Viva Pinata: Chaos im Paradies - Review

Viva Pinata: Chaos im Paradies

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Review
360
57
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Beat me up for Candy"[/u]
 
Okay, wir gestehen: Wir haben vielen Piñatas beim Paarungsakt zugesehen? Sind wir deshalb gleich pervers? Aber Nein! Wir haben die kleinen Racker großgezogen, ihnen Mohnblumen gepflanzt, Rüben aufs Feld gelegt, haben ihre Feinde vertrieben und ihnen ein zu Hause geschenkt. Kurzum: Wir haben uns erneut in das Spiel von Rare verliebt. Wobei das ein wenig übertrieben wäre, wenngleich selbst jeder Killerspieler für einen Moment das Gewehr bei Seite legen sollte, um den niedlichen Viechern eine Chance zu geben. Denn der zweite Teil ist ebenso durchdacht und spaßig wie der Erstling und bietet obendrein noch ein paar Neuerungen. Für die ungebrochene Faszination, aber das absolut identische Gameplay, gibt es beeindruckende 11 Punkte von uns. Lest in jedem Fall unbedingt weiter, denn wer dem wilden Treiben der Piñatas keine Chance gibt, verpasst was! Wer hingegen noch nicht mal in Besitz des Erstlings ist, könnte den zum günstigen Preis ergattern und ähnlich viel Freude haben.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Nachdem die Party Animals fast mehr Story zu bieten hatten als der Erstling, eröffnet ein richtiges kleines Intro den zweiten Teil. Das sieht gut aus und gibt euch diesmal zumindest einen "Grund" für eure Bemühungen, wirklich konsequent zu Ende gedacht hat Rare die Geschichte aber nicht. Dr. Pesters Chaotenteam löscht sämtliche Daten über alle Piñatas und die von euch angelegte Datenbank ist jetzt komplett leer. Also müsst ihr erneut die Schaufel zur Hand nehmen und den niedlichen Tierchen ein zu Hause schaffen, um sie zu studieren und sie glücklich zu machen. Schnell rückt diese "Handlung" komplett in den Hintergrund und wird nicht mehr wirklich thematisiert. Seis drum, eine Story braucht Trouble in Paradise ohnehin nicht.
 
[u]Optik_[/u]
 
„Ohhh wie süüüß!“ Ja, das sind sie wirklich. Auf Piñata Island tummeln sich zahlreiche bunte Tiere, allesamt nicht realistisch sondern extrem knuddelig. Wenn sich der Elefant mit seinen riesigen Kulleraugen an eurem Garten vorbeischleicht, ihr die putzigen Vögel beobachtet wie sie umherfliegen oder die Enten sich fröhlich quakend in eurem Teich vergnügen, dann vergisst selbst der härteste Zocker mal einen Moment lang die Zeit und freut sich einfach - die Atmosphäre ist herrlich. Leute mit einer „Zuckersüߓ Allergie sollten zwar Abstand halten, alle andern gehen aber auf in dieser Bon-Bon-Welt, die genügend Stil mitbringt und euch in ein tolles kleines Gartenparadies entführt.
Technisch kann sich der Titel auch sehen lassen. Das Gras ist sorgsam modelliert, die Piñatas sind bunt und ihre Papierhaut bewegt sich bei jedem Schritt rhythmisch mit. Die Bewegungen sind ohnehin faszinierend, toll animiert stapfen, fliegen oder schwimmen die Piñatas umher, legen Pausen ein, flirten miteinander oder analysieren euren Garten genauer. Die Effekte machen auch was her, das Wasser protzt mit schicken Spiegelungen und sieht insgesamt hervorragend aus - wie der Regen der manchmal auf die Linse prasselt. Leider gerät Trouble in Paradise ab und an ins Ruckeln, was zwar nicht wirklich stört, aber trotzdem auffällt. Insgesamt ist das Spiel von Rare also trotz weniger Verbesserungen nach wie vor ein Hit, weil es ganz einfach immens dichte und spaßige Atmosphäre bietet.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Sie quieken, grunzen, schnüffeln, scharren, kreischen, weinen und glucksen. Das alles passt perfekt ins Spiel und macht euren Garten richtig lebhaft. Beim Planen und Werkeln geht ihr in der Geräuschkulisse völlig auf, die aber auch markante Warntöne parat hat und euch gerne auch mit einem Glöckchen auf wichtige Dinge hinweist. Die ab und an einsetzende Hintergrundmusik scheint direkt einer Zeichentrickserie entsprungen, ist toll komponiert und gibt der Atmosphäre den letzten, wohltuenden Schliff. Wie bei der Optik hat Rare fabelhafte Arbeit geleistet, besser hätte Viva Piñata nicht klingen können. Selbst die deutsche Sprachausgabe kann sich hören lassen, wobei hier aber vor allem in den Geschäften im Dorf einiges an Abwechslung fehlt. Dafür klingt alles glaubwürdig und insgesamt ziehen wir unseren Hut: Ohne das Zimmer zum Beben zu bringen oder die Nachbarn mit Schreien aus den Federn zu holen, erfüllt Viva Piñata euer Herz mit Freude, egal ob über die TV Boxen oder ein 5.1 System, welches den Garten aber definitiv noch lebhafter macht.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Auch beim zweiten Teil empfinden wir die sehr regelmäßigen Unterbrechungen als etwas zu lang. Vor allem wenn man nur etwas einkaufen möchte. Auch das Menü macht bei Trouble in Paradise nur selten eine rasante Figur.
 
