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Review

Reverie: Sweet As Edition

Reverie ist ein klassisches Retro-Style Pixelart-Game, welches streng genommen eine Mischung aus Earthbound und Legend of Zelda: Link’s Awakening ist. Ob das Game darüber hinaus überzeugen kann, soll dieses Review zeigen.

In den letzten Jahren wuchs der Retro-Style in vielen Videospiel-Genres stark an; insbesondere die Indie-Szene und das Plattform-Genre konnte und kann immer noch von diesen Trend profitieren. Sony legte damals vereinzelt bei der Playstation Portable und besonders bei der Playstation Vita den Fokus auf solche Games. Seit geraumer Zeit folgt auch Nintendo diesem Grundgedanken mit der Nintendo Switch und hatte hin und wieder eine auf Indie-Games spezifizierte Mini-Konferenz im Stile einer Nintendo Direct abgehalten - zuletzt im Januar. Das kleine Entwicklerstudio Rainbite aus Neuseeland will jetzt ebenfalls ein Stück vom Kuchen und bringt mit der „Sweet As“-Edition von Reverie eine entsprechende Nintendo Switch-Version auf den Markt. Das Game erschien bereits letztes Jahr für die PS4 und PS Vita.

Im Spiel übernimmt man die Rolle von Tai, der im Sommerurlaub die Insel Toromi besucht. Neben anderen Inselbewohnern trifft der Junge auf seine Großeltern, die allesamt in der Stadt Harikoa wohnen. Die farbensatte Insel und ihre Umgebungen wie die Wälder oder der Strand erstrahlen ganz im Stil klassischer Retro-Games: Kräftige, dunkle und helle Farben, Objekte, die schwarz umrandet werden, um Tiefe zu vermitteln; das Gesamtbild kann überzeugen. Man kann förmlich Earthbound riechen. Auch kleinere Objekte wie Tiere (putzige Kiwis samt Kiwifarm sind mit dabei!), Pflanzen sowie ein Holzeimer voller Äpfel oder Kartoffeln passen zum Gesamtbild und vermitteln realistische Nähe zur Insel.



Andere Charaktere auf der Insel, die nicht spielbar sind, haben stets einen gut gelaunten Spruch auf den Lippen und geben Tai oft Hintergrundinfos zur Geschichte der Insel oder spielen eine wichtige Rolle, um im Game Fortschritte zu machen - inklusive Aufgaben wie Botendienste und Suchaktionen. Für Abwechslung sorgen diverse Mini-Games, die auf der Insel verstreut sind. Beispiel gefällig? Eine Partie Pong mit einer Mikrowelle oder ein kleiner Space Invader-Klon in der Arcade-Spielehalle. Wären da nicht die Geister vergessener Zeiten, würde man sich auf der Insel Toromi wohlfühlen. Die Insel wird nämlich von Geistern heimgesucht: Hier greift das Entwicklerstudio auf eine alte neuseeländische Legende zurück, die den Titel „Māui und der gigantische/riesige Fisch“ trägt und zum Teil die Geschichte von Reverie darstellt. Auch wenn Insel, Umgebung und Charaktere frei erfunden sind, so findet man immer wieder Referenzen im Game, die auf die Kultur Neuseelands hinweisen.



Um sich gegen Tiere, Geister und verhexte Gegenstände - der erste Endboss ist zum Beispiel eine verhexte Waschmaschine - zu wehren, ist Tai anfangs mit einem Cricket-Schläger ausgestattet. Später könnt ihr euch zudem auf ein per Schnur verlängertes Yo-yo oder eine Pfeil-Pistole als Item zur Bekämpfung von Gegnern freuen. Besiegte Gegner hinterlassen sehr oft Münzen, die gegen andere Items wie Limo oder Chips zur Gesundheitsverbesserung auf der Insel eingetauscht werden können. Bis zu drei Waffen lassen sich dabei einer Taste zuordnen, um diese sofort einzusetzen. Im späteren Spielverlauf muss bei Rätseln auf die Umgebung geachtet werden und die Waffen entsprechend eingesetzt werden.

