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Vorschaubericht: Hitman Absolution

Der kahlköpfige Killer 47 kehrt zurück. Consolewars nahm diesen Auftrag an und fühlt dem Auftragsmörder in einem Preview gehörig auf den Zahn. Kehrt Agent 47 in Glanz und Glorie zurück oder hätte er besser in der Versenkung bleiben sollen?

Freitag, 05. Oktober 2012 um 14:00 von HatWolf

Professioneller Auftragsmord ist ein Geschäft, welches nur von wenigen Videospielhelden tatsächlich verfolgt wird. Schleicher wie Spion Sam Fisher oder Geheimagent Solid Snake greifen nur im Notfall zur Waffe und selbst populäre Assassinen wie Altair und Ezio sind im Kern idealistische Freiheitskämpfer. Eine der wenigen professionellen und hauptberuflichen Killer im Medium Videospiel ist allerdings der Agent 47, jedoch ist es gut sechs Jahre her, dass Mr. 47 Star in einem eigenen Spiel sein durfte. Das ist allerdings kein Wunder nach den eher enttäuschenden Verkaufszahlen des letzten Ablegers der Reihe "Hitman: Blood Money" und dem katastrophalen Film "Hitman: Jeder stirbt allein". Der damalige Publisher Eidos versprach zwar trotzdem eine Fortführung, doch der glatzköpfige Agent musste dennoch eine lange Arbeitspause einnehmen. Das Versprechen sollte am Ende aber doch eingehalten werden, allerdings nicht mehr von Eidos, sondern von Square Enix, welcher im November den Killer offiziell mit Hitman: Absolution aus seinem Exil zurückbringt. Der Publisher verspricht aber zugleich einen leichteren Zugang für Neulinge und einen einfacheren Schwierigkeitsgrad, beides Eigenschaften die dem damaligen Blood Money angeblich fehlten und in der Folge das Genick brachen. Muss man sich deshalb auf eine seichte Casual Killersimulation einstellen? Laut Square Enix nicht, denn auch alteingesessene Fans sollen nicht zu kurz kommen. Wie Entwickler IO Interactive das Versprechen einlösen will, ohne dabei Blutgeld für einen unsauberen Auftrag zahlen zu müssen, lest ihr jetzt.

Nachdem Agent 47 in Blood Money seinen eigenen Tod vortäuschte, um "The Franchise" zu entgehen, ist er in Absolution wieder im Auftrag der ICA unterwegs. Sein jetziges Ziel? Seine ehemalige Verbündete Diana, welche 47 noch im Sterben um einen letzten Gefallen bittet. Er soll ein Mädchen Namens Victoria finden und beschützen, was sich selbst für den professionellen Killer als schwieriger herausstellt als gedacht. Nicht nur die ICA wendet sich gegen ihn, auch andere Killerorganisationen scheinen es plötzlich auf ihn abgesehen zu haben. Square Enix schickt den Agenten mit Sicherheit in Absolution auf seine persönlichste Reise bisher, in der er sich durch eine gefährliche Welt von Intrigen und Verschwörungen schlagen wird, bei dem er sowohl Täter als auch Opfer sein wird. Doch ob die Handlung zünden wird, hängt am Ende doch eher von der neuen Spielmechanik ab, die Square Fans und neuen Spielern zur Verfügung stellt. Kenner des Spiels werden das Grundprinzip der meisten Missionen allerdings schon kennen: Auftragskiller 47 hat einen Mord zu verüben, muss ungesehen den gut bewachten Aufenthaltsort des Opfers betreten, aber auch wieder verlassen. Das ganze sollte möglichst diskret von Statten gehen. Wer also unschuldige Zivilisten massakriert, sich eine Polizistenhorde als Begleitkommando aufmerksam macht oder sich seinen schicken Anzug im Kugelhagel ruiniert, hat definitiv etwas falsch gemacht. Genau wie andere Schleichkollegen in Spielen muss auch Mr. 47 aufpassen nicht gesehen zu werden und sich in bewachten Orten geduckt halten, hinter Wänden niederkauern oder sich in Schränken verstecken bis die Luft rein ist und er ungesehen weiter kommen kann. Was den haarlosen Killer aber auch auszeichnet, ist seine Fähigkeit sich im offenen Sichtfeld aller Feinde zu verstecken – Ganz in der Tradition der Spieleserie. Bewusstlose oder getötete Wachen lassen sich kurzerhand entkleiden, sodass 47 seinen schwarzen Anzug gegen unauffälligere Kleider tauschen kann. Damit wirkt er auf Entfernung zumindest nicht mehr verdächtig und kann sich etwas freier in seiner Umgebung bewegen. Wer sich aber in Verkleidung anderen Wachen zu stark nähert, riskiert, dass sie einen genaueren Blick auf ihren vermeidlichen Kollegen werfen. Eine ungünstige Situation, da eine großer Glatzkopf mit Barcode auf der Birne nicht gerade ein alltäglicher Anblick ist, selbst wenn er in der Kleidung des neuen Gärtners an der schwer bewachten Villa entlangläuft. Keine Fragen stellen wiederum tote Wachen und um das zu erreichen besitzt der Auftragskiller ebenfalls viele Methoden. Favorit ist hierbei die sogenannte Klaviersaite, die Feinden von hinten schnell und einfach die Luft abdrückt. Im Notfall lassen sich auch Gegenstände in der Umgebung wie ein Schraubenzieher oder ein Küchenmesser in ein Mordinstrument verwandeln. Wie auch immer man die ungeliebten Bewacher los wird: Der Körper muss trotzdem möglichst rasch in einem Schrank versteckt, über den Balkon geworfen oder sonst wie entsorgt werden, sonst lösen die Kollegen in kürzester Zeit eine Hetzjagd nach 47 aus. Vorsicht ist aber auch bei der Wahl der Tötungsmethode geboten. Notfallwaffen wie eine Axt hinterlassen unschöne Blutspritzer, die von anderen Wachen wahr genommen werden, selbst wenn man die Leiche gründlich entsorgt hat. Das Spiel beurteilt zu jedem Zeitpunkt den gewählten Spielstil, verteilt aber auch kräftig Minuspunkte fürs Entdecktwerden, fürs Töten von Unschuldigen und für unsaubere Vorgehensweisen. Und vielseitige Vorgehensweisen waren schon in unserer Preview-Version reichlich gegeben, ob es nun um die Wahl geht, von welcher Seite aus man ein Gebäude betritt, wie man im Inneren vorgeht und mit welchen Hilfsmitteln man sein Ziel erreicht. Hitman: Absolution verspricht absolut viel Potenzial für kluge Killer.





