Ace Combat 6: Fires of Liberation - Review

Ace Combat 6: Fires of Liberation

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Review
360
26
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Dance with the Angels"[/u]
 
Das Intro begeistert euch bei jedem Spielstart aufs Neue. Wenn die 5.1 Anlage die Flieger quasi direkt in euer Wohnzimmer bringt und die Musik orchestral ertönt, wird man gepackt von Atmosphäre und klickt sich dann erstmal durch ein recht fades Menü. Diese Gradwanderung ist bezeichnend für Ace Combat, das euch erneut in den Luftkampf schickt, bei dem ihr mit Raketen und Maschinengewehr auf feindliche Jets und Bodentruppen feuert. Denn irgendwie springt trotz guter Präsentation und spannenden Gefechten in der Luft, der Funke nicht bei jedem über. Es ist nicht selten dann doch zu eintönig und langweilig, was vor allen am ersten Drittel des Spiels liegt. Wer am Ball bleibt erlebt Fires of Liberation gegen Ende in Höchstform, mit grandiosen Gefechten, jede Menge Action am Himmel und toller Atmosphäre. Außerdem gibt es jetzt endlich einen Mehrspieler Modus, auf den Fans der Serie schon lange gewartet haben.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Wenn Krieg herrscht bedeutet das nicht bei jedem Spiel, dass ihr euch eine Waffe schnappt und unzählige Gegner erschießen müsst. Ace Combat durchleuchtet das Thema ein wenig erwachsener und zeigt euch mit verschiedenen kleinen Geschichten, wie grausam es wirklich ist. Dabei trennt das Spiel ganz klar die Zwischensequenzen vom eigentlichen Spiel ab, zu tun haben die Cut Scenes jedenfalls nichts mit euch. Trotzdem schafft Namco es, eine tolle Atmosphäre aufzubauen, vielleicht gerade weil man beide Seiten kennenlernt und die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann.
 
Während der Missionen erlebt ihr zudem zahlreiche Unterhaltungen mit, es gibt Besprechungen und Mitteilungen, so dass alles insgesamt zu einem sehr glaubhaften Ambiente verschmilzt. Zwar ist es ab und an etwas kitschig und vor allem das "Dance with the Angels" Thema nervt unglaublich, Fires of Liberation steht seinen Vorgängern aber eigentlich in nichts nach.
 
[u]Optik_[/u]
 
Technisch hat sich Ace Combat in den letzten Jahren stets verbessert, erst mit der Power der "neuen" Konsolen kann Namco das Spiel aber so aussehen lassen, wie es scheinbar schon immer gedacht war. Selbst wenn ihr jetzt also jetzt noch auf Texturtapeten trefft, sind die detailliert, knackscharf und stets sehr stimmig dargestellt. Mittlerweile ist es aber auch möglich, zahlreiche Gebäude komplett auszumodellieren, ihr rast also auch gerne mal an Häusern und kleineren Komplexen vorbei, die in den Himmel ragen. Ace Combat schickt euch über Wasser, Feldern und auch bergige Landschaften in den Einsatz, was dank Witterungseffekten oder glänzendem Sonnenlicht meist eine herrliche Kulisse bildet. Zeit die Atmosphäre zu genießen habt ihr aber nicht, zumal euch die Sicht vom HUD und natürlich eurem Flugzeug weitestgehend verdeckt wird. Die teilweise realen Nachbildungen sehen täuschend echt aus, wirken nur oft viel zu langsam. Wenn man weit oben fliegt, kommt einfach kein anständiges Geschwindigkeitsgefühl auf, dafür braucht es Regen, Gegner oder andere Objekte.
 
