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Mit Loch im Kopf in Richtung Glück

...Think like a Gamer #13

Samstag, 09. Januar 2010 um 20:40 von shadowman

Mit Loch im Kopf in Richtung Glück

...ohne Haupt in den Himmel



- Kein Knall -

Ein weiser junger Mann, geübt im Umgang mit Religion und Schusswaffen, hat mir vor einiger Zeit erzählt das man keinen Knall hört wenn man durch einen Kopfschuss stirbt. Okay, macht auch irgendwie Sinn, dennoch ist es einem auch als Spieler - der regelmäßig Kopfschüsse austeilt - nicht im ersten Moment bewusst. Denn vor der Konsole zelebriert man diesen Knall. Im echten Leben jedoch, würde man als Opfer nicht einen Ton hören und sofort als Engel vor der Himmelspforte stehen.
Heute möchte ich mit euch über Kopfschüsse reden. Wobei, eigentlich sinniere ich lieber ein wenig vor mich hin und ihr dürft daran teilhaben. Ein Kopfschuss... war das in der Jugend nicht auch irgendwas mit Zigaretten? Wo man sich gegenseitig irgendwie den Rauch ins Maul bläst? Muss ich mal die Raucher fragen... Um solch pubertäre Schüsse geht es in diesem Artikel nicht, hier geht es ernst zur Sache. Todernst, denn es geht um Kopfschüsse im Videospiel.


Lange läuft der nicht mehr




- Er befriedigt -

Ja, das tut er. In erster Linie ist ein Kopfschuss tatsächlich der zufriedenstellende Abschluss einer Gewalttat. Er ist die Krönung und irgendwie auch das Optimum. Bezogen auf Videospiele natürlich, denn dort ist er alles was man sich wünschen kann. Eine Mischung aus roher Gewalt und dem ultimativen Skill. Er hält bei Laune. Ich meine, der spielerische Vorteil liegt auf der Hand: Der Feind ist sofort tot. Optisch kann man einen Kopfschuss meist auch nicht toppen und was das Ego betrifft, so ist er ohnehin ein Motivator. Immerhin ist kein Schuss so schwierig auszuführen wie ein Kopfschuss.
Die Wirkungsweise dieser einzelnen Faktoren ist jetzt zu klären, wobei das Auge dank pixelgenauer Darstellung wohl als erstes bedient wird. Man denke an Spiele wie Gears of War, Turok 2, Fallout, Killzone oder Resident Evil. Dort platzt mit einem lauten Knall der Kopf vom Hals des Widersachers, explodiert in einer blutroten Welle der Gewalt und benetzt im Idealfall sogar euren Fernseher mit Blut. Selbst wenn man ein Spiel stundenlang gespielt hat, ist der audiovisuelle Effekt immer wieder eindringlich und brisant. Es ist gewissermaßen krass, heftig und treibt den Puls in die Höhe. Die Blutfontänen spritzen nach oben und spätestens nach einem weiteren Schritt kippt der Gegner um - machtlos, erledigt, mausetot. Die Entwickler von ID Games haben das schon damals ziemlich gut visualisiert, allerdings nicht am Gegner selbst, sondern an eurer dreckigen Visage in der unteren Menüleiste, die in einen regelrechten Blutrausch verfallen konnte. In etwa dieses Grinsen...


Körpertreffer




Allerdings, wie erwähnt, ist es nicht immer nur die Gier nach Blut die antreibt, ganz im Gegenteil. Spiele wie Hitman und Splinter Cell, Ghost Recon und andere taktische Shooter, nutzen den Kopfschuss eher wie im richtigen Leben. Wobei das jetzt ein wenig unfreundlich klingt. Hier gibt es jedenfalls keine platzenden Köpfe, nicht übermäßig viel Blut, hier gibt es vor allem eines: Tod ohne Gegenwehr. Denn wer den Kopf trifft, der hat einen Feind im besten Fall relativ lautlos aus dem Spiel genommen und kann unbehelligt seinen Weg fortsetzen. Trefft ihr Beine, Arm oder Brust, müsst ihr mit schreienden Widersachern rechnen, die wild durch die Gegend rennen, ihrerseits das Feuer eröffnen oder den Alarm betätigen. Das geht natürlich gar nicht, vor allem nicht als Agent oder gut getarnte Militäreinheit. Hier ist der Kopfschuss in der Tat ein Mittel zum Zweck.
Dann gibt es da noch die Spiele, bei denen der Kopfschuss mehr oder weniger inflationär verteilt werden kann. Es sind die schnellen Games, die euch dann noch mit einem gebrüllten "Headshot" anstacheln, euch anpeitschen und direkt die akustische Bestätigung eures Treffens liefern. Bei Halo kann man seit jeher die "Grunt Geburtstagsparty" einschalten, die jeden Kopfschuss mit Kinderjubel und Konfetti belohnt. Dabei ist übrigens keine Verrohung zu befürchten, ein Headshot hat hier keine blutigen Konsequenzen. Bei diesen Spielen übrigens, nimmt man den Kopfschuss kaum mehr wahr. Gerade bei Spielen wie Unreal Tournament sind Headshots immer mal wieder Pflicht und später wird nur noch geschaut, wie viele man denn in dieser Runde geschafft hat. Diesem Effekt begegnet man auch in Spielen die man sehr häufig online spielt. Hier ist ein Kopfschuss zwar ein Grund zur Freude, nicht aber weil er euch audiovisuell umhaut, sondern weil es der Beweis für den gelungenen Umgang mit der Waffe ist.


