Dark Messiah of Might & Magic: Elements - Review

Dark Messiah of Might & Magic: Elements

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Review
360
32
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Erlöse uns, du dunkler Messias"[/u]
 
"Lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht", ist eine Weisheit aus dem Bereich der Videospiele. Leider schafft es nicht jede Schmiede, die Qualität des Vorbilds zu erreichen und Dark Messiah scheitert dabei sogar auf ganzer Linie. Zumindest wenn man Oblivion zum Vergleich nimmt, was den meisten Xbox 360 Spielern als erstes in den Kopf schießen dürfte. Zwar hat Elements einen anderen Ansatz, das merkt man aber erst nach ein paar Stunden im Spiel. Doch auch mit einem anderen Konzept geht bei Dark Messiah viel in die Hose: die Grafik wirkt altbacken und blass, der Sound ist meist nicht zu hören, das Spiel ist in Deutschland heftigst geschnitten und dank wenigen Gegnern, nicht wirklich guter Steuerung und einfallslosem Gameplay, sucht ihr schon nach kurzer Zeit nach Motivation. Nimmt man dann noch den extremst gewöhnungsbedürftigen Mehrspieler dazu, kommt man zu dem Schluss: Dark Messiah ist nicht das Spiel geworden, was es hätte sein sollen.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Ein dunkler Messias, halb Dämon, halb Mensch, wird erscheinen und die Überreste des siebten Drachen dazu verwenden, das Gefängnis der Dämonen für immer zu zerstören. Die wurden einst eingeschlossen und warten seit Jahren darauf zu entkommen. Das ist eine der vielen Prophezeiungen, denen ihr bei Elements begegnet, außerdem erfahrt ihr von den Feuerkriegen und einem geheimnisvollen Schädel. Er hat einst die Dämonen verbannt und wurde versteckt, ist außerdem der Schlüssel um das Böse wieder zu befreien. Ihr steckt in der Haut von Sareth, einem noch unerfahrenen Lehrling der Magie und der Schwertkunst, darauf geschult Tempel zu erkunden und Gegner zu besiegen.
 
Welche Rolle euch im Spiel zuteil wird, offenbart sich relativ schnell, allerdings bleibt die Handlung bis zum Schluss mysteriös und eigentlich ganz unterhaltsam. Zwar sind die Figuren platt und man ärgert sich oft über den "Helden", Dark Messiah liegt aber ein typischer Fantasy Plot zugrunde, weshalb Fans von solch einem Szenario in diesem Punkt nicht enttäuscht werden.
 
[u]Optik_[/u]
 
Obwohl Dark Messiah erst seit wenigen Wochen erhältlich ist, grübelt man beim Spielen oft über die altbacken wirkende Optik nach. Vielleicht liegt es daran, dass man das Spiel schon 2006 auf dem PC released hat und die Grafik nicht verbessert wurde. Jedenfalls ist Elements alles andere als hübsch, mit wenigen Gegnermodellen, abgehackten Animationen und einer sehr trüben und blassen Darstellung. Das sorgt für fehlende Atmosphäre. Die Schauplätze ähneln zwar denen andere Fantasy Spiele, bei Dark Messiah wirkt es aber lieblos und fad. Tiefpunkt sind aber mit Sicherheit die matschigen, pixeligen und klumpigen Texturen, mit denen das Spiel fast durchweg überzogen ist. Derart undetaillierte Wände und Böden haben wir lange nicht gesehen. Wer außerdem mit einem Schild durch die Gegend stolpert, hat jenen Matsch direkt vor Augen. Zu allem Überfluss ist Dark Messiah nur bedingt abwechslungsreich und gerät bei "viel Action" auch mal ins Ruckeln. Viel Action bedeutet aber in dem Fall, dass fünf Untote auf euch zu wanken. Womit wir schon bei den Gegnern wären, von denen es gerade mal zehn unterschiedliche im gesamten Spiel zu entdecken gibt. Nach toller RPG oder Fantasy Atmosphäre könnt ihr also lange suchen, Elements schafft es nicht euch mit der Optik zu begeistern.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Das Spiel ist komplett synchronisiert worden, klingt aber insgesamt nicht wirklich überzeugend. Die Dialoge sind oft sehr hölzern oder leiden an einem unerklärlichen Echo, außerdem bringen die Sprecher nicht genug Herz mit. So wirkt die Geschichte leider kitschig und wird von Effekten und Sound dabei voll unterstützt. Denn auch in diesen beiden Teilbereichen glänzt Dark Messiah nicht. Musik hört man ohnehin nur äußerst selten, meist genau dann, wenn es besonders spannend sein soll. Die Effekte klingen allesamt so, als hätte man sie schon 1000-mal gehört. Keinerlei Highlights, aber im Kern ganz solide. Atmosphäre dürft ihr bei dieser Kombination aber auch in Sachen Akustik nicht erwarten, viel zu oft irrt man völlig ohne Sound durch einen Tempel und freut sich, wenn man ausversehen mal auf eine Falle tritt, weil es dann ein Geräusch gibt.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Ihr werdet bei eurem Abenteuer regelmäßig unterbrochen und müsst einen Ladescreen ertragen, bei dem der Protagonist euch mit Tipps zur Schatzsuche versorgt. Die hätten allerdings langweiliger nicht sein können, dauern außerdem etwas zu lang. Selbst wenn man einen Checkpoint neu lädt, muss man sich in Geduld üben.
 