Im Kampf stört das aber unter Garantie nicht, euer HUD zeigt euch zahlreiche Ziele, der große Radar kennzeichnet die Feinde in bedrohlichem rot und Sekunden später jagt ihr ein feindliches Flugzeug in die Luft. Die Raketen hinterlassen eine imposante Rauchspur, die detaillierten Explosionen erschüttern den friedlichen Himmel und wenn viele Gegner gleichzeitig aktiv sind, herrscht ein hübsches Chaos am Himmel. Ganz umhauen wird euch Ace Combat 6 sicher nicht. Dafür fehlt der letzte Effekt-Kick. Trotzdem ist das Spiel hübsch, imposant und hat viel Atmosphäre parat. Die geht auch in den zahlreichen Zwischensequenzen nicht verloren, die mit täuschend echten Texturen aber teilweise plumpen Figuren begeistern. Anmerken muss man übrigens noch, dass Ace Combat zu keiner Zeit an Tearing oder Ruckeln leidet, stets flüssig läuft und mit guter Performance punkten kann.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Wir haben die Akustik eingangs bereits gelobt und möchten diesen positiven Eindruck hier erneut bestätigen. Der Sound ist schon im Intro genau richtig dosiert und macht auch im eigentlichen Spiel eine gute Figur. Leider ist es hier auf Dauer aber ein wenig zu wenig, man vermisst "Highlights" und viel zu oft plätschert der Sound nur vor sich hin. Die Effekte hinterlassen ebenfalls gemischte Gefühle. So klingen entfernte Explosionen hervorragend, auch Raketen rasen imposant an euch vorbei. Trotzdem fehlt Ace Combat hier die nötige Wucht. Die wäre zwar nicht realistischer gewesen, hätte den Spieler trotzdem erheitert. Es kann also passieren, dass ihr die wildesten Manöver fliegt und viele Ziele angreift, ihr aber ständig nur die bekannten Pieptöne eurer Waffensysteme hört. Kein Orchester das eure Attacke begleitet, keine Effekte die euch zusammenzucken lassen. Trotzdem spielt sich "Fires of Liberation" mit aufgedrehter 5.1 Anlage deutlich feuriger und intensiver. Die Sprachausgabe (nur Englisch) weist übrigens die gleichen Mängel auf. Während einige Dialoge mit viel Herz gesprochen wurden, klingen andere Sprecher leicht distanziert und scheinen nicht wirklich mit vollem Einsatz dabei zu sein. Und auch wenn nichts perfekt ist, leise Spielen macht bei Ace Combat keinen Spaß, denn die Atmosphäre ist gut und verzückt euch auch in der Luft das ein ums andere mal.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Bevor ihr eine Mission startet, holt das Spiel kurz aus und man ist ziemlich überrascht, dass es quasi nahtlos weitergeht. Die Ladezeiten sind also gut getarnt im Briefing versteckt und lästige Unterbrechungen bleiben euch erspart.
 
[u]Extras_[/u]
 
Wiederholungen können abgespeichert werden und es gibt haufenweise Statistiken, reines Bonusmaterial existiert aber nicht.
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Ace Combat ist eine alte, berühmte und qualitative Serie, bei der ihr euch stets in das Cockpit eines Fliegers schwingt und fortan hauptberuflich feindliche Flugzeuge vom Himmel pustet. Das passiert wie immer mit einer starken Geschichte im Hintergrund, das Gameplay wagt dabei erneut keinen wirklichen Spagat und spendet euch viel Arcade und wenig Simulation.
 
Bevor ihr jedoch einen Einsatz starten dürft, müsst ihr euch in einem Briefing auf die Mission vorbereiten. Das geht recht trocken und realistisch von statten, macht aber Laune. Danach folgen weitere Menüs, unter anderem auch der große Hangar, bei dem euch nach fleißigem Spielen jede Menge Flugzeuge zur Verfügung stehen. Hier muss man die Stärken und Schwächen genau ausloten, je nach Mission empfiehlt sich mal ein wendiger Jet, der gut im Luft-Luft Kampf ist, mal braucht man eher eine Mehrzweckmaschine, die auch mit einem Großflächen Bombardement klarkommt. Die realistischen Fluggeräte lassen sich zudem mit Spezialwaffen bestücken, bei denen ihr ebenfalls abwägen müsst, was euch in der Mission am meisten hilft. Habt ihr euch und eurem Teammitglied die passende Maschine ausgesucht, könnt ihr bei einigen Leveln den Startpunkt aussuchen. Viele Missionen haben kleinere Untermissionen und ihr sucht euch aus womit ihr beginnen möchtet.
 