Zielobjekte befinden sich aber nicht nur hinter schwer bewachten Mauern, sondern auch an öffentlichen Plätzen wie Bars, Märkte oder Stripclubs. Hier kommt die verbesserte Glacier 2-Engine zum Einsatz, die es erlaubt hunderte einzelne, individuelle Figuren für eine Menschenansammlung darzustellen – und das ohne Einbruch der Framerate auf den aktuellen Konsolen. Einer der Preview-Missionen führte Agent 47 nach Chinatown, wo er beim Neujahrsfest gleich drei Zielpersonen ausschalten muss. Die Menschenmenge ist hierbei Segen und Fluch zugleich. Ohne Probleme kann der Killer in der Menge untertauchen, um so patrouillierenden Polizisten aus dem Weg zu gehen, doch ein Mordanschlag auf offener Straße führt zur Massenpanik und sehr schnell zu einer ganzen Menge unerwünschter Aufmerksamkeit. Wer also gleich eine Panik beim Töten seines ersten Ziels verursacht, darf die beiden anderen Opfer dann im Kugelhagel von zwanzig Polizisten suchen. Auch hier belohnt Absolution kluge Planung und subtile Vorgehensweise über kopflose Schnellreaktionen. Wer sich unauffällig seinen Zielen nähert und ihre Schritte verfolgt sowie ihre Gespräche belauscht, wird auf wesentlich diskrete Methoden kommen, um seinen Auftrag zu erfüllen. Durch die Menschenmenge verfolgen wir so unser erstes Opfer in Spe, welches sich mit einem Drogendealer zu einem lauschigen Gespräch in einer Gasse verabredet. Dank der Polizeiüberwachung ist eine direkte Verfolgung in die enge Straße aber unmöglich, etwas Klettern in einer anderen Seitengassen bringt uns aber auf ein Baugerüst in der Nähe mit tollem Sichtfeld auf beide Personen. Zwar sind nun beide im Schussfeld, allerdings können wir unser Ziel noch nicht ausschalten, ohne dass der anwesende Drogendealer lautstark Aufmerksamkeit auf uns ziehen könnte. Was also tun? Wie es der Zufall so will, befindet sich aber noch ein Teil des Baugerüsts über der Gasse, gehalten an nur einem Seil. Geduldig warten wir das Gespräch und die Verhandlung beider Halunken ab bis sie sich schließlich wieder zum Gehen wenden. Ein gut gezielter Schuss zum richtigen Zeitpunkt löst das Gerüst und begräbt unser erstes Opfer unter einem Haufen Baumaterial. Der anwesende Zeuge ist außer sich und holt die nahende Polizei, doch alles sieht nach einem Unfall aus - Sauber. So schnell es geht klettert 47 wieder herunter und verschwindet in der Masse, auf zum nächsten Ziel. Dieses ist gleich wesentlich schwieriger bewacht. Mehrere Zäune schließen ein Gebiet ab, davor Polizisten. Zu viele Zeugen um ungesehen hinein zu gelangen oder wieder heraus zu kommen, zudem befindet sich unser Opfer in ständigem Sichtkontakt zu anderen. Nach einigen Schritten um das Gebiet herum bemerken wir aber ein größeres Loch in der Mauer, zu klein um drüber zu klettern, aber groß genug, dass wir unsere Zielperson sehen. Einen Moment prüfen wir, ob uns jemand zusieht, ziehen die Pistole mit Schalldämpfer und geben einen gezielten Schuss auf unser Opfer ab. Natürlich bleibt das nicht unbemerkt, doch nur für die umgebenden Polizisten, die Menschen auf dem Neujahrsfest haben nichts mitbekommen. Noch während die Polizisten gezielt ausschwärmen, befindet sich unser Agent wieder mitten in der Masse. Nur noch ein Ziel, doch die Polizisten sind alarmiert. Findet sich noch eine subtile Methode das letzte Opfer ungesehen auszuschalten oder ist hier sogar eine Massenpanik hilfreich, um das Chaos zur Flucht zu Nutzen? Für derlei Entscheidungen gibt Absolution viel Raum, zieht aber auch Konsequenzen für alle Handlungen. Wie diese Geschichte und der Auftrag dann ausgeht, entscheidet dann jeder Spieler später für sich selbst.

