World Series of Poker 2008: Battle for the Bracelets - Review

World Series of Poker 2008: Battle for the Bracelets

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Review
PS3
2
 
"Die American Airlines sind gelandet"
 
Battle for the Bracelets wird die wenigsten Käufer überraschen. Denn ihr bekommt, wer hätte das gedacht, ein Pokerspiel. Habt ihr also im Laufe der Jahre eine hohe Affinität für das Kartenspiel entwickelt, wird euch die Versoftung sicher ein paar schöne Stunden bescheren. Viele Pokerstars sind mit dabei (Ferguson, Hellmuth, Matusow, Chan und Raymer), ihr bekommt nette Grafik und teilweise sehr gutes Casino Feeling und müsst euer Können in mehreren Spielen beweisen. So wird es Texas Hold `Em Fanatiker etwas irritieren, dass auch Omaha Poker und Seven Card Stud gezockt werden. Battle for the Bracelets bietet angenehme Pokerstimmung, mehrere Schwierigkeitsgrade, ein relativ üppiges Rahmenprogramm und natürlich einen Online Mehrspieler. Wer nichts für Asse, Buben und Könige übrig hat, sollte aber die Finger vom Spiel lassen, zumal der Spielablauf nach wie vor recht zäh ist.
 
 
Optik
 
Auch die 2008er Episode bringt euch solide Optik auf den Schirm, besonders die verschiedenen Charaktere bräuchten aber noch eine ordentliche Generalüberholung. Immer gleiche Animationen und Bewegungsabläufe, statische Atmosphäre am Tisch und recht grobe Gesichter. Nein, TV Atmosphäre kommt so nicht auf. Der Rest hingegen überzeugt: Kurze Realfilm-Einspieler machen Lust auf die Casinos und die Tische selbst sehen auch gut aus. Neu positioniert sind die Kameras, die euch sowohl den Tisch als Ganzes, als auch einzelne Zocker zeigen. Viel zu sehen gibt es leider nicht, schnell hat man sich an Stil und Umsetzung gewöhnt. Außerdem sieht die 2008er Version besser aus als seine Vorgänger, was aber leider immer noch nicht bedeutet, dass World Series of Poker gut aussieht.
 
Akustik
 
Die Tracks sind zwar ganz nett und sorgen zu Beginn auch für Atmosphäre, da ein ausgedehntes Turnier aber teilweise verdammt lange dauert, gehen einem die recht oberflächlichen Rhythmen irgendwann auf die Nerven. Die Kommentatoren und die Sprachsamples der Profis sind nur auf Englisch zu hören, bisweilen aber trotzdem unterdurchschnittlich. Die Effekte gehen in Ordnung, auch wenn das Geräusch beim Karten verteilen so gar nicht ins Spiel passt.
 
Ladezeiten
 
Sie sind da, man bemerkt sie und man ist nicht erfreut. Trotzdem durchschnittlich, die Ladezeiten. Etwas nervig ist zu Beginn das Laden der Karriere, wo man von recht vielen Menüs unterbrochen wird, bzw. etwas bestätigen muss.
 
Extras
 
Ein üppiges Rahmenprogramm und viele Modi, reinrassige Extras gibt es aber nicht.
 
Suchtfaktor & Spielgefühl
 
Wer World Series of Poker 2008 im Regal sieht und zugreift, hat zu 99% Spaß am Pokern. So sollte es auch sein, denn viel mehr bietet euch das Game freilich nicht. Kaum rotiert die Scheibe in eurer PS3, erstellt ihr euch für den Karrieremodus einen Protagonisten. Zwar ist der Editor, vor allem was das weibliche Geschlecht angeht, ziemlich hässlich, am Ende bekommt man aber eine akzeptable Figur heraus. Es gibt sogar noch andere Editoren, so kann man sich ein eigenes Pokerzimmer einrichten, für das man mit der Zeit immer größere Lokalitäten und imposantere Möbel freispielt. Nettes Gimmick am Rande.
 
Ihr könnt euch nun aussuchen, ob ihr im Karrieremodus bleibt und einem Turnierplan folgt, oder nur ein paar Ründchen Karten spielt. Mit dabei sind neben Texas Hold `Em auch noch Omaha, Seven Card Stud, Razz und ein paar andere Spielereien. Das mag viele Leute irritieren, bekannt aus dem TV und zur Zeit am beliebtesten ist eigentlich nur die erste Variante. Um im Karrieremodus allerdings Erfolg zu haben, müsst ihr euch auch in die anderen Spielarten einarbeiten. Bei den "schnellen Matches" sucht ihr euch Gegenspieler und Schwierigkeitsgrad selber aus. Regelt man die KI runter, hat man das Gefühl deutlich mehr Glück bei den Karten zu haben, außerdem agieren viele Profis ruhiger und mit einem All-In Bluff ziehen sich die meisten Spieler aus der Runde zurück. Mit ein bisschen Übung sollten also auch Neulinge mal den ein oder anderen Sieg einfahren können.
Wem das partout nicht gelingt, der kann an Phil Hellmuths Pokerschule teilnehmen. Der Rat eines Profis kann ja nicht schaden. Hier bekommt ihr zwar nicht das Regelwerk an sich erklärt, aber ein paar Tipps und Kniffe beigebracht, die Einsteigern das Spiel erleichtern. Blutige Anfänger hingegen gucken in die Röhre, wie die einzelnen Pokerspiele nun tatsächlich funktionieren, wird im ganzen Spiel nicht ausreichend erläutert.
 
