Mirror's Edge - Review

Mirror's Edge

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Review
360
61
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Überleben wird überbewertet"[/u]
 
Dies gibt euch eine Runner-Kollegin nach knapp der Hälfte des Spiels mit auf den Weg. Schon jetzt habt ihr euer Leben mehr als ein Dutzend mal riskiert, waghalsige Sprünge und Kletterpassagen hinter euch gebracht und aller Wahrscheinlichkeit nach auch schon Kontakt mit der schießwütigen Polizei gehabt. Wenn Mirror's Edge läuft, dann ist es brillant. Fantastische Grafik, toller Sound, packendes und zugleich einfaches Gameplay und ein gewisser Flow, quasi der Rausch der Geschwindigkeit. Wenn es nicht läuft, dann kann der Action Titel von Dice tierisch nervig sein. Sprünge klappen nicht, Faith tut das Falsche oder der lange Arm des Gesetzes zieht euch den Gewehrkolben durch die Visage. Trotzdem kommt man um eine Top Wertung nicht herum. Die Story ist zwar arg kurz und nach guten zwei Sitzungen leider schon beendet, danach locken aber Time Trials und Speed Runs.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Der Handlung von Mirror's Edge hatten wir anfänglich gar nicht so viel zugetraut und waren deshalb überrascht, wie genial der Plot präsentiert wird. Die Zwischensequenzen, die an einen stylischen Anime erinnern, bringen euch einzelne Figuren näher und erzählen von der Vergangenheit der Stadt, während Protagonistin Faith auch selber viel erzählt. Ihr weicht ihr das gesamte Spiel über nicht von der Seite und erlebt so mit, wie ihre Schwester Kate des Mordes beschuldigt wird. Die wilde Achterbahnfahrt geht mit Verfolgungen und Verschwörungen weiter, die euch im Spiel dank ständigem Funkkontakt vor Augen gehalten wird. Insgesamt also sehr gute Unterhaltung.
 
[u]Optik_[/u]
 
Die Welt von Mirror's Edge ist eine Besondere. Tatsächlich gab es lange kein Spiel mehr, das die Ego Perspektive mit solch erfrischender Grafik aufgepeppt hat. Dice spielt mit den Farben, nutzt die grell strahlende Sonne um euch regelmäßig zu blenden und erschafft damit eine faszinierende Atmosphäre. Die Innenräume wirken trotz einem gewissen Grad an Sterilität unheimlich echt und plastisch. Ihr begegnet leuchtenden Neon Farben, die anfangs völlig unrealistisch wirken, euch aber dann vollends begeistern. Wenn ihr durch tiefblaue Korridore rennt, wenig später aber nur noch gelb seht und auf den Dächern wieder in strahlendes weiß gehüllt werdet, dann sieht das hervorragend aus. Auch das dunkle Rot, das euch eigentlich nur den Weg weisen soll, fließt ein in den besonderen Stil des Spiels und wird ein wichtiger Teil davon.
Selten haben uns diverse Kinderkrankheiten bei einem Spiel so wenig ausgemacht. Denn von Tearing und dem ein oder anderen unschönen Kantenflimmern bleibt auch Mirror's Edge nicht verschont. Doch es ist die Atmosphäre, die euch schon wenige Minuten später wieder in ihren Bann zieht. Wer die richtigen Moves drauf hat, die übrigens toll animiert sind, gerät dank der intensiven Ego Perspektive (mit Stürzen und Überschlägen) in einen wahren Rausch. Volle Punktzahl also, für das innovative Mirror's Edge.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Direkt zu Beginn möchten wir die ausgezeichnete deutsche Sprachausgabe loben. Alle Sprecher konnten uns während des Spiels voll und ganz überzeugen, egal ob stoisch ruhiger Polizist, besorgter Merc oder die abgehetzte Faith. Es passt, wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt und ist deshalb in sich geschlossen perfekt. Auch der restliche Sound konnte unsere Gunst für sich gewinnen. Packende und rasante Drum & Bass Einlagen, wechseln sich mit ruhigen Melodien ab, die das Geschehen stets perfekt untermalen. Leider gehen einem nach einiger Zeit die wild schießenden Polizisten ein wenig auf den Keks, ansonsten macht auch die Effektkulisse alles richtig, weshalb für tolle Stimmung und gute Qualität die volle Punktzahl springen lassen. Wer die 5.1 Anlage ordentlich mitlaufen lässt, gerät vor allem bei den Time Trials in eine Art entspannten Rausch. Die Musik ist gespenstisch ruhig und doch präsent, dazu die regelmäßige Atmung von Faith - schon genial was die Jungs und Mädls da gebastelt haben.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Wenn ein neues Kapitel lädt, bekommt ihr davon dank der Zwischensequenzen nichts mit. Im Level selbst wird man nur selten und kurz unterbrochen, auch gut hinbekommen hat Dice eure Wiedergeburt. Da man stellenweise häufiger das Zeitliche segnet, ist es hier besonders wichtig nach etwa 1,5 Sekunden wieder im Spiel zu sein.
 
