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Das Phänomen Zelda (+ grosses Gewinnspiel)

Seit mehr als 25 Jahren gibt es Zelda schon. Aber warum eigentlich? Warum hält sich die Geschichte von einem jungen Helden mit grüner Zipfelmütze so lange, dass sie heute so aktuell ist wie beim ersten Mal? Warum kann sich das Zelda-Franchise relevant halten, während manch andere in der Nische der Zeit verschwinden? Wir werfen einen Blick darauf.

Dienstag, 17. Dezember 2013 um 15:42 von HatWolf

Ob es um Videospiele, Filme oder Bücher geht: Manche Geschichten, Figuren und Welten sterben einfach nie aus. Der Herr der Ringe wurde 1955 veröffentlicht, ist aber heute so aktuell und beliebt wie eh und je, gerade erst vor kurzem kam ein neuer Film rund um den Hobbit ins Kino. In 20 oder 30 Jahren werden die Filme und die Bücher mit Bestimmtheit immer noch Klassiker bleiben, genauso wie Literatur, Spiele, Geschichten und Verfilmungen rund um Dracula, Star Wars, Sherlock Holmes oder auch Batman. Solche Werken haben einfach einen Platz in unserer kollektiven Wahrnehmung. Videospiele sind hier mit Sicherheit das jüngste Medium, können daher bisher noch keine Werke vorweisen, dessen Einfluss auf uns seit 50 oder mehr Jahren ununterbrochen bestehen blieb. Doch wenn wir raten würden, welche Videospiel-Serien es noch in den nächsten 20 Jahren geben wird, dann fällt unser Blick sicher nicht auf Call of Duty oder Assassin's Creed, die jährlich dominierenden Franchisegiganten, sondern auf bereits jetzt erprobte Klassiker. The Legend of Zelda ist einer davon. Bisher konnte es sich seit über 25 Jahren behaupten und ist auch im Jahr 2013 kein Stück zurückgewichen. Dass die Serie immer noch aktuell ist, bewiesen erst die HD-Neuauflage des Gamecubeklassikers "Wind Waker" auf der Wii U oder eben das neue "A Link Between Worlds" auf dem 3DS, welches sich an den SNES-Favoriten "A Link to the Past" anlehnt. Mit einem weiteren Konsolen-Zelda am Horizont bleiben Fans sicher auch in Zukunft gespannt, doch warum gelingt es Zelda überhaupt so eine Konstante in der Videospielwelt zu bleiben, während andere Serien wie Crash Bandicoot, Tomb Raider oder Rayman staucheln, also entweder verloren gingen oder zwischendurch eine ernsthafte Auszeit brauchten?


Hier nahm 1986 alles seinen Anfang: The Legend of Zelda auf dem NES.
Um hinter das Phänomen Zelda zu kommen, muss man natürlich zu den Ursprüngen zurückkehren. Ins Jahr 1986 um genau zu sein. The Legend of Zelda für das Nintendo Entertainment System gilt als eines der einflussreichsten Videospiele aller Zeiten. Manch einer hält es für einen der wichtigen Vorläufer der modernen Rollenspiele, wobei man hier sicher geteilter Meinung sein kann, immerhin ist Zelda kein RPG, sondern ein Action Adventure. Der Titel für das einflussreichste Rollenspiel gebührt vermutlich eher der Ultima-Reihe oder auch Final Fantasy. Trotzdem ist der Einfluss von The Legend of Zelda nicht zu unterschätzen. Auch ohne das Genre mit den eben erwähnten Rollenspielen zu teilen, könnte man in der DNA von modernen Open World-Giganten wie Skyrim Spuren von dem kleinen NES-Abenteuer finden. Warum? Weil Zelda etwas getan hat, was viele Videospiele damals nicht konnten: Das Gefühl von Abenteuer und Erkundungsfreiheit in 8-Bit umsetzen. Eine Eigenschaft, die mit fortlaufender Technik nur verbessert und verfeinert wurde. Ob nun in 16-Bit in "A Link to the Past" oder die gewaltigen und immens wichtigen Schritte in "Ocarina of Time" im Bereich 3D-Gaming. Aber auch ohne den Antrieb der Innovation im Rücken zu haben, konnten Titel wie Wind Waker, Twilight Princess oder auch Skyward Sword diese Eigenschaft aufrecht erhalten. Das liegt nicht nur im zeitlosen Szenario von einem jungen Helden, der auszieht das Böse zu vernichten, begründet, sondern auch in der Struktur.

