Mercenaries 2: World in Flames - Review

Mercenaries 2: World in Flames

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Review
360
22
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Reich an Explosionen"[/u]
 
Mercenaries hat uns schon auf der Xbox sehr viel Spaß gemacht und Spaß ist auch eines jener Attribute, mit denen der Nachfolger auf der 360 zu überzeugen weiß. Allerdings ist den Entwicklern diesmal nicht vieles geglückt. Die Grafik ist alles, nur nicht spektakulär, das Gameplay durchzogen von kleineren Bugs und anderen Unzulänglichkeiten. Das führt dazu, dass der Einstieg recht schwerfällig ist und man zwischenzeitlich wirklich nach Motivation sucht. Und das, obwohl man auch bei World in Flames ganze Gebäude in die Luft jagt, panzerknackende Bomben bestellt oder in diversen Fahrzeugen durch die Gegend heizt. Nach einem Just Cause, GTA IV und nach all den Jahren der Entwicklung, hat aber fast jeder ein wenig mehr von Pandemic erwartet. Der Mehrspieler ist übrigens über alle Maße empfehlenswert, gemeinsam mit einem Kumpel die Welt in Schutt und Asche zu legen rockt ganz einfach. Ansonsten macht die Serie mit World in Flames eher einen Rückschritt, als einen Sprung nach vorn.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Irgendwie wird man beim Spielen von Mercenaries 2 das Gefühl nicht los, als hätte man sich für den falschen Job entschieden. Denn das Söldnerleben kann ja so herrlich sein. Ihr habt zwar auch persönliche Interessen und startet nach einem Schuss in den Hintern sogar einen richtigen Rachefeldzug, allerdings ist es im Grunde genommen nur der schnöde Mammon der euch antreibt, euch mit verschiedenen Parteien zu verbünden. Zu Beginn entscheidet ihr euch übrigens für einen von drei Protagonisten, die sich in einer eher laschen Story durch zahlreiche Missionen kämpfen. Der Plot wird nie ganz aus den Augen verloren, rückt aber in den Hintergrund. Letztendlich geht es später um einen überschaubaren Krieg ums Öl, die Vorherrschaft in Venezuela und die verschiedenen Fraktionen.
 
[u]Optik_[/u]
 
Wie ihr in der Einleitung schon gelesen habt, macht uns die Optik nicht wirklich glücklich. Wer sich an das erste Mercenaries erinnert, hat ein beeindruckendes Spiel im Hinterkopf, was Pandemic auf der Xbox 360 nicht wirklich geglückt ist. Hauptproblem sind unter anderem die Texturen, die weder begeistern, noch durch großartige Abwechslung punkten. Das Wasser sieht aus wie aus der letzten Konsolengeneration und oft ploppen Objekte und Fahrzeuge ins Bild. Weiter geht es mit den nicht gerade geschmeidigen Animationen bei Freund und Feind und der unzureichenden Physik bei sämtlichen Objekten und Vehikeln. Fahnen sind steif wie gehärteter Stahl, Clipping Fehler kommen an allen Ecken und Enden auch noch dazu. Doch lest bitte zu Ende: Trotz diverser Schwächen ist Mercenaries definitiv keine optische Katastrophe. Pandemics Zerstörungsspielplatz ist riesig groß, kommt zu weiten Teilen ohne Ladezeiten aus und lässt sich an fast jeder Stelle zu Kleinholz verarbeiten.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Okay, okay, bevor wir es vergessen: Was haben sich die Entwickler denn bei der Sprachausgabe gedacht? Die meisten Leute klingen wie in einem Gespräch zwischen Lehrer und Schüler, nicht wie im Krieg. Hinzu kommen teilweise fehlende Akzente, glaubwürdig sind deshalb die wenigsten Figuren. Am schlimmsten sind aber die sich ständig wiederholenden Phrasen, Gegner und auch die Protagonisten geben also ständig das Gleiche von sich. Davon mal abgesehen, reissen vor allem die Effekte das Ruder wieder rum. MG-Feuer zischt an euren Ohren vorbei, wuchtige Explosionen erschrecken euch und wenn ein Gebäude von einem Artillerieschlag erwischt wird, bebt der Raum. Die Atmosphäre ist also nicht so schlecht, die Musik weiß ebenfalls zu gefallen.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Wer einmal auf der großen Weltkarte unterwegs ist, also die Hauptladezeit hinter sich hat, kommt eigentlich gut und völlig ohne Unterbrechungen voran. Nur wenn man eine Mission beginnt, wird man unschön und ein wenig zu lang unterbrochen.
 
