Pro Evolution Soccer 2008 - Review

Pro Evolution Soccer 2008

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Review
PS3
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Fifa 08 hat dieses Jahr die Messlatte für PES 2008 gelegt! Der Platzhirsch hat es mit einem in diesem Jahr erstarktem Konkurrenten zu tun. Kann der Nachfolger der bisherigen Fußball-Referenz den Erwartungen gerecht werden? Wir werden das im folgenden Test zu klären versuchen!
 
Der Einstieg ins Spiel
 
Erster Blickfang der neuen Ausgabe von PES sind die neu gestalteten Menüs. In einem ansprechenden und an die HD-Auflösungen angepassten Design präsentiert sich das Hauptmenü, während die Untermenüs zwar optisch niemanden vom Hocker reißen, aber Ihre Aufgabe zu erfüllen wissen.
 
Der Soundtrack kann sich hören lassen und bietet Mainstream-Stücke aus Pop und Rock. Für jeden Geschmack sollten Stücke dabei sein, die man über eine entsprechende Menüoption bei nicht-gefallen einzeln aus der Rotation entfernen kann.
 
Die Optionen des Hauptmenüs bieten das gewohnte Bild: Training, Freundschaftsspiel, Pokal, Liga, Meisterliga, Xbox Live, Galerie, Systemeinstellungen und Editor.
 
Apropos Editor: PES 6 enttäuschte die Fans gnadenlos mit einem nur sehr spärlichen Editor. Diesem Kritikpunkt hat sich Konami angenommen und spendiert der 2008er Ausgabe von PES einen umfangreichen Editor, in welchem jedes Team editierbar ist! So kann man Spieler tauschen und sogar neue Spieler erstellen. Den selbst erstellten Spielern gibt man individuelle Erscheinungsform und Körperform und als Highlight kann man über die Xbox Live Vision Kamera sein eigenes Konterfei als Gesichtstextur einscannen und so sein Alter-Ego auf den Platz schicken. Da es einige freie Teams gibt, kann man problemlos ein Team aus Freunden, Verwandten und Bekannten generieren!
 
Das der Editor für Realismius-Fetischisten aber mehr als nur schmuckes Beiwerk ist beweist die auch in diesem Jahr vorhandene Armut an Lizenzen. Zwar wurde das Lizenzpaket um einige Teams aufgestockt, doch deutsche Spieler können damit keinesfalls zufriedengestellt werden. Lediglich der FC Bayern München ist mit allen Originaldaten vertreten. Alle anderen deutschen Teams muss man sich über den Editor selbst erstellen, oder einfach darauf verzichten. Verzichten muss man auch auf Originalnamen der deutschen Nationalelf! In Zeiten wo wir unsere Poldis, Schweinis und Jogis wieder lieb haben, fällt der Verzicht sehr schwer und stellt einen klaren negativen Kritikpunkt für PES 2008 da!
 
Ich will doch nur spielen
 
Bevor man auf den Platz sein Können unter Beweis stellen darf, muss natürlich die Mannschaft korrekt eingestellt werden. Das dazu nötige Mannschaftsmenü wurde nur marginal verbessert. So bleibt die altbekannte 3-Spalten-Ansicht bestehen (Heimteam link, Gastteam rechts, Details und Einstellung in der Mitte). Funktional bleibt auch alles beim alten, positiv zu erwähnen ist die Option zur Schnelleinstellung der gesamten Aufstellung und Taktik. So könnt Ihr mit wenigen Klicks Eure Spielweise (Offensiv od. Defensiv, Zentrum od. Flügel usw.) festlegen und bestimmen ob Ihr die stärksten oder frischsten Spieler aufstellen wollt, um die restlichen Einstellungen wie optimale Formation und Wahl der Einzelspieler kümmert sich dann die KI! So entfällt oftmals das hin- und herschieben von Spielern und Taktikoptionen, was den Spielfluss z.B. in der Meisterliga deutlich beschleunigt.
 