Die Spiele nach dem Original besitzen einen Rahmen, den das NES-Spiel nicht hatte. Man konnte damals noch in beliebiger Reihenfolge alle Dungeons durchspielen und die Welt erkunden, eine Eigenschaft die nur das neuste 3DS-Zelda wieder aufgegriffen hatte. Die nachfolgenden Spiele wiederum waren eher linear aufgebaut. Dieser Leitfaden mag aus heutiger Sicht ein wenig altbacken sein, immerhin ist zum jetzigen Zeitpunkt "Open World" das Schlagwort der neuen Generation. Aber viele vergessen, dass Open World kein Garant für Abenteuerlust sein muss. Nehmen wir Ocarina of Time. Für das damals 12-14 jährige Publikum des Spiels war der gewisse Leitfaden notwendig, um dem Gamer verstehen zu geben wie er seine ersten Schritte in dem virtuellen Fantasyreich gestalten muss. Erst nach der Einführung rund um Link, seinem Abgang aus dem Kokiriwald und seinem Aufbruch in die weite Welt, war der Spieler überhaupt bereit die neue virtuelle Spielwiese um ihn herum zu erkunden, erst dann konnte er sich auch sicher genug fühlen das Prinzip des Spiels verstanden zu haben. Selbstverständlich muss der Spieler fortlaufend immer mehr zu diesem Prinzip hinzulernen, wird aber auch mit Nebenaufgaben und Schätzen belohnt, wenn er beschließt neben dem Hauptpfad zu erkunden - das ermutigt ihn dann auch weiter bei den fortschreitenden und immer schwerer werdenden Rätsel in den Dungeons zu experimentieren. Denn Forschen, Ausprobieren und Experimentieren mit den vorhandenen Ressourcen ist das A und O bei Zelda und nur durch den richtigen Aufbau kann es gelingen jüngere Spieler dafür zu begeistern und nicht zu überfordern. Wer sich vorstellt einem unerfahrenen Spieler Morrorwind oder Dark Souls vor zu setzen, der wird sich denken können, warum dieser Leitfaden in Zelda von Bedeutung ist. Die komplexe, offene und ziemlich gnadenlose Welt von Morrorwind oder Dark Souls wird keinen Anfänger begeistern und wenn wird es eher eine Feuerprobe. Sie sind für Spieler gemacht, die sich mittlerweile sicher genug fühlen solche Projekte anzugehen, quasi von gefestigten Videospiel-Abenteuern. Aber genau Zelda hat viele erst zu diesen Abenteuern reifen lassen. Selbstverständlich gibt es auch andere Videospiele, die für junge Menschen diesen Schritt ins Hobby getan haben, aber Zelda tut dies eben mit jedem Spiel, seit vielen Jahren und als feste, verlässliche Konstante. Zelda wird immer diese Eigenschaft haben; immer bereit sein jungen Spielern die Hand zu geben, damit sie in ihr erstes großes Videospiel-Abenteuer eingeführt werden.


So ein Artwork könnte ohne Frage auch aus einem modernen Zeldaspiel stammen.

Trotzdem wäre es wohl ein Trugschluss zu denken, dass Zelda seinen bereits erfahrenen Veteranen nichts zu bieten hätte. Natürlich gibt es immer nur ein "erstes Mal". Sobald man einmal zu gefestigten Abenteurer geworden ist, geht man nicht noch einmal zurück ins Bootcamp. Vermutlich wird man also bei keinem weiteren Zelda die helfende Hand benötigen, um ins Spiel einsteigen zu müssen. Nicht ohne Grund kritisieren viele bei modernen Zeldas die gemächlichen Anfänge, allerdings werden die Spiele immer diese Lernkurve besitzen, nur um sicher zu gehen, dass man keinen Anfänger demotiviert, indem man sofort die Bedürfnisse der Veteranen bedient. Sobald aber der Kerninhalt eines jeden Zeldas erreicht ist, also das Abenteuer beginnt, werden auch die Wünsche eines jeden Action-Adventure Fans direkt angesprochen: Die drei zeitlosen Säulen von Zelda sind Action, Abenteuer und Rätsel. Durch neue Spielmechaniken, Inhalte, Geschichten, Figuren und Welten in jedem Spiel bleibt dies auch frisch, auch wenn nicht wenige Elemente trotzdem wiederholt werden. Als "zeitlos" wurde vorhin ja auch das allgemeine Szenario genannt, nämlich der junge Held, die Prinzessin und der Bösewicht, was so immer in verschiedenen Variationen in jedem Zelda vorkommt. Im Grunde genommen bewegt man sich, wenn man es auf diese Elemente herunter bricht, in jedem Zelda auf einer Märchenebene. Feen, böse Magier, Schätze, Drachen - gibt es etwas, was noch mehr diesem Archetypen entspricht? Zelda beugt sich keinem modernen Trend, orientiert sich nicht nach dem, was heute für cool empfunden wird. In der Tat hat vermutlich niemand Links grüne Zipfelmütze und Tunika je für "cool" empfunden. Wer im aktuellen Geschmack seiner Zeit lebt, könnte es daher sicher für ein Problem halten, dass Zelda kein weiteres ernstes, düsteres Fantasyspiel wie Dragon Age ist und streckenweise eher albern und bunt wirkt. Doch das ist, wenn man es genau betrachtet, fast der wichtigste Grund, warum es sich überhaupt als Klassiker etablieren konnte. Duke Nukem ist ein Produkt der 90er, angefangen von den trashigen Sprüchen bis hin zu der fetten Sonnenbrille.

Das Alter des Helden variiert mit jedem Spiel.

