Ghost Squad - Review

Ghost Squad

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Review
WII
57
 
Ghost Squad
 
Einer der Hauptgründe, warum man früher in die Spielhalle gegangen ist, waren ohne Zweifel die zahlreichen Light-Gun-Shooter. Mit immer verrückteren Peripherien wie Pistolen, Maschinengewehren mit Rückstoßfunktion oder Sniper-Gewehren konnten diese Titel eine unvergleichliche Faszination ausüben und haben wie kaum etwas Anderes das Feeling actionreicher Schusswechsel vermittelt. Heutzutage übertreffen die neuen Konsolen die meisten Arcade-Automaten technisch bei weitem, und auch Light-Gun-Shooter wurden bereit zuhauf fürs heimische Wohnzimmer portiert, sodass ein Gang in dieses verruchte Milieu kaum noch nötig ist. Neuester Vertreter der Arcade-Umsetzungen ist Segas "Ghost Squad", welches erstmals im Jahr 2004 in den Spielhallen auftauchte. Wir haben uns die Wii-Version zur Brust genommen und überprüft, ob man sich nicht doch lieber wieder einmal in der nächsten Spielhalle blicken lassen sollte.
 
Gameplay
 
Bereits im Startbildschirm ist die erste Änderung im Vergleich zur Arcade-Version zu erblicken: neben dem obligatorischen Arcade-Modus wurden zusätzlich ein laut Spielbeschreibung "brandneuer" Party- und Trainingsmodus integriert. Im Trainingsmodus können die eigenen Fähigkeiten in den Teilbereichen Schießübungen, Reaktions- sowie Kampftraining verbessert werden. Im Party-Modus schießen sich bis zu vier Spieler gleichzeitig durch die Missionen des Arcade-Modus und wetteifern um Erfahrungspunkte und Highscores. Im weiteren Spielverlauf werden noch zusätzliche Bonus-Features wie Grafikspielereien freigeschaltet, die im Party-Modus zum Einsatz kommen.
 
 
Da man bei einem Test aber meist allein vor dem Bildschirm sitzt, haben wir uns zuerst auf den Arcade-Modus konzentriert (der übrigens auch kooperativ gespielt werden kann). Eines vorweg: Der Wii-Zapper ist für "Ghost Squad" nicht unbedingt notwendig, da man sich ständig ein Zielkreuz auf dem Bildschirm anzeigen lassen kann, was das Zielen mit der Wii-Mote sehr erleichtert. Der Zapper verstärkt jedoch das Feeling einer echten Waffe in der Hand und damit dem Spielspaß beträchtlich. Mehr Punkte gibt es zudem, wenn man kein Fadenkreuz verwendet, und in diesem Fall ist der Zapper unerlässlich. Wie dem auch sei, hat man sich für den Arcade-Modus entschieden, muss erst einmal ein eigenes Profil samt Namen, gewünschter Uniform und Waffe erstellt werden. Zu Beginn stehen hier nur wenige Dinge zur Auswahl, mit steigenden Erfahrungspunkten kommen jedoch nach und nach weitere hinzu. Was nun folgt beschreibt ein Satz aus der Spielanleitung: "Schlüpfen Sie in die Rolle eines Soldaten der Einheit Alpha und vernichten Sie die Terroristen". Gesagt, getan, doch bereits im nächsten Schritt folgt der erste, richtige Schock: Lediglich drei Missionen mit einer durchschnittlichen Spieldauer von jeweils fünf bis zehn Minuten stehen zur Auswahl. "Villa", "Air Force One" und "Dschungel". Trotz intensiver Suche entdecken wir leider kein weiteres Pfeil-Icon, das uns auf die nächste Missionsauswahl-Seite wechseln lässt.
 
Wer schon einmal einen Light-Gun-Shooter gespielt hat weiß, was ihn nun erwartet. Wie auf schienen wird man aus der Ich-Perspektive durch den Level "gefahren", während unterwegs aus allen Ecken mehr oder weniger gefährliche Feinde auftauchen, die mit der Wii-Mote aufs Korn genommen werden müssen. Je nachdem, wie schnell und wo Gegner getroffen werden, wächst das Punktekonto entsprechend an. Zur Hilfestellung werden Feinde, die kurz davor sind euch zu treffen, mit einem Fadenkreuz markiert: Diese sollten also zuerst erledigt werden.
 
