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Consolewars auf der Gamescom: Episode 2

Die Gamescom mag vorbei sein, aber unsere Berichterstattung ist es nicht. Episode 2 beschäftigt sich zum Großteil mit Sonys Blockbustern auf der Show, aber auch mit dem neuen Stealth-Game Dishonored.

Montag, 20. August 2012 um 15:01 von HatWolf

Nun ist auch die Gamescom 2012 vorbei und schickt viele Spielefreunde mit unzähligen neuen Eindrücken nach Hause. Auch Consolewars hat einige Erfahrungsberichte zur Kölner Spielemesse zum Besten zu geben und in Episode 2 führen wir nun fort, was wir in Teil 1 angefangen haben. Nachdem uns Ubisoft ihre vielversprechendsten Titel demonstrieren konnte, war auch Sony nicht mit wenigen kommenden Highlights vor Ort. Und dazu hatten sie auch jede Menge Gelegenheit, denn ohne ihre zwei Konsolenkonkurrenten Microsoft und Nintendo, die der Veranstaltung dieses Jahr fern geblieben sind, konnte man die PlayStation 3 und die PlayStation Vita besonders präsent in Szene setzen. Doch bevor wir damit anfangen, kommt noch ein kleiner Abstecher ins Reich von Bethesda.


Der maskierte Corvo Atano sinnt auf bittere Rache.





Das Anspielen ist für Nicht-Fachbesucher in der Regel ein relativ ermüdendes Erlebnis, da das Anstehen an den Spiele-Booth arg anstrengend werden kann. Selten genug wird die Mühe dann auch entsprechend belohnt, insofern verdient Bethesda hier ein besonderes Lob. Zwar mussten Besucher wie gewohnt an langen Schlangen anstehen, doch der Innenbereich der Booth war angenehm groß und bot vielen Spielern zugleich eine durchaus langanhaltende Gelegenheit das neue Stealth-Spiel der Arkane Studios anzuzocken. Zugegeben: Ein Stealth-Spiel ist ein undankbares Genre für eine kurze Anspieldemo, da hier komplexe Steuerung auf Handlungsfreiheit trifft, was in einem Spielprinzip zusammenkommt, dass Geduld mehr als Eifer belohnt und unüberlegte Handlungen gleich immens bestraft. Und Geduld ist nicht gerade eine Tugend, die man auf hektischen, dicht gedrängten Spielemessen entwickelt. Dennoch machte das Spiel Dishonored, welches mit dem deutschen Untertitel "Die Maske des Zorns" hierzulande in den Handel kommt, auf uns einen äußerst positiven Eindruck. Der Grund dafür ist schnell ersichtlich, da Dishonored spielerisch ziemlich stark an Dark Project: Der Meisterdieb erinnert, besser bekannt als Thief: The Dark Project. Aus der First Person-Perspektive schleicht man als maskierter Assassine durch eine stilisierte Steampunk-Welt und greift dabei auf diverse Hilfsmittel zurück, um an den bewaffneten Wachen vorbei zu kommen. Statt einem Bogen verwendet Spielheld Corvo Atano aber eine Armbrust, die ebenfalls nicht nur mit tödlichen Pfeilen, sondern auch mit Betäubungsgeschossen geladen werden kann. Ansonsten ist es bezeichnend wie viele Parallelen es zwischen dem Old School-Schleicher Thief und dem neuen Genre-Konkurrenten gibt, da Dishonored sich besonders ein Beispiel an den Stärken des alten Spiels nimmt. Die Umgebung ist reichhaltig gestaltet und offen genug um verschiedene Wege auszuprobieren, zur selben Zeit aber mit vielen kleinen Gütern versehen wie wertvolle Kleinode, zusätzliche Munition, Heil- oder Manatränke, Nahrung oder Schriftstücke, die Erkundungen und ein scharfes Auge wirklich entlohnen. Zur gleichen Zeit werden Fehltritte hart und gnadenlos bestraft, da die aufmerksamen Gegner den Spieler schnell in schwierige Nahkämpfe verwickeln. Wer gute Reflexe hat, kann durch das schnelle und direkte Block/Angriff-System sicher mit einer oder zwei Wachen klar kommen, doch hält die Spielfigur nicht gerade viel Schaden aus, sodass sie äußerst rasch überwältigt werden kann. Noch fieser wird es mit Wachen, die selbst Schusswaffen wie eine Pistole verwenden und durch den Block hindurch massiven Schaden anrichten. Wer also rein defensiv bleibt, hat hier das Nachsehen, denn solche Gegner muss man aggressiv in den Kampf drängen, damit sie nicht zur Knarre greifen. Das Kampfsystem ist also alles andere als einfach, bleibt aber fair und taktisch. Leichter hat man es deutlich, wenn man aus dem Schatten heraus die Gegnermenge überwältigt oder versucht gar nicht erst gesehen zu werden, doch auch diese Methoden lassen weder den erwähnten Schwierigkeitsgrad noch den hohen Anspruch vermissen.