Entscheidend ist auf dem Platz
 
PES 6 hat uns den bisher realistischsten virtuellen Fußball auf die Bildschirme gezaubert. Kann der Nachfolger da Mithalten oder wurde das Spiel sogar noch weiter verbessert? Nun, grafisch hat Konami endlich den Schritt auf High Definition geschafft. Die Spielermodelle sehen in Nahaufnahme so detailliert aus wie nie zuvor und können mit denen von Fifa 08 mithalten. Die Zuschauerkulisse trumpft in Intro und Replays ebenfalls auf und ist komplett 3D-modelliert, jedoch wandeln sie sich in hässliche 2D-Pappkameraden während der Partie. Das ist schade wenn auch eher von untergeordneter Wichtigkeit.
 
Die Spieler selber sehen während der Partie von der weiter entfernten Kamera etwas schwammig und nicht mehr so detailliert aus, dafür sind die Animationen wieder ersten Sahne, abgesehen von der Laufanimation. Diese wirkt nicht ganz so geschmeidig und etwas hölzern. Die Ballphysik ist weiterhin nicht zu toppen, jedoch scheint Konami hier ein wenig zu viel optimiert zu haben. In einigen Situationen springt der Ball wie eine Flipperkugel zwischen eng beieinander stehenden Spielern hin- und her. Das war in PES 6 noch nicht der Fall.
 
Verwunderlich und sehr schade ist die Tatsache, dass sowohl das Intro vor einer Partie als auch jedes Replay deutlich ruckelt! Das macht technische eine schlechte Figur und stört das Gesamtbild etwas.
 
Der Sound während den Partien "plätschert so daher" (mal genauer bei Regenpartien hinhören!). Je nach Anzahl der Zuschauer in den Arenen kommt mehr oder weniger Stimmung auf, die ordentlich umgesetzt wurde, wenn auch etwas mehr Fangesänge der Atmosphäre gut getan hätten.
 
Die KI hat in PES 2008 ordentlich dazugelernt. So werden Räume viel besser gedeckt und auch Spieler werden häufiger und enger in Manndeckung genommen. Das Mittelfeld zu überbrücken ist zwar einfacher geworden, dennoch gibt es deutlich mehr Zweikämpfe abseits der Strafräume zu sehen, was das Spiel etwas realistischer erscheinen lässt. Negativ fällt auf, dass die KI sich oftmals den Ball schnappt und dann einen sekundenlangen Alleingang im Mittelfeld startet. Der ballführende Spieler läuft dann im Mittelfeld auf und ab und es dauert eine Weile bis er sich Richtung Tor begibt und/oder den Ball abspielt. Seltsamerweise ist es mit einem eigenen schwächeren Team nur sehr schwer möglich die KI dann vom Ball zu trennen. Dies trübt den ansonsten flüssigen Spielfluss ein ums andere Mal doch deutlich.
 
Was die Zweikämpfe bzw. das Eins-gegen-Eins-Spiel angeht, beeinflussen die Spielerwerte das Geschehen scheinbar noch mehr als zuvor. Mit Dribblern z.B. kann man sich schon mal einen Alleingang erlauben, Spieler mit schwächen im Ballhalten verlieren den Ball hingegen häufig im Eins-gegen-Eins. Auch die körperliche Statue beeinflusst das Zweikampfverhalten deutlich!
 
Die Steuerung von PES 2008 wurde nur im Detail verändert, so können ab sofort auch Schwalben gemacht werden. Diese führen meist zu Gelben Karten, aber ab und an kann man auch Frei- oder gar Strafstöße herausschinden. Flanken schlagen sich ähnlich präzise und dynamisch wie in den Vorgängern und sind ein probates Mittel um Tore zu erzielen.
 
Und wenn wir schon Gelbe Karten ansprechen: Das Schiedsrichter-Gespann wurde hervorragend in das Spiel integriert! So kann man jederzeit den Schiedsrichter und die beiden Linienrichter ausmachen, welche die Partien regelkonform leiten und auch dementsprechend animiert wurden. Der Schiedsrichter steht ab und an auch mal dem Ball oder einem Spieler im Weg, was ja durchaus realistisch ist. Auch Fehlentscheidung des Schiedsrichter gibt es in durchaus angemessenem Rahmen, und was wäre Fußball ohne Ärgernis über den Schiri?
 