Nach einer Zwischensequenz findet ihr euch dann am Steuer des Fliegers wieder, der sich relativ simpel steuern lässt. Ob ihr die Y-Achse umkehren wollt ist euch überlassen, mit A bedient ihr das MG, während sich auf B die Raketen von euren Flügeln lösen und auf den Gegner zurasen. Die Back Taste wechselt zur Spezialwaffen was zwar auf den ersten Blick unpraktisch erscheint, aber trotzdem eine gute Entscheidung war. Den Schub könnt ihr spielerisch mit L und R regulieren und macht von nun an den Himmel zu eurem Schlachtfeld. Ein Tutorial hilft euch übrigens bei allen anderen Widrigkeiten. Nach wenigen Minuten geht das Gameplay jedenfalls in Fleisch und Blut über, die simple Bedienung und die wenigen Optionen machen das Spiel auch Einsteigern schmackhaft. Alle Profis können sich in weiteren Schwierigkeitsgraden messen.
 
Jede Mission ist mit einem Zeitlimit versehen, wobei ihr in diesem Zeitraum fast tun und lassen können was ihr wollt. Ein Radar (drei verschiedene um genau zu sein) weist euch den Weg und zeigt Gegner an, eure Missionsziele seht ihr dort ebenfalls, wenngleich diese meist noch kommuniziert werden. Die Dialoge erscheinen oben am Bildschirmrand und man kann nur sehr selten einen Blick riskieren und die Hinweise und Anweisungen wahrnehmen. Vor allem mitten im Gefecht ist es für Leute ohne Englischkenntnisse sehr schwer dem Spiel zu folgen. Natürlich erlebt ihr dort meist nur Konversationen von einzelnen Piloten, ab und an versteckt sich dort aber auch der nächste Einsatzort. Davon mal abgesehen wisst ihr eigentlich immer recht gut was zu tun ist, immerhin werden alle Feinde automatisch markiert, die wichtigen Gegner erhalten noch das Kürzel "ZL", was soviel wie Ziel bedeutet. Je nach Waffe müsst ihr bis auf eine bestimmte Distanz herankommen und könnt dann aus allen Rohren feuern. Während große Luft-Luft Raketen eigenständig ihren Weg suchen (dafür aber auch gerne mal vom Kurs abkommen), sind kleinere Raketen treffsicherer und das schwer zu bedienende MG sorgt ausschließlich im absoluten Infight für beschädigte Gegner.
 
 
Die Luftkämpfe sind zu Beginn sehr vielfältig und der schnelle einstieg ins Spiel dank unkompliziertem Handling sorgt dafür, dass ihr sehr schnell sehr souverän durch die Luft düst, euch an einen Gegner heftet und ihn mit einer perfekt getimten Rakete ins Jenseits befördert. Mit an eurer Seite ist stets ein Flügelmann, der allerdings nur wenige Befehle konsequent ausführt, euch aber im Idealfall den Rücken freihält oder ein bestimmtes Ziel angreift, bzw. ablenkt. Der Rest eures Teams hält sich meist eher zurück, merkliche Schäden verursachen sie jedenfalls nicht. Leider erlebt Ace Combat nach rund der halben Spielzeit einen kleinen Motivationshänger, weil die Kämpfe, Spaß hin oder her, immer nach dem gleichen Strickmuster ablaufen. Ihr startet, fliegt das Ziel an, dreht jede Menge Kurven und Ausweichflüge und feuert dann ein paar Raketen in den Gegner. Man kann zwar landen oder Munition auftanken, wirklich abwechslungsreich ist es aber nicht. Daran ändern auch die zahlreichen Bodenziele nichts, die häufiger in rauen Mengen darauf warten von euch vernichtet zu werden. Ihr selbst erfahrt durch ein penetrantes Fiepen, ob eine Rakete hinter euch her ist oder ihr vom feindlichen Radar erfasst worden seid.
 