- Moment, das ist doch gefährlich! -

Glaubt man Kritikern und Leuten ohne Fachwissen, so ermöglicht einem der gewandte Umgang mit Analogstick und Schultertaste auch im echten Leben ein ganz und gar ausgezeichnetes Gespür für Waffen. Wir alle haben nach einem schönen Abend mit Freunden im Mehrspieler mal einen Amoklauf geplant - bietet sich ja quasi an. Waffenkenntnis ist reichlich vorhanden, man weiß mit welcher Taste man nachlädt, wie man springt um Beschuss auszuweichen und wenn jemand ständig hinter einem läuft und "Headshot" durch ein Megafon brüllt, würde unser aller Traum in Erfüllung gehen.
Wer den realen Einsatz gerne ein wenig üben möchte, kann das mit einigen wenigen Spielen tun. Ich erinnere mich immer wieder gerne an Perfect Dark auf dem N64. Jahrelang als Kinderkonsole verschrien, sollte man mit einer kleinen Cam plötzlich sein eigenes Gesicht auf die Pixelcharaktere bringen können. Was spielerisch wenig Vor- oder Nachteile gebracht hätte, außer vielleicht mehr Spaß im Mehrspieler, sorgte plötzlich für einen Aufschrei in den Medien. Man schießt auf Freunde und Geschwister? Absolut undenkbar! Immerhin verletzen Abschüsse an der Konsole schlimmer als Luftgewehr, Wasserpistole und Co., sie sind die digital gewordene Verderbtheit der Jugend. Jedenfalls ist das Feature tatsächlich niemals gelauncht worden, was ich als halb so wild empfinde. Hinz und Kunz darf man also so lange in den Kopf ballern wie man will, bis Hinz und Kunz so aussehen wie der eigene Bruder oder der beste Freund. Einscannen kann man seine Hackfresse aktuell nur bei Rainbow Six Vegas. Dort seht ihr mich z.B. mitten im Feuergefecht dämlich grinsend an Wänden lehnen oder in Deckung schleichen. Ich wünsche angenehme Jagd und bin sehr gespannt wann dieses Feature anständig wiederbelebt wird, irgendwie ist es nämlich doch ganz cool.

Für die Zukunft muss sich aber eigentlich nicht viel verändern. Ein richtiger Kopfschuss hat aktuell alles da wo es hingehört. Viel mehr geht eigentlich nicht.


Es gibt in der Tat jede Menge Spiele, die nicht in Kinderhände gehören




- Ich komm nicht hooooooooch! -

Jaja, die Zukunft ist gesichert. Solange es hin und wieder mal Waffen wie den Kopfbohrer von Turok gibt oder man den knallharten Griff des Scharfschützengewehres benutzt um Golf mit dem Schädel der Feinde zu spielen, solange werden wir den Kopfschuss ganz doll lieb haben.
Früher war das alles nicht ganz so einfach. Erinnert sich noch jemand an die Anfänge von Ego Shooter und Co.? Die Zeit, in der man leider nicht bis zum Kopf gekommen ist. Bewegen konnte man sich damals nur auf gleicher Höhe, die Y Achse war quasi nicht existent. Das Fadenkreuz konnte also nicht bewusst auf den gegnerischen Kopf gelenkt werden. Zu Treffern in den Torso verdammt, schritt man durch pixelige Labyrinthe und war irgendwie trotzdem zufrieden. Erste Erfahrungen mit der heute gängigen Twin-Stick Steuerung waren ebenso witzig: An souveräne Kopftreffer war anfangs natürlich nicht zu denken. Vom Boden in den Himmel, vom Himmel wieder zum Boden und direkt gegen eine Wand. Hatte man sich nach ein paar Minuten daran gewöhnt, konnte man zumindest den ein oder anderen Erfolg erzielen. Heute stellt selbst ein brandneues Spiel keine Herausforderung mehr da: Der Kopfschuss sitzt. Ist uns anerzogen worden, in Fleisch und Blut übergegangen, gehört zu unserem Repertoire, ist unser Freund und Helfer.


