Condemned 2: Bloodshot - Review

Condemned 2: Bloodshot

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Review
360
6
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Moniereisen trifft Gesicht"[/u]
 
Nicht viele Spiele sind so spannend wie Condemned, so intensiv und packend. Nicht viele Spiele servieren euch einen derart trockenen und ernst gemeinten Grad an Brutalität und Härte. Und nicht viele Spiele haben die 12 Puntke so sehr verdient wie Bloodshot. Das Meisterwerk von Monolith, die schon mit dem ersten Teil eine Art Überraschungshit zum Launch der Xbox landeten, knüpfen an die Erfolgsstory an und schicken euch in der Haut von Ethan Thomas erneut in eine bizarre Welt, die euch gehörig das Fürchten lehrt. Geplagt von Visionen kämpft ihr euch durch ekelhafte Szenarien, setzt euch mit Eisenstange und Moniereisen zur Wehr, müsst aber auch Tatorte untersuchen und sorgfältig zwischen Freund und Feind unterscheiden. Die Mixtur, die von hervorragender Technik gekrönt wird, ist insgesamt unwiderstehlich und reich an Atmosphäre, so dass Condemned 2 ein Pflichtspiel für jeden volljährigen Zocker ist - in Deutschland übrigens nicht zu haben.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Der zweite Teil von Condemned setzt einige Monate nach den Geschehnissen des Erstlings ein und aus Ethan Thomas ist mittlerweile ein betrunkenes Wrack geworden, geplagt von Visionen und angetrieben von Hass und Verzweiflung. Euer "Held" ist jedenfalls kein motivierter Polizist mehr und wird nur durch das Verschwinden von Malcolm Vanhorn wieder in die Ermittlungsarbeiten eingespannt. Greift also zu Kantholz, Pumpgun oder Eisenstange und taucht ein in die absurde Welt von Condemned.
 
Die Story ist hervorragend inszeniert. Immer wieder müsst ihr selbst mit eurer Figur ins Geschehen eingreifen, könnt euch in Dialogen und bei Ermittlungsarbeiten sogar Antworten aussuchen und in den hervorragenden Zwischensequenzen gibt es Details, Atmosphäre und Action. Allein der Vorspann verdient Respekt und wer ein bisschen länger am Ball bleibt, erlebt Condemned erschreckend flüssig, fast wie einen Film. Ein Film allerdings, der nicht in Kinderhände gehört: Brutale Action, packende Stimmung und absurde Kulissen machen zwar Spaß, sorgen aber mitunter auch für üble Alpträume. Volle Punktzahl jedenfalls, bis man den Abspann nicht gesehen hat, schaltet man die Konsole auch nicht aus.
 
[u]Optik_[/u]
 
Condemned hatte schon beim ersten Teil seinen eigenen Stil, der euch mal die Kinnlade runterklappen ließ, mit pixeligen Texturen dann aber wieder für Ernüchterung sorgte. Für diesen Stil hat sich Monolith erneut entschieden, nur das die teilweise etwas matschigen Texturen nicht der Rede wert sind. Denn vom Setting bis zum Detailgrad, von der Atmosphäre bis zu den Kämpfen sieht Bloodshot einfach gnadenlos gut aus. Das liegt vor allem daran, dass ihr wirklich tief in das Spiel aufgesogen werdet. Die Ego Perspektive, ohne Fadenkreuz und Energiebalken, ist langsamer als bei normalen Shootern, wirkt realistischer und intensiver. Das merkt man vor allem an den zahlreichen Auseinanersetzungen, bei denen die Kamera heftig ins wanken gerät, wie euer Kopf das eben auch tun würde.
 
Respekt auch für die Kulissen, die selbst hartgesottene Spieler immer wieder mit widerwärtigen Details, gruseligen Gängen und anderen fiesen Dingen überraschen. Es ist eine ekelerregende Welt, dreckig, gruselig, sonderbar und auf gewisse Art und Weise faszinierend. Und in genau dieser Welt seid ihr nicht allein: Ständig fürchtet man den Angriff von Pennern, Junkies und anderem "Getier", dem ihr in den hervorragend inszenierten Kämpfen die Knochen brecht, das Gesicht blutig prügelt oder mit fetten Kanonen den Kopf von den Schultern pustet. Dabei ist beeindruckend wie heftig Condemned wirkt, so dass man bei jedem Kampf die Wucht und die Intensität der Schläge fast schon spüren kann.
 