Doch die Frage vom Anfang ist noch unbeantwortet: Wie will Square sowohl Anfängern als auch Veteranen gerecht werden? Um das doch sehr anspruchsvolle Spiel zu erleichtern, gibt es einen neuen „Instinkt“-Modus für den Spieler, der sich entweder mit dem Detectiv-Modus aus Batman oder mit dem Adlerblick von Assassin’s Creed vergleichen lässt. Agent 47 nimmt so alle Wachen in der Nähe als gelbe Umrisse wahr, wobei er damit auch durch Wände und andere feste Objekte sehen kann und bekommt ihre Laufwege am Boden angezeigt. Zugleich wird die Zeit etwas verlangsamt, sodass dem Spieler etwas mehr Raum fürs Nachdenken gegeben wird. Das erleichtert die Planung für die eigene Vorgehensweise enorm, nimmt aber auch etwas Spannung aus der Situation. Der Instinkt des Profikillers kann aber auch für andere Zwecke genutzt werden. Fällt 47 in Verkleidungen anderen Wachen als verdächtig auf, kann sich der Spieler mit dem Instinkt-Modus für eine Weile retten. Der Agent nimmt eine unauffälligere Haltung ein und hat so etwas Zeit sich aus dem Blickfeld der Wachen zu bewegen oder an ihnen vorbei zu laufen. Ganz nach dem Motto: "Warte, dich hab ich hier noch nie gesehen!" - "Oh, äh, ich muss mal ganz dringend wohin." Solche Aktionen verbrauchen aber Instinkt, sodass man sich nicht dauerhaft auf solche Rettungsmanöver verlassen kann. Wer dagegen arg in der Klemme steckt, kann per Instinkt auch eine kurzzeitige Zeitverlangsamung einschalten, um so alle umstehenden Gegner nach und nach mit einem Zielkreuz zu markieren, damit 47 sie dann in einem raschen Kugelhagel niederstreckt. Das verbraucht aber nicht nur sämtlichen Instinkt, sondern beschert dem Spieler einen Haufen kugeldurchsiebter Leichen, die ihrerseits jede Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten. Daher sollte man sich solch unnötige Blutvergießen nur für den Notfall aufbewahren. Wie mächtig der neue Instinkt aber sein soll, muss jeder Spieler für sich entscheiden. Der einstellbare Schwierigkeitsgrad beeinflusst viele Eigenschaften dieses neuen Spielmechanismus, beispielsweise regeneriert sich Instinkt auf Leicht von ganz alleine, bei Mittel aber nur bei erfolgreichen leisen Attentaten auf Wachen und auf Schwer gar nicht. Wer auf den neuen Schnickschnack ganz verzichten will, dem legt das Spiel den "Puristen-Modus" ans Herz. Dieser entfernt nicht nur den Instinkt, sondern auch gleich das Radar, welches einen auch vor Feinden warnen kann. Insofern dürfte für jeden geforderten Anspruch innerhalb des Spiels gesorgt sein.

Fazit: Bleibt Hitman Absolution seinen Tugenden in der Endfassung auch treu und belohnt Spieler weiterhin für kluge Planung und Entscheidungen ohne sie mit dem Instinkt-Modus arg zu bevormunden, könnte Square tatsächlich ein würdiges Comeback für den Profikiller liefern und zwar so wie Fans ihn immer haben wollten: Sauber, professionell und tödlich.


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