Spider-Man: Web of Shadows - Review

Spider-Man: Web of Shadows

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Review
PS3
12
Spider-Man Web of Shadows Review
 
Es gibt alte Bekannte, bei denen man sich immer wieder sehr herzlich freut sie plötzlich vor der Tür stehen zu haben. Ähnlich ergeht es uns bei Spider-Man, den man gerne ins Wohnzimmer lässt, um gemeinsam ein paar heitere Stunden zu erleben. Activision klopft schon an der Tür und serviert uns mit Spider-Man Web of Shadows ein neues Abenteuer des Spinnenmanns. Erfreulicherweise haben wir es in diesem Titel nicht mit einer Umsetzung eines aktuellen Kinofilms zu tun, was gleichzeitig bedeutet, dass die Entwickler bei der Gestaltung und Inszenierung der Geschichte freie Hand hatten. Ob das Potential genutzt wurde und ob das Spiel im engen Spider-Man Kostüm eine gute Figur abgibt, wollen wir gemeinsam herausfinden.
 
Das Gute oder lieber das Böse?
 
Einmal selber ein Superheld sein! Das wäre doch mal was, oder? Mit Web of Shadows haben wir nun diese einmalige Möglichkeit. Dabei dürfen wir sogar selber bestimmen, ob wir nun ein Superheld sein wollen, dem wirklich jeder zujubelt, oder der einfach egoistisch sein eigenes Ding durchzieht. Als Spieler bekommt man die Möglichkeit einen Eindruck davon zu bekommen, was es heißt ein Held zu sein. Damit sind aber auch alle Pflichten und Sorgen verbunden.
 
Activisions Spider-Man Web of Shadows basiert, wie bereits erwähnt, nicht auf einen Kinofilm oder auf einer Comicvorlage. Die Entwickler durften sich austoben und eine völlig eigenständige Geschichte spinnen. Diese Freiheit wurde genutzt und in ein ebenso freies Spiel integriert. Innerhalb des einen Spiels gibt es zwei Geschichten zu erleben und dementsprechend zwei unterschiedliche Endsequenzen zu sehen. Es liegt an euch, ob ihr nun der rotstrahlende Held sein wollt oder aber der dunkle Bösewicht. Web of Shadows nähert sich dieser Thematik in einfachen Schritten. Bereits in der ersten Mission gilt es eine wichtige Gewissensfrage zu klären, was auch gleichzeitig den ersten Schritt in die jeweilige Richtung bedeutet. Von Luke Cage (ebenfalls eine bekannte Figur aus dem Marvel Universum) erhält man den ersten Auftrag, in dem es gilt zwei lokale Gangs bei ihrem Problem zu helfen. Auf den Straßen bekriegen sich die rivalisierenden Gruppen und sorgen für Schrecken und Angst unter der Bevölkerung. Die eigentliche Mission liegt nun darin sich bis zu den Oberhäupten der Gangs vorzukämpfen und diese zum Gespräch zu zitieren. Hat man beide dazu gebracht, schlägt die Stunde der Entscheidung. Sollen die Parteien den Konflikt im Dialog beenden oder aber spielt man sie aus, so dass sie sich einfach gegenseitig platt machen? Ein guter Spider-Man wählt natürlich die erste Variante, während der Bösewicht die zweite bevorzugt.
 
Ähnliche Konstruktionen erwarten euch auch in den nächsten Missionen. Ein bekannter Held aus dem Marvel-Universum stellt euch vor die Wahl und ihr selber könnt entscheiden welchen Weg ihr gehen wollt. Über den Dächern New Yorks begegnet man im Storyverlauf Black Cat. Nach einem erbitterten Kampf kommt es zu einer überraschenden Wendung. Entweder man gibt sich der Katzendame hin oder aber man bleibt seiner langjährigen Freundin Mary Jane treu. Schnell merkt man, dass immer wieder die Qual der Wahl euch heimsucht. Soviel Entscheidungsfreiheit gibt es übrigens auch für die Route, die man einschlägt. Spider-Man Web of Shadows ist ein Open-World-Game im Stile eines Grand Theft Auto.
 