Fühlt ihr euch bereit für eine eigene Karriere, kann es losgehen. Ein Turnierplan zeigt euch immer das aktuelle Event an, euren derzeitigen Kontostand und ihr könnt an den Spielen teilnehmen oder nicht. Begeleitet wird der Modus von Realfilm-Einspielern der Casinos, den beiden klobigen Kommentatoren und wenige Sekunden später befindet ihr euch schon mitten im Spiel. Das bedarf eigentlich recht weniger Worte: Ihr bekommt Karten, schätzt deren Stärke ein, könnt mitbieten, aussteigen und schlicht und ergreifend: POKERN. Das klappt auch sehr gut, Battle for the Bracelets bleibt übersichtlich und die klevere Steuerung verhindert versehentliches bieten. Ebenfalls sehr komfortabel: In den Optionen lassen sich viele Einstellungen ändern. Wem das Spiel z.B. zu langsam voran geht, der dreht die Geschwindigkeit rauf. Damit verzichtet man zwar auf Tisch-Atmosphäre, kommt aber schneller ans Geld.
 
Besonderheiten im Spiel gibt es dabei eigentlich nicht. Die KI könnt ihr selbst beeinflussen, man kann bluffen, fliegt aber gerne auch mal auf die Schnauze. Wie im richtigen Leben - auch wenn viele Veteranen jetzt schimpfen - bleibt es ein Glücksspiel. Vor allem gegen eine künstliche Intelligenz. Das heißt aber nicht, dass die Partien gegen den Computer keinen Spaß machen. Im Gegenteil: Wer Lust auf Asse und Buben, Pärchen und Drillinge hat, der verbringt viele Stunden mit dem Spiel. Einzelne Partien dauern recht lange, man tritt gegen die Idole aus dem Fernsehen an und fiebert stets mit. Darüber hinaus könnt ihr euch in einem speziellen Heads-Up Modus duellieren, schaltet zusätzliche Cash Games frei und könnt jede Menge Sachen freispielen. Die dienen, wir erwähnten es bereits, teilweise zu Dekozwecken, auch sammelt man aber Chips, die euch für bestimmte Aktionen verliehen werden. Dank den vielen Modi und Spielarten, wird es also nicht langweilig.
 
Vorausgesetzt ihr steht auf Poker und habt auch Lust euch mit den anderen Spielarten zu befassen. Objektiv betrachtet ist Battle for the Bracelets ein sehr statisches, ruhiges und teilweise sogar fades Spiel. Das kommt besonders bei den trägen Reaktionen der Spieler zum tragen. Befehle werden viel zu langsam ausgeführt, auch die CPU agiert teilweise recht spät. Wer mit 8 Leuten am Tisch sitzt und die Geschwindigkeit auf "normal" lässt, braucht Nerven aus Stahl und beschäftigt sich nebenbei am besten noch mit etwas anderem. Denn auch wenn das Rahmenprogramm und die Spielmodi stimmen, die Atmosphäre die man aus dem Fernsehen kennt kommt nur selten durch. Es ist zu leblos, zu langsam und zu steif. Zwar ist Poker kein "Sport" bei dem andauernd was passiert oder bei dem die Spieler vor Emotionen überschäumen, trotzdem wird sich auch der ein oder andere Pokerfan gelangweilt abwenden.
 
Erwähnen möchten wir noch die original Lizenz, mit vielen wichtigen Profispielern und Turniernamen. Leider geht das einher mit jeder Menge Werbung, die euch teilweise im Spiel eingeblendet wird. Wirkt etwas unpassend und wir möchten nicht jedes mal wissen, dass die Card Cam von Wrigleys gesponsert wird. Zwar wird niemand diese Entwicklung aufhalten können, mit offenen Armen empfangen wir sie aber auch nicht.
 
Mehrspieler
 
Wer sich im Singleplayer langweilt und wem es danach dürstet, echten Mitspielern das virtuelle Geld aus der Tasche zu ziehen, der kann sich natürlich via PSN mit dem Rest der Welt duellieren. Das ist eine gute Idee, aber leider krankt das Spiel an zu wenig Mitspielern. In unseren Testrunden fanden wir nur selten genügend Leute, manchmal kam so erst gar keine Partie zu stande. Das ist schade, denn die Finessen des Singleplayer machen gegen reale Mitspieler natürlich noch mehr Spaß. Hier kommt dann der wahre Taktiker zum Vorschein.
 
Das Gameplay bleibt allerdings gleich, nur das ihr hier nicht an der Geschwindigkeit herumspielen könnt. Ausgedehnte Partien wirken also nicht selten sehr statisch, sind frei von Action und langweilen euch ab einem gewissen Zeitpunkt. Dem stehen natürlich spannende Spielzüge, geschickte Bluffs und unvergleichliche Siege entgegen.
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Becks
Ein Pokerspiel für 40 Euro, wenn man zahlreiche Varianten auch kostenlos im Internet findet? Ja, wieso nicht. World Series of Poker bietet eine Menge. Mit den Trainings-Sessions können beispielsweise Anfänger sich in das Spiel einarbeiten. Die gesamten Rahmenbedingungen sind von Activision sehr schön eingefangen und dürften genau den Nerv aller Pokerspieler treffen. Da auf der Verpackung ganz deutlich „Pokern“ draufsteht, kann jeder sofort erkennen, worum es in diesem Spiel geht. Entweder mag man es, oder man lässt es.

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