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Vorschaubericht: Castlevania - Lords of Shadow 2

Das Finale der eigenständigen Vampir-Saga von MercurySteam erscheint schon im Frühjahr für die vergangene Konsolengeneration. Lohnt es sich noch einmal die PlayStation 3 und die Xbox 360 anzuwerfen? Wir durften dem Herren aller Vampire auf den Zahn fühlen.

Donnerstag, 09. Januar 2014 um 15:45 von HatWolf

Viele klassische Videospiele aus der NES-Ära hatten oder haben noch Probleme sich als Triple A Videospiel auf den modernden Konsolen zu etablieren. Man denkt dabei nur an Mega Man, welcher nie wirklich einen großen Konsolen-Titel nach dem SNES oder der PlayStation mehr etablieren konnte, sondern sich nur auf dem Handheld wieder fand oder also Retro getrimmter Download-Titel. Castlevania ging es ähnlich, obwohl man auch 3D-Umsetzungen auf die PlayStation 2 brachte, so fanden diese Titel nie einen gewaltigen Anklang, von den Anfängen mit den berüchtigten N64-Spielen ganz zu schweigen. Mit Entwickler MercurySteam wagte Konami es jedoch Castlevania als modernes Action-Adventure 2010 auf die HD-Konsolen zu bringen. Das Ergebnis war „Castlevania: Lords of Shadow“, ein Reboot des Franchise, welches kommerziell erfolgreich war und endlich positive Kritiken erntete. Mit dem vorhersehbaren Ende der aktuellen Konsolengeneration erscheint auch der zweite und angebliche letzte Castlevania-Titel von MercurySteam: Lords of Shadow 2. Zusammen mit dem 3DS-Ableger Mirror of Fate endet somit die Trilogie und Castlevanias Vorstoß in die aktuelle Generation. Konami lud Consolewars ein, um sich dem kommenden Abschied einmal anzuschauen.

Die Welt von Castlevania hat sich verändert. Und das ist im doppelten Sinn wörtlich zu nehmen. Von der Handlung her spielt Lords of Shadow 2 nämlich in der modernen Welt, in der Dracula, ehemals Gabriel Belmont, viele Jahre nach den Ereignissen der letzten beiden Spiele erwacht. Hier, erschöpft und fast vollständig verlassen von seinen Kräften, muss er zur alter Stärke zurückkehren, um die Wiedergeburt von Satan zu verhindern, wobei der berühmte Belmont-Klan und sein eigener Sohn Alucard es auf ihn abgesehen haben. Dabei wechselt er oft zwischen seinem eigenen Schloss in der Vergangenheit und einer heimgesuchten Stadt hin und her. Und zum anderen bewegt man sich mit dem Finale der Vampir-Saga in den Bereich „Open World“, verlässt also den linearen Spielaufbau des ersten Lords of Shadow. Offen ist dabei sowohl die moderne Welt von Castlevania, als auch das Schloss in der Vergangenheit, welches genauso versteckte Schätze, Abschnitte und Items für Erkundungsfreudige anbietet. Somit ist auch die statische Kamera aus dem ersten Teil abgelöst und durch eine frei bewegliche ersetzt. Wie groß die neue Welt jedoch sein wird und welche Möglichkeiten sie bietet, ließ sich natürlich in dem Demo Abschnitt noch nicht beurteilen, optisch gab die nächtliche Stadt mit ihrem markanten Baustil aber einiges her und erinnerte atmosphärisch an Vampire: The Masquerade. Generell bleibt Castlevania seinem düsteren Stil sehr treu, was besonders beim Design der zahlreichen Monstern sehr auffällig wird. Immerhin muss sich Dracula nicht nur in der Moderne mit fiesen Robotern anlegen oder aber mit den „guten Jungs“ der Vampirjäger-Sorte, sondern auch sein eigenes Schloss wendet sich gegen ihn und verdreht ehemals untertänige Diener des Vampirlords in ziemlich mies gelaunte Gesellen. Alles in allen bieten die Umgebungen und das Szenario in Lords of Shadow 2 offenbar viel Abwechslung und hält sich vermutlich nicht mit ausreichend Inhalten zurück. Doch am Kernkonzept, nämlich der Mischung aus Kämpfen, Erkunden und Puzzeln, hat sich nichts geändert.