Sie lieben oder hassen dich!
 
Segelt man als Spider-Man so durch die Straßenschluchten New Yorks, wirken die zahlreichen Bewohner wie kleine Ameisen. Nähert man sich ihnen aber, so stellt man fest, dass sie doch reinrassige Menschen mit eigenen Gefühlen und einer Meinung sind. Folgt man dem hellen Pfad so applaudieren sie beim Anblick Spider-Mans. Ist man eher für seine bösen Taten bekannt, verfallen sie in Schrecken und suchen schnell das Weite. Hat man sich fest für eine der beiden Seiten entschieden, bietet Web of Shadows dem Spieler eine besondere Möglichkeit die eigene Einstellung nach Außen zu tragen. Durch einen einfachen Klick auf den Analog-Stick wechselt Spider-Man innerhalb von Millisekunden vom klassischen roten Anzug in den dunklen Symbioten-Anzug. Allerdings hat dieses Wechselspiel noch weitaus wichtigere Auswirkungen, wie unterschiedliche Moves. Im dunklen Anzug erlernt man zwar langsamere, aber dafür deutlich brachialere Attacken, während im roten Gewand die Spinne seine typisch eleganten Techniken anwendet. Ein toller Einfall, der in zwei unterschiedliche Gameplay-Verhalten mündet. Im Großen und Ganzen unterscheidet sich zwar die Tastenbelegung nicht so sehr, doch eine eigene Wahl haben zu können und auch das entsprechende Karma zu entwickeln wird dem Spieler überlassen, was ja sehr der Forderung nach mehr Entscheidungsfreiheit in Videospielen nachkommt.
 
Zu jedem Zeitpunkt hat man die Spinne selber ganz gut unter Kontrolle. Da wir es mit einem recht komplexen System zu tun haben, verzeiht man auch gerne kleinere Ungereimtheiten wie beispielsweise die verwirrend schnell wechselnde Kamera beim Klettern an den Fassaden der Hochhäuser. Einen starken Schwerpunkt legt das Gameplay auf die Kämpfe, die auch mit kopflosem Hämmern auf die Tasten gemeistert werden können. Wer die elegantere und deutlich effektivere Kampfweise bevorzugt, der verinnerlicht innerhalb der Menüs die Tutorials und schafft es mit spannend inszenierten Manövern den Schurken dieser Welt eines auf die Mütze zu geben. Hier ist besonders Timing und Kombination gefragt, was auch deutlich mehr Erfahrungspunkte einbringt. Dies ist auch gleich das Schlagwort für einen weiteren wichtigen Punkt im Spiel. Stylisches Kämpfen ist nicht nur eine Wonne für das Auge, sondern ermöglicht Spider-Man in bester Rollenspiel-Manier immer weitere Moves zu erlernen. Erzielte Punkte können innerhalb des Menüs in neue Attacken investiert werden, so dass sich das Gameplay Schritt für Schritt weiterentwickelt und dem Spieler praktisch immer wieder neue Herausforderungen bieten.
 