[u]Extras_[/u]
 
Keine... also schon, die werden aber unten ohnehin erwähnt.
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Unkraut jäten macht keinen Spaß! Und wenn die dicke Andrea Göpel im Fernsehen die Gärten umgestaltet, schaltet ihr gelangweilt ab? Trotzdem müsst ihr Trouble in Paradise eine Chance geben, der Nachfolger zum sehr beliebten Viva Piñata verlässt sich nämlich auf alte Stärken, ohne dabei die Neuerungen aus den Augen zu verlieren. So hat ein Coop-Mehrspieler Einzug ins Spiel gehalten, außerdem könnt ihr mit den neuen Piñata-Karten jetzt jede Menge Spaß haben. Das sind Sammelkarten, zumindest im Grunde genommen, mit denen ihr neue Wesen freischaltet die dann euren Garten bevölkern. Erfreulicherweise ist man aber nicht gezwungen sie zu kaufen, kann sie viel mehr mit der Xbox Vision Cam vom Monitor abfilmen oder aus Zeitschriften und Co. direkt einscannen. Für reifere Zocker mit Sicherheit keine Notwendigkeit, für Kinder aber eine kostengünstige Sammelsucht, die wir deshalb voll befürworten.
 
Doch fangen wir mal nicht mit den neuen Features an, sondern widmen uns den alten Stärken des Spiels, die nach wie vor in toller Spielbarkeit, grandioser Atmosphäre und dem entspannt-intelligentem Gameplay liegen. Ihr beginnt das Spiel mit einem recht ausladenden Tutorial (etwas zu ausladend für Kenner) und bekommt Schritt für Schritt beigebracht, wie das Gärtnern funktioniert. Ihr startet in einem recht leergeräumten und überschaubaren kleinen Quadrat, habt nicht viel in der Hand ausser eurer Schaufel und einer Gieskanne. Und daraus soll mal ein Paradies werden? Ja! Denn auch mit den wenigen verfügbaren Zutaten, lassen sich neue Piñatas anlocken. Im Gegensatz zum ersten Teil tummeln sich sogar bereits einige Vertreter in eurem Garten, trotzdem sind frische Bewohner euer Ziel. Zeigt sich ein neues Tierchen, könnt ihr es anklicken und euch dessen Lebensgewohnheiten ein wenig näher anschauen. Sorgsam listet euch das Spiel auf, was ihr tun müsst um es sesshaft zu machen. Mal reicht schon ein kleiner Flecken Sand oder Gras, mal benötigt ihr eine Fackel im Garten und einige Piñatas hätten gerne etwas zu fressen bei euch gefunden. Ein Pretztail bleibt nur da, wenn es vorher ein Bunnycomb verzehrt hat. Abgesehen davon, dass man das erstmal übers Herz bringen muss, haben wir hier schon ein Kernelement des Spiels angeschnitten. Um nämlich einen Fuchs heimisch zu machen, braucht ihr Hasen, die wiederum gerne Karotten hätten. Wie ihr merkt, müsst ihr also dieses tun, um jenes zu erreichen, dieses Haus bauen um jene Piñatas zu paaren und so weiter und sofort. Haben wir gerade von der Paarung gesprochen? Achja, der andere wichtige Teil bei Viva Piñata! Denn wer Nachwuchs haben will, muss die sesshaften Tiere richtig glücklich machen. Auf Süßigkeiten fahren sie genauso ab wie auf ein Dach über dem Kopf und wer sich die Vorlieben der kleinen Kerlchen genauer ansieht, wird bald schon Besuch vom Storch erhalten. Dessen Rolle übernimmt übrigens Storkas, eine Frau die in einem großen Ei lebt. Solche "Helfer" und Freunde findet ihr an vielen Stellen im Spiel, einige stehen euch mit Rat und Tat zur Seite, andere lassen auch gerne mal ein paar Samen für neue Blumen springen. Die könnt ihr umgehend einpflanzen, gießen und so wachsen und gedeihen lassen.
 
 
