Nintendo Switch OLED Edition - ist es eine verpasste Chance?

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Das Upgrade der Switch ähnelt mehr einem Quality-of-Life-Update

Nach monatelangen Spekulationen hat Nintendo gestern eine neue Version der Switch vorgestellt. Die Gerüchteküche hatte bisher gebrodelt und verschiedene Spezifikationen wurden für das Gerät kolportiert: So gingen "Insider" davon aus, dass die neue angeblich "Switch Pro" genannte Konsole neben einem OLED-Bildschirm eine größere Batterie, und besonders wichtig, einen stärkeren Prozessor aufweisen würde. Indizien dafür waren Gerüchte, wonach NVIDIA aufhören wird, den Tegra X1 SoC (System on a Chip) zu produzieren und womöglich ein Nachfolger verwendet werden würde. Sehr stark befeuert wurden die Gerüchte durch einen Bloomberg Artikel  vom März 2021, wonach die Produktion der OLED-Displays für die neue Switch-Variante im Juli starten würde. Dieser Teil des Artikels hat sich als korrekt erwiesen, der zweite Teil hingegen, dass auch 4K-Auflösungen im Docked-Modus unterstützt werden würde, nicht. 
 
Auf den ersten Blick ist bei der Switch OLED Edition Ernüchterung angesagt: Sie bietet zwar nun ein OLED-Display, aber sonst keines der Verbesserungen, die sich die Community erhofft hat. Die Batterielaufzeiten bleiben, aufgrund des vergrößerten Displays auf nun 7", im bisherigen Rahmen der aktualisierten Switch. 
Das Dock weist nun einen Ethernetanschluss auf, den man vorher separat erstehen musste. Als weitere Verbesserung muss der neue Kickstand angesehen werden, der über die gesamte Breite geht und somit die Switch wesentlicher stabiler hält, als die bisherige Version positioniert werden kann.
Der interne Speicher wurde von den bisher sehr kleinen 32GB auf nunmehr 64GB erhöht. Das ist zwar willkommen, wird euch aber nicht davon abhalten, eine microSD-Karte für mehr Speicher kaufen zu müssen, sobald ihr einige Spiele auf die Switch geladen habt.
 
Ist also diese Ernüchterung berechtigt? Ist die Empörung hier auf consolewars und sonstwo im Internet in Ordnung weil Nintendo "nicht geliefert" hat?
 
 

Es ist nicht ganz so einfach, wie es scheint

 
Wieso hat Nintendo keinen stärkeren Prozessor integriert und ist nicht den Weg gegangen, den Sony bei der PlayStation 4 Pro und Microsoft mit der Xbox One X gegangen ist? Ihr könnt jetzt aufhören, euch über Nintendo aufzuregen, denn wir liefern euch plausible Gründe wieso Nintendo es nicht so gemacht hat wie Sony und Microsoft.
 
Die PlayStation 4 als auch die Xbox One sind beides Konsolen, die von Anfang an auf 1080p ausgelegt waren und Spiele in dieser Auflösung angeboten haben in einer ordentlichen Leistung. Die Switch hingegen hat zwei Modi, den Handheld-Mode und den Docked-Mode. Im Docked-Mode gibt es zwar etwas mehr Prozessorleistung, aber die Auflösung steigt von 720p auf 1080p. Die meisten Entwickler haben ihre Probleme bei der Optimierung ihrer Spiele für beide Modi, die zu sehr viel Unruhe unter diesen geführt hat. Was vielen nicht bewusst ist, dass der Switch-Hauptprozessor bei 720p insgesamt 921.600 Pixel verarbeiten muss. Sobald es auf 1080p hoch geht, sind es bereits 2.073.600 Pixel. Das sind 125% mehr Pixel, die die GPU verarbeiten muss, die Taktrate steigt aber im Docked-Modus im besten Fall um etwa 100%. Im ungünstigsten Fall, wenn das Spiel sogar im Handheld-Mode Power braucht, kann die Leistung nur um 66% erhöht werden. 
Für die Number-Cruncher unter Euch: Im Docked-Mode hat die Switch-GPU eine Leistung von 393 GFLOPS, im Handheld-Mode sind es 236 GFLOPS (wo wir wieder in etwa bei 60% wären). Das dies generell ein Problem ist, zeigt auch, dass Zelda auf der Switch nur mit 900p im Docked-Mode läuft und nicht mit den vollen 1080p.
 
Wenn jetzt Nintendo eine 4K-Version der Switch produziert hätte, die im Docked-Mode eben diese Auflösung anbieten würde, dann hätten die GPU mit 8.294.400 Pixel zu kämpfen. Der Unterschied zwischen dem Handheld-Mode (921.600 Pixel) zu 4K im Docked-Mode (mehr als 8 Millionen) wären mit diesem SoC einfach technisch nicht möglich. Da NVIDIA in der absolut komfortablen Position ist, rein gar nichts an dem Tegra X1 zu verbessern, da sie ja einen ständigen Abnehmer (sprich Nintendo) für den Chip hat, findet hier auch nicht der bei anderen Chipherstellern übliche jährliche Verbesserungsprozess statt. Im Gegensatz zu Qualcomm und Samsung bedient NVIDIA nicht mehr den Mobiltelefonmarkt, sondern nur noch Nintendo und ein paar Autohersteller. Der Tegra X1 beinhaltet die inzwischen uralte Maxwell-Grafikkernarchitektur (danach kamen Pascal, Volta, Turing und im Moment sind wir bei Ampere) und wie man so hört, konzentriert sich NVIDIA beim Tegra-Nachfolger - wenn denn einer kommt - immer mehr auf den Automotive-Sektor. 
Der zweite Punkt wieso Nintendo nicht sonderlich erpicht war, den Modus zu integrieren, sind die Entwickler. Neue Spiele für 4K anzupassen erhöht weiter den Aufwand - gerade wenn der Spagat zwischen 720p und 4K stattfindet. Irgendwann wird Nintendo dies den Entwicklern abverlangen, aber jetzt ist die Zeit noch nicht gekommen.
 
Die Switch OLED Edition ist ein Quality-of-Life-Update, für alle die keine Switch haben, ist es die Version der Konsole, die sie kaufen sollten. Für alle anderen, die bereits eine Switch besitzen und sie überwiegend im Docked-Mode verwenden, gibt es keinen wirklichen Grund auf die neue Variante zu wechseln, da die Verbesserungen marginal sind.
 
 Wie entscheidet ihr euch? Macht bei unserer Umfrage mit.
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