Brothers in Arms: Hell's Highway - Review

Brothers in Arms: Hell's Highway

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Review
PS3
9
 
erlebt in HDTV
 
[u]"Auf dem Weg durch die Hölle "[/u]
 
Erschütternd, Packend, Grausam, Wuchtig - fast ist man ein wenig beschämt, wenn man bei einem Kriegsspiel Spaß hat. So auch bei Brothers in Arms, das mit Hell's Highway seinen ersten Auftritt in der aktuellen Konsolen Generation feiert. Bei dem Action Titel von Gearbox geht es äußerst realistisch zur Sache und man mäht sich nicht als Ein-Mann-Armee durch dutzende Gegnerhorden, Nein, ohne euer Team seid ihr im Krieg verloren. Folglich ist der taktischen Komponente bei Brothers in Arms mehr Aufmerksamkeit zu widmen als üblich. Ihr arbeitet mit zwei Teams, müsst diese navigieren und leiten, bekommt aber auch selber genug vor die Flinte. Hell's Highway schreit mit seinem tollem Sound geradezu nach einer 5.1 Anlage, ist optisch aber kein Überflieger. Teils überholte Texturen stören das positive Gesamtbild ebenso, wie die nicht immer verlässliche KI. Ansonsten bekommt ihr ein intensives Spielerlebnis mit toller Atmosphäre, das man besser in Englisch genießt.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Die Story von Brothers in Arms begann mit Road to Hill 30 und wurde in den darauf folgenden Episoden teilweise wieder aufgegriffen. Da dies auch bei Hell's Highway der Fall ist, werden Einsteiger tatsächlich etwas verwirrt und sind von den Rückblenden und den vielen verschiedenen Personen, die sich leider alle sehr ähnlich sehen, deutlich irritiert. Es geht um ein paar alte Bekannte, namentlich Sgt. Baker und Sgt. Hartsock, die erneut mit ihrer Einheit unterwegs sind, diesmal in den Niederlanden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Operation Market Garden, für die man den berüchtigten Hell's Highway passieren muss.
Wie immer beruht die Geschichte auf vielen wahren Begebenheiten, erfindet aber einen eigenen Plot dazu, der euch hervorragend zu unterhalten weiß. Es gibt viele Zwischensequenzen und Dialoge, die Soldaten verhalten sich lebensecht, beschimpfen sich und erwecken die Handlung damit zum Leben. Sie unterstreicht die intensive Atmosphäre nur noch weiter, egal ob man jetzt ein alter Hase ist oder zum ersten mal einen Trupp dirigiert. Angereichert wird das Spiel übrigens hin und wieder durch echte Fotos und Texte. Da merkt man dann wieder, dass man ein Stück Geschichte spielt, nicht nur einen weiteren Shooter.
 
[u]Optik_[/u]
 
Leider ist die Grafik bei Brothers in Arms nicht ohne Makel und sorgt nicht selten für rollende Spieleraugen. Oft laden Texturen zu langsam nach oder bleiben direkt matschig. Es gibt selten mal einen kurzen Nachlade-Schluckauf und die Gesichter sehen zwar gelungen aus, sind in extremen Passagen - wenn gebrüllt wird beispielsweise - viel zu starr. Es bewegen sich eben einfach nur die Lippen, was dem Spiel viel Realismus, den man ansonsten sogar in den Augen sieht, wieder nimmt. Das sorgt bisweilen für Ernüchterung, wenngleich andere Abschnitte des Spiels hervorragend aussehen. Wasser und Pfützen, einige sehr plastische Texturen und das stimmige Gesamtbild beispielsweise. Auch die Helme und zumeist die Soldaten selbst können sich sehen lassen, von der Tatsache das man viele Objekte zerstören kann mal ganz abgesehen. Trotzdem kommt Hell's Highway technisch nicht übers Mittelmaß heraus und lebt hauptsächlich von der hervorragenden Atmosphäre.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Schaltet bitte eure 5.1 Anlage an, lehnt euch zurück und genießt das Spektakel. Denn das ist es wirklich, wenn Granaten explodieren, ihr nach einem Bombenangriff ein fieses Pfeifen im Ohr hört oder heftiges Sperrfeuer euch das Leben schwer macht. Berstende Objekte, wuchtige Bazooka-Angriffe und ständig hallen aus der Ferne Maschinengewehre oder Explosionen wieder. Dazu gibt es eine mehr als gelungene, sehr intensive englische Sprachausgabe, die euch sowohl zum Schmunzeln bringt, in den richtigen Situationen aber auch für Gänsehaut sorgt. Habt ihr das Glück, das euch das Spiel Hintergrundmusik spendiert, lauscht ihr epischen Melodien, orchestralen Hymnen und erlebt eine packende Atmosphäre, die stimmungsvollen Kriegsfilmen in Nichts nach steht. Die deutschen Sprecher sind zwar auch mit Leib und Seele dabei, wirken aber unrealistisch, Stimmen scheinen falsch zugeordnet und wenn man Freund und Feind nicht schon am "Achtung" unterscheiden kann, geht ein guter Schuss Atmosphäre verloren.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Die Ladezeiten unterbrechen euch nur zu Beginn einer Mission, sind dann nicht gerade schnell vorüber, aber auch nicht der Rede wert.
 
