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XBOX One CW Review - Die 'One' Perspektive

Vieles über die XBOX One wisst ihr bereits, wir gehen hier darauf ein, ob die XBOX One ihr Versprechen als "One" Entertainment Hub einhält

Sonntag, 24. November 2013 um 19:41 von tkx

Die nächste Generation an Konsolen ist kurz davor komplett in Erscheinung zu treten. Vor ein paar Tagen wurde die XBOX One veröffentlicht und nun sind in Europa zwei der drei Konsolen der neusten Generation erhältlich. Zeit um sich die XBOX One etwas genauer anzuschauen und euch unsere Eindrücke zu vermitteln.



Auspacken



Auch wenn viele dazu neigen die Konsole so schnell wie möglich aus ihrer Verpackung zu befreien ist es für manch einen doch eine Art Zeremonie sich genau anzuschauen wie das Objekt der Begierde den Weg aus Fernost in die heimische Wohnzimmeranlage finden wird.
Im Gegensatz zur letzten Generation hat Microsoft deutlich dazugelernt: Das Auspacken der XBOX One ist wertiger gestaltet, als es bei den bisherigen Generationen der Fall war. Das Innenleben des Verpackungsmaterials besteht nicht mehr nur einfach aus Kartons (und manchmal sogar Eierkartons wie bei der PS3) sondern es gibt verschiedene Schachteln innerhalb des Kartons die allesamt, wenn man sie noch nicht herausgenommen hat, komplett in schwarzer Farbe gehalten sind. Auch das Styropor, das die XBOX One in Position hält, ist schwarz und passt nun optisch zum gesamten Erscheinungsbild der Verpackung.
In der Verpackung selbst findet man neben dem Headset, ein HDMI Kabel, den neuen XBOX One Controller samt Batterien, drei verschieden Code-Karten (u.a. FIFA für die Erstbesteller, Day One Achievement und Live Gold Probeabo), eine Garantierkarte, die Kinect, das Netzteil und natürlich die Konsole selbst.



Die Hardware und deren Verarbeitung



Das HDMI Kabel macht einen hochwertigen Eindruck, überraschend ist wie dick das Kabel, das Kinect mit der XBOX One verbindet, ist. Dieses etwa halbe Zentimeter dicke Kabel ist aufgrund dessen garnicht so leicht unterzubringen. Auch kann man Kinect kaum auf dem oberen Rahmen eines neueren Flachbildschirms positionieren. Die designierte Position für Kinect ist unten, mittig vor dem Fernseher. Aufgrund des dicken Kabels hat man dieses aber dann sehr wahrscheinlich immer im Blickfeld. Die Kinect Sensorbar hat ein gutes Eigengewicht und wirkt entsprechend wertig. Auf der rechten Seite befindet sich das XBOX Logo, welches bei eingeschalteter One auch weiss leuchtet. In der Mitte bemerkt man drei schwach leuchtende rote Punkte, die sehr wahrscheinlich die Infrarotlichtquellen für die Kinectkamera sind.

Der Controller liegt wie bereits der Vorgänger sehr gut in der Hand. Die Schultertasten haben einen ähnlich großen Bewegungsspielraum wie bei dem 360-Controller. Die Oberflächen der Analogsticks sind zwar etwas kleiner geworden, aber durch ein Profil am Gummi sind sie sehr viel griffiger. Beim Spiel für die Analogsticks hat sich kaum etwas verändert, auch der Gegendruck der Sticks ist gleich stark geblieben. Das Digitalkreuz hat einen deutlichen Druckpunkt und durch den verringerten Bewegungsspielraum ein deutlich knackigeres Feedback. Die leicht metallisch wirkende Lackierung des Digitalsteuerkreuzes und des XBOX Knopfs wirken leider etwas billig und reduzieren die sonst sehr wertige Verarbeitung des Gamepads. Die neue Optik der X,Y,A,B-Knöpfe weiss zu gefallen, jetzt wo der Buchstabe und nicht der gesamte Knopf bunt ist. Leider hat Microsoft immer noch keinen Akku eingebaut oder aber Akkus dem Controller beigelegt. Es bleibt also dabei, dass ihr sogar 2013 noch euch selbst um die Stromversorgung eures XBOX Controllers kümmern müsst. Besser hätte uns ein leistungsstarker Akku im Controller gefallen.

