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Review

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Die Videospielreihe mit der wohl komplexesten Story neigt sich ihrem Ende zu. Metal Gear Solid V: The Phantom Pain, der langerwartete und vermutlich finale Part der Serie, schließt die Geschichte von Big Boss ab und vervollständigt somit die Metal Gear Solid Saga. Den Anfang machte der Prolog Metal Gear Solid V: Ground Zeroes Anfang letzten Jahres, welcher Spieler nicht nur auf die kommenden Open World Features vorbereitete, sondern auch bewies, dass sie mit dem erweiterten MGS Gameplay erstaunlich gut harmonieren. Die kurze Spielzeit von Ground Zeroes hat bei den Spielern jedoch einen faden Beigeschmack hinterlassen. Serienschöpfer Hideo Kojima versprach dafür, dass die Welt in The Phantom Pain 200-mal größer als die von Ground Zeroes sein würde. Ein Versprechen, welches ohne Zweifel auch eingehalten wurde - Nicht nur die Maps wurden vergrößert, sondern auch die Anzahl der Missionen. Mit über 200 Neben- und Hauptaufgaben wird die Vervollständigung von Phantom Pain zur Mammutaufgabe, allein 40 Stunden davon nimmt die Hauptkampagne in Anspruch. Eine außergewöhnliche Länge für ein Metal Gear Solid, doch kann der letzte Paukenschlag für die beliebte Spionage-Reihe auch inhaltlich beeindrucken?

Böses Erwachen

1984, neun Jahre nach den Geschehnissen aus Ground Zeroes, erwacht Big Boss aus dem Koma, ohne jedoch die Möglichkeit auf eine Verschnaufpause zu haben. Nur wenige Minuten nach seinem Augenaufschlag wird das Krankenhaus von Kampftruppen angegriffen, die erbarmungslos alles und jeden niedermetzeln, nur um Snake tot zu sehen. Zu allem Überfluss mischen sich auch noch Metal Gear-typisch übernatürliche Widersacher ein, die dem heftigen Kriegsdrama recht bizarre Fantasy-Elemente entgegen setzen. So beginnt vielleicht das intensivste und packendste Intro-Level in der Videospielgeschichte. Die Ereignisse im Krankenhaus dienen hier als Tutorial und spielen sich ungewohnt linear gegenüber dem Rest des Spiels. Das ist nicht weiter schlimm, da man nicht unvorbereitet in die große weite Welt gehen sollte. Nach den ersten Cutscenes merkt man dass das Spiel viel düsterer als seine Vorgänger daher kommt, eine Eigenschaft, die es mit Ground Zeroes teilt. Die cineastische Präsentation, die man von Kojima gewohnt ist, ist wieder einmal mehr als gelungen. Die Geschichte rund um Big Boss und seinen alten sowie neuen Verbündeten werden in den Zwischensequenzen eindrucksvoll festgehalten. Die Kritik mit den bekannt langen Filmsequenzen hat sich Kojima allerdings wohl zu Herzen genommen. Die Länge der Sequenzen wurden drastisch reduziert, ohne aber eine spürbar negative Auswirkung auf die Story zu haben. Diese fesselt den Spieler von Anfang bis Ende an den Bildschirm.

Nach dem Tutorial verschlägt es Big Boss in seinem bisher größten Abenteuer nach Afghanistan und Afrika. Damit stehen dem Spieler gleich zwei gigantische Open World Maps zur Verfügung. In der Missionsvorbereitung kann man auswählen, ob man Missionen am Tag oder Nacht spielt, beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Am Tag sind Feinde leichter zu erspähen, aber auch Snake kann schneller entdeckt werden. Abends kann die Orientierung durch die Gebiete schwerer fallen, da man aber in der Dunkelheit fast unsichtbar ist, kann man sich beim Planen der nächsten Schritte mehr Zeit lassen. Zudem schlafen Abends einige der faulen Soldaten auf Wachposten, was das Infiltrieren erleichtern kann. Ein realistischer Tag- und Nachtwechsel und ein dynamisches Wettersystem sorgen zudem ebenfalls zu einem dynamischen Schichtwechsel der Wachen passend zum Tageszyklus. In Afghanistan kann sich das sonnige Wetter sogar plötzlich zu einem Sandsturm wechseln, bei dem die Sicht des Spielers und der Feinde beeinträchtigt wird. Das ist aber nicht die einzige, unvorhersehbare Gefahr: Durch den dynamischen Schwierigkeitsgrad werden die Vorgehensweisen des Spielers ständig von der Gegner KI/NPC gekontert. Im Klartext: Tötet ihr Feinde ständig per Kopfschuss, werden in den späteren Missionen immer mehr Feinde mit Schutzhelmen vorkommen. Startet man Missionen nur Abends, um die Dunkelheit zum Vorteil zu nutzen, werden immer mehr Wachen Nachtsichtgeräte benutzen. Durch solchen Features bleibt das Spiel bis zum Ende hin fordernd und zwingt den Spieler zu immer neuen Herangehensweisen. Und hier spielt Metal Gear Solid V auch seine größte Stärke aus, da die kreativen Methoden Gegner auszutricken schier unerschöpflich erscheint. Beispielsweise könnte ihr die Tonaufnahmen einer Wache beim Pinkeln dazu nutzen, seine Kameraden peinlich berührt beim Untersuchen der Toiletten zu verjagen. Eine Wasserpistole könnt ihr ausnutzen um Gerätschaften in Wachposten kurzzuschließen oder ihr lockt einfach wilde Tiere zu den Gegnern. Die Möglichkeiten sind extrem vielseitig und es gibt ständig was neues. Stirbt man jedoch in einer Mission zu oft bietet euch das Spiel die Hühner-Maske an. Dadurch wird der Schwierigkeitsgrad heruntergeschraubt, im Gegenzug dafür trägt Big Boss eben den albernsten Hut des Spiels mit sich herum.

