kommmenden Patches diesen Sachverhalt verbessern, denn sogar Nintendo hat den Systemstart der Wii U in den Griff bekommen. Die XBOX One Entwickler sollte sich vom Windows Team unter die Arme greifen lassen und Verbesserungen anstreben.
Die neue Kinect erkennt den Spieler sehr viel schneller und die Latenz ist geringer; die Spracherkennung lässt aber weiterhin zu wünschen übrig. Sehr wahrscheinlich funktioniert diese im englischen besser, aber wir sind nicht von den Sprachbefehlen begeistert. Weiterhin sollte Microsoft wirklich überdenken, ob man für Basisfunktionen wie dem Internet Explorer auf der One ein Gold-Abo benötigt.

Sony: Wir haben auf euch gehört…



Sony hat bei der Entwicklung der PS4 sehr auf die Gamer gehört und viel von den Erfahrungen mit der PS3 gelernt. Die erste Lektion war natürlich der Preis, der zum Start der neuen Konsole um ein Drittel geringer war als bei der Vorgängerkonsole. Die zweite Lektion war die Hardware so einfach und stark wie nur möglich für die Programmierer zu gestalten. Manche der Launchtitel laufen auf der PS4 bereits jetzt mit einer höheren Auflösung als auf der XBOX One, also scheint sich auch diese umgesetzte Lektion für Sony gelohnt zu haben. Killzone ist im Moment das einzige Spiel, das die PS4 besonders schön aussehen lässt, auch wenn das Spiel selbst an sich zu simpel und eintönig ist. Resogun was hingegen spielerisch punkten kann, ist im Bereich der Grafik nichts besonderes und hätte auch auf der PS3 realisiert werden können. Die wahre Leistung der PS4 ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennbar, aber man kann erahnen was da noch kommen wird.

Wer gedacht hat, dass wir mit „It only does gaming“ eine positive Eigenschaft der PS4 implizieren, irrt. Mitnichten. Diese Konzentration auf Gaming ist in Ordnung, aber es heisst nicht, dass man stoisch alles andere wegrationalisieren muss. Wir Gamer brauchen auch eine Pause vom gamen, und gerne schauen wir uns in diesen Momenten ein Video an oder hören etwas Musik. Dass Sony diese Dinge nicht integriert hat oder erst später einfügen wird, stößt uns sauer auf. Wir sind uns nicht einmal sicher ob sie es überhaupt hätten nachreichen wollen, denn Shu Yoshida war in seinen Tweets über die Entrüstung der Spieler mehr als überrascht.
Wie kann man sich so etwas leisten und das ohne Grund? Man kann sich gerne auf das Gaming konzentrieren, aber Multimediabasisfunktionen die jeder billigste China Blu-Ray Player beherrscht einfach nicht (mehr) anzubieten ist gelinde gesagt eine Frechheit. Wir hoffen, dass Sonys Shu Yoshida sein Versprechen einhält und der Konsole manche dieser Funktionen nachreicht. Insbesondere wenn die inzwischen betagte PS3 all dies konnte.

Nintendo: It’s Mario! And Mario! And Mario!



Nintendo kam mit der Wii U den Konkurrenten ein Jahr zuvor und hat inzwischen Vertreter der größten Systemseller (Mario & Zelda) auf dem neuen System veröffentlicht. Die Grafik der Wii U ist vollkommen in Ordnung und beledigt moderne Fernseher nicht mehr so wie es die Wii mit ihrem wirklich schrecklichem SD-Geflimmer getan hat. Insbesondere Super Mario 3D World zeigt was Nintendo ausmacht: Spiele die einfach Spass machen. Sicherlich wird der eine oder andere sagen, dass es halt wieder nur ein Mario-Spiel sei, aber man kann behaupten, dass die Serie sich durch Neuerungen immer wieder frisch hält.

Nintendo hat zwar inzwischen viel an der Wii U verbessert und die gröbsten Kritikpunkte beseitigt (Ladezeiten!), dennoch schaffen die Jungs um Iwata es nicht, den Mehrwert durch den Second Screen (das Gamepad) zu transportieren. Bisher ist das Gamepad einfach nur da und in den meisten Fällen wird es nur als Inventarkasten oder ähnliches benutzt, was in Ordnung, aber nicht zwingend notwendig ist. Schwieriger wird es bei Spielen, die aktiv den zweiten Bildschirm zur Anzeige von weiteren Informationen nutzen: Manchmal weiss man nicht wohin man schauen muss, für schnelle, actionlastige Spiele kann man solch eine Funktion nicht gebrauchen. Als Touchquelle hätte das Konzept von Sony mit dem Dual Shock 4 vollkommen ausgereicht und wir befürchten, dass die Wii U auch in Zukunft es nicht schaffen wird, ihren Mehrwert den Spielern zu kommunizieren.


Das Urteil für die Gelassenen



Es ist zu früh, als dass man sich jetzt unbedingt eine der beiden neuen Konsolen kaufen müsste. Wir empfehlen euch zu warten, denn weder die PS4 noch die XBOX One bieten im Moment Spiele die man unbedingt haben muss. Es ist wahrscheinlich sehr viel besser wenn ihr euch im Moment Spiele für die PS3 kauft, die ihr noch nicht durchgespielt habt. Geniesst den Abendzyklus dieser Konsole mit den besten Spielen. Highlights, die es Wert sind gespielt zu werden, gab es auch in diesem Jahr in Hülle und Fülle. Der Zeitpunkt eine Entscheidung über den Kauf einer der beiden neuen Konsolen zu treffen ist im Herbst 2014, wenn manche der angekündigten Spiele veröffentlicht und neue angekündigt worden sind.


Das Urteil für die Ungeduldigen



Für die XBOX One sprechen ein mögliches Gears of War, Forza und Halo als Exklusivreihen und noch das neue Titanfall. Letzteres könnte sich zum Superkracher entwickeln. Abgesehen von den Spielen gehen wir aber nicht davon aus, dass aus Kinect noch das Ei des Kolumbus wird. Die Zeiten des Fuchtelgamings sind vorbei denn auch Nintendos Gamepad geht eher mehr in Richtung des traditionellen Gamings.
Für die PS4 spricht die stärkere Hardware, der geringere Preis und die solide Phalanx an Second-Parties die in mittelbarer Zukunft potenziell gute Spiele für das System veröffentlichen werden (Infamous: Second Son, Neues Uncharted, sehr wahrscheinlich ein weiteres Last of Us, Driveclub, The Order: 1886).
Wenn ihr auf die oben genannten XBOX One Titel verzichten könnt, dann empfehlen wir euch ohne Bedenken die PS4 als Konsole zum Kauf.
Apropros Nintendo: Ihr fragt euch sicherlich wieso wir bis jetzt noch nichts zu Nintendo gesagt haben. Ganz einfach: Wenn ihr die Wii U bis jetzt noch nicht habt, und euch die Mario Spiele (New Super Mario Bros. U / Super Mario 3D World) immer noch nicht zum Kauf gereizt haben, dann werdet ihr sicherlich auch in Zukunft nicht geneigt sein, eine Wii U zu kaufen. Alle anderen haben sehr wahrscheinlich bereits eine Wii U im Zimmer stehen und werden mit der Kombination aus PS4 und Wii U sehr glücklich werden.


Weitere Artikel in der Reihe:

- PS4 CW Review - It only does gaming
- XBOX One CW Review
- Wii U CW Review
- WAR: XBOX One gegen PS4- Rematch #1
- WAR: XBOX One gegen PS4



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