Pode

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Review
PS4
5

Pode - Review

Wenn ein Spiel ohne den Einsatz von Text begeistern will, so muss es sich anderer Stilmittel bedienen, um die fehlenden Informationen auszugleichen. Sofern dies aber gelingt, hebt es gleichzeitig das Spiel auf die nächste Stufe, da die kompensierenden Gestaltungsmittel für sich selbst wirken und bloßen Text sogar unnötig erscheinen lassen. Pode bedient sich dieser Erzählform, was durch das Genre des Puzzlespiels begünstigt wird, da hier traditionell die Geschichte in den Hintergrund tritt. Der Test erfolgte hierbei auf der PS4, wobei die Switch-Version schon im Juni 2018 erschienen ist.

Reich mir deine Hand

Zu Beginn des Spiels schlägt ein Meteoroid auf einem Planeten ein und aus dem Einschlagskrater entsteigt eine kleine Sternschnuppe. Durch den Einschlag wurde auch ein Fels angelockt, welcher sich sogleich mit der Sternschnuppe anfreundet. Dieses ungleiche Paar sind Bulder sowie Glo und gleichzeitig die Protagonisten des kooperativen Puzzlespiels. Im Idealfall sollten Bulder und Glo von je einem Spieler gesteuert werden. Wenn nun gerade kein zweiter Spieler vorhanden ist, kann das Spiel auch allein angegangen werden. Wobei in diesem Fall der Spieler zwischen den Charakteren hin und her wechselt. Hierbei dauern die Laufwege etwas länger, was besonders in den größeren Arealen auffällt. Da die Umgebungen an sich aber immer noch sehr überschaubar sind, stört dieser Umstand nicht besonders. Trotzdem sollte im Idealfall das Höhlensystem zu zweit erkundet werden, in das sich unser Heldenpaar direkt nach dem Einschlag begibt.

Über Stock und Stein


Auch Schalterrätsel sind vorhanden
Für die Höhlenerforschung ist es unumgänglich, die besonderen Fähigkeiten der Charaktere zu benutzen. So lässt das helle Leuchten von Glo Pflanzen im dunklen Höhlensystem ersprießen und Bulder aktiviert mit einer Art Aura Schalter aus Stein. Das Fähigkeitenrepertoire wird im Spielverlauf erweitert, wobei jede Mechanik entweder im Tutorialbereich oder später in eigenständigen Sequenzen den Spielern beigebracht wird. Dies erfolgt in der Regel durch das kontextbasierte Aufleuchten der zugeordneten Taste über der entsprechenden Spielfigur. Die Anwendungsmöglichkeiten erschließen sich den Spielern nach und nach durch auf die Fähigkeiten zugeschnittene Rätsel und bilden damit eine angenehme Lernkurve über den gesamten Spielverlauf ab.
Als Kontrast sollten hier die letzten Areale der unterschiedlichen Gebiete erwähnt werden, deren Puzzle ist zumeist anspruchsvoller. Teils muss jede Ecke genau durchsucht oder neue Zusammenhänge verstanden werden, wenn auch hin und wieder Hinweise in den vorherigen Arealen stecken. Trotzdem kann es einige Minuten dauern, bis verstanden wurde, was zu tun ist. Insgesamt sind die Rätsel angenehm fordernd. Allerdings dürften insbesondere die Abschlussrätsel der Gebiete für eine jüngere Zielgruppe, welche durch den Stil des Spiels suggeriert wird, etwas zu schwer sein. Dies ist in der Hinsicht schade, weil die Rätsel gelöst werden müssen, um den nächsten Abschnitt freizuschalten.

