Nitro Bike - Review

Nitro Bike

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Review
WII
55
Nitrobike Review
 
Es gibt Ankündigungen, die machen einfach Lust auf mehr. Nachdem man intensiv seine Runden in Excite Truck gedreht hat, kam die Präsentation von Nitrobike für Nintendos Wii wie gerufen. Die Zutaten der Racing-Suppe klangen sehr viel versprechend. Ubisoft hat die Leftfield Studios damit beauftragt ein Motorcross-Spiel zu entwickeln. Jeder Nintendo-Fan horcht bei diesem Namen auf, denn niemand geringeres als dieses Team hat seinerzeit Excitebike 64 gemacht. Dieses Spiel schloss sich nahtlos in der Reihe der durchgestylten 64er-Racer Wave Race 64 und 1080 Snowboarding ein und konnte der Nintendokonsole einen weiteren gelungen Hit bescheren. Als wäre das nicht genug, versprach man einen Online-Modus für das Spiel und ein 4-Spieler Splittscreen. Alles zusammen müsste also eigentlich ein sehr gutes Rennspiel für die Wii ergeben.
 
Erstmal den Motor warm laufen lassen...
 
Nitrobike macht es im Vergleich zu Excitebike 64 in vielen Belangen anders. Im Gegensatz zum Nintendo 64-Spiel setzt man hier noch mehr auf die Geschwindigkeit, als auf Realismus. Das Herzstück des Spiels ist die Karriere, die von seinem Aufbau sehr gelungen ist. Man erstellt sein eigenes Profil und begibt sich auf die Piste auf der Jagd nach neuen Bestzeiten. Durch Erfolge gelangt man so an neue Zweiräder und kann sogar diese aufwerten. Mit Fortschreiten der Karriere steigt die PS-Zahl und auch das Handling geht besser von der Hand. Durch den Einsatz von Nitro schießt man nur so über die Pisten. Die Darstellung wechselt in einen Tunnelblick (ähnlich wie in der Burnout-Serie) und vermittelt dem Spieler vor dem Bildschirm die immense Geschwindigkeit des Spiels.
 
Fahren in der Schräglage - hoffentlich fällt Nitrobike nicht ganz aus der Kurve.
In der Karriere bekommt man es mit über 60 Events zu tun, so dass man im Prinzip für einige Tage mit dem Spiel beschäftigt ist. In diesen Events sucht man über 20 verschiedene Rennstrecken auf, um sich seine Ergebnisse in Bronze. Silber oder Gold verewigen zu lassen. Hat man alle Events einer Klasse abgeschlossen, so nimmt man am letzten Cup teil. Ist man hier erfolgreich, so steigt man im Rang und das Spiel geht wieder von vorne los. Die Events sind durchaus abwechslungsreich und man wird mit den verschiedensten Aufgaben konfrontiert. So muss man beispielsweise in der Eliminierung ständig drauf achten, bloß nicht als letzter ins Ziel zu kommen. Nach jeder Runde wird ein Biker aus dem Rennen katapultiert. Natürlich trifft es hier immer den langsamsten aller Fahrer. Beim Einzelrennen geht es schlicht und ergreifend darum sich gegen neun Computergegner durchzusetzen. Eine weitere Veranstaltung in der Nitrobike-Serie wäre noch das Reifenchaos. Sobald das Stargitter sinkt, beginnt die Uhr mit dem Countdown. Für jeden Reifen, durch den man springt, erhält man Zeit gutgeschrieben. Wenn viel Zeit auf der Uhr verbleibt, so ist dies Gold wert. So richtig schön kann man sich noch im Trickrennen austoben. Man bekommt eine bestimmte Zeit, in der man so viele spektakuläre Move zeigen darf, die man aus seinem Bike rausholen kann.
 