 
Auf dem Weg durch die einzelnen Umgebungen stellt "Ghost Squad" den Spieler immer wieder vor die Wahl, welche weitere Route er einschlagen möchte. Durch die linke oder rechte Tür, über das Dach oder durch den Keller: Je nach Entscheidung verändert sich der Levelverlauf und man erreicht Locations, die man vorher nur aus einer anderen Perspektive erspähen konnte. Am Ende jeder Mission wartet der obligatorische Endgegner. Hat man auch den erledigt, wird Bilanz gezogen: je nachdem, welches Missionsziel erreicht bzw. verfehlt und welcher Weg genommen wurde, füllt sich ein Prozentanzeige am unteren linke Bildschirmrand. Da bei einem einzigen Durchlauf unmöglich die hundert Prozent erreicht werden können, liegt die Hauptmotivation darin, die Missionen öfter zu spielen und jeden möglichen Weg auszuprobieren. Je nach Leistung erhöht sich im weiteren Spielverlauf der Missions-Level (insgesamt 16 Stück je Mission), womit diese anspruchsvoller werden, neue Zwischenmissionen werden hinzugefügt, Gegner tauchen an anderen Stellen auf und anstatt am Tag seid ihr dann beispielsweise in der Nacht unterwegs. Highscores werden dank Wi-Fi-Modus in einer Online-Rangliste eingetragen, in welcher ihr euch mit anderen Spielern aus aller Welt vergleichen könnt.
 
Features und Extras
 
Gute Ergebnisse werden damit belohnt, dass die eigene Spielfigur aufgerüstet und neu ausgestattet werden kann. Viele neue Uniformen und Waffen wie Pump-Gun, MG, Pistole oder Scharfschützengewehr mit unterschiedlichen Fähigkeiten kommen auf diese Art und Weise im Laufe der Zeit in euren Besitz. Ebenso warten auch zwei Bonus-Modi darauf, freigeschaltet zu werden: Im Ninja-Modus geht der Spieler als Ninja auf Samurai-Jagd, im Paradise-Modus erwarten euch statt waffenstrotzender Gegner leicht bekleidetet Bikini-Damen, die mit einer Wasserpistole nass gespritzt werden wollen.
 
 
Zur Auflockerung des Spielablaufs wurden in die Missionen kleine Mini-Spiele integriert. So gibt es z.B. Scharfschützenmissionen, Geiseln müssen befreit oder Bomben durch das Durchschneiden bestimmter Drähte entschärft werden. An manchen Stellen fallen Messer schwingende Gegner über einen her, deren Attacken nur dadurch abgewehrt werden können, indem man schnellstmöglich auf einen auf dem Bildschirm erscheinenden Kreis zielt und A drückt. Ist man zu langsam, ist entsprechender Energieverlust die Folge. Ebenfalls typisch für einen Light-Gun-Shooter, sind in den Levels Extras wie Gesundheit, zusätzliche Panzerungen oder Erweiterungen für die eigene Waffe versteckt, die durch Beschuss aktiviert werden.
 
[b]Steuerung
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Die Steuerung ist denkbar einfach ausgefallen und gibt keinen Anlass zur Kritik. Mit dem B-Button der Wii-Mote wird geschossen, mit der A-Taste werden besondere Aktionen ausgeführt. Nachgeladen wird, indem man mit der Wii-Mote neben den Bildschirm zielt, während mit dem Steuerkreuz zwischen den verschiedenen Schuss-Modi gewechselt wird: Einzelschuss, Dreier-Schuss und Dauerfeuer. Dass Light-Gun-Shooter geradezu prädestiniert für den Wii sind zeigt die gut zu handhabende Zielerfassung. Das eingeblendete Zielkreuz (das auch deaktiviert werden kann) reagiert direkt und ohne Probleme auf eure Bewegungen und bereits nach wenigen Spielminuten lassen sich Gegner bequem aus der Hüfte erledigen.
 
 
Grafik und Präsentation
 
"Ghost Squad" hat mittlerweile drei Jahre auf dem Buckel, und das sieht man dem Titel auch deutlich an. Die Grafik wirkt unspektakulär, altbacken und stellt selbst für die beschränkten Hardware-Fähigkeiten eines Wii nur Durchschnitt dar. Texturen sind verwaschen, Gegner und Mitstreiter nicht sehr detailliert. Zwar kann die Umgebung zerschossen und in ihre Einzelteile zerlegt werden, wenige Highlights sind hier jedoch nur splitternde Glasscheiben und fliegende Federn, wenn auf einen Sessel oder eine Couch geschossen wird. Es fehlt zwar ein 16:9-Modus, dafür bietet der Titel einen 480p-Support.
 