Doch auch in der niedlichen Welt von Trouble in Paradise gibt es Unruhestifter. Dr. Pester und sein hinterhältiges Feindvolk sind zurück, verteilen giftige Nahrungsmittel in euren Gefilden und greifen nicht selten sogar kostbare Bewohner eures Gartens an. Gut das es Wachmänner und eure Schaufel gibt. Nach etwa einer Stunde im Spiel, sieht man sich also mit der Gieskanne hantieren, kauft im Laden neue Objekte ein, stylt den kompletten Garten um, schafft hübsche Landschaften und lockt voller Ehrgeiz und Vorfreude neue Gartenbewohner an. Es ist tatsächlich so, dass man in der niedlichen Welt der Piñatas aufgehen kann. Stunde um Stunde vergeht, ohne das man das Gamepad aus der Hand legen will und besonders leidenschaftliche Leute schmücken ihre Lieblinge, geben ihnen Namen oder machen einem Freund damit eine Freude. Wie schon im ersten Teil könnt ihr die Piñatas per Post versenden oder selber welche geschickt bekommen. Trouble in Paradise ist gespickt mit Details und einer durchdachten Spielwelt. Zwar wird man am Ende nach wie vor durch die Größe des Gartens ein wenig eingeschränkt, dafür gibt es wieder Minispiele um das Paarungsritual zu bestehen, saure Piñatas und besonders seltene Geschöpfe, auf die man sich irgendwann völlig fixiert hat. Denn eine weitere große Stärke des Spiels ist die Atmosphäre. Nicht selten ertappt man sich dabei, wie man den Schwänen beim Planschen zusieht oder sich darüber amüsiert, wie ein Elephanilla auf Nahrungssuche geht. Es liegt in eurer Hand und wer sich darauf einlässt, will sie alle haben. 32 neue Piñatas könnt ihr bei Trouble in Paradise entdecken, das Menü wurde leicht modifiziert und die Steuerung überzeugt nach wie vor. Außerdem gibt es jetzt einen "Nur zum Spaß" Modus, bei dem man dank unendlich vieler Schokomünzen und ohne Dr. Pester zwar keinerlei Herausforderung hat, aber völlig entspannt gärtnern kann.
 
Die vielen neuen Dinge greifen allesamt nicht wirklich schwerwiegend ins Gameplay ein. Okay, die Challenges stehen diesmal etwas stärker im Mittelpunkt. Wahrscheinlich haben sich die Leute bei Rare gedacht, dass ein paar mehr greifbare Ziele besser ankommen. Außerdem kann man mit Hilfe einer Falle jetzt sogar Tiere aus anderen Territorien einfangen. Wer seinen Garten wie eine Wüste aussehen lassen will, kann das jetzt direkt machen und dann seltene Bewohner zu sich holen, die ansonsten nicht aufgetaucht wären. Mit ein paar einfachen Klicks gelangt ihr an andere Orte von Piñata Island und holt sich die kleinen Tierchen in den eigenen Garten.
 
