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Review

Snooker 19

Passend zur momentan stattfindenden World Snooker Championship, ist das dazu gehörige Spiel in Form von Snooker 19 für PC, PS4 und One erschienen, welches die entsprechenden Lizenzen mitbringt. Zu Beginn der Weltmeisterschaft gab es direkt die erste Überraschung, bei der der Weltranglistenerste Ronnie O´Sullivan vom Amateurspieler James Cahill besiegt wurde. Als Spieler hat man nun die Möglichkeit, selbst das Schicksal von O´Sullivan in die Hand zu nehmen und ihm, zumindest virtuell, zu seinem sechsten Titel zu verhelfen.

Ein Profi sollst du sein


Allerdings gibt es neben O´Sullivan noch genügend andere Snooker-Persönlichkeiten, deren Geschicke man lenken kann, wobei auch zwei Deutsche im Kader enthalten sind. Diese zählen aufgrund ihrer Weltranglistenposition aber nicht zu den Stars, sondern fallen eher in die Kategorie aufstrebende Talente. An sich sind mit einigen Ausnahmen die ersten 128 Plätze der Weltrangliste als Spielfigur verfügbar, wobei deren individuelle Fertigkeiten nicht durch Statuswerte im Spiel abgebildet werden. Stattdessen dienen sie dem Spieler nur als Repräsentanten in den Duellen, wodurch nur die eigenen Fähigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Diese Design-Entscheidung führt auch dazu, dass sich alle Spieler gleich spielen, was die umfangreiche Spieleranzahl etwas relativiert.


Der Anstoß


Als Einstieg ins Spiel dient ein kurzes Tutorial, das die Steuerung erklärt und darauf eingeht, wie man die Stoßrichtung und den Stoßpunkt der Kugeln festlegt. Die initialen Bewegungsrichtungen der Kugeln werden dabei in Form von Strahlen im Spiel angezeigt. Leider wird hier die Möglichkeit verpasst, auch die Snooker-Regeln an sich zu erklären bzw. die strategischen Finessen von Snooker aufzuzeigen. Hierdurch ist ein Neuling zwar in der Lage, die elementare Steuerung zu bedienen, aber fühlt sich in den Partien erstmal hilflos. Die Regeln sind im Spiel vorhanden, allerdings existieren diese nur in reiner Textform und helfen dem Verständnis eines Anfängers auch nicht weiter. Hier muss auf Ressourcen außerhalb des Spiels zurückgegriffen werden. Immerhin werden die nächsten spielbaren Kugeln beim Ausrichten des Stoßes farblich hervorgehoben. Somit weiß ein Anfänger zumindest, welche Kugeln er als Nächstes spielen darf und kann mit Geduld die wichtigen Aspekte von Snooker in den Partien selbst erlernen. Zumindest decken die drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade alle Fertigkeitsstufen ab, so dass ein Neuling auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad schnell erste Erfolge erzielt. Die unterschiedlichen Ausprägungen der Schusshilfe tragen hierzu bei.

Die Nummer 1


Auch Robbie Williams kann der beste Spieler der Welt werden

Die Spielmodi decken die wichtigsten Möglichkeiten ab, wobei der Karrieremodus das Herzstück von Snooker 19 bildet. Hier wählt man einen der vorhandenen Spieler der Weltrangliste aus und nimmt mit diesem an den über das Jahr verteilten Turnieren teil. Die Möglichkeit einen eigenen Profi zu kreieren, besteht hier leider nicht. Zumindest die Kleidung und Ausrüstung kann durch verschiedenfarbige Varianten angepasst werden, wobei bestimmte Varianten erst verdient werden müssen. Der Höhepunkt und Abschluss der Saison ist die World Championship, deren Trophäe man sich, wie die der anderen Turniere, für das virtuelle Trophäenkabinett erspielen kann. Neben dem Karrieremodus existiert noch das Schnellspiel für einen oder zwei Spieler, in dem neben dem Profi auch noch die Spielstätte gewählt wird. Die Spielstätten orientieren sich hierbei an ihren realen Vorbildern, bieten ansonsten aber wenig Abwechslung, da im Prinzip alle Stätten nur größere Räume mit Tribünen für Zuschauer sind. Insgesamt existieren hier drei verschiedene Spielvarianten, neben der Standardvariante mit 15 roten Kugeln, kann die Partie auch nur mit 6 Kugeln bestritten werden. Alternativ existiert noch der Shootout-Modus, in dem die Partie insgesamt nur 10 Minuten geht und für jeden Stoß nur 20 Sekunden vorhanden sind.