Um letztere Taktik auch zum Erfolg zu bringen, hat man nicht nur eine Reihe von Waffen wie Granaten, Pfeile oder Pistolenkugeln für den tödlichen Einsatz zur Verfügung, sondern beherrscht auch einige magische Fähigkeiten. In der Demo versprachen verschiedene Sprüche eine durchaus nicht uninteressante Vielseitigkeit, mit der sich das selbe Problem auf unterschiedliche Arten lösen ließ. In etwa kann man durch die Wände blicken, nach einer Entdeckung eine Rattenmenge auf die Gegner hetzen um so wieder zu entkommen oder in den Kopf eines nichtsahnenden Gegners eindringen, um so durch dichtbewachtes Gebiet zu kommen. Die Mischung an Methoden ist also bisher äußerst vielversprechend. Hält Arkane Studios an diesen Stärken fest, erwartet Hardcore-Stealth-Fans ein anspruchsvolles Schleichspiel ohne Kompromisse, dafür aber mit viel Freiheit, um seinen eigenen Spielstil zu formen. Im Oktober soll es dann so weit sein.


Sonys Version von Super Smash Bros.? Vermutlich schon, aber das muss ja nichts Schlechtes sein.





Es ist fast unmöglich über PlayStation All-Stars Battle Royale zu reden, ohne Super Smash Bros. zu erwähnen. Der Grund dafür liegt für jeden, der auch nur einen Blick darauf geworfen hat, auf der Hand. Sony führt die Helden aus allen PlayStation-Generationen zusammen und würzt das ganze mit dem Auftritt einiger bekannter Gastcharaktere wie Dante aus Devil May Cry oder Big Daddy aus Bioshock. Gespielt wird ähnlich wie beim Nintendo Prügler zu viert auf einer großen Arena, die ebenfalls aus bekannten Spielen entlehnt ist. In dem 2D-Gameplay sorgen dann alle Spieler für komplettes Chaos, sammeln auftauchende Items ein und verwenden sie zu ihrem Vorteil. Aber ist es berechtigt deswegen PlayStation All-Stars Battle Royale gleich als Klon zu bezeichnen? Nach ausgiebigem Testen kann man nur sagen: Ja. Es ist bemerkenswert wie sehr sich beide Spiele in Spielgefühl und Steuerung ähneln. Genau wie in Super Smash Bros. gibt es für die Sony-Kämpferliga unterschiedliche Gewichtsklassen, sodass sich gewisse Charaktere beim Springen und Laufen unterschiedlich schwer und schnell spielen. Die direkte Steuerung ergibt also für viele Charaktere ein nicht ganz unbestimmtes Déjà-vu, besonders da sich auch das Ausweichen, Blocken und Abrollen wie aus dem Vorbild entlehnt anfühlt. Zugleich muss man aber auch gestehen, dass die starken Parallelen ihre Vorteile haben, da das Spielprinzip aus Smash Bros., samt Steuerung und Spielgefühl immerhin erprobt ist und in All-Stars Battle sehr gut umgesetzt wurde. Der große Unterschied ergibt sich aber immerhin in dem Punkte-System der Kämpfe. Während in Smash Bros. eine Figur mit erlittenem Schaden immer stärker bei Treffern durch die Luft fliegt und so ein Ring-Out riskiert, sammeln die Kämpfer in Battle Royale für ausgeteilten Schaden Punkte, die sie in einer Leiste ansammeln. Diese lassen sich in einen Angriff entfesseln, welcher als Einziger andere Spieler auch rauswerfen kann. Die Leiste lässt sich bis Stufe 3 steigern, sodass eine entfesselte Stufe 1, 2 oder 3 unterschiedliche Angriffe vom Stapel lässt, die mit höherer Stufe natürlich immer gefährlicher werden. Jeder Spieler, der so einen Rauswurf erzielt erhält einen Punkt. Selbst rausgeworfen werden resultiert in einen Minuspunkt. Das ganze funktionierte bisher ziemlich gut und sorgte für einen ähnlich chaotischen Spielspaß wie in Nintendos altbekannter Serie. Der Vorwurf der Kopie ist also nicht ganz unberechtigt, aber da hier Entwickler SuperBot auch die Stärken und den Spaß mitkopiert, stimmt das zumindest sehr versöhnlich. Auch über die Charakterauswahl kann man nicht unbedingt meckern. Kratos, Nathan Drake, Sackboy, Big Daddy, Dante, Ratchet&Clank sowie Jax&Daxter sind durchaus einige bekannte Namen für so eine Zusammenkunft. Wer jedoch alles dabei sein wird, wird man erst im November erfahren.

