Fast 2 Monate ist es her, seit die Nintendo Switch 2 erstmals in den Regalen der Einzelhändler stand. Ursprünglich war unser Plan, dieses “Sushi” zeitnah zum Launch der Switch 2 zu veröffentlichen, doch immer wieder kamen Fragen und Kontroversen zur Hardware auf, auf die Nintendo selbst bis heute keine Antworten gibt. Jetzt, 8 Wochen nach Konsolenlaunch, sind diese Fragen größtenteils geklärt - meist durch objektive Messungen oder Aussagen von Spieleherstellern.
Wahre Gerüchte
Wie bei jedem neuen Hardwarelaunch gab es vor dem Launch viele Gerüchte. Bei der Switch 2 waren manche schwer zu glauben, aber am Ende wahr. Es begann 2023, als Nintendo Devkits zur Gamescom mitnahm, die eine frühe Demo des Switch 2 Patches von Zelda: Breath of the Wild in einer “hohen Auflösung über 1080p” und 60FPS zeigte. DLSS wurde von Nintendo als Hardwarefeature bereits bestätigt und eine eigene Variante davon später auch patentiert. Auch wurde von Nintendo der Support der Unreal Engine 5 zum Launch bestätigt - in Form der Matrix Awakens Techdemo. Das war ein großer Sprung zur ersten Switch, die zu Beginn keine Unterstützung der Unreal Engine 4 hatte. Ports von Spielen mit dieser Engine waren auf der Switch 1 anfänglich nahezu unmöglich, selbst kleinere Spiele wie Rocket League konnten nur mit hohem Aufwand portiert werden. Dies sollte nun alles der Vergangenheit angehören, Ports von PS5 und Xbox Series X/S - Spielen sollen deutlich einfacher werden als seinerzeit Ports der PS4 / Xbox One zur Switch.
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Digitalfoundry sagte im Mai 2024 voraus, dass einige Series S Titel auf der Switch 2 laufen werden
Ende 2024 kam dann das Gerücht auf, dass die Switch 2 Joy-Cons als Maus genutzt werden können, was zuerst absurd klang. Als das Entwicklungsteam von Civilization 7 durchblicken ließ, dass sie die neuen Joy-Cons äußerst interessant für ihr Spiel fänden, wurde klar, dass an diesem Gerücht was dran ist. Nintendo bestätigte die Funktion später.
Auch negative Gerüchte machten die Runde: So mahnte der Youtuber, Indie-Entwickler und Emulationsspezialist “Modern Vintage Gaming” bereits 2023 an, dass die Hardware der Switch 2 nicht vollständig Hardware-Abwärtskompatibel sei und sich Nintendo wahrscheinlich das Verbauen von Hardwareteilen des Vorgängers spart, da es den Stromverbrauch erhöhen würde. Er erntete einen Shitstorm, jedoch stellte es sich später als wahr heraus.
Erstmals seit 20 Jahren wieder auf Augenhöhe bei den Hardwarefeatures
Auch wenn heute klar ist, dass die Switch 2 deutlich schwächer ist als die PS5 und die Xbox Series X/S, bietet Nintendo das erste Mal seit dem Gamecube eine nahezu vollständige “Feature Parity” zur Konkurrenz an. Das bedeutet: Technisch gesehen gibt es kaum noch Hemmnisse, PS5- und Xbox Series X/S Spiele auf die Switch 2 zu portieren. Einfach zu vermarktende Schlagworte wie 4k, HDR10, HFR (120Hz Support), 5.1 Surround Sound und Raytracing-Support sind heutzutage selbstverständlich, aber nicht unbedingt von einem Nintendo-Gerät zu erwarten gewesen.
Besonders im Fokus sind aber Grafikfeatures wie KI-Upscaling mit DLSS und eine Variable Refresh Rate (VRR), die für ein leistungsschwaches Gerät besondere Bedeutung haben. Die DLSS-Implementation der Switch 2 ist beeindruckend, eine Skalierung von 540p auf 1080p erzeugt nur minimale Grafikartefakte und mindert die Bildschärfe nur wenig. VRR wird unterstützt, was flüssiges Gameplay bei über 48 bis zu 120 FPS garantiert. Vorerst gibt es VRR nur im Handheldmodus. Es ist zu erwarten, dass der VRR-Support für die meisten TV-Geräte nachgepatcht wird.