Für kompetitive Spieler gibt es noch die Wahl, online zu spielen, entweder in einer schnellen Partie gegen einen anderen menschlichen Gegner oder durch die Teilnahmen an einem Online-Turnier. Die Online-Turniere dauern hierbei mehrere Tage und der Gewinner wird mittels einer Rangliste bestimmt. Leider gibt es keine Möglichkeit, private Turniere mit Freunden zu erstellen, da man gegen diese nur in einer einfachen Partie antreten kann. Dabei muss ein Passwort erstellt werden, das man anschließend weitergibt. Die Verbindungsqualität ist während des Spiels ordentlich, wobei die Erfahrung auch vom Gegner abhängt. Insbesondere dessen Spielverhalten wirkt sich hierauf aus, da besonders defensiv spielende Gegner, ähnlich wie im echten Leben, wenig Spannung aufkommen lassen.

Das Spiel an sich


Taktisches Vorgehen ist gefragt

Das Verhalten der Kugeln wirkt realistisch und sie bewegen sich so, wie man es erwarten würde. Die Einstellungsmöglichkeiten beim Stoß sind ausreichend, neben der Stoßstärke und -richtung lässt sich auch der Anstoßpunkt auf der weißen Kugel bestimmen, so dass das volle Repertoire eines Snookerspielers abgedeckt ist. Der Anstoßpunkt bestimmt den Drall der weißen Kugel. Das anschließende Verhalten der Kugeln nach dem ersten Zusammenstoß wird in Form von Strahlen grafisch dargestellt, wodurch sich abschätzen lässt, wo die weiße Kugel ihre finale Position findet. Falls die angestoßene farbige Kugel nicht voll getroffen wird, fächert sich der Strahl der Kugel auf und es wird wie beim realen Snooker schwieriger abzuschätzen, ob sich die Kugel in die gewünschte Tasche bewegen wird. Da in der Regel die gespielte Kugel bei langen Pots, dem Einlochen der Kugel, immer voll getroffen wird und die Strahlrichtung klar definiert ist, ist es im Spiel einfacher als in der Realität, diese zu versenken. Alle weiteren Interaktionen, insbesondere eine Kollision mit Bande oder anderen Kugeln, werden nicht mehr grafisch dargestellt, so dass sich der Spieler hier auf sein Erfahrungswissen verlassen muss. Dies gestaltet sich durch die fehlende Überkopf-Ansicht hin und wieder schwierig.

Insbesondere für Neueinsteiger ohne Erfahrungswissen wäre ein Trainingsmodus wünschenswert gewesen, in dessen Rahmen man sich mit dem Kugelverhalten und der Auswirkung der Stoßstärke vertraut hätte machen können. Die Stoßstärke wird manuell vor dem Stoß eingestellt und muss anschließend im Rahmen einer Reaktionsprüfung bestätigt werden. Die Steuerung ist dabei für den Controller optimiert und funktioniert mit diesem auch einwandfrei. Wobei man beim Ändern der Kamera-Ansicht aufpassen muss, nicht auch die Stoßrichtung zu verstellen. Mit Maus und Tastatur gestaltet es sich umständlicher, funktioniert aber grundlegend auch, wobei das Ausrichten der Stoßrichtung etwas hakelig ist.

