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Consolewars auf der Gamescom: Episode 3

Die letzte Episode der Gamescom-Berichte läutet sich mit einigen Highlights von EA, Konami und Capcom ein, wobei letzterer mit zwei besonders kontroversen, aber dennoch nicht weniger heiß erwarteten Spielen vor Ort war.

Mittwoch, 22. August 2012 um 14:15 von HatWolf

Willkommen zu dem dritten und letzten Teil unserer Gamescom-Berichterstattung. In Episode 1 stellten wir drei große Ubisoft-Titel und in Episode 2 die Sony Highlights vor. In der finalen Episode sehen wir uns gemischt noch Titel von EA, Konami, aber auch Capcom an, die mit Resident Evil 6 ein besonders heißes Eisen im Ofen haben. Aber auch das Devil May Cry-Reboot sorgte für eifrige Diskussionen und soll deshalb hier auch nicht unerwähnt bleiben. Bevor wir uns aber damit beschäftigen, sehen wir uns zuerst Cryteks neuen Hunter-Modus für Crysis 3 an.


Der Bogen ist eine neue Waffe im Crytek-Shooter.

Auf der Gamescom rückte Crytek vor allem ein Aspekt des dritten Teils der First Person Shooter-Reihe in den Mittelpunkt und zwar den Multiplayer. Vorgestellt wurde dieser in zwei Varianten, einmal die Absturzstelle und dann den Jäger-Modus. Die Absturzstelle ist hierbei schnell erklärt: Irgendwo auf der Karte stürzt Fracht ab und beide Teams versuchen diese zu erobern. Halten sich die Spieler in der Nähe der Absturzstelle auf, gewinnen sie Punkte für ihre Seite, doch müssen diese auch vor feindlichen Spielern verteidigen. Hilfreich sind hierbei Schilder, die an der Fracht angebracht sind und mit der sich verteidigende Spieler schützen können. Im Notfall lässt sich das Schild aber auch werfen, um nicht nur einen Feind mit der soliden Metallplatte zu erschlagen, sondern auch um die Hände wieder für eine fettere Knarre frei zu haben. Hierbei muss man nicht auf die Besonderheit von Crysis verzichten: Den Nanosuit. Serientypisch sind die Spieler wieder mit einem technologisch hochwertigen Anzug ausgerüstet, der in der Demo vorrübergehende Unsichtbarkeit oder größeren Schusswiderstand ermöglichte. Spannender als die doch sehr klassische Mehrspielervariante war der Jäger-Modus. In diesem kämpfen 14 Spieler in der Konsolen-Variante und 16 Spieler in der PC-Version gegen zwei sogenannte Jäger. Die Mehrzahl der Teilnehmer bilden die C.E.L.L.-Einheit, ein Trupp von Soldaten, die bei einem Absturz notgestrandet sind und auf eine baldige Rettung hoffen. Diese müssen auf die Nanosuit verzichten und können sich nur auf ihre Aufmerksamkeit und Waffengewalt verlassen. Die anderen beiden Spieler sind zu Anfangs die Jäger, welche durch ihre Nanosuit dauerhaft unsichtbar sind, dafür aber keine Gewehre verwenden, sondern mit einem Bogen durch die Gegend streifen. Ziel der C.E.L.L. ist es eine gewisse Zeit zu überleben, während die Jäger versuchen vor Ablauf der Zeit alle Feinde auszuschalten, ohne dabei natürlich selbst von den Soldaten überrannt zu werden. Interessant wird das Katz-und-Maus-Spiel dadurch, dass Spieler, die als C.E.L.L. das zeitliche segnen, fortan als Jäger gegen ihre vorherigen Kameraden kämpfen. Je mehr Soldaten also sterben, umso gefährlicher wird es für die restlichen Überlebenden. In dem Probespiel war dies bereits äußerst spannend, sowohl als Soldat als auch als Jäger. Während die C.E.L.L.-Mitglieder möglichst in Gruppen zusammen bleiben und per Störgranaten versuchen die Jäger ausfindig zu machen, bereiten die Jäger immer wieder Hinterhalte vor, um nach und nach ungesehen die Spieler mit ihren Pfeilen auszuschalten. Besonders auf den letzten Sekunden eines Matchs wird dies äußerst nervenaufreibend.