Besonders im Fokus sind aber Grafikfeatures wie KI-Upscaling mit DLSS und eine Variable Refresh Rate (VRR), die für ein leistungsschwaches Gerät besondere Bedeutung haben. Die DLSS-Implementation der Switch 2 ist beeindruckend, eine Skalierung von 540p auf 1080p erzeugt nur minimale Grafikartefakte und mindert die Bildschärfe nur wenig. VRR wird unterstützt, was flüssiges Gameplay bei über 48 bis zu 120 FPS garantiert. Vorerst gibt es VRR nur im Handheldmodus. Es ist zu erwarten, dass der VRR-Support für die meisten TV-Geräte nachgepatcht wird.
DLSS, HFR, VRR und HDR10: Cyberpunk 2077: Ultimate Edition nutzt die Hardwarefeatures der Nintendo Switch 2 aus
Nicht unbedingt zu erwarten war der 256 GB große, schnelle interne Massenspeicher. Ebenso haben die Switch 2-Module deutlich schnellere Leseraten als die Module des Vorgängers, um möglichst effizientes Asset-Streaming in Spielen zu ermöglichen und die Ladezeiten kurz zu halten. Zusätzlich bietet Nintendo eine eigene Form der Textur-Dekompression an, um die Datei- und Downloadgröße der Spiele zu verringern und die Datentransferrate am Ende zu einem geringeren Flaschenhals zu machen. Eine genaue Transfergeschwindigkeit ist noch nicht bekannt, sie scheint sich jedoch um die 500 MB/s zu bewegen. Zum Vergleich: Die Xbox Series S landet bei 2400 MB/s, die PS5 bietet eine Transferrate von 5500 MB/s. Die Module der Switch 1 lagen bei 50-100 MB/s und damit etwa gleichauf mit den Festplatten in der PS4 und Xbox One.
In manchen Punkten ist die Switch 2 der Konkurrenz sogar ein Stück voraus: DLSS funktioniert offenbar besser als die FSR-Implementationen der Konkurrenz, HDR10 ist auf dem Bildschirm der Switch 2 garantiert und kann daher von allen Nutzern bewundert werden. Der 120Hz-Bildschirm lädt die Entwickler sogar dazu ein, das Spiel auf 40Hz im Handheldmodus zu begrenzen, um die Akkulaufzeit zu verbessern. Der 40Hz-Modus ist interessant bei Spielen, die auf 30 FPS optimiert sind und nicht weiter nach unten skaliert werden können, um im Handheld-Modus stabile 60FPS zu erreichen. Das Feature wurde erstmals mit dem Steam Deck bekannt.
In manchen Punkten ist die Switch 2 der Konkurrenz sogar ein Stück voraus: DLSS funktioniert offenbar besser als die FSR-Implementationen der Konkurrenz, HDR10 ist auf dem Bildschirm der Switch 2 garantiert und kann daher von allen Nutzern bewundert werden. Der 120Hz-Bildschirm lädt die Entwickler sogar dazu ein, das Spiel auf 40Hz im Handheldmodus zu begrenzen, um die Akkulaufzeit zu verbessern. Der 40Hz-Modus ist interessant bei Spielen, die auf 30 FPS optimiert sind und nicht weiter nach unten skaliert werden können, um im Handheld-Modus stabile 60FPS zu erreichen. Das Feature wurde erstmals mit dem Steam Deck bekannt.
Ein kleines Netzteil für den kleinen Stromverbrauch
Aufgrund des Formfaktors und der Handheldfunktion der Switch 2 muss das Gerät mit mobiler Hardware laufen, die man normalerweise eher in Smartphones und Tablets findet, während die Konkurrenz sich technisch am ehesten mit Gaming-Laptops in der Deskop-Ersatz-Klasse verlgeichen lässt.
Das zeigt sich ziemlich direkt in der Leistungsaufnahme: Die Switch 2 benötigt Docked nur 20 Watt. Das Netzteil liefert bis zu 60 Watt, wovon allerdings ca. 15 Watt für die Dock-Hardware und USB-Geräte reserviert sind. Die PS5 benötigt im direkten Vergleich 210 bis maximal 240 W. Dass am Ende die gleichen Spiele bei nur 9% des Stromverbrauchs laufen, ist höchst beeindruckend.
Aufgrund des Formfaktors und der Handheldfunktion der Switch 2 muss das Gerät mit mobiler Hardware laufen, die man normalerweise eher in Smartphones und Tablets findet, während die Konkurrenz sich technisch am ehesten mit Gaming-Laptops in der Deskop-Ersatz-Klasse verlgeichen lässt.
Das zeigt sich ziemlich direkt in der Leistungsaufnahme: Die Switch 2 benötigt Docked nur 20 Watt. Das Netzteil liefert bis zu 60 Watt, wovon allerdings ca. 15 Watt für die Dock-Hardware und USB-Geräte reserviert sind. Die PS5 benötigt im direkten Vergleich 210 bis maximal 240 W. Dass am Ende die gleichen Spiele bei nur 9% des Stromverbrauchs laufen, ist höchst beeindruckend.
