Clive Barker's Jericho - Review

Clive Barker's Jericho

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Review
360
2
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Sieben schwer bewaffnete Krieger gegen ein kleines Kind"[/u]
 
Team Jericho im Ego-Einsatz: Clive Barker bringt euch ein schauriges Gemetzel ins Wohnzimmer, bei dem mit magischen Waffen, aber auch mit jeder Menge Projektilen geschossen wird. Insgesamt sechs verschiedene Figuren dürft ihr steuern und dabei Jagd auf allerlei Ungetümer machen. Das ist sehr atmosphärisch, leider aber zu schnell vorbei und mit anderen kleinen Makeln gespickt: Die Steuerung weiß nicht zu überzeugen, ebenso die KI und auch die Motivation erlebt den oder anderen Hänger. Trotzdem dürfen Actionfans mal reinschauen, Jericho bringt euch nämlich eine bizarre Welt ins Wohnzimmer, die zu durchqueren mitunter viel Spaß macht.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Die mehr oder weniger ewig tobende Schlacht von Gut gegen Böse ist auch bei Jericho das Thema, allerdings hat sich Horror-Meister Clive Barker nicht einfach einen müden Plot aus den Fingern gesaugt, Nein, er orientiert sich an der Bibel. So ist das von Gott geschaffene "Erstgeborene" die Wurzel alles Bösen und öffnet in regelmäßigen Abständen einen Spalt, um aus seiner "Box" zu entfliehen. Das passiert erneut und Team Jericho muss in dieses groteske Gefängnis vordringen, um das Erstgeborene aufzuhalten. Das sind natürlich nur die Grundzüge der Story, es gibt noch andere Widersacher und kleinere Geschichten innerhalb eures Teams, die euch bei der Stange halten. Auch wenn die düstere Horror-Mär nicht jedem gefällt, ist die dargebotene Atmosphäre enorm. Viele Dialoge, tolle Charaktere und eine recht straff präsentierte Handlung ohne Durststrecken begeistern bis zum Ende. Man muss allerdings einen leichten Faible für Horror und Gewalt mitbringen.
 
[u]Optik_[/u]
 
Jericho ist viel zu dunkel. Das ist direkt unser erster Kritikpunkt, denn auch wenn es stets eine Taschenlampe gibt, leuchtet diese nur ein kleines Areal aus. Während man bei Titeln wie Doom sehr bewusst mit der Dunkelheit spielt, ist es bei Jericho nur stellenweise ein Stilmittel. Die meisten Abschnitte wirken eher so, als könnte man mit genügend schwarzen Schatten die Mängel vertuschen. Davon gibt es allerdings gar nicht so viele. Fakt ist, Jericho ist kein Game das euch umhaut. Dafür stimmt die Atmosphäre: Die bizarren und meist von Blut getränkten Welten erzeugen eine leicht eklige, vor allem aber beklemmende Stimmung.
 
Leider läuft man oft auf zu engen Pfaden, außerdem unterscheiden sich die Level manchmal zu wenig voneinander. Die ganze Spielzeit über wird man auch ein gewisses Gefühl nicht los, eben das Jericho kein wirklich ansehnlicher Titel ist - ohne das man allerdings mit dem Finger drauf zeigen könnte. Die Framerate bleibt meist stabil, kein Tearing und dank sechs Mann fast immer jede Menge Action und Geballer auf dem Schirm. Die Effekte sind zwar nicht übermäßig spektakulär, dafür begeistert das hervorragende Design von Clive Barker. Schwächen bei Texturen und Co. lassen sich deshalb verschmerzen, ein paar mehr Details hätten wir uns aber streckenweise gewünscht.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Die deutsche Synchro macht eine gute Figur, ebenso wie der stellenweise sehr stimmige Sound. Zwar klingt euer Team meist etwas dumpf, bzw. so, als wären die Mitglieder sehr weit von euch entfernt, dafür geben sich die Sprecher sehr viel Mühe und die Dialoge wissen auch zu unterhalten. Die Musik fasziniert euch nur bei besonders markanten Stellen im Spiel, teilweise rennt man also auch bei trostloser Stille durch die Gegend. Das macht dann weniger Spaß, zumal die meisten Effekte ein wenig zu schwach auf der Brust sind. Besonders bei den wuchtigen Waffen vermisst man nicht selten die Durchschlagskraft. Ansonsten gibt es jede Menge grausig stöhnende Gegner und auch wenn Jericho kein Akustik-Wunder ist, weiß die Atmosphäre zu gefallen.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
Die nicht gerade flotten Ladepausen werden geschickt von interessanten Texten begleitet. Auch dieses nette Prinzip nervt aber, wenn man nach dem digitalen Ableben wieder einige Sekunden warten muss.
 