[u]Extras_[/u]
 
Wieso wird ein Spiel geschnitten, bei dem es nicht mal Blut gibt? Vielen volljährigen Spielern ein Rätsel und ein echtes Dorn im Auge ist die 18er Freigabe von Mercenaries, das aufgrund der Ragdoll Engine komplett gekürzt bei uns erscheint. Das gipfelt sich in der Tatsache, dass ihr nicht mal mit euren Freunden aus Österreich oder der Schweiz zocken könnt. Deutschen Spielern ist nur der geschnittene Spaß erlaubt. Übrigens gibt es noch weitere Veränderungen: Während die Festnahme eines HMVs in der richtigen Version mit einem gefährlichen Abtransport per Helikopter verbunden ist, reicht es in der Cut-Version dem Gegner eins mit dem Gewehrkolben zu verpassen und ihm danach die Handfesseln anzulegen, woraufhin er sich freudig in Luft auflöst. Das wäre ja alles schön und gut, wäre das Spiel jetzt wenigstens ab 16. Aber davon kann man in diesem Land wohl nur träumen...
 
[u]Spielgefühl_[/u]
 
Wie schon mehrfach erwähnt, hat Pandemic mit der Fortsetzung von Mercenaries nur ein wirkliches Ziel: Zerstörung auf eurem Fernseher. Während dieses Ziel auch geglückt ist und die Aufträge in der Söldnerhaut euch wirklich gut unterhalten können, sind andere Bereiche leider vernachlässigt worden. Spielerische Abwechslung sucht man vergebens, die Steuerung ist nicht das Gelbe vom Ei, es gibt viele kleine Bugs und zu guter Letzt das Hickhack mit der deutschen Version. Doch fangen wir ganz in Ruhe von vorne an.
 
Ans Herz legen möchten wir Mercenaries all denen, die auf gnadenlose Action stehen. Unterwegs seid ihr nicht auf einem Kinderspielplatz, sondern im Krisengebiet Venezuela, aufgeteilt unter verschiedenen Fraktionen. Von der großen Ölfirma bis zum Rebellentrupp im Dschungel, könnt ihr mit allen Parteien anbändeln oder es euch ordentlich mit ihnen verscherzen. Ihr selbst entscheidet, was dem Sandbox Game erneut sehr wichtig ist. Ob ihr jetzt zu Fuß, im geklauten Auto oder im Motorrad durch die Gegend heizt, den Seeweg bevorzugt oder euch von einem Helikopter herumfliegen lasst, ist völlig euch überlassen. Das freie Missionsdesign steht dem Spiel erneut gut zu Gesicht, sorgt aber auch dafür, dass man ab und an nur belanglos durch die Gegend düst. Die Missionen selbst sind übrigens nicht übermäßig spektakulär. Zwar gibt es immer mal wieder positive Überraschungen, wie das Zerstören einer kompletten Festung, im Endeffekt ist der Spielablauf aber ziemlich geradlinig. Ein Radar weist euch den Weg und da wo die meisten Feinde auf euch schießen, gibt es fast immer was zu tun. Erledigt Zielpersonen, zerstört Gebäude und stiftet ordentlich Unruhe. Damit macht ihr die Geldgeber glücklich, was wiederum euer Konto anschwillen lässt. Getreu dem Motto "Jeder ist käuflich", erledigt ihr so einen lukrativen Job nach dem anderen. Auch wenn viele Aufgaben etwas ausgelutscht erscheinen, liegt der Spielspaß aber nicht im Missionsdesign, das muss man fairerweise sagen. Nein, viel mehr ist es die Ausführung. Ihr habt zahlreiche Waffen zur Verfügung, von der Schrotflinte über verschiedene MGs, bis hin zum Raketenwerfer. Wem die Munition ausgeht, der kann sich per Heli Versorgungspakete kommen lassen, die euch leider bare Münze kosten. Überhaupt ist die Bestellung per Hubschrauber nicht billig, aber manchmal schlicht und ergreifend notwendig. Ihr bekommt nämlich auch Fahrzeuge und Sprengstoff per Knopfdruck geliefert. Wem das alles nicht reicht, der kapert einfach einen Panzer und nach einem kurzen Quick-Time Event sitzt ihr am Steuer. Mit Kanone und Co. werden gegnerische Fahrzeuge problemlos vom Erdboden weggefegt und auch Sandsäcke sind kein ausreichender Schutz mehr. Steht ihr mal einem ganz großen Problem gegenüber, bieten sich natürlich Luftschläge an. Die machen richtig viel Laune und hinterlassen ein richtig tiefes Loch im Boden. Wer genügend Kleingeld mitbringt und die richtigen Kontakte pflegt, bekommt alles von der 500 Pfund Bombe, bis zum Artilleriefeuer oder sogenannten Bunker-Bustern. Zwar muss vorher die Flugabwehr im Alleingang ausgeschaltet werden, aber an die Rolle als Ein-Mann-Armee habt ihr euch bis dahin sowieso schon gewöhnt.
 