Technisch bleibt Crysis auch seinen Wurzeln treu und bietet eine sehr opulente Optik, die aber in hektischen Mehrspieler-Partien genretypisch etwas untergeht. Wie es im Singplayer-Modus aussehen wird, steht an der Stelle natürlich noch offen, doch zumindest verspricht Crytek hier einige interessante Multiplayer-Ideen. Bis zur Jagd muss man allerdings bis zum Frühjahr 2013 warten, erst dann soll Crysis 3 erscheinen.


Zer0 ist nur einer von vier verfügbaren Charakteren.

Zugegeben: Shooter haben einen gewaltigen Vorteil, wenn es um einen guten Eindruck geht, den man bei einer kurzen Demo-Version hinterlassen will. Der Mehrspielerpart von Crysis 3 ließ sich schnell verstehen und in kurzer Zeit eindrucksvoll demonstrieren. Umfangreiche Action-RPGs haben es dank ihrer komplexeren Spielmechanik wesentlich schwerer ihren weitläufigen Inhalt in einer kurzen Demo an den Spieler zu vermitteln. Ebenso Borderlands 2, das den Spieler mit einem vorgefertigten Level 20 Charakter mitten ins Spielgeschehen warf. In kurzer Zeit muss man ein paar Talentpunkte verteilen, die Fähigkeiten der Charakterklasse begreifen und die unterschiedlichen Waffenarten verstehen. Im Kern sollten aber Borderlands-Fans sich auch mit dem zweiten Teil zurecht finden, denn auch hier wird wieder First Person-Shooter-Mechanik mit Action-RPG vermischt und so einem stilisierten Cocktail in Comic-Optik zusammengebraut. Der Spieler wird sich zwischen vier Charakterklassen entscheiden können, die mit unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten daherkommen und fortan Erfahrungspunkte für erschossene Monster sammeln, aufleveln, Gold und Ausrüstungsgegenstände finden und Skill-Punkte auf ihre Fähigkeitsbäume verteilen. Bei unserem Anspielen hatten wir die Kontrolle über eine Art Cyborg-Ninja namens Zer0, der einen Doppelgänger von sich erschaffen konnte, um sich anschließend unsichtbar an abgelenkte Gegner schleichen zu können. Auch fand sich unter anderem ein Scharfschützengewehr in seinem Besitz wie diverse Waffen für den Schnellfeuer-Einsatz. Weder Spielmechnanik noch Grafik konnten allerdings in der Demo-Version überzeugen, da sich ersteres bisher noch zu stark nach Simpel-Ballerei anfühlte, bei der die einzige Fähigkeit des Charakters immer und immer wieder verwendet wurde, während die Optik auf dem PC durch arge Treppeneffekte negativ auffiel. Bei der kurzen Spielzeit lässt sich aber kaum auf das Gesamtbild schließen, das wohl mit einer offenen Welt viel mehr Spielmöglichkeiten anbieten will, als es die Demo zeigen konnte. Immerhin kam es zu Kämpfen gegen diverse Roboter, die sich mit rotierenden Propellern gegen Beschuss von vorne schützen, sodass der Spieler zu einer anderen Taktik greifen musste. Kleinigkeiten wie diese versprechen eventuell etwas mehr Tiefe im fertigen Spiel, wenn man dann auch genug Zeit hat die große Welt und das komplexere Spielsystem auf Herz und Nieren zu prüfen. Bis dahin muss man gar nicht so lange ausharren, denn Borderlands 2 soll schon im September für PlayStation 3, Xbox 360 und PC erscheinen.


Die Finisher gegen bestimmte Monster werden besonders in Szene gesetzt.