[u]Extras_[/u]
 
Nach und nach schalten sich immer mehr Details frei, die ihr euch bei den Extras anschauen könnt. Dort gibt es jede Menge Hintergrundinfos, von denen die meisten auch recht interessant sind. Leider ein wenig dürftig in Szene gesetzt. Genau wie die Cheats, für deren Aktivierung man eine kostenpflichtige Hotline kontaktieren soll...
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Jericho ist ein Ego Shooter, der vor allem im ersten Level nicht mehr bietet als das. Feuert mit voller Kraft auf untote Feinde, besteht kurze Quick-Time Events und bahnt euch so den steinigen Weg ins nächste Level. Spätestens jetzt wendet sich das Blatt und aus dem zuvor recht stumpf erscheinenden Geballer wird ein nicht unbedingt weniger stumpfes Geballer, das allerdings reizvolle Eigenheiten parat hat. Fortan dürft ihr die Charaktere wechseln, also zwischen den Teammitgliedern hin- und herspringen und euch so die faszinierenden Kräfte der einzelnen Figuren zu Nutze machen.
 
Ihr beginnt in Al-Khali, einer geheimnisvollen Stadt inmitten der Wüste und sollt mit euren sechs Teamkameraden die Situation observieren. In der Haut von Captain Ross werdet ihr mit der Steuerung bekannt gemacht, die sich spielt wie jeder andere Ego Shooter auch. Allerdings ist das Zielen nicht ganz so einfach und feinfühlig, 100%ige Kontrolle verspürt man nur selten. Dazu ist alles leider ein wenig zu abgehackt. Doch zurück zur dunklen Wüste, die euch recht linear vorwärts führt. Linear bleibt das Abenteuer übrigens, was aber nicht bedeutet, dass man bei Jericho stets die volle Übersicht hat. Oft sucht man einige Minuten nach dem richtigen Weg oder kommt erst beim zweiten Anlauf darauf was zu tun ist. Das nimmt dem Spiel häufig den Spielfluss, der ohnehin nicht richtig zustande kommt. Man kann den Ego Shooter viel zu deutlich in zwei Bereiche teilen. Nämlich die, in denen es nichts zu tun gibt und die, in denen haufenweise Gegner vor euch auftauchen. Egal ob von der Seite, hinter euch oder direkt vor euch, die Feinde spawnen dort wie sie es wollen, am liebsten direkt aus dem Nichts.
 
Doch keine Panik, denn euer Team ist stets an eurer Seite und jeder Feind hat es gleich mit sechs wild kämpfenden Jerichos zu tun. Church, Black, Rawlings und Co. suchen sich meist eigenständig eine Deckung und beharken die wütenden Feinde mit Sperrfeuer. Leider ist die KI eures Teams insgesamt aber als mangelhaft einzustufen: Oft rennen gleich mehrere Teammitglieder in den digitalen Tod (vor allem bei explodierenden Gegnern), eure Befehle werden nicht beachtet und die Angriffskraft des Teams hätte bisweilen deutlich effektiver sein können. Eure Kommandos beschränken sich übrigens auf "Folgen" und "Position halten". Das macht zwar Sinn, da euer Team in Alpha und Beta Gruppen eingeteilt ist, nach ein bis zwei Spielstunden spart man sich diese Prise Taktik aber gänzlich. Jedenfalls macht eure Truppe in den Zwischensequenzen einen deutlich helleren Eindruck im Vergleich zu dem, was sie euch dann im Kampf zeigt.
 
Auch die Gegner kommen ohne Hirn aus, von dem untoten Volk erwartet man allerdings auch nicht viel mehr. Fliegende Gegner und explodierende Missgeburten, dazu allerlei Monstrositäten aus der Feder von Clive Barker.
Drei Schwierigkeitsgrade gibt es, wobei sich "normal" und "schwer" nicht sonderlich stark voneinander unterscheiden. Es dauert länger bis sich die Gesundheit regeneriert und viele Gegner stecken mehr ein. Trotzdem ist Jericho kein Spiel das euch zur Weißglut treibt - jedenfalls nicht wegen dem Schwierigkeitsgrad. Nur ab und an wird man von den flinken Widersachern überrannt oder in die Enge getrieben.
 
