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Review

Pangya! Golf with Style

Pangya! Golf with Style Review


Dass ein solches Spiel für Wii veröffentlicht wird, war klar abzusehen. Keine andere Konsole eignet sich mehr dazu den Golfsport umzusetzen als Nintendos neuste Heimkonsole mit ihrer einzigartigen Steuerung. Bereits zum Release konnte WiiSports (in dem ja auch ein Golfspiel integriert ist) zeigen, wie solche Spiele in Zukunft gehandhabt werden können. Nun will uns Tecmo mit der Umsetzung es Freeware PC-Spiels Albatros 18 an den Golfschläger locken. Die besonderen Merkmale des Spiels sind die deutlichen Zeichen, wo das Spiel herkommt. Der Look ist komplett asiatisch. Das heißt man bekommt es mit zahlreichen knuddeligen Anime-Figuren und passenden Landschaften zu tun. Das Spiel bietet einen Story-Modus und ein einfaches Gameplay. Aber ob das alles reicht, um noch neben WiiSports (Golf) einen Platz im Regal zu bekommen?


Golf with Style

Pangya wurde von Nintendo höchstpersönlich nach Europa gebracht. Das heißt wir bekommen eine gelungene Übersetzung präsentiert. Da das Spiel ja auch einen Storymodus hat (dazu später mehr), ist dies auch für ein Golfspiel nötig. Gleich zu Beginn stellt man fest, dass dieses Spiel nur eingeschränkt jedem gefallen wird. Erstens weil es hier "nur" um Golf geht und zweitens weil sich die Präsentation sehr stark an Anime-Fans richtet. Aber trotz dieser beiden kleinen Hindernisse ist ja das eigentliche Spiel wichtig. Wie also lässt sich Pangya! Golf with Style spielen?
Pangya ist eine Insel, deren Bewohner Golf aus Tradition spielen. Es gibt tatsächlich eine Geschichte dahinter, allerdings ist diese für das Spiel selber eher ohne belangen. Daher wollen wir uns lieber gleich mit der Art und Weise des Spielens befassen. Wie bereits bei WiiSports ist es zunächst ratsam sich genügend Platz vor dem heimischen Fernseher zu verschaffen, denn auch bei diesem Spiel ist voller Körpereinsatz gefragt. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten die Bälle zu schlagen. Die erste und langweilige Version wäre es, mittels einer Kraftanzeige zu spielen. Hier legt man mittels Steuerkreuz die Flugrichtung fest und gibt auf einer Leiste mit Hilfe des B-Buttons die Energie ein. Sobald man die richtige Energie auf der Leiste hat, so läuft der Strahl wieder zurück und mit dem richtigen Timing platziert man diesen dann auf einer Markierung. Umso präziser das gelingt, umso besser fliegt der Ball. Eigentlich klingt nach jeder anderen Golfspielumsetzung. Dann gibt es aber noch die besondere Wii-Steuerung, zu der wohl jeder Wii-Besitzer greifen wird. Diese Art der Steuerung funktioniert nicht nur besser, sondern sie bringt auch deutlich mehr Spaß. Statt einen bestimmten Button im richtigen Augenblick zu drücken, muss man bei dieser Steuerung eine realistische Bewegung nachahmen. Zunächst bestimmt man mittels der Wii-Mote und dessen Knöpfen die Flugrichtung, den Schläger und die Distanz. Danach holt man aus. Wenn man ganz weit ausholt, bedeutet dies gleichzeitig, dass ihr euren Ball mit der vollen Wucht schlagt. Hat man auf der angezeigten Energie-Leiste (bzw. Schlagkraft-) seine gewollte Kraft erreicht muss man die A-Taste gedrückt halten. Dies symbolisiert, dass man nun zum Schlag ausholt. Hier ist es ganz besonders wichtig, dass man wirklich auch einen vollen Bogen schlägt. Anfangs ist man noch nicht so vertraut und denkt es reichen auch einfache Bewegungen. Spätestens wenn man dann aber auf dem Bildschirm sieht, dass der Ball an völlig anderer Stelle landet, weiß man, dass man wirklich die Bewegung ganz durchziehen muss. Es ist dabei auch verdammt wichtig, dass man mit der Seite der Wii-Mote schlägt. Es wird ziemlich präzise erkannt, wie weit ihr die Wii-Mote nach links oder rechts geneigt habt. Entsprechend entwickelt sich nämlich dann auch die Flugbahn. Hat man einen guten graden und voll durchgezogenen Schlag gelandet, so wird das Wort Pangya eingeblendet. Das sind die optimalen Schläge.