Das alles verbindet sich und erschafft eine dermaßen in sich geschlossene und atmosphärische Welt, dass man sich tatsächlich fragt wie Monolith es geschafft hat auch noch ausreichend Abwechslung mit ins Spiel zu bringen. Die oben erwähnten Texturschwächen erlebt ihr zwar auch bei Bloodshot immer mal wieder, wer jedoch die Details, die Effekte und die anderen Finessen des Action Spiels erlebt hat, kehrt diesen Makel nur allzu gern unter den Tisch.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Wir haben den Sound eingangs bereits gelobt, der auch bei Teil 2 absolut zu überzeugen weiß. Anstatt euch einfach nur Musik und Effekte zu servieren, schafft Monolith eine perfekt auf den Schauplatz abgestimmte Horror-Welt, mit absonderlichen Geräuschen die man nicht einordnen kann, aber auch mit Funksprüchen, Dialogen und bizarren Tönen aus dem Nebenzimmer. Keine Gelegenheit euch zu schockieren bleibt ungenutzt und zur Ruhe kommt ihr bei Bloodshot nie. Im Gegenteil, ständig steht man unter Strom und wenn dann noch ein wild schreiender Gegner um die Ecke stürzt, euch mit einem Papierschneider zu Leibe rückt und ihr im Taumel auch noch die Inneneinrichtung umreisst, ist das einfach Unterhaltung vom Feinsten. Die Qualität und der Inhalt der Dialoge und Gespräche ist ebenfalls mehr als hochwertig und man ist froh, dass es keine deutsche Synchronisation gibt (sie hätte nur schlechter sein können). Die Musik, um sie nochmal kurz zu ehren, darf ebenfalls in höchsten Tönen gelobt werden, stets ideal zur Umgebung passend bekommt ihr stimmige Tracks und insgesamt hervorragende Atmosphäre.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Die Pausen sind kaum der Rede wert, weil man dabei endlich mal tief durchatmen kann. Richtig schnell vorbei sind sie zwar nicht, gestört fühlt man sich von den Unterbrechungen aber auch nicht.
 
[u]Extras_[/u]
 
Keine
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Condemned 2 fördert den Alkoholismus, zeigt euch welche Gegenstände als Waffe missbraucht werden können, feiert Gewalt gegen Polizisten und Penner und ist deshalb eine Gefahr für die deutsche Jugend. Tatsächlich kann man den ausgebliebenen deutschen Release irgendwie nachvollziehen. Wenn man die von der Raserei gepackten Gegner nur mit einem wütenden Schlag mit einem Bettpfosten stoppen kann, ihnen Backsteine ins Gesicht schleudert oder sie erst mit Hochprozentigem übergießt und danach anzündet, um sie bei ihrem verzweifelten Todeskampf zu bestaunen, dann fragt man sich: Muss das sein? Und ja, es muss! Denn davon lebt Condemned, das euch die Gewalt mit einer derartigen Härte ins Wohnzimmer bringt, dass Eltern ihre Kinder verstecken sollten, jeder Action Fan sich ein breites Lächeln aber nicht verkneifen kann.
 