Ein Castlevania auf einem Nintendo Handheld-System? Das ist beileibe nichts neues, da auch der NDS mit Titel wie Order of Ecclesia, Portrait of Ruin oder Dawn of Sorrow reichlich mit Abenteuer der Vampirjäger bestückt war. Ein 3D Castlevania auf einem Nintendo Handheld? Das verlangt schon einmal nach etwas mehr Aufmerksamkeit. Wobei Konami hier etwas schummelt und sich nur von den 2D-Sprite-Animationen der alten Spiele entfernt und Mirror of Fate eine dreidimensionale Umgebung samt Figuren-Modelle spendiert. Das Spielprinzip bleibt den Handheld-Ablegern aber treu, denn auch hier wird wieder aus der Seitenansicht mit der Peitsche gegen Monster gekämpft und Dracula gejagt. Das Anspielen verriet aber eines: Eine Verwechslungsgefahr dürfte keinesfalls bestehen. Das neue portable Castlevania spielt sich deutlich dynamischer als die bekannten Action-RPGs der Reihe. Gabriel Belmont beherrscht diverse Ausweichmanöver, sowohl am Boden als auch in der Luft, die gegen in der Demo-Version auftauchende Monster notwendigerweise zum Einsatz kamen. Gutes Beispiel lieferte ein gepanzerter Ritter, der mit einem weitreichenden Morgenstern dem Vampirjäger auf die Pelle rückte. Je nachdem ob er nach dem Belmont schlug oder die Waffe gleich nach ihm warf, war ein schnelles Ausweichmanöver nach hinten oder ein rettender Sprung notwendig, nur um nach gelungenem Entgehen des Angriffs wieder möglichst nahe an den Gegner heran zu kommen, um ihn mit Peitschenhieben einzudecken. Die Analyse des Gegnerverhaltens und somit wiederkehrende Angriffsmuster erinnerte sogleich an diverse Retro 2D-Sidescroller, während die direkten und flexiblen Bewegungen der Hauptfigur eher modernen Action-Spielen glich. Die Mischung konnte bisher überzeugen und bietet Potenzial für wirklich spannende Kämpfe im fertigen Spiel, wenn die Entwickler aus diesen Eigenschaften weiterhin die Stärken ziehen. Die recht hübsch anzusehenden „Finisher“-Moves an bestimmten Gegnern taten dem jedenfalls keinen Abbruch. Die typischen 2D-Hüpfeinlagen, das Schalter drücken, Herumschwingen und Navigieren durch das dunkle Schloss spielte sich wiederum wie gewohnt. Offenbar geht man in dem Aspekt keine Experimente ein, doch dafür lässt sich darüber auch nicht meckern. Spielerisch machte es jedenfalls den Eindruck eines modernisierten 2D-Castlevanias, das bisher an den richtigen Stellen Verbesserungen ansetzte. Bleibt zu hoffen, dass dieser Eindruck bisher nicht trügt, denn immerhin könnte so dem 3DS ein durchaus spannender Titel bevorstehen.

Grafisch wirkte das Spiel dagegen noch etwas durchdrungen. Während die Seitenansicht des Spiels durchaus sehr, sehr gut aussieht, wirkten Figuren-Modelle von Nahen (wie etwa in Zwischensequenzen) noch sehr puppenhaft und leblos. Wie stark sich das auf die Gesamtoptik auswirkt, lässt sich bisher nur vermuten, da die meiste Zeit das Geschehen wie bei Sidescrollern nun mal üblich aus einer gewissen Distanz betrachtet wird. Und aus der Perspektive wirkte die Umgebung und die Figuren äußerst stimmig, wobei auch der 3D-Effekt durch die Raumtiefe vorbildlich ausgenutzt wird. Wann das Spiel erscheinen soll, ist aber leider noch unklar, doch vor 2013 ist nicht damit zu rechnen.


Alle drei Kampagnen kann man auch zu zweit spielen.

Während durch die Gamescom-Hallen immer wieder britische Zombies schlichen, die für Ubisoft den kommenden Wii U-Horror-Shooter ZombiU bewarben, präsentierte Capcom den neusten Teil der Mutter aller Zombie-Spiele: Resident Evil 6. Dieser wird von der Fangemeinde immer noch recht unterschiedlich betrachtet. Während viele Fans durchaus Gefallen an der vermehrten Action in Resident Evil 5 fanden, fehlte vielen der subtile Horror-Nervenkitzel und die traditionellen Zombies aus den alten Spielen. Capcom ist offenbar gewillt beide Fans mit dem neusten Ableger zufrieden zu stellen. Immerhin will das Spiel drei unterschiedliche Kampagnen anbieten, wobei jede auf einen anderen Spielstil wert legt. Wer sich entschließt die Kampagne mit Resident Evil 4-Held Leon S. Kennedy durchzuspielen, der bekommt zumindest ein wenig mehr Old School-Horror-Atmosphäre. In der Demo jedenfalls war er mit einer K.I.-Partnerin in dunklen Gassen und verlassenden Häusern unterwegs, die mit langsamen und traditionellen Zombies bevölkert waren. Munition wiederum war sehr spärlich verteilt, sodass unbedachtes Herumballern einen schnell wehrlos machte. Diese Eigenschaften sorgten mit dem langsamen Voranschreiten, dem ständigen Suchen nach Ressourcen und dem altbekannten Zombieverhalten durchaus zu einem nicht unbekannten Nervenkitzel, auch wenn noch die Steuerung alles andere als eingängig war. Das Zielkreuz der Waffe bewegte sich ständig umher, um das akkurate Zielen etwas zu erschweren. Was vermutlich den gefühlten Horror steigern sollte, stellte sich aber auf Dauer als äußerst nervig heraus. Auch die Nahkampfangriffe, die sich durch ein doppeltes Schultertastendrücken auslösen ließen, wirkten steif und widerspenstig, da sie entweder nicht immer den richtigen Zombie trafen oder urplötzlich keine Wirkung mehr zeigten als man sie gerade wirklich brauchte. Wer es wiederum etwas action-reicher braucht, dem stehen noch die Kampagnen mit Chris Redfield und Söldner Jake Muller zur Verfügung. Letzterer darf sich in Third Person-Shooter Manier mit Soldaten anlegen, die ihm in Punkto Bewaffnung nicht unterlegen sind und anders als gewöhnliche Zombie eifrig zurückballern sowie selbst Deckung suchen. Redfields Abenteuer wirkt dagegen wie ein Kompromiss aus Jakes Dauergeballer und Leons Gruseltour. Bisher ist es grundsätzlich eine gute Idee verschiedene Atmosphären und Spielmechaniken mit den drei Figuren zu verbinden, allein schon der Abwechslung zu liebe, doch noch ist zu bezweifeln, ob die drei verschiedenen Strukturen qualitativ gleichwertig sind. Leons Eskapaden fühlten sich jedenfalls noch unfertig und ungeschliffen an, aber das ist ja etwas, was sich bis zum Release noch ändern kann. Bis zum 2. Oktober 2012 ist ja auch noch etwas Zeit, denn dann soll das Spiel für PlayStation 3, Xbox 360 und PC erscheinen.