Das klingt jetzt allerdings schlimmer als es ist, denn auf der positiven Seite stehen waghalsige Flugmanöver, tolle Atmosphäre in der Luft und gegen Ende auch Missionen mit mehreren Teilzielen, die Strategie und Können vom Spieler verlangen. Im Endeffekt bietet Fires of Liberation genau das, was sich Fans der Serie für einen Nachfolger gewünscht haben. Es ist nicht ganz so umfangreich und nach knapp 9 bis 11 Stunden beendet, dafür hat das Spiel eine starke Motivation, was den berühmten "zweiten Durchgang" betrifft. Man tauscht nur allzu gern die Waffensysteme oder das komplette Flugzeug aus und versucht seine eigene Leistung zu toppen, beziehungsweise das jeweilige Level völlig anders zu bewältigen. Das Fazit lautet also: Wenn ihr gerne mal durch die Luft braust, einen Kampfjet steuert und auch auf gute Atmosphäre wert legt, ist Ace Combat 6 auf jeden Fall einen Blick wert. Steht ihr hingegen nicht auf das Spielvergnügen im Cockpit, wird euch auch Fires of Liberation nicht wirklich dazu motivieren können.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Nachdem Fans der Serie bei Teil 5 ohne Mehrspieler auskommen mussten, hat Fires of Liberation das bisher beste Multiplayer Erlebnis seit Anbeginn von Ace Combat zu bieten. Mit bis zu 16 Leuten stürzt ihr gemeinsam oder gegeneinander in die Schlacht, pustet dabei zahlreiche Mitspieler vom Himmel und besprecht Taktiken in luftigen Höhen. Dabei läuft Ace Combat ohne merkliche Performance Schwierigkeiten und bringt euch in einem recht simplen und unattraktiven Menü zusammen in eine Lobby.
Zur Auswahl stehen einige Spielmodi, die sich unter anderem Königsschlacht und Teamkampf nennen. Ihr könnt also nach "Deathmatch" regeln gegen alle oder in einem Team gegen ein anderes Team kämpfen. Witzigerweise ist das mit allerlei Boni möglich, so könnt ihr festlegen ob man Container zerstören muss, man Unterstützung bekommt oder andere Extras beeinflussen. Aufgrunddessen nutzen sich diese Modi nicht so schnell ab, außerdem gibt es ja noch den Belagerungsmodus. Hier kämpfen erneut zwei Teams gegeneinander, allerdings um die Vormachtstellung an einer Festung. Ihr seht schon, für Abwechslung ist gesorgt. Und auch wenn man sich anfangs ein wenig verloren vorkommt und kein japanisch versteht, bietet Ace Combat 6 endlich die Online Gefechte, die man sich als Fan der Serie immer gewünscht hat.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Wer sich der Kampagne widmet, kommt nach dem Durchspielen auf knapp 280 Punkte. Der leidige Rest muss mühsam in sämtlichen Multiplayer Modi verdient werden, was kein sonderlich spaßiges oder spannendes Konzept ist. 100 Siege in der Königsschlacht, 100 Siege beim Teamkampf, außerdem sollt ihr alle Medaillen einheimsen. Die bekommt man nur für besondere Leistungen im Kampf (nur MG benutzen z.B.), oft ist nicht mal ersichtlich was genau man dafür tun muss. Für Leute die nur auf Punkte aus sind ist Ace Combat also nichts, hinterlässt diesbezüglich auch bei uns einen eher undurchdachten Eindruck.
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Meine Güte, da musste ich heute aber einige Japaner vom Himmel holen. Aber das ist bei Ace Combat fast immer der Fall Überall außerhalb Europas gibt es übrigens einen exklusiven Flight-Stick, der teilweise sogar zusammen mit dem Spiel verkauft wird. Eine kostbare Rarität, mit der ich das Spiel zu gern mal erlebt hätte.

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