Als 2011 nach langer Zeit das neuste Spiel der Reihe erschien, Duke Nukem Forever, waren viele nicht nur von der Spielqualität enttäuscht, sondern entdeckten auch, dass sie über die Attitüde des Dukes nicht mehr so lachen konnten, obwohl seine Art von Humor die gleiche geblieben war. Duke ist einfach nicht mehr die Art von Held, die in der modernen Videospiel beliebt ist. Er ist schlecht gealtert mit der Zeit. Und das könnte vielen Helden so gehen. Kratos als der grimmige, rücksichtslose Antiheld wirkt cool und düster, in einigen Jahren belächelt man das Konzept aber vielleicht. The Last of Us, Tomb Raider, Splinter Cell, Hitman - Alle modernen Spiele bedienen sich bestimmter Ästhetik, aber kommende Generationen könnten diese als überholt ansehen. Daraus entsteht ein Archetyp, genauso wie heute der "typische 80er Actionheld" für uns ein bestimmter Archetyp geworden ist. Das soll nicht die Qualität dieser Geschichten oder Figuren absprechen, auch im Zeitkontext können wichtige Klassiker entstehen, aber ein Star Trek-Film heute präsentiert sich ästhetisch anders als die ursprüngliche TV-Serie. Zelda wiederum kann nie aus dem Trend geraten, da es nie versucht hat Teil davon zu sein. A Link Between Worlds bedient sich optisch einem ähnlichen Artstil wie "A Link to the Past" aus 1991 und hat damit ästhetisch die selbe Wirkung auf uns wie vor 20 Jahren.


Für viele das ikonischste Spiel der gesamten Reihe: Ocarina of Time.

Auch weiß Zelda den Spieler nicht zu ermüden. Zwischen jedem Heimkonsolenzelda liegen vier oder fünf Jahre Entwicklungszeit, genauso zwischen den Spielen auf dem Handheld. Call of Duty und Assassin's Creed gelten heute als die lukrativen Giganten, die es sich leisten können jedes Jahr Bestseller auf den Markt zu werfen, doch ist es absehbar, dass dies sich nicht ewig halten kann. Darum muss sich der entsprechende Publisher sicher keine Sorgen machen, auch wenn er fünf Jahre in Folge einen Erfolg nach dem anderen rausbringt, so wird es keine Tragödie sein, falls die Spieler von dem Franchise eine Pause brauchen oder gar sich etwas Neuem zuwenden. Die Einnahmequelle für diesen Zeitraum dürfte lukrativ genug gewesen sein. Nintendo selbst aber legt seine Franchise-Spiele eher so an, dass sie auch über die längste Zeit hindurch wachsen können und von Generation zu Generation gehen. Das erfolgreichste Beispiel dieser Strategie dürfte Pokémon sein, ebenfalls ein Spiel, welches wir in 20 Jahren weiterhin auf dem Markt sehen dürften. Zelda ist zweifelsohne ein Produkt dieser Strategie. Als Begleiter für junge Gamer mit zeitlosen Abenteuer- und Fantasymotiven und als regelmäßig Konstante in der Videospielwelt. Natürlich kann keiner wissen, wie es in 20 Jahren aussehen wird, aber bisher hat sich Zelda hier als zuverlässig erwiesen. Ob man nun all diese Konzepte an der Spielreihe schätzt oder nicht, es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Zelda sich über einen erstaunlich langen Zeitraum erhalten hat. Und obwohl sicher Herr der Ringe, Star Trek und Batman andere Gründe hatten, um über so viele Jahre im Gedächtnis der Gesellschaft zu bleiben, so gelten sie trotzdem alle als Kulturphänomen. Ob Zelda einen ähnlichen Status erreichen wird, lässt sich nur spekulieren, aber ein Phänomen ist es zumindest jetzt schon.



Consolewars und Nintendo wollen euch zu Weihnachten eine Freude machen. Alles was ihr dafür tun müsst, ist uns mitzuteilen was euer magischster oder wichtigster Moment mit Zelda war. Beschreibt was für euch besonders beeindruckend war, wie ihr Zelda gefunden habt oder wie ihr zum Zelda-Fan geworden seid. Teilt uns eure Geschichte in den Kommentaren mit und ihr nehmt direkt an der Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es zweimal The Legend of Zelda: Wind Waker HD für die Nintendo Wii U oder The Legend of Zelda: A Link Between Worlds für den Nintendo 3DS samt Bonusfanpaket (Spiel nach Wahl). Als Hauptpreis gibt es einen Nintendo 3DS XL mit dem Spiel The Legend of Zelda: A Link Between Worlds. Wir werden die Gewinner am Weihnachtsmorgen verkünden, dem 24. Dezember 2013. Verschickt werden die Preise Anfang Januar 2014. Viel Glück!

Teilnehmen können alle registrierten Mitglieder von consolewars.de. Jede gültige Einsendung nimmt automatisch am Gewinnspiel teil. Teilnahmeschluss ist der 23. Dezember 2013. Redakteure von Consolewars.de sowie Mitarbeiter beteiligter Unternehmen sind von Gewinnspiel ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen ist der Rechtsweg. Consolewars bedankt sich bei der freundlichen Unterstützung von Nintendo bei diesem Gewinnspiel.


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