Die XBOX One selbst ist recht schwer und wirkt mehr wie ein althergebrachter VHS-Videorekorder als eine moderne Konsole. (VHS war das in den 80er und späten 90er Jahren gängige magnetbandbasierende Speicherformat für Filme bevor DVD es verdrängt hat). Hinten an der One befinden sich neben einem optische Audioausgang, zwei HDMI-Ports, ein Spezialport für die Kinect, der Stromport, ein IR-Ausgang für den Fernseher und USB-Anschlüsse. Einen zusätzlichen USB Anschluss gibt es auch nochmal an der linken vorderen Seite neben dem Slot-In Laufwerk. Das ist ziemlich wichtig, da man später wahrscheinlich sehr schlecht an die hinteren zwei USB-Ports kommen könnte. Die Verarbeitung der Konsole selbst ist in Ordnung aber nicht besonders hochwertig. Es kommt einem vor, dass das Gehäuseplastik recht dünn ist. Etwas mehr Substanz hätte der One alleine bei der optischen Wuchtigkeit schon nicht geschadet.

Übrigens ist das Netzteil der XBOX One um ein drittel kleiner als das der XBOX 360 wodurch man womöglich etwas Platz einsparen kann. Es sollte aber gesagt sein, dass wenn die XBOX One so konfiguriert wird, per Sprachbefehl aufzuwachen, die Konsole immer etwa 15,3W vom Netz zieht.


Der Erstbetrieb



Sobald man die XBOX One das erste mal einschaltet, will sie, dass man auf dem Controller die XBOX Taste drückt. Anschliessend wird das Internet konfiguriert und die Konsole lädt das Day One Update herunter. Hier sollte man etwas geduldig sein und den Download des Updates abwarten, wie lange der auch dauern sollte. Bei uns ging das ganze recht zügig und das Update wurde innerhalb von einer Minute heruntergeladen - anschliessend hat die Konsole das Update installiert und sich neu gestartet. Beim ersten Booten der Konsole nach dem Update sollte man Geduld mitbringen: Der grüne Bildschirm mit dem XBOX Logo verharrt mehrere Minuten mit nur geringem visuellen Feedback auf dem Bildschirm und man könnte das Gefühl bekommen, die Konsole hätte sich aufgehängt. An dieser Stelle muss Microsoft unbedingt nachbessern und dem Besitzer ein deutliches Feedback geben, dass die Konsole die Updates durchführt, denn wir können uns durchaus vorstellen, dass manch ein genervter Erstbesitzer die XBOX One ausschaltet und dadurch den Update-Prozess bricht. Womöglich könnte dann die XBOX One nicht mehr hochfahren und man wird sie womöglich einschicken müssen.

Nachdem diese Hürde genommen wurde, wird man aufgefordert Kinect zu konfigurieren. Das geht recht einfach und Kinect erkennt die eigene Person sehr schnell. Bei der Konfiguration werden auch die Umgebungsgeräusche gemessen und versucht die eigene Stimme gegen diese Soundkulisse zu erkennen.
Sobald man das eigene XBOX Live Profil eingerichtet oder neu angelegt hat, geht es los. Man befindet sich auf dem XBOX One Dashboard, welches sich in drei Bereiche einteilt:
Der erste Bereiche beinhaltet die „gepinnten“ Apps was man in etwa als Favoriten bezeichnen könnte. Microsoft hat, Skype, Skydrive, TV und die Video- bzw. Music-Apps dort als Voreinstellungen angepinnt. Diese Pins sind nur Platzhalter für Apps die man erst aus dem Store laden muss bevor man sie nutzen kann. Der zweite Bereich ist die Startseite wo die letzten genutzten Apps, Links zum Profil und Store erscheinen. Daneben befinden sich „Empfehlungen“, was natürlich manch einer als Werbung sehen wird und ganz rechts der dritte Bereich ist dem Store vorbehalten. Niemand sollte mit der Navigation hier Probleme bekommen, der bereits eine XBOX 360 oder Windows 8 genutzt hat. Die UI reagiert sehr flüssig. Übrigens ist das Einlösen von Code-Karten auf der XBOX One sehr leicht und macht Spass: Den QR-Code der Karte einfach vor die Kamera halten und innerhalb einer Sekunde darf man den Code bestätigen.