[u]Extras_[/u]
 
Keine
 
[u]Spielgefühl_[/u]
 
Viele von euch wünschen sich frischen Wind. Viele von euch würden gerne den sprichwörtlichen Staub vom Ego Shooter Genre blasen. Und viele von euch haben es satt immer nur auf dutzende Gegner zu ballern. Solltet ihr euch jetzt angesprochen fühlen, ist Mirror's Edge wohl einer der Geheimtipps für den Winter. Denn Entwickler Dice hat ein Spiel geschaffen, das nicht unbedingt Konventionen bricht, aber gewiss einen völlig anderen Weg einschlägt als man es gewohnt ist.
 
Mirror's Edge erlebt ihr in der Haut von Faith, einer Runnerin, die auch genau das tut. Sie rennt, sprintet, hechtet, klettert. Das alles aus der Ego Perspektive. Die ist hier so intensiv wie sonst nie umgesetzt, da ihr nicht gemächlich durch die Landschaft lauft, sondern tatsächlich mit irrer Geschwindigkeit über Dächer kraxelt und euch beim abrollen schonmal schwindelig werden kann. Die Steuerung kommt trotz waghalsiger Aktionen und Sprüngen mit nur wenigen Befehlen aus. Die Schultertasten lassen Faith springen, an Wänden entlanglaufen, Feinde angreifen oder unter Hindernissen hindurch schlüpfen. Doch ehrlich gesagt macht man sich darüber keine Gedanken, denn eine der großen Stärken von Mirror's Edge ist die Tatsache, dass es sich stellenweise fast schon rein intuitiv spielt. Eure Missionen beginnen meist hoch oben über den Straßen auf einem Wolkenkratzer. Von dort aus steht euch die Welt offen, wobei Faith trotz ihrer Agilität meist nur auf einem Weg überleben kann. Stürzt ihr in die Tiefe, beginnt das Spiel ab einem der vielen Checkpoints neu. Doch wir wollen den Teufel mal nicht an die Wand malen. Mit den beiden Stick steuert ihr Faith sehr direkt und zielgenau durch die Level, wobei ihr dabei quasi dauerhaft im Laufschritt unterwegs seid. Nur selten hat man Zeit sich an der schönen Grafik satt zu sehen, konzipiert ist Mirror's Edge nämlich für den Rausch der Geschwindkeit. Beim ersten Durchgang fast unvorstellbar, ist es das Ziel der Entwickler, euren Sprint nicht zu unterbrechen. Wer einmal in den Flow gekommen ist, der lässt auch die größten Hindernisse mit einem Knopfdruck hinter sich - und das sogar stylisch. Ihr erklimmt Kästen und springt auf kleine Dächer, nehmt Anlauf und lasst auch große Häuserschluchten hinter euch. Abrollen nicht vergessen, sonst tut es weh. Viel verträgt die gute Faith nämlich nicht. Im Gegenteil, schafft ihr es nicht die Polizei hinter euch zu lassen oder sie zu entwaffnen, reichen ein paar Treffer und ihr müsst es nochmal probieren.
 
 
Gegner spielen bei Mirror's Edge zwar eine große Rolle, nicht aber der Kampf gegen sie. Die Polizei ist hauptsächlich dazu da euch Druck zu machen, treibt euch also nach vorne und bedrängt euch sehr häufig. Stellen sich die Cops unmittelbar in euren Weg, habt ihr mehrere Möglichkeiten: Nehmt ihnen mit einer schnellen Reaktion die Waffe ab (und erschießt sie dann), knallt ihnen eure Fäuste um die Ohren oder sprintet einfach an ihnen vorbei. Viel Munition haben die Schießprügel eh nicht und schnell merkt man, dass ein rettender Sprung sicherer ist als die Konfrontation.
 