Ohne große Überraschung wird man feststellen, dass es in Castlevania an gewalttätigen Konfliktlösungen nicht mangelt. Praktisch jeder will Dracula nun die Vampirzähne ziehen, doch immerhin hat er seine Fähigkeiten als ehemaliger Monsterjäger Belmont nicht verlernt. Anstatt aber das "Combat Cross" der alten Spiele zu nutzen, bedient sich Dracula der "Blood Whip", die ganz ähnlich funktioniert. Vertikale Schläge dreschen mit mehr Schaden auf Gegner ein, horizontale schädigen mehrere Gegner auf einmal. In jedes Action-Adventure gehört dann noch ein Move fürs Ausweichen hinein und einen fürs Blocken, wobei gut getimte Blocks stärkere Konter auslösen. Lords of Shadow 2 erfindet das Rad für Kampfsysteme hier also nicht neu, es fühlt sich eher wie eine allgemeine Sammlung sehr bekannter und oft benutzter Spielelemente an. Immerhin: Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind ja dennoch festzustellen. Das Magiesystem ist nun auf zwei zusätzliche Waffen verteilt, die Dracula neben seiner Peitsche besitzt. Das frostige "Void Sword" heilt beim Einsatz nicht nur den Träger selbst, sondern kann auch Gegner einfrieren, inklusive der meisten Bossgegner. Die "Chaos Claw" wiederum haut heftig rein und kann die Blockaden von Feinden durchbrechen. So funktioniert es: Im Kampf fühlt sich eine Fokus-Leiste für jeden Schlag und für allen Schaden, den man austeilt, nimmt aber ab, falls man selber getroffen wird. Mit gefühlter Fokusleiste lassen die getroffenen Gegner Orbs fallen, die wiederum den Gebrauch beider Waffen aufladen. War also auf seine zusätzlichen Waffen und auf die Vampirfähigkeiten, wie etwa einen Schwarm Fledermäuse auf die Gegner zu hetzen, zurückgreifen will, muss sich auch gut in Kämpfen schlagen. In bester Vampir-Manier lassen sich natürlich auch geschwächte Gegner am Kragen packen, um sie blutleer zu saugen - Eine weitere Möglichkeit seine Gesundheit aufzubessern. Auch wenn einem das Kampfsystem beim Spielen nicht sonderlich innovativ vorkommt und sich praktisch genauso spielt, wie alle die anderen Devil May Crys and God of Wars zuvor, so war es ziemlich einfach hinter die Mechanik zu steigen und sie schnell zu verstehen. Die unterschiedlichen taktischen Möglichkeiten sorgten bisher auch dafür, dass die Konfrontationen in dem Demo-Abschnitt nicht langweilig wurden. Darüber hinaus gibt es auch ein obligatorisches Erweiterungssystem, durch das sich neue Combos & Kunststücke für alle drei Waffenarten nach und nach freischalten lassen. Nicht neu, motiviert aber immer wieder sein eigenes Arsenal Stück für Stück auszubauen. Auch die Bossgegner, dessen Schwächen man erst herausfinden muss, um sie nieder zu ringen, machten Lust auf mehr. Besonders Highlight war die Medusa, eine dreiköpfige Schlange, die man nur mit der Nutzung aller seiner Fähigkeiten besiegen konnte. In Lords of Shadow 2 gibt es also offenbar bisher keinen Grund die Peitsche nieder zu legen.

Das Kampfsystem lässt sich auf die Kürze sicher am besten beurteilen. Lords of Shadow 2 zielt aber auf eine massive Größe ab, sei es nun die Story, die Umgebung oder eben der Inhalt. Hier vermittelt die Demo nur einen Eindruck davon wie groß es wirklich sein könnte. Das gilt natürlich auch für das Design der Abschnitte, die mehr Hüpfen, Klettern und Herumrätseln von dem Spieler erfordern. Besonders das Herumkrabbeln an Wänden, Ketten, Geländer und Felsabschnitten macht sich Lords of Shadow 2 aber recht einfach, da man sich einfach punktuell anzeigen lassen kann, an welche Objekte Dracula hüpfen kann und welche nicht. Das Klettern zum Erlebnis zu machen, so wie Uncharted das immer konnte, wird wohl nicht der größere oder bessere Fokus von Castlevania sein, es sei denn natürlich spätere Abschnitte brennen sich durch kreative Situationen besser ins Gedächtnis hinein. So wie es bisher steht, ist das Leveldesign genauso wie das Kampfsystem: Kompetent umgesetzt, aber nahe an der Gefahr das Gefühl von "Kenn ich doch schon alles" auszulösen, wenn man ein paar zu viele Action-Adventures mit Hack'n Slay-Charakter in den letzten Jahren gespielt hat. Die Entwickler haben aber auch schon verlauten lassen, dass man sich mit der schieren Größe, der Möglichkeit eigene Wege später einschlagen zu können und mit der offenen Welt von der Konkurrenz abheben möchte. Eine interessante Idee, falls sie funktioniert. Die Story rund um den Bösewicht der Castlevania-Reihe, in dessen Schuhen man auf einmal selbst steckst, hätte jedenfalls viel Potenzial um tatsächlich fesseln zu können, besonders für Fans von blutsaugenden Monster und der beiden Vorgänger.

Fazit:

Castlevania: Lords of Shadow 2 machte bisher einen ordentlichen Eindruck, wenn auch ein wenig altbekannt in seinen Mechaniken. Es spielt und fühlt sich an wie die meisten Hack'n Slay-artigen Action-Adventures seines Kalibers, ob nun Steuerung, Grafikqualität oder Leveldesign. Gut, MercurySteam erfindet das Rad eben nicht neu und bleibt bei erprobtem Gameplay-Ideen und verändert trotzdem das Formular gegenüber seinem Vorgänger. Alles in allem also ein sicherer Cocktail aus bekannten Zutaten, der Fans des Genres sicher schmecken wird. Eine wirkliche und bedeutete Neuerung könnte aber der „Open World“-Aspekt des Spiels sein. Hier spricht Konami von tatsächlich unterschiedlichen Wegen, die der Spieler später verfolgen kann, sodass er auf andere Gegner und Inhalte stoßen könnte wenn er ein zweites mal durchspielt. Leider kann man in einer Demo kaum den Eindruck von solcher Größe und einem solchen Wiederspielwert vermitteln. Das Potenzial ist aber da und vielleicht kann Lords of Shadow 2 in dem Aspekt wirklich begeistern und sich tatsächlich gegenüber anderen Genre-Vertretern als einzigartig behaupten. Die Spielmechaniken bisher sind jedenfalls eine gute Basis dafür. Nach unseren Eindrücken kann man Castlevania: Lords of Shadow 2 also durchaus eine Chance geben.


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