Dies kann besonders gegen Ende im Game leicht stören, da je nach Rätsel die Waffen hin und her gewechselt werden müssen. Ist Tai beispielsweise gezwungen unter Wasser zu tauchen, um eine abgelegene Plattform zu erreichen, so muss die Schwimmbrille als Item ausgewählt sein und belegt somit einen der insgesamt drei Item-Slots. Werden im Dungeon weitere Items wie Cricket-Schläger (muss zur Gegnerbekämpfung eigentlich immer gesetzt sein) und die Pfeil-Pistole benötigt, können beispielsweise die Rollschuhe nicht mehr ausgewählt werden. Abhilfe schafft dann ein Itemwechsel. Während in der PS4/PS Vita-Version der Itemwechsel indirekt durch das Menü gelöst wurde, hat man in der Nintendo Switch-Version die Bedienung verbessert und durch ein Item-Wheel ersetzt. Der Itemwechsel findet zwar auch wie zuvor in sekundenschnelle statt, wird aber besonders in größeren Dungeons mit vielen verschiedenen Rätseln, die ein Zusammenspiel vieler Items notwendig machen, in Sachen Bedienungserlebnis langatmig.

Earthbound/2D Zelda-Atmosphäre pur!



Sind die Gegner in Überzahl, kann Tai eine Ausweichattacke in Form einer Vorwärts-/Rückwärtsrolle einsetzen. Um gegen Gesundheitsverlust anzukämpfen beziehungsweise wieder zu Kräfte zu kommen, verputzt Tai kleinere Pizzastückchen, die ebenfalls der eine oder andere Gegner nach einen Kampf hinterlässt - oder sich in einer der vielen Kisten befindet. Eine zuvor eingekaufte Limo oder Chips sind ebenfalls als Energienachschub möglich. Viele Gegner sind nach ein paar Hieben mit den Cricket-Schläger aber bereits tot - Thema Schwierigkeitsgrad: Dieser ist sehr einfach gehalten. Gegenüber der PS4/PS Vita- umfasst die Nintendo Switch-Version einen neuen Schwierigkeitsgrad mit der Bezeichnung „Nightmare“, der ein erfreuliches Extra ist. Ob dieses Extra für die PS4/PS Vita-Version nachgereicht wird, lässt das Entwicklerstudio Rainbite derzeit noch offen.

Die Dungeons, die allesamt verschiedene, aber einfache Schiebe- und Schalterrätseln beinhalten, sind denkbar leicht aufgebaut: Ein kleiner Schlüssel öffnet Türen, ein Boss-Schlüssel ermöglicht Zugang zum Dungeon-Boss. In den verschiedenen Ebenen wollen euch Gegner tot sehen. Ganz klassisch. Insgesamt erwarten euch eine Hand voll Dungeons: Die Endbosse sind abwechslungsreich sowie „süß“ gestaltet und fügen sich ins Gesamtbild der Insel ein - darunter die bereits erwähnte verhexte Waschmaschine oder ein mehrarmiger Oktopus. Eine stets verfügbare klassische Karte sorgt für Übersicht in der Spielwelt und in den Dungeons.

Während gesamten Spielzeit von zirka 8-10 Stunden samt Bonus-Dungeon und dem Sammeln von zirka 20 Vogelfedern, die sich verstreut auf der Insel befinden, wird einem der passende Soundtrack auf die Ohren gespielt. Bei den Endbossen und je nach Ort wechselt der Soundtrack, wird aber nie nervig oder unpassend. Auch technisch kann Reverie überzeugen: Das Game läuft absolut flüssig, stabil und die Steuerung ist intuitiv. In Szenen mit vielen Gegnern kann die Framerate „leicht“ nachgeben. Diese Abweichungen sind aber wirklich nur für das geübte Auge erkennbar und stören niemals den Kampfablauf.

Das Game wurde mir per Reviewcode von Entwicklerstudio Rainbite zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Pro:


+ Spielumgebung und Charaktere liebevoll gestaltet
+ Charmante Endbosse, die zum Spiel passen
+ Earthbound/2D Zelda-Atmosphäre
+ Soundtrack passt zum Geschehen

Contra:


- Kampfsystem zu einfach gehalten
- Recht kurze Spielzeit
- Schwierigkeitsgrad insgesamt sehr niedrig

Die gute alte Zeit

Reverie ist eine gute Hommage an alte klassische Retro Pixelart-Style Games. Das Entwicklerstudio Rainbite hat gekonnt auf Details geachtet und sich auf das Wesentliche im Game konzentriert. Die Grafik ist ein Pluspunkt und auch die liebevolle Geschichte, charmante und lustige Dialoge und Personen können überzeugen. Das Kampfsystem ist vereinfacht aufgebaut und bietet somit keine wirkliche Tiefe an. Profis werden definitiv unterfordert sein. Reverie ist insbesondere für Liebhaber von Retro-Games im Pixel-Style und für Fans von „kleinen, kurzen, aber feinen“ Games gedacht.

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