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Ocean's Twelve

Kann Ocean's Twelve an Ocean's Eleven anknüpfen?

Samstag, 18. Dezember 2004 um 20:04 von tkx

Die 12 ist die neue 11.
Punkt.
Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, und sich im Geiste begreifbar machen. In der Tat, es schreit nach höherer Mathematik, wenn per Defintion Zahlen in Objekte verwandelt werden, die sich unserer natürlichen Erkenntnis verschliesst.

Aber ganz so viel Bedeutung wollen wir den markigen Sprüchen der Public-Relations von Sonderberg's neuen Film garnicht zumessen.

Ocean's Twelve ist die Fortsetzung des 2001 Hits Ocean's Eleven, in welchen George Clooney und Brad Pitt ein Las Vegas Casino um lächerliche 160 Millionen Dollar erleichtern. Daß die Plünderung eines Casinos (und es ist nicht irgendein Casino, sondern es ist Andy Garcia's Bellagio, der sich wiederum in bester Mafia/Pate Manier gibt) sich nicht ganz so leicht bewerkstelligen lässt, zeigt die minutiöse Vorbereitungsphase von Danny Ocean's Spießgesellen auf dem Weg zum Coup.
Die Ausführung des Plans, die - wie das Leben es so will - nicht so perfekt abläuft, wie man es sich als krimineller erhöfft, hält den Zuschauer von Anfang an in ihren Bann und lässt dessen Atem stocken, wenn die ganze Geschichte zu platzen droht.
Ocean's Eleven versteht es, Katz und Maus mit Andy Garcia und dem Zuschauer zu spielen, und das ist es, was den Kernreiz des Films ausmacht. Dass die ganze Garde gut aufgestylet ist und sich wie echte Gentlemen benehmen, gibt allem noch einen gewissen Extratouch.



Vorhang auf für Ocean's Twelve: Danny Ocean und seine Freunde wurden von jemanden verpfiffen und Andy Garcia verlangt seine 160 Millionen plus Zinsen zurück - andernfalls werde er alle eliminieren lassen. Notgedrungen kommen die 11 Protagonisten des letzten Films zurück und versuchen nun, die fehlenden Millionen zusammenzuklauen. Damit ist die komplette Story von Ocean's Twelve erzählt.
Man möge jetzt denken, dass der erste Film ja auch nicht gerade vor Handlung strotzt - es geht ja schliesslich "nur" um den Überfall auf ein Casino. Weit gefehlt: Der erste Film versteht es, eine Spannung aufzubauen indem der Zuschauer beobachten kann, wie der ausgeheckte Plan in Wirklichkeit umgesetzt wird - und wie manche Dinge dabei schief laufen können.

Ocean's Twelve schafft es grundsätzlich nicht - aufgrund des Aufbaus der Story- so einen Plan aufzustellen. Andy Garcia gibt der Garde gerade einmal zwei Wochen Zeit, um die etwa 195 Millionen Dollar zurückzuzahlen.
Das ist schlichtweg zu wenig Zeit um einen Coup aufzustellen, der so durchgeplant ist, wie der im ersten Teil. Wenn es nun aufgrund der Rahmenhandlung des zweiten Teils nicht funktioniert, den ersten Teil in einer Alteration zu replizieren, so erwartet man doch als Zuschauer, dass zumindest etwas anderes, zumindest genauso spannendes einem geboten wird.

Leider sitzt besagter Zuschauer dann mit diesem Glauben im falschen Zug: Die Story hangelt sich von einer Belanglosigkeit zur nächsten. Wird die Frustrationsgrenze erreicht, so streut die Rahmenhandlung ein oder zwei externe Elemente ein, damit man auf die nächste Szene abwartet. Die Schauspieler scheinen alle den ganzen Film irgendwie nicht ernst zu nehmen. Schienen in Ocean's Eleven die Schauspieler eine 11 Mann starke Freundesgruppe zu spielen, die einen gemeinsamen Coup planen, so spielen dieselben 11 Schauspieler im zweiten Teil eigentlich nur Abzüge der Figuren aus dem ersten Teil. Die ganze Sache wirkt dann auch so, als ob das Drehteam einfach unter sich Spass hatte. Bemerkbar macht sich, dass der Kameramann schlichtweg ein paar zu viel gehoben haben musste, um solch schlechte Einstellungen zu filmen. Merkwürdig ist auch der Soundtrack: Soll der Soundtrack eines Films normalerweise das Bild unterstützen, so scheint es, dass an manchen Stellen die Musik die Handlung weiterzuerzählen oder über den Mangel ebendieser hinwegzutäuschen versucht.

Nach einiger Zeit wirkt der Film verkrampft: Er versucht Lockerheit und Gelassenheit mit einem Mix von Coolheit rüberzubringen und an den vorherigen Teil anzuknüpfen - versagt aber kläglich.
Anscheinend reicht es doch nicht, 12 gute Schauspieler vor die Kamera zu stellen und sie einfach "machen" zu lassen. Man benötigt anscheinend doch eine gute Regie und eine Handlung.


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