Zumindest bieten die KI-Gegner auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad eine angemessene Herausforderung für Einsteiger, da diese zwar schon kompetent spielen, aber sich öfter auch einfache Fehler leisten. Dabei skaliert der Schwierigkeitsgrad über mittel bis zu schwer angemessen, wobei die Kompetenz von schweren KI-Gegnern der von Profi-Spielern entspricht. Hier ist es dann unerlässlich, sich mit den verschiedenen Strategien im Snooker auszukennen und diese auch mit Hilfe der Steuerung umsetzen zu können. Dabei dienen die KI-Gegner als die primäre Lernhilfe im Spiel, weil man sich manche Vorgehensweisen von ihnen abschauen kann bzw. muss. Denn die Aktionen der KI-Spieler lassen sich leider nicht während der Partie überspringen, sondern jeder einzelne Stoß muss verfolgt werden. Besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen, wenn die KI mehrere Kugeln hintereinander versenkt. Eine optionale Vorspulfunktion oder Zusammenfassung wäre in Anbetracht des Spielflusses hilfreich gewesen.

Willkommen im Crucible Theatre


Alle Augen sind auf die Kugeln gerichtet

Der Wiedererkennungswert ist bei allen im Spiel vorhandenen Profi-Spielern gegeben, auch wenn die grafische Qualität in Hinblick auf die Gesichtsanimationen durchaus noch Potenzial offenlässt. Dies gilt auch für die restliche grafische Präsentation, die zwar als solide bezeichnet werden können, mit Ausnahme der Lichtstimmung sonst in keiner Disziplin glänzen und insgesamt veraltet wirken. Besonders die Spieleranimationen wirken etwas hölzern, wobei sich das glücklicherweise nicht auf das Kugelverhalten überträgt. Im Vergleich sind die Soundkulisse und besonders die Kommentatoren besser gelungen. Die Kommentatoren bieten ein treffendes Feedback für die eigenen Aktionen und helfen damit auch Neulingen, ob diese gut aus der Ausgangslage fanden und passend den nächsten Stoß vorbereitet haben. Dabei wiederholen sich manche Formulierungen etwas oft. Der Soundtrack erfüllt seinen Zweck und unterlegt die Match-Intros und Menüs mit den passenden Tönen, ohne hier besonders aufzufallen.




Positiv

+ Umfangreiches Lizenzpaket
+ Wiedererkennungswert der Profi-Spieler
+ Gute Physiksimulation
+ Angemessen herausfordernde KI-Gegner
+ Feedback für das eigene Spiel durch Kommentatoren
+ Eingängige Kontroller-Steuerung

Negativ

- Fehlender Trainingsmodus
- Nur rudimentäres Steuerungs-Tutorial
- Hölzerne Spieleranimationen
- Aktionen der KI-Gegner können nicht übersprungen werden
- Fehlende Überkopf-Ansicht
- Sich gleich spielende Profi-Spieler
- Nicht mehr ganz zeitgemäße Grafik


Fazit

Snooker 19 richtet sich vorzugsweise an erfahrene Spieler, die schon in den Regeln und Taktiken von Snooker bewandert sind sowie die Spieler auf der Pro-Tour kennen. Diese profitieren vom umfangreichen Lizenzpaket und der ansprechenden Inszenierung der Matches. Hierzu gehört auch die gute physikalische Simulation der Kugeln auf dem Spieltisch. Für Einsteiger kann das Spiel auch geeignet sein, selbst wenn diese aufgrund der fehlenden Tutorials sowie Trainingsmodi eine hohe Einstiegshürde meistern müssen und eine gewisse Frustresistenz mitbringen sollten. Zumindest die eingängige Controller-Steuerung hindert hierbei nicht, dafür enttäuschen die grafische Aufbereitung und die Animationen der Spieler. Insgesamt überzeugt das Spiel somit in seinen Kerndisziplinen, schwächelt aber im Drumherum.

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