Ein Schuss, drei Tote. Preiset die Replay Funktion, so bleibt jeder Kunstschuss erhalten




Um den Feind erfolgreich vom Kopf zu trennen braucht es fachmännische Enthauptungswerkzeuge. Am besten dafür geeignet sind Pistolen und Scharfschützengewehre. Während Erstere meist mit einem eher niedlichen Geräusch die Gegner aus den Socken haut, ist das Scharfschützengewehr eine echte Macht. Laut, intensiv und wuchtig schießt ihr den patrouillierenden Gegnern hier in den Hinterkopf und könnt durch das Visier beobachten wie der Gegner tot umfällt. Hin und wieder fliegen mal Helme oder Kopfbedeckungen durch die Gegend, wobei ihr nur hoffen könnt das keine stärkere Panzerung vorhanden ist. Wenn man plötzlich merkt das ein Kopfschuss nichts mehr ausrichtet, fühlt man sich fast schon verloren. Man zielt auf die Achillesferse der Pixelgegner und wird nicht belohnt. Wesentlich schlimmer, mit Abstand übrigens, sind Gegner die trotz erfolgreichem Kopfschuss nicht umfallen möchten. Zugegeben, früher gab es davon mehr Spiele als aktuell, hin und wieder trifft man sie aber noch, die Gesichtspanzer denen man Kugel um Kugel in den Kopf jagt, ohne dass man ein Erfolgserlebnis hat.
Unterschieden werden muss übrigens zwischen einem Kopfschuss aus dem Spielverlauf heraus oder einer Erschießung. Selbige gibt es, und das ist gar nicht schlecht, fast nie im Spiel zu bestaunen. Es erinnert auch mich persönlich zu sehr an das echte Leben, in dem es viel grausamer zugeht als im Spiel. Nein, ich spreche fast die ganze Zeit von schnellen Kopfschüssen, meist aus der Ferne. Die ganz kaltblütigen Dinger, die bekommt man nur selten. Dafür muss ja auch eine gewisse Dramaturgie herrschen. Condemned ist mir mit dem spielbaren "Abspann" im Gedächtnis geblieben, außer einigen Zwischensequenzen aber sonst nicht viel mehr. Erwähnt werden sollten in diesem Zusammenhang auch andere Enthauptungen, denn nicht immer ist es ein Schuss der dem Feind den Schädel raubt. Sehr häufig ist es eine scharfe Klinge, die vor allem in Fantasy Spielen eingesetzt wird. Wer es besonders rabiat mag, der freut sich mit mir auf God of War 3, auch wenn sämtliche Gaming-Seiten und Trailer dem Spektakel bereits die Würze genommen haben...

Die Frage die sich mir gerade stellt ist, im Vergleich zu einem Kopfschuss, weitaus weniger Energiegeladen und roh. Ich denke ganz offen darüber nach, wie man so einen Artikel nun schließt? Ich konnte bei google kaum Bilder finden, die ausdrücken wie toll ein Kopfschuss im Spiel sein kann (sucht bloß nicht ungefiltert danach!) und auf welche Situationen ich anspiele. Ein Headshot entsteht eben irgendwann im Spiel, ist kein Moment den man ewig festhält, der greifbar ist, wenngleich die Erfahrung sehr prägnant ist. Desweiteren sei auch angemerkt, dass Kopfschüsse in Deutschland natürlich keinen guten Stand haben. Die Vertreter der gewalttätigen Darstellung sind entweder indiziert oder komplett verboten. Die Spiele die den Kopfschuss eher taktisch nutzen (oder inflationär), kann man meist allerdings erwerben. Ist die Frage wie lange noch, aber das kann man in unseren Breitengraden ja schlecht vorhersagen.

Also, seid schön brav und spiele nur das was ihr spielen dürft!

Euer Onkel shadow




Ausnahmegenehmigung für Leute die Götter vernichten




Erfolgreicher Kopfschuss und doch keine Belohnung...




Kopfschüsse sind nicht nur Aliens und humanem Abschaum vorbehalten




Bei Left 4 Dead hat man eigentlich keine Zeit sich über einen Headshot zu freuen




Diese Figur kann man kaufen...




Wer sich an diesen Schuss erinnert, der weiß wie genial das Level war



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