Lernfähige KI? Team Vision?
 
Fraglich ist wo die angekündigte Dynamik der KI ist? Konami hat im Vorfeld ein neues Feature gepriesen, dass die KI sich dynamisch an die Spielweise des Spielers anpasst, bzw. lernfähig sei (Team Vision). So sollten ständige Alleingänge durch die Mitte oder immer wiederkehrende Flankenläufe mit zunehmender Spieldauer von der KI unterbunden werden, da diese das Verhalten und die Spielweise des Spielers analysiert. Dies sollte nicht sofort, sondern nach einigen Spielen der Fall sein, davon ist letztenendes aber nicht viel zu merken. Wir konnte keine Verbesserung zur Vorversion erkennen. Es gilt jedoch weiterhin: Ihr müsst dynamisch spielen und die KI immer wieder durch neue Kombinationen bezwingen. DIE eine Kombinationen, oder DEN einen Spielzug gibt es nicht. Jede Mannschaft spielt einen individuellen Stil und vieles hängt von der von Euch gewählten Taktik ab!
 
Ebenfalls nicht wirklich verbessert, nein sogar verschlimmbessert wurde die Intelligenz der Torhüter. So parieren diese zwar gefühlt etwas mehr Bälle als zuvor, jedoch lassen sie deutlich mehr Bälle abprallen und vor allem auch nach vorne. Dadurch ergeben sich viele Torchancen und auch Tore durch Abstauber. Dies bringt zwar reichlich Action und Tempo in die Partien, reduziert aber leider den Realismus deutlich.
 
Stichwort Tempo: Die Spielgeschwindigkeit hat allgemein zugenommen, was dem Spiel sehr gut tut. Hier lohnt es sich nicht über schwindenden Realismus zu reden, da das erhöhte Tempo die Partien deutlich belebt!
 
Die Gesamtheit der Änderungen bewirkt, dass man nicht mehr ausschließlich durch gekonnte Spielzüge und fein herausgespielten Torchancen zu Erfolgen kommt. In diesem Jahr ist es auch möglich durch Fernschüsse oder Alleingänge Tore zu erzielen. "Sonntagsschüsse" oder Einzelaktionen entscheiden so schon mal eine Partie zugunsten des eigentlich unterlegenen Teams.
 
Tricktechnisch hat PES den Anschluss an die Fifa-Serie verloren. Eigentlich gibt es keine nennenswerte Neuerungen oder Änderungen im Trick-System. Es fehlt z.B. auch ein wenig an Dynamik bei der Ballananahme wie es in Fifa mit der First-Touch-Control zumindest eingeschränkt möglich ist.
 
Alles Schwätzer!
 
Wolf Fuss und Hansi Küper haben für PES 2008 leider so gut wie nichts dazugelernt. Sprüche aus dem letzten Jahr und keinerlei Hintergrundinformationen zu Vereinen oder Spielern, wie man es bei Fifa mittlerweile gewohnt ist. Zudem sind die Kommentare oftmals deplatziert und wiederholen sich zu oft.
 
Beschnittene Next Gen
 
Schaut man auf die PS2-Version von PES 2008, so fällt auf, dass es dort noch weitere bzw. erweiterte Spielmodi gibt: Einen Welt-Tour-Modi, in welchem man mit einem Team verschiedene Aufgaben meistern muss und ein differenzierteres und deutlich umfangreicheres Training! Unverständlich warum Konami das Training noch immer nicht vollständig integriert hat, so ist dies doch besonders für Neueinsteiger eine hilfreiche Ergänzung zum eigentlichen Spielablauf.
 
Ansonsten bleibt in Sachen Spielmodi alles beim Alten. Diverse Pokalwettbewerbe im K.O.-System stehen zur Verfügung, schnelle Freundschaftspiele, Online-Spiele über Xbox Live, diverse Ligen und das quasi unveränderte Herzstück mit der Meisterliga. Letztere hat keine Änderungen in Sachen Modus erhalten und wurde marginal in Sachen Saisonablauf verändert.
 