[u]Extras_[/u]
 
Alle Informationen zu Cut und Uncut findet ihr diesmal ausnahmsweise eine Etage tiefer. Gesagt sei euch nur: Auch die Schweizer und Österreicher leben diesmal mit einer zensierten Version. Jetzt wisst ihr wie das ist!
 
[u]Spielgefühl_[/u]
 
Schon zum Release von Teil 1 stand Gearbox ein wenig im Kreuzfeuer der Kritik. Zwar fand nahezu jeder Gefallen am taktischen WW2 Shooter, irgendwie erschien es aber vielen auch zu realistisch. Kriegsschauplätze anhand von Fotos originalgetreu nachgebaut sorgten für makabere Spielmomente, die vielen Leuten unangenehm waren. Wie gesagt, konnte sich aber schon damals niemand dem tollen Spielgefühl von Brothers in Arms widersetzen, dass euch auch bei Hell's Highway erneut packt und so schnell nicht mehr loslässt.
 
Dazu muss man sagen, dass Brothers in Arms kein reiner Ego Shooter ist, sondern euch zu Stellungsgefechten zwingt, bei denen ihr sehr strategisch euer Team mit einbinden müsst. Habt ihr das verinnerlicht, habt ihr das Action Spiel verstanden, und verhindert gleichzeitig, dass ihr Tausende Tode auf dem Schlachtfeld sterbt. Zwei Schwierigkeitsgrade stehen euch zu Beginn zur Verfügung, einen weiteren könnt ihr freispielen. Einfach ist es in keinem Modus, allerdings solltet ihr davon absehen das Spiel auf "leicht" durchzuspielen. So fühlt es sich nicht realistisch an und genau darauf legt das Spiel ja viel Wert, genau das sorgt für das intensive Spielerlebnis. Fakt ist jedenfalls, dass man ohne die Rückendeckung und das Sperrfeuer seines Teams keinen Stich gegen die deutsche Armee hat und vor allem Fahrzeugen und MG-Nestern hilflos ausgeliefert ist. Die Steuerung überrascht Kenner der Serie nicht und ist auch für Einsteiger schnell zu erlernen. Ihr könnt mit dem B Knopf zwischen beiden Teams hin und herwechseln und diese dann mit LT dirigieren. Dank der verbesserten KI suchen sich die Soldaten selber Schutz und laufen dem Feind äußerst selten ins Sperrfeuer. Seit unserem Ausflug in die Preview Fassung hat sich leider trotzdem nicht allzuviel getan, noch immer wundert man sich nicht selten über die haarsträubenden Laufwege der Kollegen oder ist irritiert, wenn ein Feind nur dumm eine Wand anstarrt. Eure eigene Figur wird wie in jedem anderen Ego Shooter auch bedient und souverän geht ihr hinter kleinen Mauern und Wänden in Deckung, schleudert Granaten auf den Feind oder späht kurz über einen Zaun, um den Feind aufs Korn zu nehmen. Der erfreut sich an ausreichend Zielwasser und über ständig heranstürmende Verstärkung. Das sorgt für hochspannende Gefechte, die zwar häufig nach dem gleichen Prinzip ablaufen, dann aber doch wieder Überraschungen parat haben und eure Fähigkeiten als Truppenführer austesten. Eine typische Spielsituation wäre folgende: Gemeinsam mit euren beiden Teams, die euch vorsichtig hinterher laufen, bahnt ihr euch den Weg über einen Acker. Doch was ist das am Horizont? Nazis marschieren eine Straße entlang. Übereiltes losfeuern wäre jetzt ziemlich dumm, nur läuft einem die Zeit davon. Dirigiert beide Teams zu einer kleinen Mauer hinter der sie sich Schutz suchen und hockt euch neben sie. Jetzt befehlt ihr dem Angriffsteam, die Meute festzunageln. Die aufgescheuchten Gegner suchen sich nun ebenfalls Deckung, mit genügend Sperrfeuer gelingt es aber, sie an Ort und Stelle zu halten. Jetzt könnt ihr euch einigermaßen sicher bewegen, rennt zu einer weit besseren Position und nehmt das MG Team direkt mit. Während die nun den anderen Posten in Schach halten, fallt ihr den Deutschen in die Seite und könnt die Situation so retten. Gewürzt wird dieses Gameplay natürlich durch wütende Maschinengewehre des Typ 42, 88er Flakgeschütze, Scharfschützen oder feindlichen Bazookatrupps. Dadurch, dass euch das Spiel auch mal Solo durch die Gegend schickt oder vom großen Feld in enge Fabriken führt, ist für ausreichend Abwechslung gesorgt. Die Missionen am Steuer eines Panzers punkten dagegen nicht durch Einfallsreichtum oder mit grandiosem Gameplay.
 