Man sieht dem Titel sofort an, dass es sich um eine Arcade-Umsetzung handelt. Jeder Byte scheint nach rauchiger Spielhallenluft zu riechen und man sucht fast automatisch die Vorrichtung, um den nächsten Coin einzuwerfen. Dies mag für Retro-Fans sicherlich seinen Reiz haben, leider bringt diese Tatsache aber auch unweigerlich alle negativen Eigenschaften mit sich: Die sporadischen Zwischensequenzen sind dämlich und miserabel inszeniert, die Sprachausgabe und Dialoge ein Witz und nicht einmal der Hauch einer ansprechenden Hintergrundgeschichte ist vorhanden. Die drei Missionen sind aufgrund ihrer Settings in einer Villa, in einem Flugzeug und dem Dschungel thematisch zwar recht abwechslungsreich gelungen, sind aber völlig zusammenhangslos und erzählen alle eine eigene, hanebüchene Geschichte, bei der man nicht weiß ob man sarkastisch lachen oder doch lieber weinen soll. Auch der Sound schlägt hier in die gleiche Kerbe: typisches Arcade-Gedudel, das für die Spielhalle ausreichen mag, vor dem heimischen Bildschirm aber niemanden sprichwörtlich vom Hocker haut. Ein kleines Highlight sind die Schussgeräusche aus dem Wii-Mote Lautsprecher und die entsprechenden Rumble-Effekte, welche die Schusswechsel etwas intensiver gestalten.
 
 
Fazit:
 
"Ghost Squad" ist eine Arcade-Umsetzung wie sie im Buche steht, und darum leider auch grundsätzlich besonders kurz. Drei verschiedene Missionen mögen für die Spielhalle ausreichen, für den Einsatz im heimischen Wohnzimmer sind es jedoch eindeutig zu wenig. Diesen Mangel an spielerischer Substanz hat Sega durch den Zusatz "brandneuer" Modi zu kompensieren versucht, die jedoch nicht wirklich überzeugen. Der kaum nennenswerte Trainings-Modus hat ganze drei verschiedene Übungen, und der Party-Modus setzt einem die gleichen Missionen wie im Arcade-Modus vor, mit dem Unterschied, dass man diese nun zu viert bestreiten kann. Zugegeben, mit den richtigen Leuten kann dieser wirklich Spaß machen, und auch der freispielbare Ninja- und Paradise-Modus bringen einen Hauch von Abwechslung ins Spielgeschehen, dennoch muss man der Tatsache ins Auge sehen, dass die Hauptmotivation bei "Ghost Squad" darin besteht, seinen Highscore Stück für Stück zu verbessern und die insgesamt 16 Level-Stufen je Mission zu erreichen. Wer damit nichts anfangen kann, investiert sein Geld hier eindeutig ins falsche Pferd. Auch die Präsentation und die Grafik können im Jahr 2008 nicht mehr wirklich überzeugen und wirken altbacken. Vollblut-Arcade-Fans werden sich jedoch über die typischen Spielhallenatmosphäre freuen.
Gefallen haben uns hingegen die tadellose Steuerung und die Möglichkeit, eigene Highscores via Wi-Fi hochzuladen und der ganzen Welt zur Begutachtung vorzusetzen.
Für den Verkaufspreis von 40 bis 50 Euro können wir euch nicht guten Gewissens zum Kauf dieses Spieles raten, wer es jedoch einmal für 10 Euro auf dem Grabbeltisch entdecken sollte, auf Light-Gun-Shooter steht und gerade nichts für seine Wii hat, kann gerne zugreifen.
 
Positiv:
- sehr gute Steuerung
- 4-Spieler- und Koop-Modus
- Online-Ranglisten
- Gute Nutzung des Wii-Mote-Lautsprechers
 
Negativ:
- Mit nur drei Missionen viel zu kurz
- Präsentation und Grafik nicht mehr zeitgemäß
- Zu wenig andere Spielmodi
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Sharky81
Ich war geschockt, als ich bereits nach einer halben Stunde den Abspann zu sehen bekam. Ok, Arcade-Fans mögen jetzt sagen: "So sind diese Spiele eben, der Hauptreiz liegt im erzielen neuer Highscores und nicht in einer tiefgründigen, fesselnden Story und stundenlangen Missionen." Dem muss ich zustimmen, man darf jedoch nicht den Fakt vergessen, dass man in der Spielhalle einen Bruchteil dessen bezahlen muss, was für dieses Spiel im Laden verlangt wird, und das bei so gut wie gleichem Inhalt.

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