Zu Beginn der Meisterliga wählt man einen lizenzierten Verein oder kann die bereits bekannte Fantasiemannschaft wählen. Letztere stellt die deutlich größere Herausforderung dar, zudem kann man die Mannschaft vor Beginn der Meisterschaft editieren, jedoch nur die Stammdaten wie Teamname, Logo, Sponsoraufdruck (hier kann über die Xbox Live Vision Kamera ein eigener Aufdruck gescannt werden), Trikotdesign und Heimstadion.
 
Daraufhin versucht Ihr Euch in der Meisterliga zu beweisen und von Liga 2 in Liga 1 aufzusteigen, dort Meister zu werden und den Liga-, Europa-, sowie Meister-Pokal zu erreichen, bzw. zu gewinnen. Dazu könnt Ihr in der Mitte und am Ende der Saison Spieler transferieren und gezielt trainieren. Die Spieler entwickeln sich zudem während der Saison durch Einsätze weiter. Im Vergleich ist der Managermodus von Fifa 08 aber nochmal eine Spur komplexer und unterhaltsamer.
 
Schwierigkeiten mit den Graden
 
Leider macht Pro Evolution Soccer 2008 in Sachen Balance der Schwierigkeitsgrade noch immer alles falsch was man falsch machen kann! Gewinnt Ihr im einen Schwierigkeitsgrad locker flockig mit einem hohen fast zweistelligen Ergebnis, so könnt Ihr im nächsthöheren Schwierigkeitsgrad froh sein überhaupt ein Tor zu erzielen. Die Abstufung der Schwierigkeitsgrade ist einfach zu enorm und nicht gut ausbalanciert. Hier sollte Konami nochmal deutlich verbessern!
 
Speziell zur PlayStation 3 Version:
 
Inhaltlich sind die beiden Version komplett identisch. Man hat es mit der selben Modi- und Mannschaftenauswahl zu tun. Nur im Detail lassen sich die Unterschiede ausmachen. Die PlayStation 3 Version hat einige Nachteile im Vergleich zur 360-Version. Hier gibt es einige Ruckler zu sehen, die besonders bei den Wiederholungen auffallen. Zu den weiteren Schwächen der PS3 Version zählen neben den Rucklern noch vereinzelte Tearing Effekte, die zwar selten, aber dafür sehr unschön sind. Wie auch auf der Xbox 360 sind die Zuschauer sehr pixelig dargestellt. Auf der PS3 sind sie aber sogar eine Idee gröber. Auch der Online-Modus zieht auf der PS3 den Kürzeren. Vor der ersten Online-Partie muss man einen langen Regestrierungscode und verschiedene Daten eingeben. Ist man aber erst in der Online-Lobby, so sieht alles so aus, wie schon auf der 360. Gerade online machen sich die Ruckler der PS3 Variante bemerkbar. Insgesamt sind die Nachteile der PS3 Version zwar nur minimal, aber wer die Wahl hat, der sollte schon zur 360 Variante greifen.
 
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Fazit

Pro
 
Contra
 
Becks
Unglaublich, aber wahr. FIFA hat es geschafft PES im Nacken zu sitzen. Während es in den letzten Jahren keine Frage gab, wer hier die Nummer 1 ist, sieht es in den aktuellen Versionen nicht mehr so deutlich fest. Irgendwie ist es völlig paradox. FIFA geht den Weg, den sonst PES so eisern bestritten hat und will eine Simulation werden. PES macht es genau andersherum und beide Titel nähern sich dadurch deutlich an.
Trotzdem, PES hat diesen gewissen Flair, der auch in der 2008 immer noch da ist. Technische Schwächen kann man gerne verzeihen, denn schließlich kommt es darauf an, was auf dem Platz gespielt wird. Und hier kann PES FIFA weiterhin in die Schranken weißen. Pro Evolution Soccer bleibt das Fußballspiel mit dem besten Gameplay.
 

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