Der generelle Ablauf im Spiel ist ganz im Stile eines typischen Open-World Games und startet in der Regel mit einem Auftraggeber. Um nicht die Orientierung zwischen den vielen Missionen, die auch gerne gleichzeitig ablaufen, zu verlieren, wird am rechten unteren Bildschirmrand eine kleine Map mit allen wichtigen Punkten angezeigt. Zusätzlich findet man noch eine große und übersichtlichere Karte im Menü, worauf ebenfalls Standorte von Auftraggebern angezeigt werden. Hat man einen solchen aufgesucht, folgen einige Dialoge mit einer abschließenden Auswahlmöglichkeit. Es gibt eine große Hauptmission vom Auftraggeber (wie Cage oder Wolverine) und zusätzliche Nebenmissionen, deren Inhalt immer recht überschaubar ist. "Töte 100 Gegner", "besiege 25 Gegner mit deinem neuen Move" oder "lege XY das Handwerk". Recht abwechslungsarm und deren Ausführung ist über das gesamte Spiel hinweg ähnlich monoton. Man merkt recht schnell, dass Spider-Man Web of Shadows eigentlich schon nach rund einer Stunde Spielzeit alle seine Facetten offenbart hat, doch trotzdem bleibt man bei diesem Spiel als Spider-Man Fan dran, denn die Kämpfe selber (auch wenn es immer wieder das Selbe ist) machen einfach Spaß. Um die besagten Gegner im Großstadtdschungel ausfindig zu machen bedarf es keiner Karte. Wozu hat Spider-Man schließlich seine übermenschlichen Sinne? Ein Druck auf die Schultertaste reicht aus und schon machen die Spider-Sensoren ihre Runden. Egal welches Objekt sich diesen in den Weg stellt, sie durchqueren jedes Hindernis und machen alle Gegner im unmittelbaren Umkreis in Form von bunten Silhouetten sichtbar.
Um aber nicht zu sehr auf das Euphoriepedal zu treten, kommen wir noch mal auf die Kamera und gleichzeitig der größten Schwäche im Spiel zu sprechen. Spider-Man ist schnell und kann sich in alle Richtungen bewegen. Es wäre einfach schön, wenn man dies auch von der Kamera behaupten könnte. Gerade bei einem solchen Titel ist die Umsetzung wohl besonders schwierig, was sich durch viele Fehler bemerkbar macht und schließlich Situationen erzeugt, in denen man schnell die Übersicht verliert. Um diesem entgegenzuwirken darf man mittels rechtem Analogstick die Kamera jederzeit justieren oder mittels Schultertaste die Kamera auf einen Gegner einloggen.
 
Technisch (also Grafik und Sound) gibt es ebenfalls einige Kleinigkeiten anzumerken, die dem ansonsten recht positiven Gesamteindruck nur mäßig schmälern. Zu den Kameraproblemen gesellen sich noch einige Ruckler und vor allem Clippingfehler. Ansonsten haben wir eine saubere Grafik vorgefunden, dessen Charaktere detailreich sind und besonders in den Animationen zu gefallen wissen. Dieser passende und elegante Eindruck wird nur durch die deutsche Synchronisation wieder sehr stark gemäßigt. Die Sprüche sind stumpf und von der asynchronen Lippenbewegung abgesehen oftmals nicht passend. Die Spielmusik hingegen ist zu jeder Spielsituation mit Bedacht gewählt worden.
 
Positiv:
 
+ Spidy hat ein paar echt coole Moves drauf
+ auf Spider-Man Art die große Stadt erkunden
+ erweiterbare Fähigkeiten
+ Wechselspiel zwischen Gut und Böse
 
Negativ:
 
- Kameraprobleme
- unpassende Synchronstimmen
- langweiliges Missiondesign
 
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Becks
Spider-Man Web of Shadows ist eines der erfreulichsten Lizenzspiele der letzten Monate und eines der besten Spider-Man Abenteuer überhaupt. Anscheinend hat sich die Freiheit, die die Entwickler bei diesem Spiel genossen haben, positiv auf das gesamte Spiel ausgewirkt. Im Vergleich zu den Vorgängern, folgt Web of Shadows keiner bereits vorhandenen Geschichte, sondern wurde eigens für diesen Titel gesponnen. Die besagte Freiheit kann auch vom Spieler genossen werden. Spider-Man lässt sich sehr gut durch den Großstadtdschungel navigieren und zeigt auf spektakuläre Weise, was für neue Tricks er auf Lager hat. Einzig einige technische Schwächen und die monotonen Missionen trüben den großen Spaß.

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