Im Rausch der Geschwindigkeit
 
Wunderbar, das klingt nach der richtigen explosiven Mischung für ein solches Motorcross-Spiel. Das ist es auch, aber nur, wenn das eigentliche Spiel gleichzieht. Doch woran hapert es nun bei Nitrobike? Gespielt wird komplett nur mit Wii-Mote. Diese nimmt man quer in die Hand (also ganz genau so wie in Excitetruck). Mit den 1- und 2-Tasten gibt man Gas und kann bremsen. Durch Neigung der Mote lenkt man nach links und rechts. Ein Schema, das vertraut sein dürfte und auch durch einige positive Beispiele genügend Potential inne hat. Leider kann sich Nitrobike nicht zu diesen positiven Beispielen zählen. Es funktioniert einfach nicht so präzise und harmonisch wie in dem (jetzt wohl deutlich immer wieder erwähnten) Excitetruck. Manche mögen es als herausfordernd bezeichnen, allerdings sind dies wohl wirklich hart gesottene Spieler. Die Fahrt auf dem Motorcross erinnert am ehesten einer Fahrt auf glattem Eis. Man muss schon bei jeder Kurve deutlich auf die Bremse treten, um nicht mit der Streckenbegrenzung Bekanntschaft zu machen. Mit etwas (oder auch etwas mehr) Übung schafft man es schließlich sich sauber um jede Kurve zu bewegen und nicht bei jeder Kurve rauszufliegen. Der fade Beigeschmack bei der ganzen Sache ist aber, dass man dadurch nie das Gefühl hat sich so richtig schön mit Höchstgeschwindigkeit zu bewegen. Man kommt einfach nie zu diesem befriedigenden Gefühl das Spiel einfach so richtig unter Kontrolle zu haben.
 
Der Titel selbst sagt es schon. Nitro nimmt eine sehr wichtige Rolle ein. Nutzt man den Boost nicht gekonnt, so wird man bei den Rennveranstaltungen niemals Land sehen. Oberstes Motto lautet also Gasgeben! Aber wie wir gerade im Abschnitt zuvor erklärt haben, ist es verdammt wichtig immer wieder richtig auf die Bremse zu treten. Irgendwie ist Nitrobike also ein Widerspruch in sich. Es bremst sich quasi selber aus.
Das sind so elementare Fehler, die Nitrobike ganz sicher dazu verdonnern niemals in den Olymp der guten Rennspiele aufgenommen zu werden. Dass es eher Richtung Hades geht, dafür sorgen dann die weiteren Patzer, die sich Left Field hier geleistet hat. Die Gegner im Spiel sind wahre Pistenrowdies. Diese brettern mit Vollgas an euch vorbei und das ohne Rücksicht auf Verluste. Bei einer direkten Kollision zieht oft den Kürzeren und findet sich schnell im Matsch wieder. So aus der Bahn geworfen probiert man schnell wieder in die Kurve zu kratzen, allerdings dürften die nachfolgenden Fahrer euch wieder das Leben schwer machen. Ein richtig flüssiger Rennverlauf kommt in einem eng umkämpften Rennen also fast nie auf. Das ist in vielen Fällen einfach frustrierend. Hinzu kommt, dass man nicht selten auch ziemlich ungünstig wieder in das Rennen zurückgesetzt wird. Man bekommt schnell das Gefühl, dass sobald man einmal in seinem Rennfluss gestört worden ist, nicht mehr so schnell wieder rein kommt. Wer sich dem Ganzen entziehen möchte und Abseits der Piste sein Glück probieren möchte, der wird auch sehr schnell enttäuscht. Befindet man sich einige Meter abseits der eigentlichen Strecke, so wird man sofort wieder auf einen Rücksetzpunkt verbannt. Es bleibt euch also nichts anderes übrig, als euch durch die normale Strecke zu kämpfen. Gerade bei einem Arcade-Racer der eigentlich die Action betonen will, sind solche knallharten Regeln eher eine Spaßbremse. Sobald man sich mit einem der zahlreichen Hindernissen wie Zäunen und Steinen vereint und im Anschluss das Bike in die Luft fliegt, kommt dem frustrierten Spieler es oftmals wie eine Erlösung vor...
 