 
Warum bekommt ein Spiel mit so vielen Möglichkeiten und einer so wuchtigen Stimmung "nur" 07 Punkte? Zunächst mal sind 07 Punkte nicht schlecht, einen Fehlkauf werdet ihr also nicht tätigen. Doch nach dem tollen ersten Teil und der starken Konkurrenz in diesem Bereich, vermisst man an verdammt vielen Ecken den Feinschliff. Die Steuerung ist zwar sehr direkt, wirkt dann aber wieder belanglos, ebenso wie das Springen. Ihr könnt nicht anständig in Deckung gehen und da man die Kamera dauernd nachjustieren muss, kommt man so ab und an in brenzlige Situationen. Gleiches Spiel in den Autos, die sich zwar gut steuern, aber zu schnell kaputt gehen und - wie früher - einfach explodieren sobald sie auf dem Dach oder der Seite liegen. In Büschen bleibt ihr häufiger mal hängen, vielerorts wird man völlig unwissend beschossen (oft geht direkt euer Fahrzeug in Flammen auf), auch findet man "Häuser", aus denen solange Gegner strömen, bis ihr das ganze Konstrukt zerstört habt. Feinde mit Raketenwerfer sorgen ab und an für Frust, ebenso wie spontane Freezes oder Gegner, die plötzlich ihre ohnehin schon durchwachsene KI vergessen haben.
 
Aber so hart das auch klingt, man kann sich damit arrangieren. World in Flames ist nach wie vor der Spielplatz der Zerstörung der er sein will, leider aber nicht viel mehr. Die Quick-Time Events wirken arg altbacken, der Spielablauf ist nur selten intelligent und zwar auch nur dann, wenn ihr ihn so gestaltet. Dafür gibt es viel Umfang, zum Beispiel Suchmissionen. Denn wie es sich für ein Land wie Venezuela gehört, liegen an allen Ecken und Enden Bomben und Raketen, außerdem Europaletten mit barem Geld herum. Die könnt ihr per Heli abholen und in euer Lager bringen lassen. Dort könnt ihr übrigens Trainingsmissionen spielen oder euch mit den nach und nach angeworbenen Teamkameraden unterhalten. Wer ausversehen mal etwas zu viel in die Luft gejagt hat, kann den "Feind" durch ein wenig Bargeld auch wieder zum Freund machen. Da man trotz der scheinbaren Freiheiten oft das gleiche tut und der Funke diesmal selten bis gar nicht überspringen will, geht dem Spiel aber viel Stimmung verloren. Oft weiß man sich nicht zu helfen, dann ist man plötzlich übermächtig, mal treffen die Gegner, mal nicht, mal macht es Spaß und mal langweilt man sich und ist genervt. Wie bereits eingangs erwähnt, dürfen Actionfans aber gerne zugreifen, wenn ihr die Wahl habt bitte zur ungeschnittenen Fassung.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Jawoll, hervorragend! Dashboard aufrufen, Freund einladen und zusammen ganz Venezuela in eure Gewalt bringen. Das Hauptspiel lässt sich komplett mit einem Kumpel erleben, egal ob man sich jetzt Taktiken zurecht legt, Koop-Rennen fährt oder den nächsten Luftschlag plant. Das weitläufige Spiel lässt euch jetzt noch mehr Möglichkeiten, einer kann sich beispielsweise verschanzen, der andere agiert eher aggressiv, dann schnappt man sich einen Helikopter und während der eine fliegt, bombardiert der andere die Umgebung. Es ist ein einfaches Prinzip und besser wird die Optik auch nicht, aber jetzt macht das Spiel seinem ehemaligen Namen alle Ehre: Es ist ein Spielplatz der Zerstörung, euer Spielplatz der Zerstörung. 10 Punkte hätten es deshalb eigentlich werden sollen, allerdings vergeben wir nur 09 Punkte. Warum? Diese Frage dürft ihr an die USK weitergeben, die den Titel mit einer 18er Freigabe versah, aber trotzdem so stark geschnitten hat, dass Besitzer der deutschen Fassung auch nur mit Leuten zocken können, die ebenfalls das gekürzte Spiel besitzen. Habt ihr viele Freunde in der Schweiz, in Österreich, England oder irgendwo anders in Europa in der Freundesliste? Pech gehabt!
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Unerwartet aber irgendwie mal ganz angenehm. Die Mehrspielererfolge lassen sich mit ein wenig Arbeit leicht erledigen und spendieren euch, verhältnismäßig, sehr schnell Gamerscore Punkte. Im Singleplayer kommt man nicht ganz so rasch an viele Erfolge, muss dazu sämtliche Aufgaben erledigen und dabei noch auf bestimmte Dinge acht geben, da man u.a. den "Aces High" Erfolg nicht freischalten kann, wenn man auch nur einen einzigen HMV tötet. Solche Achievements kann sich Pandemic demnächst bitte sparen, der Rest ist für emsige Spieler, die auch ein wenig Zeit haben, durchaus erreichbar und angenehm.
 
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Endlich mal wieder hemmungslos alles in Schutt und Asche legen. Irgendwie schade, dass World in Flames nicht an den tollen Erstling heranreicht und ich nur mit so wenigen von euch im Mehrspieler zocken kann. Irgendwie witzig - aber lachen muss man deshalb nicht. Gut gefällt mir, dass ich Mercenaries noch eine ganze Weile lang, immer mal wieder in die Konsole legen werde, trotz kleinerer Macken ist das nämlich ein Pluspunkt. Es sei denn man wird an der nächsten Straßenecke wieder unverhofft von einer Rakete getroffen oder Fiona erklärt einem zum TAUSENDSTEN mal, dass man gerne zu ihr kommen kann wenn man nicht weiter weiß...

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