 
Die große Besonderheit von Jericho ist, dass man nach recht kurzer Zeit im Spiel zwischen den Figuren hin- und herwechseln kann. Das ist nicht nur gut inszeniert, es gibt euch auch haufenweise neue Möglichkeiten. Denn jedes Mitglied eurer Einheit hat verschiedene Fähigkeiten, teilweise sogar magischer Natur. Fortan könnt ihr als Scharfschütze agieren, Gegner mit einem Blutbann gefangen halten, die Zeit manipulieren oder Schalter per Telekinese umlegen. Das alles klingt absolut hervorragend und spielt sich auch ziemlich gut. Es macht wirklich Spaß all die Fähigkeiten zu nutzen, zumal das Team eine geniale Mischung darstellt. Egal ob Feuerdämon oder Katana, ab dem zweiten Level geht die Post ab! Zwar ist es nicht so komfortabel ständig den A Knopf gedrückt zu halten und das Spiel weist euch ziemlich deutlich darauf hin, welche Fähigkeit gerade benötigt wird, habt ihr aber die freie Wahl macht es wirklich Laune die Fähigkeiten auszuprobieren. Da ist es umso erstaunlicher, dass die Motivation nach dem halben Spiel trotzdem einen Hänger erlebt. Auch wenn man die Freiheit hat, sich in die Körper all seiner Kameraden zu begeben, spielt sich Jericho fast immer gleich. Das liegt an den Kämpfen, die zwar Spaß machen, sich aber oft gleichen wie ein Ei dem anderen. Nach 6 bis 7 Stunden sieht man dann zum ersten mal den Abspann und weiß nicht recht, was man nun von dem Spiel halten soll. Die Atmosphäre ist fantastisch, die Story gut und Horror-Fans werden ihre Freude daran haben. Aber reicht das?
 
Was das Spiel von Anfang bis Ende recht gut hinbekommt, ist euch jede Menge Action und Atmosphäre zu liefern. Die Level sehen sich zwar irgendwie ähnlich und sind stellenweise wirklich zu dunkel, dafür ist die Welt bizarr und faszinierend. Desweiteren sorgt euer stetig ballerndes Team ordentlich für Furore, was die wilden und aggressiven Gegner weiter unterstützen. Was Codemasters nicht so recht hinbekommen hat, ist die Motivation aufrecht zu erhalten. Euer Team stirbt zu häufig und sehr oft rennt ihr nur von Mitglied zu Mitglied, um die Jungs und Mädls wiederzubeleben. Solltet ihr mal den Löffel abgeben, könnt ihr nur von Pater Rowlings zurück ins Leben geholt werden. Ansonsten startet man von einem der letzten Checkpoints, die stets fair verteilt sind.
 
Clive Barker’s Jericho ist ein Ego Shooter, der euch entweder sehr gut gefällt, oder euch tierisch nervt. Lineare Level, völliges Fehlen von künstlicher Intelligenz und die kurze Spielzeit dürften die meisten Zocker bereits nach der Demo abschrecken. Wer allerdings genug Leidenschaft für gepflegten Horror mitbringt, hat durchaus Spaß damit. Die verschiedenen Stärken eurer Teamkameraden begeistern die komplette Spielzeit über, die Auseinandersetzungen sind zwar nicht hochklassig, machen zwischenzeitlich aber viel Spaß. Auch die Endgegner hinterlassen einen guten Eindruck, hier braucht man endlich auch mal mehr Taktik. Jericho scheitert also trotz dem tollen Wechsel zwischen den Figuren an sich selbst. Spielerisch ist es jedenfalls kein Titel den wir euch uneingeschränkt ans Herz legen wollen. Dafür experimentiert man gerne und genießt die schaurig brutale Atmosphäre. Die Benotung scheint uns also gerecht, auch wenn es eine recht knappe 07 ist.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Wer sich nicht scheut Jericho auf "Hard" anzugehen, der hat überhaupt kein Problem damit an reichlich Punkte zu kommen. Die meisten bekommt man nämlich für den normalen Story Modus, den man teilweise auch ohne zu sterben beenden muss. Das kann nervig werden, dank dem schnellen Wechsel zwischen den Hauptfiguren aber erträglich. 250 Köpfe müssen zum Platzen gebracht werden, außerdem sollte man die Spezialfähigkeiten der einzelnen Charaktere ruhig häufig nutzen. So kommt man dann auch ohne großartige Verbiegungen an 700 bis 800 Punkte. Wer sich Mühe gibt (Kapitel wiederholen!) knackt sogar die vollen 1000. Wir sind angetan, auch wenn die Namen der Erfolge oft für Verwirrung sorgen.
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Also ich fand das Spiel sehr gut. Mir haben die verschiedenen Charaktere gut gefallen, die Story ist ansprechend und die grafischen Schwächen kann man nach ner Weile untern Teppich kehren. Das hab ich jedenfalls getan und mich damit abgefunden, dass Jericho schlicht und ergreifend einer jener "Standard" Ego Shooter ist. Wem das reicht, so wie eben mir, der kommt voll auf seine Kosten. Achja, bitte UNCUT kaufen!

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