Größtes Manko in der Demo-Version war allerdings bisher noch das Balancing. Zwar hat jedes Beat'em Up so seine überstarken Charaktere, doch bei PlayStation All-Stars Battle Royale fehlte ohne Frage noch das Gleichgewicht. Wie mächtig Figuren wie Kratos oder Heihachi sich gegenüber Ratchet&Clank oder Fat Princess anfühlten war erstaunlich und wird hoffentlich noch bis zum Release ausgebessert.


Ob Q-Force die Serie wieder auf die richtige Schiene bringt, muss sich noch zeigen.





Eine altbekannte Sony-Serie, die sich in den letzten Jahren leider an dem Rande spielerischer Irrelevanz bewegte ist Ratchet&Clank. Einst Zugpferde der PS2, welche das Spielesystem spielerisch und technisch an seine Grenzen brachte, waren die Ableger für die PS3 sehr von Abnutzungserscheinungen geprägt. Während Tools of Destruction und A Crack in Time zumindest weiterhin die Stärken der Serien bewahrten, erschien mit All 4 One ein Spiel, das sich deutlich rückwärts bewegte. Fehlender Anspruch, gepaart mit verbuggtem Design und Simpel-Aufgaben brachten Ratchet&Clank gefährlich nahe an das Schicksal, dass andere einstige Spieleikonen wie Spyro oder Crash Bandicoot teilten. Auf der Gamescom konnten wir aber einen Blick auf das neuste Spiel der Serie werfen, welches hierzulande unter dem Namen "Ratchet&Clank: QForce" erscheinen wird. Ob dies wieder der Aufstieg für den Lombax-Mechaniker sein wird, ist sicherlich noch fraglich, doch zumindest kehrt man wieder zur klassischen Kameraperspektive und Third-Person-Shooter-Manier zurück, für die die Serie bekannt ist. Immerhin versucht sich Entwickler Insomniac Games an einem neuen Konzept und versucht das Baller-Prinzip mit einer Art Tower Defense zu würzen. Die von Gegnern gefundene Währung Bolts wird nicht mehr in neue Waffen für den felligen Helden investiert, sondern in Minen und Geschütztürme einer Basis, die es zu verteidigen gilt. Neue Knarren gibt es aber trotzdem an diversen Stationen, die man über die Spielwelt verteilt findet. So wird Ratchet anstürmende Gegner aus eigener Kraft und mit Unterstützung durch Geschütztürme auseinander nehmen, während er zwischen den Gegnerwellen den restlichen Planet außerhalb der Basis erkundet. In der Demo zeigten sich zumindest die bekannten Stärken immer wieder, da nicht nur die irrwitzigen Waffen wieder von der Partie sind, auch ließen diese sich erneut aufleveln, um mehr Schaden anzurichten. Trotzdem wirkte das neue Spielkonzept eher irritierend und zusammenhangslos, anstatt dass sich die Mischung aus Ratchet&Clank und Tower Defense wirklich sinnvoll ergänzte. Auch die aus A Crack in Time bekannten Waffenerweiterungen und Modifikationen ließen sich noch nicht blicken und lassen die Befürchtung entstehen, dass sich Ratchet weiterhin rückwärts, statt vorwärts bewegt. Selbstverständlich lässt sich an der Stelle noch kein finales Urteil fällen, doch bisher wollte der Funke nicht wirklich überspringen. Ob sich daran noch etwas ändert und wie sich der Koop-Modus auf QForce auswirkt, wird man noch vor Ende des Jahres sehen.