[u]Extras_[/u]
 
Keine. Anmerken möchten wir aber (mal wieder), dass Dark Messiah in der deutschen Version stark geschnitten wurde. Leichen lösen sich direkt auf, es gibt kein Blut und auch auf Finishing Moves muss der volljährige Spieler verzichten. Trotz all dieser Schnitte, die man leider ständig bemerkt, ist das Spiel natürlich ab 18.
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Eingangs haben wir Dark Messiah in einem Satz mit Oblivion genannt und möchten uns dafür schon vor dem "Gameplay" Test entschuldigen. Denn auf den ersten Blick sieht Elements zwar wie ein tolles RPG aus der Ego Perspektive aus, hat aber leider so viele negative Eigenschaften, dass wir auf eine harte, aber faire Wertung von 03 von 15 zurückgreifen müssen. Streng genommen ist Elements auch gar kein Rollenspiel, sondern viel mehr ein Action Adventure mit RPG Einlagen.
 
Ihr beginnt das Spiel nach einem kurzen Intro und seid auf dem Weg zu einem Tempel. Dort sollt ihr einen Kristall bergen und müsst dafür einen Berg erklimmen. Mit den beiden Sticks bewegt ihr euch vorwärts, da man das eigene Schwert stets vor Augen hat, werden sich vor allem Ego Shooter Freunde schnell heimisch fühlen. Doch nach den ersten paar Schritten merkt man: So toll ist die Steuerung nicht. Viele Bewegungen wirken abgehackt, eher ungenau stolpert man die ersten Meter den Hang hoch. Leider wird es im gesamten Spiel nicht besser, vor allem die Sprungabschnitte plagen euch und sind ordentlich vermasselt worden. Wer Y drückt springt, wer dabei rennt (linken Stick klicken), springt ein wenig weiter. Und doch kommt man oft nicht über Hindernisse, quält sich damit Simse zu erklimmen und stirbt oft, weil man den gähnenden Abgrund am Ende doch nicht überwinden konnte. Das erwartet euch aber erst später im Spiel, erstmal gilt es die erste Wache auszuschalten. Das kann man mit einem beherzten Tritt tun, der die Feinde in Abgründe stürzen lässt, später könnt ihr sie auch ins Feuer oder mit Stacheln besetze Wände kicken. Wer das nicht will, zückt entweder seinen Bogen, eine Klinge, einen Dolch oder seinen Zauberkasten. Bevor man nämlich in die Welt von Elements entlassen wird, entscheidet man sich für eine Charakterklasse. Während der Assassine gerne heimlich und mit dem eleganten Dolch arbeitet, nutzt der Magier verschiedene Schriftrollen, muss dafür aber häufig um seine Gesundheit fürchten. Jede Figur hat unterschiedliche Eigenschaften, die man schon aus zig anderen Spielen kennt und die hier keiner näheren Beschreibung bedürfen.
 
Bleiben wir deshalb bei den Kämpfen, die zu Beginn von Dark Messiah noch gut zu unterhalten wissen. Ihr nutzt die Umgebung um Wachposten zu erschlagen, könnt mir eurem Schwert einen Todesstoß ausführen und Angriffe blocken. Auch hier begeistert die Steuerung nicht, sie ärgert euch mit einem unnötigen Auto Aim, außerdem sitzt der Todesstoß bei weitem nicht immer. Mal haut der Held daneben oder der Feind will einfach nicht getroffen werden. Sehr störend vor allem bei untotem Gesindel, das in diesem Fall einfach wieder aufsteht und nochmal erschlagen werden will. Außerdem ist Dark Messiah unglaublich schlecht geschnitten. Die toten Soldaten lösen sich teilweise noch im Flug einfach in Luft auf, es gibt keine Finishing Moves in der deutschen Fassung und man merkt einfach ständig, dass irgendwas fehlt.
Leider haben nur knapp zehn verschiedene Gegner ihren Weg in die Welt von Elements gefunden. Große Spinnen, kleine Gnome, starke Orks und lahmende Zombies wollen besiegt werden, wobei man daran schnell die Lust verliert. Blocken, Angreifen, weiterrennen und immer wieder das gleiche tun. Die Kämpfe werden im fortschreitenden Spielverlauf immer lästiger und wissen selbst mit Magie am Ende nicht mehr zu unterhalten. Drei Schwierigkeitsgrade gibt es übrigens, auf "schwer" solltet ihr aber nicht anfangen. Wer umringt von Zombies den Gifttod stirbt, macht die Konsole wütend aus - und soweit soll es nicht kommen. Immerhin ist Dark Messiah recht zügig vorbei, was so gar nicht zu einem actionlastigen RPG passt. Um genau zu sein: Nach 8 bis 9 Stunden seht ihr bereits den Abspann. Da haben die Arkane Studios also Glück, dass dieser Might & Magic Ableger tatsächlich eher ein Action Adventure und kein Rollenspiel ist.
 