Nutzung



Microsoft hat die XBOX One zwar als Multimedia-Gerät positioniert aber wir interessieren uns an dieser Stelle zuerst für die Spielefähigkeiten der Konsole. Nachdem es im Frühjahr einen ziemlichen Shitstorm gegen Microsoft wegen des DRMs gab, hat sich die Sache inzwischen entspannt. Man kann ganz normal ein gekauftes Spiel an Freunde weitergeben oder verkaufen, ohne dass der Titel mit dem eigenen XBOX Live Account verdongelt ist. Geblieben ist aber trotzdem der Zwang, dass jeder Titel komplett auf die Festplatte installiert werden muss. Es ist also nicht möglich, dass ein Titel direkt vom Medium läuft. Microsoft’s SDK ermöglicht den Entwicklern Spiele so zu programmieren, dass der Spieler sie starten kann obwohl sie nicht komplett installiert wurden. Somit muss man nicht die gesamte Installation abwarten die je nach Titel oft 30 Minuten beträgt. Stattdessen muss man nur 5 bis 10 Minuten warten und es kann losgehen. Je nachdem was man im Spiel machen möchte, kann es aber durchaus sein, dass man wieder warten muss um fortfahren zu können. Im konkreten Fall war bei Ryse zwar das Spiel „startfähig“ aber um die Kampagne zu starten mussten wir wieder einige Minuten warten. Wenigstens bekommt man in der Wartezeit dann schicke Spielegrafik präsentiert.
Alle Spiele die wir uns angesehen haben, haben eine höhere Grafikqualität, insbesondere Ryse zeigt deutlich, dass die One eine neue Konsole ist an der man sitzt, aber den Sprung den man von der PS2 auf die PS3 hatte, sucht man vergeblich. Alles ist etwas schöner, besser, glänzt mehr und man denkt J J Abrams hätte am Licht gedreht und die Entwickler hätten es gerade noch geschafft auf übermäßige Lensflares zu verzichten.
Die Extra-Features der XBOX One funktionieren größtenteils, man kann ohne Verzögerungen ins Hauptmenü wechseln und zum Spiel wieder zurückschalten. Die Snap-In (auf Deutsch „andocken“) Funktion geht auch wie erwartet, aber die Voice-Erkennungen der Kinect sind in unseren Versuchen mehr als dürftig. Die XBOX One erkennt nur vorbestimmte Sprachbefehle, und man muss genau diese verwenden. Eine „unscharfe“ Formulierung ist nicht erlaubt, da sind die Sprachfunktionen von Google (Now) und Apple (Siri) sehr viel mächtiger und erkennen meist, was man will. Es ist unserer Meinung nach in Ordnung, dass man jeden Satz mit „XBOX“ als Triggerwort starten muss, aber das was man danach sagt, sollte nicht auf vordefinierte Verben und Phrasen beschränkt sein. Aufgrund dieses Umstands und dass man selbst „lernen“ muss, was man der Kinect sagen darf, wird die Einsetzbarkeit stark minimiert. Das saloppe drauflossprechen, das man inzwischen von der Konkurrenz (und wir meinen hier explizit nicht Sony) gewohnt ist, ist hier noch nicht vorhanden.