Wie es sich für ein Golfspiel nun einmal gehört gibt es auch zahlreiche Variationen in Sachen Schläger und Untergrund. Diese Faktoren haben auch hier deutlichen Einfluss auf euer Spiel. Landet der Ball zum Beispiel im Bunker, so kann nur noch mit 80%iger Kraft geschlagen werden. Man muss also berücksichtigen, dass die eingestellte Distanz nur erreicht werden kann, wenn man etwas heftiger auf den Ball einschlägt. Golfprofis können übrigens auch den genauen Einschlagpunkt vor dem Schlagen einstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Spiel ist das Putten. Das ist das Spiel in der nähe des Loches. Hier geht es um ganz viel Feingefühl. Man muss wirklich viele Komponenten für einen erfolgreichen Schlag beachten. Zunächst wäre da das Raster, welches über den Platz eingeblendet wird. Es zeigt euch wie die Neigung des Feldes zwischen dem Ball und dem Loch ist. Durch kleine Punkte wird gezeigt, wie sich der Ball innerhalb des Rasters bewegt. Konkret heißt das, dass man bei einer hügligen Neigung nach rechts, etwas weiter nach links schlagen muss, damit man diese Neigung wieder ausgleicht. Allerdings ist dies noch nicht alles. Auch die Höhe, des Loches muss berücksichtigt werden. Sollte das Loch höher stehen, als euer Ball, so muss mit mehr Kraft geschlagen werden, als es eigentlich für diese Distanz nötig wäre. Und genau hier kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt des Spieles. Jeder der denkt, dass er es hier mit einem einfachen Golfspielchen zu tun hat, der irrt. Es gibt Situationen an denen man am liebsten an die Decke springt, weil einfach nichts gelingen zu scheint. Besonders verheerend wird das Ganze aber erst im Spiel gegen den Computer. Dieser verzeiht euch absolut keinen Fehler. Die Mechanik und das Gameplay ist sicherlich absolut ausreichend für das Spiel, allerdings ist es im Prinzip nur eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Golfspiel in Wiisports.


Die Plätze in Pangya sind fantasievoll und gelungen.


Golf with Frust

Dem Solospieler sticht gleich zu Beginn der Modus "Pangya-Festa" ins Auge. Dies soll ein Story-Modus sein. Allerdings bleibt davon im eigentlichen Spiel nicht mehr viel übrig. Man spielt lediglich eine vorgegebene Anzahl an Löchern gegen einen Gegner. Vor dem Spiel gibt es zwar ein paar Dialoge, aber das Gefühl wirklich in einer Geschichte zu sein, kommt nicht auf. Die Story kann vielleicht nicht erstaunen, aber dafür sorgt dann schon die KI der Gegner. Es gibt acht Charaktere, die man im Spiel freischalten kann. Mit jeder kann dann auch das Pangya-Festa gespielt werden. Bis man als Sieger dieses Turniers vom Platz geht, muss man fünf Gegner besiegen, die es aber voll drauf haben. Wie bereits erwähnt, gönnen diese Gegner euch keinen einzigen Fehler. Es ist einfach unglaublich, wie diese eigentlich nett wirkenden Anime-Figuren den Ball über den Platz dreschen. Sie schaffen es sogar aus weiten Distanzen den Ball präzise in Loch zu schlagen. Da vergeht einem jegliche Lust. Allerdings haben sie auch Schwächen, die so überhaupt nicht mit dem sonstigen Spiel übereinstimmen. Beim Putten zeigen die Gegner oft Nerven und verfehlen die einfachsten Schläge. Trotzdem ist es ein hartes Stück Arbeit hier zu gewinnen. Irgendwie passt der Schwierigkeitsgrad des Spiels überhaupt nicht zum Look. Das Spiel bringt sehr viel Frust mit sich. Man kann nur darauf spekulieren, dass der Gegner mal einen derben Fehler macht und man selber ein sauberes Spiel hinlegt. Um den Frust noch etwas weiter in die Höhe zu treiben muss man sich jeden Spielzug des Gegners angucken. Was hier ganz klar fehlt sind zwei Punkte: Erstens hätte man dem Spieler die Möglichkeit bieten müssen einen gewissen Schwierigkeitsgrad selbst einstellen zu dürfen und zweitens hätte es eine Option geben müssen, bei der man das Spiel des Gegners abschalten kann. Die Spielzeit wird dadurch nur unnötig in die Länge gezogen.
Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten sich als Solospieler mit Pangya zu beschäftigen. Neben dem Pangya-Festa gibt es noch das Zählspiel und das Lochspiel. Das Zählspiel zählte bei unserem Test noch zu den favorisierten Modi. Hier schlägt man einfach 18 Löcher nacheinander weg. Hier wird man auch nicht von anderen Computergegnern belästigt. Man spielt zwar für sich alleine, aber am Ende jeder Runde wird gezählt, wer man meisten Schläge gebraucht hat. Und hier kommen mal realistische Zahlen zustande. Wer es schafft mit den vorgegebenen Schlägen auszukommen, der wird auch der Sieger. Das Lochspiel hingegen ist im Prinzip wie das Pangya-Festa. Der einzige Unterschied ist, dass es keine Dialoge vor den Begegnungen gibt. Was aber für alle gleichermaßen gilt, ist das man nach erfolgreichem Abschneiden weitere Turniere und Gegenstände (Klamotten, Schläger etc) freispielt.