 
In dieser Zeit erforscht ihr düstere Tempel, sucht nach Schaltern, dem richtigen Weg, löst aber eigentlich keinerlei Rätsel. Der Weg ist das Ziel, auch wenn man oft ein wenig hilflos durch die Gegend irrt. Dafür laden sämtliche Level zum erforschen ein: Geheime Bereiche, verstecke Kammern und abgelegene Orte halten immer wieder Schätze für euch bereit, Reliquien, neue Waffen oder Tränke. Das macht in jedem Fall Spaß, hat aber keinerlei Sinn. Denn während man bei anderen Rollenspielen so Geld verdient, neue Waffen etc. kauft, wirkt Dark Messiah in diesem Bereich absolut unspektakulär. Es beginnt schon damit, dass es keinerlei Gold gibt. Da ihr euch nicht frei über eine Karte bewegen könnt, sondern von Level zu Level gebracht werdet, gibt es keine Shops und keinerlei Möglichkeit sein Inventar anständig aufzustocken. Selbst die oft entdecken "Sammelgegenstände" kann man nicht verkaufen, neue Zauber und Tränke sind ebenfalls Mangelware. Nicht mal Erfahrungspunkte darf man selber verteilen, zwar verbessern sich eure Fähigkeiten im Spielverlauf, dass passiert aber automatisch, auf langweilige Art und Weise und ändert kaum was am Gameplay. Wenn man es genau nimmt, fehlen dem Might & Magic Ableger also nahezu alle wichtigen RPG Elemente.
 
Ihr seht schon, wir gehen hart mit dem Titel ins Gericht. Allerdings haben die Jungs und Mädls von Arkane es auch nicht anders verdient. Die Ende 2006 erschienene PC Version war stellenweise nicht nur hübscher, sondern auch detaillierter (Erfahrungspunkte) und spaßiger. Dark Messiah of Might & Magic macht auf der Xbox 360 jedenfalls keine gute Figur, motiviert kaum, ist zu kurz, lässt euch wenig Freiheiten und nervt durch Sprung- und Kampfpassagen. Die Fantasy Welt bringt keine Atmosphäre in euer Wohnzimmer und die miese Technik tut ihr übriges.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Ungewöhnlich? Ja, das trifft es. Fehl am Platz? Ja, das trifft es auch. Denn irgendwie passt ein Multiplayer nicht wirklich zu solch einem Action-Rollenspiel, weshalb man sich ganz nebenbei fragt, wieso einer integriert wurde. Vier verschiedene Modi stehen euch zur Auswahl, wobei sich die verfügbaren Spiele unterscheiden, je nachdem ob ihr euch in Ranglisten oder Nicht-Ranglisten Spielen austoben wollt. Das eher holprig designte Menü überlässt euch die Charakter- und Klassenwahl, ihr dürft außerdem eine bestimmte Fähigkeit pushen, um wenigstens ein bisschen Individualität mit ins Spiel zu bringen. Dann geht es mit bis zu acht Leuten in Deathmatch und Team Deathmatch zur Sache. Eine ruckelige und alles andere als launige Erfahrung, auch wenn die verschiedenen Klassen stellenweise geschickt ihre Fähigkeiten gegeneinander ausspielen können. Ehrlich gesagt sind wir gespannt, wie lange in den Lobbys noch was los ist
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Och nee... Wie kann man einem Mehrspieler (der leider wirklich nicht gut ist) soviele Gamerscore Punkte zuordnen? Zwar sind die Erfolge nicht unheimlich langwierig, erfordern aber viele Ranglisten Spiele (mit allen Klassen), ihr braucht immer acht Leute in der Lobby und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, als wollte Ubisoft so wenigstens ein paar Zocker dazu bewegen, den Multiplayer zu zocken. Wir sind jedenfalls gnadenlos enttäuscht.
Die Erfolge der Solo Kampagne sind da zwar um einiges besser, aber ebenfalls nicht sonderlich motivierend. Wer einfach nur das Spiel durchspielt, hat am Ende knapp 250 Punkte, nur wer alle Rüstungen und Waffen einsammelt, dazu jede Menge geheime Orte entdeckt und dann auch noch sämtliche (!) Reliquien findet, kommt auf eine ansprechenden Punktzahl. So bleibt uns nur ein Fazit: Die Erfolge sind ebenfalls in die Hose gegangen.
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Hmm... hab eben nochmal bei uns in den Thread im Xbox Forum geguckt und festgestellt: Da freuen sich noch alle auf Dark Messiah of Might & Magic. Jetzt wo das Spiel erhältlich ist, bin ich mal auf euer Fazit gespannt. Abseits von der ganzen Kritik im Test friert das Game übrigens auch gerne mal ein (Hilfe, Bugs!), außerdem solltet ihr euch im Zweifelsfall die Uncut Variante zulegen.
Und ja, es ist eine sehr strenge Wertung!

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