Bloodshot ist genau wie sein Vorgänger eine Mischung aus Action Adventure und Ego Shooter. Allerdings ohne euch viele Schusswaffen in die Hand zu drücken, denn Munition ist Mangelware. Nein, um die Gegner bei Condemned zu erledigen, bedient ihr euch an Objekten die in der Gegend herumliegen. Da wird ein Klodeckel mal zweckentfremdet, ein Stahlrohr zur tödlichen Waffe oder eine Flasche Alkohol (inspiriert von Jägermeister und Jack Daniels) zum Wurfgeschoss. Die Auswahl der Mordwerkzeuge ist groß, abgefahren und trägt einen Großteil zum tollen Flair des Spiels bei. Man kann sich eben aussuchen, ob man das langsame, aber tödliche Breitschwert dem wendigen Papierschneider vorzieht, sich in einer alten Schule eine Schranktür schnappt oder mit einer Axt durch die Gegend läuft. Alle "Werkzeuge" haben jedoch eines gemeinsam: Den Gegner brutal in die Schranken weisen. Und die sind bei Condemned 2 meist panisch, immer angefüllt mit Hass und selten alleine unterwegs. Oft sieht man erst ihre Schatten, erahnt dann das Versteck des Bösewichts und wenn man friedlich um die nächste Ecke laufen will, wird man von den schreienden Freaks gejagt. Die Kämpfe mit Junkies, Pennern und Co. treiben euch jedenfalls den Schweiss auf die Stirn, ständig vermutet man einen erneuten Angriff, erkundet die Level oftmals nur sehr langsam, was die Entwickler natürlich freut. Die haben Condemned nämlich so ausgelegt, dass der Spieler ein Auge für die Details entwickelt. Egal ob Schatten an den Wänden entlang huschen, Gegner sich gespenstisch in der Distanz in dunkle Ecken flüchten oder ihr seht wie ein brutaler Mord passiert. Wer einfach nur durch die elf Missionen durchhetzt, der verpasst einen Großteil der wunderbaren Atmosphäre. Denn die ist nicht zuletzt wegen der "abgefuckten" (das passt echt am besten) Schauplätze, den durchgedrehten Gegnern, der bizarren Stimmung und den intensiven Kämpfen absolut am Limit.
 
Übrigens hat Monolith die Kämpfe nicht nur um jede Menge Waffen bereichert, auch gibt es jetzt verschiedene Kombos, für die ihr allerdings erstmal eine Art "Wut" Anzeige füllen müsst. Ist das getan, brecht ihr den Widersachern die Knochen und das Genick, was zum sofortigen Tod führt. Ist euer Gegenüber nach ein paar Schlägen so schwach, dass er auf die Knie geht, könnt ihr ihn jetzt auch direkt mit Hilfe des Levels vernichten. Rammt die Wahnsinnigen in Fernseher, spießt sie auf oder schleudert sie einen Abgrund herunter, Ethan ist jedenfalls nicht unkreativ was das Vernichten seiner Gegner betrifft. Oben erwähnt (und gewarnt) haben wir euch ja bereits vor der heftigen Gewaltdarstellung, wobei die Gegner keine Körperteile verlieren. Bis auf ihre Köpfe, die mit einem gut gezielten Schuss einfach platzen und den ausblutenden Körper auf dem Boden zurücklassen. Wer sich mit den Schusswaffen anfreunden möchte, braucht übrigens unseren guten Freund Alkohol. Nur so beruhigt Agent Thomas seine Nerven und bewahrt eine ruhige Hand. Da man, wenn man nicht zoomt, ohne Fadenkreuz auskommen muss und man u.a. nicht nachladen kann, ist der Umgang mit den Schusswaffen zwar ab und an notwendig, nicht aber wirklich gut gelungen.
 
Wenn ihr mal keine Kämpfe auszutragen habt, was stellenweise länger der Fall ist als man beim Spielen denkt, geht es darum den richtigen Weg zu finden. Oft sind die Feinde nur eine "Unterbrechung" eurer Forschungsarbeit, beispielsweise beim Erkunden eines alten Landhauses. Das orientiert sich an einem der finalen Level aus Teil 1 und ist dank einem spektakulären Anfang ebenso gelungen. An vielen Stellen im Spiel legt ihr eure Todbringer auch mal bei Seite und kümmert euch stattdessen um Beweisematerial. Rosa, eine befreundete Agentin, ist stets mit euch verbunden und kann gesendete Informationen, wie DNA, Fotos und Co. direkt auswerten. So schaltet man an einem Tatort zwischen UV Licht, Digicam und Spektrograph hin und her und muss Rosa danach ein paar Fakten liefern. Die werden vom Spiel prompt bewertet und wer nicht aufpasst oder sich die Level gut anguckt, bekommt auch kein gutes Rating. Das ist übrigens am Ende jeden Levels sehr wichtig, hier seht ihr eure Spielstatistik und bekommt je nach Leistung ein paar Upgrades. Die sind nicht notwendig um nach etwa 12 Stunden den Abspann bestaunen zu können, machen aber Sinn und helfen euch dabei.
 