Die Geschwindigkeit ist euer Freund. Es macht unglaublich viel Spaß wenn ihr einen Run über längere Zeit halten könnt. Es dauert zwar ein wenig bis man seine Möglichkeiten alle kennt und die Steuerung perfekt beherrscht, das lohnt sich aber weil man tatsächlich in einen Rausch verfällt und die kompliziertesten Hindernisse passiert. Dice hat viele Passagen allerdings auf den ersten Blick ein wenig zu undurchsichtig gemacht. Das führt dazu, dass man sich beim ersten Durchgang schon auf den zweiten Run sehnt, bei dem man dann weiß was zu tun ist. Tatsächlich ist es nicht sonderlich spaßig die Gegend mehrmals zu sondieren, nur um immer noch nicht genau zu wissen was Sache ist. Um euch nicht im Regen stehen zu lassen, hat Dice aber die wichtigsten Punkte, Orte und Interaktionsmöglichkeiten knallrot eingefärbt. Obwohl eigentlich total unpassend und nur als Hilfestellung gedacht, fügt sich auch das in die tolle Grafik mit ein und fällt nicht mal wirklich auf. Ein kurzer Druck auf die B Taste gibt euch außerdem die Richtung vor.
 
Lange Zeit hatten wir 11 Punkte für das Spiel vorgesehen, was gegen Ende aber nicht mehr machbar ist. Zwar sind es sehr deutliche 10 Punkte mit starker Tendenz nach oben, oft genug beißt man vor Wut aber auch ins Gamepad. Wenn Faith wegen einem Zentimeter nicht das rettende Rohr ergreift oder nicht den gewünschten Wallrun ausführt, treibt euch das bei Mirror's Edge sehr schnell in den Wahnsinn. Noch frustrierender sind die Kämpfe gegen die Cops. Selber Schießen ist blöd und unnütz, außerdem sind die Feinde zielsicher, schnell und rufen häufig nach Verstärkung. Es gibt einige wenige Stellen an denen man tatsächlich verzweifelt und auch wenn man es irgendwann geschafft hat und den Fehler sogar bei sich sucht, wird man einfach fuchsteufelswild. Wenigstens, und das zeichnet das Spiel dann wiederum aus, ist der Ärger schnell verflogen wenn man wieder Geschwindigkeit aufgenommen hat. Auch Kopfschmerzen bereitet uns die Dauer des Spiels. Sicher ist Mirror's Edge nicht unbedingt auf den reinen Singleplayer ausgelegt, aber mit neun Kapiteln und etwa 5 Stunden Spielzeit, ist uns das trotzdem zu wenig. Danach locken euch übrigens die tollen Speed Runs und Time Trials, die das Vergnügen sinnvoll erweitern. "Geister" runterladen kann man sich dafür auch, außerdem gilt es versteckte Koffer aufzuspüren. Die 10 Punkte hat sich der Ego Trip von Dice redlich verdient und gerne hätten wir auch 11 Punkte gegeben, aber Frustfaktor und Umfang lassen dies nicht zu.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Insgesamt gesehen sind die Erfolge von Mirror's Edge ziemlich genial geworden. Ihr bekommt schon für den ersten Durchgang, egal welcher Schwierigkeitsgrad, massig Punkte. Zur rechten Zeit wird man für sein Handeln also belohnt und kann gegen Ende das Konto weiter füllen. Für die vollen 1000 müsst ihr den Action Titel allerdings auf dem schwierigsten Schwierigkeitsgrad beenden und in den Time Trials ordentlich abräumen. Da das aber spaßig ist und nur gegen Ende ein wenig in Stress ausartet, bekommen EA und Dice von uns den Daumen nach oben.
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Ein Mirror's Edge Test ohne die Worte "Parkour" und "Trial & Error"? Ja, das geht Wie gesagt, lange sind sich die meisten Leute einig: Das Spiel ist der Burner! Irgendwann ist man dann aber frustriert, tritt gegen die Wand (jap, hab ich) und flucht mit den wildesten Kraftausdrücken.
Trotzdem, wenn man dann in der Couch versinkt und bei einem Time Trial die Musik und die Farben genießt, dann ist das Unterhaltung auf höchstem Niveau!
 
 

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