Schön ist, dass man Brothers in Arms auf verschiedene Art und Weise durchspielen kann. Klar, es wird häufig mit dem Gedanken der Flankierung gespielt, aber im Endeffekt entscheidet nur ihr wann, wie und wo ihr eure Teams deponiert. Wer dabei nicht nachdenkt, muss mit dem Tod eines Kameraden rechnen, den man bis zum Ende der Kampagne nicht wiederbeleben kann. Erfreulicherweise tauchen sie am Ende jenen Levels aber wie durch Zauberhand wieder auf. Ab und an stoßt ihr auf Trial & Error Situationen. Wer stirbt muss allerdings nicht lange leiden, die fair verteilten Checkpoints verhindern Frust und bringen euch rasch wieder ins Spiel. Brothers in Arms versprüht seinen Charme von Anfang bis Ende. Die tolle Atmosphäre hat viele Gänsehaut-Momente zu bieten und wenn man sich auf freiem Feld zwischen Blumen und Gras in Deckung flüchtet oder ihr im Gegenzug einen Kirchturm mit der Bazooka wegsprengt, dann fühlt sich das intensiv und gelungen an. Leider flimmert bereits nach 7 bis 9 Stunden der Abspann über den Schirm, fast jeder wird aber darüber nachdenken, sich auch noch am härtesten Schwierigkeitsgrad zu probieren. Dass in der deutschen Fassung kein Blut fließt lässt sich verschmerzen - einigermaßen wenigsten. Komplett entfernt wurde frecherweise die Action Cam, die euch Kopfschüsse oder besonders bemerkenswerte Situationen beispielsweise in der UK Version in einer packenden Zeitlupe präsentiert. Entsprechend wurden auch die Erfolge angeglichen, in der uns vorliegenden Fassung wird man belohnt, wenn man den Soldaten den Helm vom Kopf schießt. Das Ganze gipfelt sich in lächerlich nachbearbeiteten Zwischensequenzen, denen irgendwie die Atmosphäre fehlt.
 
 
Trotzdem dürfte jeder, der einen Taktiker in sich verspürt, viel Spaß mit der neuesten Episode von Brothers in Arms haben. Perfekt ist das Spiel nicht, dazu haben sich zu viele Fehlerchen eingeschlichen, aber intensive Kriegsatmosphäre und kleveres Gameplay machen das wieder wett.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Leider sind wir gezwungen, dem Spiel vorerst keine Wertung zu geben, da wir es weder auf der Xbox, noch auf der PS3 geschafft haben ein Spiel hinzubekommen.
 
[u]Vergleich der Versionen_[/u]
 
Als erstes fällt natürlich auf, dass man bei der PS3 Fassung vor dem spielen nochmal aufs Klo gehen könnte. Die Zwangsinstallation hält euch gute vier Minuten vom Zocken ab. Ansonsten gleichen sich die Versionen natürlich fast wie ein Ei dem anderen. Ihr könnt den Sound lauter drehen, ärgert euch auf beiden Systemen über die Schnitte und habt Spaß am Spiel.
 
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Es ist schon ein wenig schwierig mit Brothers in Arms. Die Grafik teilweise fast schon haarsträubend, dann wieder vor Atmosphäre überschäumend. Gleiches gilt fürs Gameplay, denn während man meist ungemein spaßig vorankommt und auch sein Köpfchen bemühen muss, ärgert man sich an anderen Stellen über die KI. Für die hervorragende Atmosphäre bekommt Hell's Highway insgesamt 09. Den Mehrspieler werden wir für beide Plattformen wohl morgen nachreichen. Es scheint übrigens auch mal wieder so zu sein, dass man den Titel hasst oder liebt
 

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