Vergangenes und Gegenwart

Sonnenstrahlung ist unerlässlich für das Pflanzenwachstum
Bulder lässt dafür Kristalle wachsen
Die typische Größe eines Areals am Anfang
Die übergreifende Geschichte des Höhlensystems wird mittels leuchtender Reliefs an den Höhlenwänden überliefert, aber bleibt grundsätzlich in ihrer Ausgestaltung simpel. Zusammen mit den in Knospen gefangenen Glühwürmchen sind die Reliefs die Sammelgegenstände des Spiels. Zumeist stößt man auf sie beim bloßen Erkunden der Umgebung; für manche ist es aber erforderlich, jeden Winkel eines Areals genau zu durchsuchen. Glücklicherweise existiert eine Schnellreisefunktion, in der gleichzeitig aufgeführt ist, wie viele Glühwürmchen und Reliefs man bislang in einem Levelabschnitt gefunden hat.
Die Geschichte der beiden Hauptcharaktere wird durch ihre Mimik und Gestik getragen, welche dem Spieler die aktuelle Gefühlslage gut vermitteln. Insbesondere die Animationen der Figuren wirken einfach knuffig und lassen die Charaktere einen schnell ins Herz schließen. Die dedizierte Taste für das Händchenhalten von Bulder und Glo passt in diesem Kontext, da sie den Charme des Spiels einfängt sowie im späteren Spielverlauf noch an Bedeutung gewinnt. Auch die unterschiedlich gestalteten Umgebungen des Höhlensystems unterstützen den Spannungsbogen der Erzählung, indem deren Ausgestaltung an den Fortschritt der Geschichte geknüpft ist.

Leuchten in der Dunkelheit

Generell ist die grafische Ausgestaltung des Höhlensystems eine der Stärken des Spiels. Die Umgebungen sind abwechslungsreich gestaltet und werden zusätzlich noch durch Glos Fähigkeit mit Leben gefüllt. Insbesondere das Ersprießen der Pflanzen übt seinen eigenen Charme aus und wird im Spielverlauf immer imposanter. Zusätzlich stellt Glo als Sternschnuppe eine Lichtquelle dar und nutzt die Umgebung für ein stimmungsvolles Spiel von Licht und Schatten. Die Texturen der Umgebung und Charaktere hätten in der PS4-Version ruhig höher aufgelöst sein können, da die Leistungsfähigkeit der PS4 dann doch über der der Nintendo Switch liegt. Allerdings fällt dies nur am Anfang des Spiels auf, nachdem die grafischen Möglichkeiten in der Introsequenz ausgereizt wurden. Der Schnitt zur Spielgrafik lässt doch Enttäuschung aufkommen, welche im Spielverlauf dank der Inszenierung aber wieder weicht.
Zur Inszenierung des Spiels trägt auch der Soundtrack bei, die Auswahl der Musikstücke ist entsprechend zur jeweiligen Stimmung gewählt. Die melancholischen Klänge passen zu den erstmals tristen Umgebungen und gewinnen im Spielverlauf an Kraft. Auf der technischen Seite sind keine Bugs beim Lösen der Rätsel aufgefallen, so dass das Spiel problemlos durchgespielt werden kann. Nur hin und wieder bei der Suche nach den letzten Glühwürmchen kann es vorkommen, dass die Charaktere in der Umgebung stecken bleiben. Allerdings hilft in diesem Fall die Verwendung der Schnellreise, mit der man wieder zügig am ursprünglichen Ort ist. Die Ladezeiten hierbei dauern schon einige Sekunden, allerdings sind die Laufwege aufgrund der kompakten Areale kurz. Hierdurch wird die Spielzeit von 6 Stunden nicht künstlich gestreckt, sondern ist hauptsächlich mit dem Erkunden und dem Lösen von Rätseln gefüllt.
 
 
 

Positiv

+ stimmungsvolle Umgebung
+ knuffige Hauptcharaktere
+ abwechslungsreich gestaltete Rätsel
+ gute Inszenierung

Negativ

- etwas unausgeglichener Schwierigkeitsgrad
- gering aufgelöste Texturen
- simple Hauptgeschichte
- langwierigere Laufwege bei einem Spieler
 
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Heavenraiser
Bei Pode sticht besonders die Inszenierung hervor, welche von den stimmungsvollen Umgebungen und den liebenswerten Hauptcharakteren getragen wird. Dies funktioniert auch ganz ohne die Verwendung von Text. Der Großteil der Rätsel bildet eine angenehme Lernkurve, welche leider durch einige Schwierigkeitsanstiege gestört wird. Die Fähigkeiten der Charaktere harmonieren mit der Spielwelt und ermöglichen einige interessant gestaltete Rätsel und Lösungen. Im Verlauf des Spiels wachsen die Protagonisten Bulder und Glo einem ans Herz, so dass die Reise durch das Höhlensystem den Spieler zufrieden zurücklässt sowie ermutigt, noch die letzten Sammelgegenstände zu finden.

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