Wer Viva Piñata nicht mag, weiß das eigentlich schon vor dem Kauf. Genre, Stil und Umsetzung sind einfach nicht jedermanns Geschmack. Außerdem hat man trotz vieler Challenges irgendwann nichts mehr zu tun. Gut, das dauert wunderbare 30 bis 35 Stunden, danach hat man aber alles gesehen und ist nur noch darauf bedacht, einen stylischen Garten zu errichten. Trouble in Paradise hat viele kleine Änderungen, ein paar Mängel eliminiert, spielt sich aber im Grunde genommen wie Teil 1. Das ist nicht schlimm, weil der ganz hervorragend war, allerdings könnten Einsteiger sich auch mit dem deutlich günstigeren Vorgänger zufrieden geben. Ein wirkliches Ziel, abgesehen vom Sammeln, haben beide Teile nicht und wir vergeben deshalb, wie schon damals, gute 11 Punkte.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Gibt keinen... Ach doch, ist ja der zweite Teil! Und damit hat Rare der Fortsetzung der witzigen Gartensimulation einen echten Pluspunkt verpasst. Vier Spieler können sich im Coop-Modus amüsieren und sich gemeinsam um die Aufzucht der Piñatas kümmern. Einer gießt die Blumen, der andere versucht den Tieren ein möglichst gemütliches Heim zu schaffen und der Dritte vertreibt lästige Störenfriede. So lustig wie sich das anhört, ist es dann unterm Strich aber nicht. Hat wahrscheinlich auch niemand erwartet, denn wer den Singleplayer durchgespielt hat, braucht eigentlich keine helfende Hand. Wenigstens kann man den Leuten die Aufgaben zuteilen, weshalb andere Gärten nicht unendlich viel Reiz versprühen. Es sei denn natürlich, ihr möchtet einem Einsteiger ein wenig unter die Arme greifen oder mal einen richtig genial durchgestylten Garten bewundern. Die Performance ist ähnlich der des Singleplayers, abgesehen von ein paar Rucklern hier und da, funktioniert der Online Modus unkompliziert und ist eine sehr nette Dreingabe. Wer Offline spielt darf immerhin einen Kumpel mit in den Garten nehmen, was ebenfalls sehr nett ist (Eltern mit Kindern beispielsweise), aber nicht unendlich viel Potential birgt, da man hier stets im gleichen Bildausschnitt arbeiten muss. Fazit? Rare hat gut daran getan, mehrere Spieler zu unterstützen und macht fast alles richtig damit, eine so intensive Erfahrung wie im Singleplayer darf man aber nicht erwarten.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Fleissige Gärtner werden auch beim zweiten Teil belohnt. Bringt Pflanzen zum Wachsen, spielt im Coop-Modus und benutzt die Piñata-Karten. Die muss man sich allerdings im Internet besorgen, außerdem gibt es diesmal sehr viele geheime Erfolge. Auch die Challenges sind neu bei den Erfolgen, ihr müsst also auf Abruf bestimmte Piñatas liefern. Ganz so gnädig wie der Erstling, ist Trouble in Paradise also nicht, sollte willigen Gärtnern aber trotzdem gefallen.
 
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Chaos im Paradies! Und das darf nicht sein. Problemlos kriegt man ein komplettes Wochenende mit dem Spiel rum, wer nur kurz Zeit hat sollte es am besten gar nicht erst einschalten. Sicher, es gibt nach wie vor kein wirkliches Ziel und Leute, die die Viecher nicht leiden können sollten die Finger davon lassen... alle anderen gehen aber wieder mal auf in der niedlichen Welt Deshalb suche ich auch noch Coop-Partner ab morgen Abend oder so.

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