Schnell, dynamisch, spaßig - Das neue Devil May Cry machte einen guten Eindruck.

Capcom sorgt vermutlich furchtbar gerne für Kontroversen. Anders lässt es sich kaum erklären, warum nicht nur Resident Evil 6 zur Zeit die Fangemeinde spaltet, aber auch das Devil May Cry-Reboot unter Fans für Zähneknirschen gesorgt hat. Grund dafür ist vor allem der neue Dante, der durch bissige Kritiker schon viele unschöne Spitzenamen bekommen hat. Doch die Demo auf der Gamescom konnte zumindest mit der spielerischen Vision des Entwicklers Team Ninja versöhnen. Fans der Serie bekommen wieder ein sehr schnelles, dynamisches Kampfsystem geboten, das älteren Ablegern der Serie in nichts nachsteht. Ebenso sorgt eine durchaus gelungene Kamera, die gerade genretypisch bei Hack'n Slay-Spielen oftmals der Schwachpunkt ist, hier für übersichtliche Kampfeinlagen. Da der neue Dante nicht nur über dämonische Kräfte verfügt, sondern als Engel-Dämon-Hybrid auch himmlische Fähigkeiten besitzt, kann man sich an einer frische Palette Kampffähigkeiten und Waffen erfreuen, die sich zu erbarmungslosen Kombos zusammen setzen lassen, aber auch das Navigieren durch die Level wird um neue Rätsel und Sprungeinlagen erweitert. Die neuen Fähigkeiten "Angel Lift" und "Demonic Push" werden hierbei nicht nur dazu benutzt, um Feinde durch die Gegend zu wirbeln, auch kann sich Dante zu weit entfernten Punkten durch den Lift heranziehen. Zugleich kann er mit dem Demonic Push Mauern oder Objekte herausreißen, um so provisorisch Plattformen zu erschaffen, die ihm neue Wege eröffnen. Das mögen nur kleine Details sein, um die Serie spielerisch zu erweitern und zu ergänzen, doch zugleich bringt Ninja Theorie auch die Stärken des Franchise auf den Punkt und hatte bereits in der Demo eine Kameraführung, Steuerung, Kampfsystem und Grafik, die einen völlig vergessen lassen, dass man hier noch ein unfertiges Spiel vor Augen hat. Der Spaß ist jedenfalls bereits jetzt gegeben und sollte Fans im Januar 2013 dann auch überzeugen können, dass es sich bei dem neuen DMC tatsächlich um einen würdigen Nachfolger handelt. Wir bleiben gespannt.

Und damit endet die Berichterstattung zur Kölner Spielemesse 2012. Das Thema Gamescom ist aber dennoch nicht vorbei, da wir uns für die kommenden Tage noch etwas Besonderes aufgespart haben. Was das ist, wollen wir aber noch nicht verraten. "Celebrate the Games!"


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