TV & Multimedia



Die XBOX One soll der Multimedia All in One Hub sein - deshalb ja auch der Name One. Leider können wir beim besten Willen im Moment diesen Anspruch nicht nachvollziehen, denn die One erfüllt die Funktionalitäten nur rudimentär. Man kann zwar seinen HD-Receiver als HDMI-In in die One einstecken, und über ein IR-Modul fernsteuern (was wir in unserer Box nicht gefunden haben und somit nicht testen konnten), aber die anderen Funktionalitäten sind eher dürftig: Ihr könnt mit der XBOX One nicht von Haus aus Medieninhalte per DLNA wiedergeben - das bedeutet im Klartext, dass die Dateien, die auf eurem PC liegen nicht für das Streaming freigegeben werden können und man ohne Kopieren sich diese anschauen kann. Schlimmer noch, HDMI Passtrough ist auch nicht implementiert worden: Wenn ihr euren HD-Receiver per HDMI an die XBOX One anschliesst, müsst ihr zwangsläufig die One anschalten ansonsten könnt ihr nicht Fernsehen, das Signal vom HD-Receiver wird nicht an den Fernseher durchgeschliffen. Wenn ihr wie wir Energiesparer seid, müsst ihr also jedes mal geschlagene 67 Sekunden warten bis die XBOX One aus dem Kaltstart heraus hochbootet und ihr Fernsehen könnt. Da die One keine erweiterte Funktionalität (bisher) bietet, könnt ihr nicht eure Fernsehquelle komplett durch die XBOX One steuern. Die IR-Funktionalität beschränkt sich auf die Standardbefehle die über die Fernbedienungen abgegeben werden können, aber tiefgreifende systemüberbrückende Funktionalität schafft Microsoft auch hier nicht. Der gordische Knoten wird nicht gelöst, man erspart sich nicht die Funktionalität eines HD-Receivers und auch zur Fernsehstation kann die XBOX One nicht mutieren. Dazu ist die Funktionalität viel zu stark eingeschränkt und auch in Zukunft wird sich von der Technik her nicht viel ändern können. Vielleicht schafft es Microsoft in Zukunft Inhalteanbieter zu werden und so den Kabel- oder Satanschluss überflüssig zu machen. Bis dahin aber werdet ihr ganz normal mit eurem Receiver vorlieb nehmen müssen.



Fazit: XBOX One-point-five.



Wir sind inzwischen der ziemlich festen Überzeugung, dass die XBOX One noch bei weitem nicht fertig war, als Sony im Februar 2013 die PS4 enthüllte. Die One scheint viel zu früh auf den Markt geworfen worden zu sein, und Indizien gibt es dafür viele:

- Die sehr späten Anpassungen an den Taktgeschwindigkeiten von CPU & GPU
- Die Salamitaktik mit der das Digital-Distributionskonzept der Kundschaft vorgestellt und anschliessend wieder einkassiert wurde
- Die fehlenden Lokalisierungen für Kinect in verschiedenen Regionen und die teilweise unbarmherzige Spracherkennung bzw. eingeschränkte Nutzbarkeit der Kinect Sensorleiste
- Promotouren für XBOX One mit veralteten Dev-Kits.
- Das nicht ganz durchdachte TV-Konzept der XBOX One, welches nicht wirklich praktisch ist, indem offensichtliche Dinge vergessen wurden (HDMI-Passtrough und DLNA)
- Launchsoftware, die teilweise nur in 720p oder 960p läuft.

Sony hat Microsoft damals wohl eiskalt erwischt und einen frühzeitigen Launch provoziert. Wir werden womöglich nie erfahren, ob die XBOX One wirklich zu diesem Zeitpunkt herauskommen sollte, aber wir haben das Gefühl, dass die Konsole ein Frühchen ist. Es ist nun Microsofts Aufgabe ihr Baby aufzupäppeln und manches per Software nachzureichen. Der große Wurf als Medienzentrale wird aufgrund einiger fehlender Entscheidungen bei der Hardware nur teilweise gelingen, im Spielebereich hingegen liefert die Konsole, auch wenn sie auf dem Papier hinter der PS4 liegt. Wer einen Quantensprung erwartet, wird erst einmal enttäuscht sein, aber wir wissen alle, dass Spiele mit der Zeit immer mehr aus Konsolen herauskitzeln.
Ein letztes noch: Sehr ärgerlich ist, dass viel der Funktionalität ein XBOX Live Gold Abo benötigt (auch der Internet Explorer und sogar Fremd-Apps wie Machinima) und ohne dieses garnicht funktioniert. Zum Glück macht Microsoft das XBOX Live Gold Abo nun den Käufern schmackhafter, da es in Zukunft zumindest ein Spiel pro Monat kostenlos geben wird.

Wir hätten uns gewünscht, wenn Microsoft sich selbst noch ein halbes Jahr mehr gegeben, und alle diese Kleinigkeiten, die in der Summe den Eindruck trüben, korrigiert hätte.

Reviews zu Spielen werden in der nächsten Zeit erscheinen.

Weitere Links:

- PS4 CW Review
- WAR: XBOX One gegen PS4- Rematch #1
- WAR: XBOX One gegen PS4



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