Das Spielen mit Freunden macht aber immer noch am meisten Spaß. Zwar kann man nur einfache Golfspiele ausführen, aber dafür weiß man, dass es mit rechten Dingen zugeht. Zwar wurde es hier schon einmal erwähnt, aber auch hier wirkt das Spiel wie ein etwas besseres Golf-Spiel aus WiiSports. Wer mit dem Spiel keine Freude hatte, der braucht dann auch nicht Pangya.


Der Anime-Look dürfte viele Fans finden, aber genauso viele abschrecken.


Technik, Grafik, Fazit

Pangya! Golf with Style ist in dieser Hinsicht ein richtig schwieriger Kandidat. Im Prinzip ist die Grafik wirklich sehr ordentlich. Allerdings dürfte der Look sehr viele verschrecken. Die Wii wird sicherlich nicht an die Grenzen geführt, aber die farbenfrohen Golfplätze können wirklich gefallen. Auch die Figuren und Akteure sind durchaus gelungen und werden ihre Fans finden. In Sachen Sound hätte man sich deutlich mehr Abwechslung gewünscht. Nur all zu oft hört man immer wieder die selben Melodien. Allerdings gibt es im Spiel einen Sound, der sehr ruhig daherkommt und wohl passend zum Golfen ist. Die Schläge und Flugeinlagen der Bälle haben einen satten Sound. Die klingen wirklich gut.
Es ist sehr schwierig bei Pangya ein Fazit zu ziehen. Das Spiel gibt es kostenlos zum Download für den PC. Im Vergleich zu dieser Version wurde bei der Umsetzung kaum etwas verbessert. Es fehlt sogar der Online-Modus, der dem Spiel wirklich sehr gut getan hätte. Es gibt zahlreiche Dinge zu erspielen, witzige Figuren und sogar eine nette Grafik, aber irgendwie kann das alles nicht das frustrierende Spielerlebnis wett machen. Wer denkt hier ein nettes Spielchen für sich und seine Kinder gefunden zu haben, der irrt ganz gewaltig. Spätestens wenn auf dem Platz kein Schlag gelingt beginnt das große Heulen. Da bereits der zweite Teil angekündigt wurde, gibt es noch viel Spielraum für Verbesserungen.

Positiv:

+ einfache und gelungene Spielbarkeit
+ schöne Golfplätze
+ wählbar: Wii- oder klassische Steuerung

Negativ:

- langweiliger Story-Modus
- schlechte balancierte KI

Fazit

Pangya! Golf with Style ist wirklich, wirklich sehr schwer zu bewerten. Es gibt sehr viel gute Ansätze, aber mindestens genau so viele Punkte, die das Spiel deutlich abwerten. Zunächst die gute Seite: Das Spiel hat ein gutes Gameplay und lässt sich sehr schnell erlernen. Es gibt sogar Aspekte, die das ganze etwas anspruchsvoll gestalten. Besonders gut ist, dass man darauf geachtet hat, dass man wirklich eine volle Bewegung bei dem Spiel ausführen muss, um erfolgreich zu spielen.
Auf der anderen Seite gibt es aber dann noch die KI der Gegner. Es ist einfach unbegreiflich, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Gleich die ersten Partien sind so derartig schwer, dass man verständlicherweise schnell die Lust verliert. Das heißt nicht, dass man selbst deutlich über Par spielen muss. Der Computer-Gegner macht einfach keine Fehler und schlägt die unmöglichsten Bälle. Hin und wieder zeigen diese zwar beim Putten ihre Nerven, aber auf solche Dinge will man nicht spekulieren. Wer großer Anime-Fan ist und auf solch einen Look steht, der kann ein Probespiel wagen. Vielen anderen dürfte ihr WiiSports im Regal genügen.

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