For the Mother Base!

Wie in jedem Metal Gear Solid hat der Spieler die freie Wahl, ob man lautlos sich an den Feinden vorbeischleicht oder ob man lieber alles über den Haufen schießt um voranzukommen. Feinde, die sich in eurem Schwitzkasten befinden, kann man nach Informationen ausquetschen, um zu erfahren wo sich weitere Wachen positioniert haben oder wo sich Ressourcen, Baupläne für Waffenentwicklungen befinden. Dank dem Buddy-Feature ist man dieses Mal auf dem Schlachtfeld nicht mehr alleine unterwegs. Quiet, die stumme Scharfschützin, und D-Dog unterstützen einen im Kampf und spähen Gebiete aus und markieren Feinde. Mit D-Horse und D-Walker könnt ihr euch schneller auf der Map bewegen, letzterer dient sogar als Mini Metal Gear. Das Fulton Recovery System aus dem PSP Ableger MGS: Peace Walker kehrt in The Phantom Pain zurück. Hiermit könnt ihr Tiere, stationäre Waffen, Fahrzeuge und Ressourcen mit einem Luftballon zur Mother Base transportieren, um eure Basis zu erweitern. Betäubte Feinde kann man ebenfalls mit dem Fulton-Gerät extrahieren, dadurch werden sie sogar für die eigenen Zwecke rekrutiert. Je nach Fähigkeit werden die neu erworbenen Soldaten auf der Mother Base in verschiedene Abteilungen zugewiesen. Steigt zum Beispiel die Stufe des Entwicklungsteams, können neue Waffen entwickelt werden. Wenn genug Ressourcen zur Verfügung stehen, kann die Mother Base selbst auch erweitert werden. Der Aufbau ist motivierend, da ständig nützliche Ausrüstungsgegenstände freigeschaltet werden. In MGS Peace Walker hatte man sich nur um das Basen-Management gekümmert. In The Phantom Pain jedoch kann man zum ersten Mal die Mother Base besuchen und sich dort frei bewegen. Leider gibt es auf der Basis kaum Interaktionsmöglichkeiten und es sich fühlt sich allgemein ziemlich leer an. Online könnt ihr zusätzlich sogenannte FOB Mission spielen, bei dem ihr die Basen von anderen Spielern infiltrieren könnt um ihre Ressourcen, Soldaten und vieles mehr zu stehlen.

In Afghanistan und Afrika kann man sich komplett frei ohne Ladezeiten bewegen. Dies ist besonders praktisch wenn man einige Nebenmissionen abschließen will oder auch einfach nur die Gebiete erkunden möchte. Neben den Haupt- und Nebenmissionen gibt es außerdem externe Aufträge zu erledigen. Hier verschickt ihr eure rekrutierten Soldaten um einen stetigen Zustrom an Ressourcen und weiteren Materialien zu erhalten. Mit dem wichtigsten Gadget im Spiel, dem iDroid könnt ihr die Mother Base verwalten, wichtige Punkte auf der Karte markieren, Kassetten mit kultigen achtziger Jahre Songs sowie mit Kassetten mit zusätzlichen Informationen über die Story anhören. Metal Gear Solid Neulinge sowie Veteranen erhalten aus den Kassetten, die man nach abschließen einer Mission erhält zusätzliches Hintergrundwissen über die Story. Im Gegensatz zu den Codec Gesprächen aus den vorherigen MGS Teilen kann man sich die Kassetten beliebig oft anhören, vor allem pausieren sie aber auch nicht mehr das Spielgeschehen. In den vorherigen MGS Teilen gab es zum Teil sehr lange Codec Gespräche welche auch bis zu 10 Minuten dauern konnten. In TPP ist es schön zu sehen das man dem Spieler überlässt, wann man sich die zusätzlichen Information anhören möchte. Da der Online Multiplayer noch nicht freigeschaltet wurde konnte dieser nicht angespielt werden.

Pro:

+ Gigantischer Umfang (über 200 Missionen!)
+ Metal Gear Solid goes Open World
+ Perfektioniertes (Stealth) Gameplay
+ Spannende Story die bis zum Ende einen fesselt
+ Nahezu unzählige Herangehensweisen um Missionen zu erledigen
+ Motivierender Mother Base-Aufbau
+ Buddy-Feature und Fulton Feature
+ Dynamischer Schwierigkeitsgrad, Wetterwechsel und Tag- und Nachtwechsel

Contra:

Nur 2 Gebiete (Afghanistan und Afrika) -
Zum Teil repetitive Haupt- und Nebenmissionen -
Enttäuschende Bosskämpfe -
Geschichte endet sehr abrupt -

Fazit:

Das Warten hat sich mehr als gelohnt. Kojima hat meiner Meinung nach das umfangreichste und technisch beste Metal Gear Solid überhaupt abgeliefert. Das Open World Feature mit den nahezu unzähligen Vorgehensweisen gepaart mit dem perfektioniertem Metal Gear Gameplay haben mich allein mit den Hauptmission über 50 Stunden auf hohem Niveau unterhalten. Die Story ist bis zum Ende mehr als spannend geblieben, aber für MGS Verhältnisse war es ingesamt eher mittelmäßig, da auch einige Handlungsstränge nicht zu Ende geführt wurden. Durch die unzähligen Nebenmissionen, FOB sowie externen Missionen bleibt nach dem Beenden der Geschichte noch einiges zu erledigen. Insgesamt ist The Phantom Pain also ein grandioses Meisterwerk geworden.

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