Die Rakete auf Rädern
 
Diese Umschreibung auf der Verpackung trifft es schon ziemlich gut. Die Pisten sind bestückt mit scharfen Kurven und vielen Hindernissen. Man muss also sehr vorsichtig sein, wenn man heil ins Ziel kommen will. Es erfordert schon viel Übung und Nerven in diesem Spiel zu bestehen. Wen das nicht abschreckt, der kann darauf hoffen in den Weiten der Welt auf Gleichgesinnte zu treffen, denn Nitrobike bietet als eines der wenigen Wii-Titel einen richtigen Onine-Modus. Irgendwie erstaunlich, dass ausgerechnet dieses Spiel mit einem solchen Modus beglückt wurde. Hier dürfen sich sogar bis zu sechs Spieler messen. Dabei schneidet das Spiel in punkto Performance sehr gut ab. Im Prinzip kann man kaum ein Unterschied zum Offline-Spiel feststellen. Allerdings weiß man zu keinem Zeitpunkt so genau, ob einem da nicht etwas vorgegaukelt wird, denn seine Online-Kontrahenten kann man nur anhand der Nicks identifizieren. Eine Art Lobby oder einen Chat zur Kommunikation ist nicht im Spiel vorhanden. Die Wartezeiten sind durchaus groß, da sich anscheinend nicht soviel trauen sich mit Nitrobike vor die Haustür zu wagen. Wer es schafft ein paar Spieler hinter seine Haustür zu bekommen, der darf mit diesen dann vor dem heimischen Fernseher im Multiplayer spielen. Via Split-Screen können so vier Leute an dem Motorcross-Spektakel teilnehmen.
 
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Nitrobike verfügt über einen Online-Modus.[/i]
Wenn man in einem Zusammenhang noch die Hartgesottenen erwähnen muss, dann ist dies im Technikcheck absolut notwendig. Es gibt kaum etwas Positives zum Spiel zu sagen. Lediglich die Geschwindigkeit ist in jedem Aspekt gelungen. Ob nun im flüssigen Online-Modus oder durch den Verwisch-Effekt im Spiel. Allerdings, so darf man annehmen, ist es bei dieser Detailarmut auch nicht sonderlich schwer. Nahezu alle gebotenen Texturen sind verdammt schwammig. Es gibt Spiele, bei denen man sich sagt, das hätte in dieser Form auch auf dem Nintendo 64 funktioniert. Allerdings hält man sich dann vor Augen, dass durch die vielen Jahre das Erinnerungsvermögen etwas nachgelassen hat. Bei Nitrobike aber, so ist man der festen Überzeugung, ist es tatsächlich der Fall. Zu dieser Tristesse passt auch ganz gut die Farbpalette des Spiels. Nur selten bekommt man ein saftiges Grün oder der gleichen zu sehen. Schwarz, grau und braun sind in diesem Spiel dominant. Alles wirkt einfach zu düster.
Die allgemeine Stimmung zu diesem Spiel dürfte also klar sein. Daher belassen wir es beim Sound einfach mal dabei, dass die Stücke zwar zur Thematik passend sein dürften, aber einfach zu eintönig gestaltet worden. Die Effekte der Motoren sind auch sehr nervig und vermitteln kaum ein Flair. Dass das Ganze dann noch lange Ladezeiten benötigt, ist dann noch das passende I-Tüpfelchen zum gesamten Erscheinungsbild.
 
Positiv:
 
+ Online-Modus mit guter Performance
+ Karriere mit abwechslungsreichen Events
 
Negativ:
 
- nerviges Gameplay
- sehr schwache Technik
- lange Ladezeiten
- schwieriger Einstieg
- hoher Frustfaktor
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Becks
Die beste Möglichkeit meine persönliche Meinung zum Spiel kund zu geben ergibt sich aus dem verheißungsvollen Text auf der Verpackung. "Nitrobike ist eine mit Nitro geladene Rakete auf Rädern...". Jawohl, wem es Spaß macht mit Vollgas gegen eine Wand zu fahren, der findet hier die passende Simulation. "...die Dich zum Sieg treiben wird – oder Dich als brennendes Wrack durch die Luft schießt." Und nochmals ja. Ich habe mich (nach zahlreichen Runden Nitrobike) genau wie der zweite Punkt gefühlt. "Nitrobike ist X-treme Racing, wie es schneller und spaßiger nicht sein kann!" Mit der nötigen Portion Ironie mag das sicherlich zutreffen.

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