Das neue Spiel von Naughty Dog gab es leider nicht zum Anspielen.

Eines der vielversprechendsten Titel im derzeitigen Sony-Lineup ist ohne Frage "The Last of Us", welches von den Uncharted-Entwicklern Naughty Dog kommt. Leider wurde es auf der Gamescom ohne Anspielmöglichkeit präsentiert, dafür gab es eine erweiterte Version des E3-Materials zu sehen. Dieses behandelte erneut wie Hauptfigur Joel in einem verlassenen Gebäude gegen eine Gruppe Männer kämpfte, zeigte aber andere Methoden, alternative Wege und weitere Szenen nach dem Kampf. Ohne Frage: Spielt sich The Last of Us annähernd so gut, wie es die bisherigen Szenen vermuten lassen, könnte Naughty Dog eines der besten Titel auf der gesamten Plattform in der Tasche haben. Basierend auf dem Gesehenen, scheint der Spieler verschiedene Taktiken und Möglichkeiten offen zu haben, wie er den feindlichen Männergruppen begegnen will. Schleichen und vorsichtiges Vorgehen wurde als eine mögliche Option gezeigt, da Hauptfigur Joel mit seiner Tochter Ellie an einer ganzen Schar unfreundlicher Kerle vorbeizog, indem sie nur einen davon aus dem Hinterhalt beseitigten und ungesehen weiter schlichen. Bei der nächsten Gruppe kam es zu einer durchaus blutigeren Konfrontation, bei der auch Schusswaffen gezogen wurden. Besonders auffällig ist hierbei die geringe Menge an Munition, die offenbar sowohl der Held als auch die Feinde bei sich tragen. Als wirklichen Third Person-Shooter lässt sich The Last of Us vermutlich nicht spielen, da achtloses Herumballern mit nur vier Kugeln im Revolver ein eher kurzes Vergnügen wird. Ohne Frage ist ein entsprechender Treffer bei einem Feind besonders wirkungsvoll, daher ist der Gebrauch der Waffe taktisch äußerst wertvoll und sollte genau überdacht werden. So ist es kein Wunder, dass die Hauptfigur eher zu anderen Mitteln griff. So ließen sich herumliegende Stahlrohre kurzerhand zum Nahkampfknüppel umfunktionieren, um sich seiner eigenen Haut zu erwehren, auch die bloßen Fäuste waren im Notfall zu gebrauchen, wenn auch wesentlich gefährlicher. Großer Fokus wurde innerhalb der Vorführung auf das Gegnerverhalten gelegt, die sich durch Schüsse einschüchtern und zum Positionswechsel bewegen ließen oder versuchten um den Spieler herum zu schleichen, um ihm in den Rücken zu fallen. Genauso schien das Spiel cleveres Verhalten zu belohnen und gab dem Spieler Möglichkeiten an die Hand den Spieß auch umzudrehen. Natürlich ist das ganze bisher reine Theorie, weil einem handfesten Eindruck noch der Praxistest fehlt. Zweifellos ist der Titel aber weiterhin vielversprechend und hat gewaltiges Potenzial, wenn die demonstrierten Eigenschaften des Spiels auch dann der tatsächlichen Realität entsprechen.

Was aber bereits jetzt schon gesagt werden kann ist, dass The Last of Us eine Augenweide ist. Grafisch zeigte sich eine äußerst detailreiche Umgebung mit wunderbaren Wasser- und Lichteffekten, schönen Texturen und geschmeidigen Animationen. Dass sich Naughty Dog damit auskennt, haben sie bereits mit der Uncharted-Serie bewiesen, insofern verwundert dies nicht wirklich, bleibt aber dennoch beeindruckend. Bis das Spiel erscheint, wird noch einige Zeit vergehen, denn erst 2013 soll so weit sein. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass die Entwickler ein ebenso dynamisches Gameplay abliefern, wie es die Demos bisher versprechen.

Und damit endet auch Episode 2 unserer Gamescom-Berichte. Am Mittwoch wird Episode 3 dann mit Capcom Highlights wie Resident Evil 6 oder Devil May Cry das Ende der gesammelten Eindrücke einleiten, wobei wir darüber hinaus wohl noch eine Überraschung für euch bereit halten. Es bleibt auf alle Fälle spannend.


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