Die größte Videospielemesse Europas fand in den letzten Tagen in Köln statt - und natürlich war Consolewars mit dabei. Als Konsolenseite interessiert uns natürlich besonders die neue Xbox - das Asus ROG Xbox Ally X.
Nach weniger als einer Stunde Wartezeit gab es die Möglichkeit, eines von 4 Spielen auszuprobieren: Die Microsoft Studios - eigenen Sea of Thieves, Forza Horizon 5 sowie die 3rd Party Titel Hollow Knight Silksong und Tony Hawks Pro Skater 3+4. Auffällig dabei ist, dass es alles keine Titel sind, die den neuen Handheld grafisch vor große Herausforderungen stellen - jedes Spiel lief selbst in hohen Details durchweg in der VRR-Range über 48FPS ohne Ruckler.
Für einen Handheld extrem groß - liegt aber top in der Hand
Zuerst fällt die enorme Größe und Klobigkeit des Geräts auf. Die 29,1 cm x 12,1 cm x 5,1 cm ergeben ein Volumen von 1,7 Liter (Kubikdezimeter) rund um den tollen 7-Zoll-Bildschirm. Zum Vergleich: Die Nintendo Switch 2 mit Joycons 27,2cm x 11,6cm x 1,4cm kommt auf ein Volumen von 0,44 Liter und die bisher kleinste Konsole, die Nintendo Wii, kommt auf etwa 1,9 Liter. Das bedeutet zwar auf der einen Seite, dass das Gerät in keine Hosen- und Jackentasche passt, sondern zwangsweise in eine Tasche oder Rucksack muss. Auf der anderen Seite haben die Hände ordentlich was zu greifen. Hier ist das Gerät richtig stark: Wir hatten noch nie einen Handheld in der Hand, der sich so gut in die Hände geschmiegt hat. Tatsächlich ist die Haptik erstaunlich nah dran an den „großen“ Xbox-Controllern, selbst die Sticks und Trigger - normalerweise ein Schwachpunkt von Handhelds - fühlen sich gut an. Das Zocken macht damit auch über längere Sessions Spaß.
Volle Performance auch als Handheld
Während der „kleine“ Ableger voraussichtlich nur etwas über Steam Deck Performance erreichen wird, kommt das ROG Xbox Ally X mit AMD Ryzen Z2 Extreme Prozessor nach ersten Tests bei 1080p meist ziemlich genau auf Xbox Series S Performance. Dank der zahlreichen Einstellungen der PC-Games und dem 1080p-Bildschirm mit VRR wird es sicherlich auch Titel geben, die etwas besser performen können. Nötig soll das manuelle Basteln in den Optionen aber nicht sein, denn Microsoft legt seinen Partnern nahe, für die Spiele im Xbox-Store ein Handheld-Profil und angepasste Shaderpacks zu hinterlegen, die auf die ROG Xbox Ally Geräte optimiert sind. Sollte es keine Einstellungen seitens der Hersteller geben, kann euch die Windows Performance Fit-Anzeige in Verbindung mit Gaming Copilot helfen, die passenden Einstellungen für euer Spiel zu finden.
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Eine weitere Stärke des Geräts: Im Gegensatz zur Konkurrenz von Nintendo kann das ROG Xbox Ally X auch als Handheld seine volle Leistung von bis zu 28W abrufen. Das bedeutet, dass auch im Handheldmodus die volle Grafikqualität genutzt werden kann, die bei der Switch 2 nur im Dock zur Verfügung steht. Der Nachteil dieses Ansatzes: Der Handheld kann unter Last vergleichsweise laut werden und die Lüfter pusteten schon bei unserer kurzen Anspiel-Session ordentlich warme Luft aus dem Gerät.
Fazit
Der ROG XBOX Ally X lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück. Die Performance auf Xbox Series S Niveau ist sicherlich ein überzeugendes Argument, auch die Öffnung des PC-Sektors in Richtung Handheld-Gaming ist ein interessanter Schritt. Die Frage bleibt, ob die Nische groß genug ist - das Gerät ist alleine durch die Größe nicht so mobil wie eine Switch oder ein Smartphone, mit Hardcase und Netzteil benötigt es schon einiges an Platz im Rucksack. Dazu kommt ein recht hoher Preis, über den man bei Microsoft erst im September im Detail sprechen möchte.
Was für das Gerät spricht, ist das optimierte Betriebssystem, das sonst nur das Steam Deck bietet - dort aber mit ganz eigenen Einschränkungen, z.B. bei modernen Anti-Cheat-Systemen. Auch die Performance des ROG Xbox Ally X trifft einen Sweet Spot, denn aktuelle Konsolenspiele ohne größere Abstriche auf einem Handheld waren bisher eine Seltenheit. Spaß macht das Gerät beim ersten Anspielen definitiv.