 
Jetzt habt ihr Condemned 2 also beendet. Was tun? Nunja, zum einen wäre da natürlich der höhere Schwierigkeitsgrad, der die Gegner zwar nicht intelligenter, aber zumindest noch stärker macht. Außerdem gibt es im FPS Modus dann direkt zum Start einen Revolver mit unendlich Munition. Wer die Story gar nicht mehr leiden mag, der kann sich auch im Fightclub amüsieren. Hier gibt es verschiedene "Aufgaben", mal müssen Freaks vernichtet, mal Polizisten beschützt werden. Am Gameplay tut sich freilich nicht, es lockert das Spiel aber ein bisschen auf.
 
Condemned 2 ist nicht nur eine geniale Fortsetzung des leicht unterbewerteten ersten Teils, es ist auch für sich gesehen ein fantastisches Spiel. Wer auf wirklich heftige und intensive Spiele steht, kommt um die wirren Handlungen und die bizarre Atmosphäre von Bloodshot nicht herum. Man darf es nur nicht mit einem Ego Shooter verwechseln, denn dann macht der Ausflug in die Welt von Ethan Thomas nicht wirklich viel Spaß. Wer also weiß wie er Condemned zu spielen hat, der erlebt ein fantastisches Horror Abenteuer.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Wenn man einem Spiel eher notgedrungen noch einen Mehrspieler verpasst, kommt oftmals nichts unterhaltsames oder spaßiges dabei heraus. Die vier Spielmodi von Condemned sind dafür, zumindest teilweise, der beste Beweis. Was im Singpleplayer intensiv und spannend ist, wird gegen den Rest der Welt zum sinnfreien Schlagabtausch. Wer sich also für Deathmatch und Team-Deathmatch entscheidet, der stürmt auf die Gegner los und ohne jegliche Atmosphäre, mehr von der Hast getrieben, schnappt man sich einen Gegenstand um drauf los zu kloppen. Laggt teilweise extremst, ist aber auch ansonsten keine Freude. Da es keine Medikits gibt, kommt man am besten zuletzt ins Gefecht und tötet alle angeschlagenen Feinde, wer nur gegen eine Person spielt erreicht genau deshalb wahrscheinlich ein Unentschieden.
 
Wenigstens hat Monolith noch zwei weitere Modi mit integriert, die zwar ein wenig kreativer sind, das Rad aber weder neu erfinden, noch sonderlich viel Laune machen. Da wäre zum einen die Crime Scene Investigation, zum anderen der sogenannte Bum Rush Modus. In beiden Fällen werden die Spieler in Teams aufgespalten, einmal geht es darum eine Kiste zu verstecken (die aufgespürt und gescannt werden muss), beim Bum Rush kämpft die Polizei gegen die "Penner". Die sterben zwar schnell und haben keine Gewehre, dafür gibt es für die SCU Einheiten keinen Respawn. Obwohl der Grundgedanke also stimmt, scheitert Bloodshot an zu wenigen Spielern und an dem zu oberflächlichen, oft auch noch laggigen Gameplay.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Endlich mal wieder ein Spiel mit Übersicht, so dass ihr sehen könnt wie lange es noch dauert bis man ein Achievement erreicht hat. Leider hat sich Monolith dieses mal für enorm viele Mehrspieler Erfolge entschieden, die einen Großteil der Punkte bei Bloodshot ausmachen. Das ist keine glückliche Entscheidung gewesen, vor allem weil die Erfolte des ersten Teils vielen Spielern noch als äußerst gelungen im Kopf abgespeichert waren. Hinzu gekommen ist auch der Fightclub, in dem wenigstens die Waffen-Erfolge Spaß machen. Den Rest gibts dann tatsächlich in der Kampagne, wobei das Spiel unter anderem auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad beendet werden will.
 
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Ich habe ja schon oft geschrieen, weil ein Spiel einen Mehrspieler verpasst bekommen hat, wo eigentlich keiner hingehört. Nach zahlreichen Überraschungen (wie Splinter Cell), verstummte ich aber langsam und wache aus diesem Koma erst jetzt wieder auf. Wenigstens haben wir getrennte Wertungen, sonst hätten die langweiligen Online Matches dem Spiel ordentlich Punkte geklaut. Also Monolith, Teil 3 wieder Solo!

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