Etwas enttäuschend: Die Handheldleistung
Im Handheldmodus wird die Switch 2 laut Berechnungen und Messungen von Digitalfoundry auf eine Leistungsaufnahme von insgesamt 9w inkl. Bildschirm und Joy-Cons limitiert, um möglichst lange Akkulaufzeiten von über 2 Stunden zu erreichen und eine leise Kühlung zu ermöglichen. Das bedeutet effektiv, dass der Nvidia-Chip der Switch 2 bei etwa 7 W Total Package Power liegt. Der Nvidia Tegra T239 wird in 8nm bei Samsung gefertigt, während die Konkurrenz in Form von AMD und Qualcomm inzwischen in 3 nm produziert. Hier wären eine deutlich höhere Effizienz oder wahlweise höherer Takt alleine durch das modernere Fertigungsverfahren drin gewesen.
Die ca. 7 W TPP entsprechen zwar in etwa dem, was auch die erste Switch benötigte - das Steam Deck läuft allerdings standardmäßig mit 10 W ohne Bildschirm und kann auf bis zu 15 W konfiguriert werden, andere Gaming-Handhelds wie das ROG Ally laufen standardmäßig mit 17 W - allerdings sind diese Gerät auch deutlich dicker und schwerer.
Diese Entscheidung von Nintendo hat letztlich Folgen: Im Handheld-Modus läuft die GPU nur mit 561 MHz, während sie im Dock-Modus mit 1.007 MHz taktet. Das entspricht weniger als 60% der maximalen Dock-Leistung.
Die theoretische Grafikleistung sinkt dadurch von 3,07 TFLOPs (Dock) auf 1,71 TFLOPs. Auch die Speicherbandbreite der 12 GB LPDDR5X-RAM wird von 102 GB/s (Dock) auf 68 GB/s reduziert. Von den 12 GB RAM werden 3 GB vom System reserviert. Die CPU läuft im Handheld-Modus mit 1.101 MHz sogar etwas schneller als im Dock (998 MHz), vermutlich um die geringere Speicherbandbreite teilweise auszugleichen. Die Konkurrenz bietet hier bis zu 560 GB/s (Xbox Series X) bzw. 448 GB/s (PS5).
Die theoretische Grafikleistung sinkt dadurch von 3,07 TFLOPs (Dock) auf 1,71 TFLOPs. Auch die Speicherbandbreite der 12 GB LPDDR5X-RAM wird von 102 GB/s (Dock) auf 68 GB/s reduziert. Von den 12 GB RAM werden 3 GB vom System reserviert. Die CPU läuft im Handheld-Modus mit 1.101 MHz sogar etwas schneller als im Dock (998 MHz), vermutlich um die geringere Speicherbandbreite teilweise auszugleichen. Die Konkurrenz bietet hier bis zu 560 GB/s (Xbox Series X) bzw. 448 GB/s (PS5).
Die Kontroverse um den Bildschirm
Bereits kurz nach dem Launch zeigte sich, in welchem Punkt Nintendo etwas sparte, um auf den massenmarkttauglichen Preis von 469€ zu kommen. Der Bildschirm der Switch 2 ist auf dem Papier zwar sehr gut, in der Praxis würde man ihm eher die Note “Befriedigend” geben. Die Farben sind hübsch und auch andere Aspekte des IPS-Displays sind gut, allerdings bemerkten manche Leute schnell, dass das Bild in Bewegung nicht scharf war. Die Messungen von Hardwareunboxed ergaben: Der Bildschirm schliert deutlich. Im Durchschnitt bietet das Display eine Reaktionszeit von 33ms, die schlechtesten Messungen gingen bis zu 45ms. Bei 60 FPS sind dies 2-3 Frames, die das Display nachzieht und somit leichte, sichtbare Geisterbilder erzeugt.
Dass dies nicht deutlicher sichtbar wird, liegt vor allem daran, wie die Software für die Switch 2 entwickelt wird - ohne Kantenglättung. Temporales Anti-Aliasing (TAA), welches auf PS5 und Xbox häufig eingesetzt wird, nutzt dagegen je nach Implementation bis zu zwei vorherige Frames zur Kantenglättung. Deshalb schliert diese Art der Kantenglättung bereits auf Softwareseite und produziert leiche “Geister-Artefakte” an den Kanten.
Dass dies nicht deutlicher sichtbar wird, liegt vor allem daran, wie die Software für die Switch 2 entwickelt wird - ohne Kantenglättung. Temporales Anti-Aliasing (TAA), welches auf PS5 und Xbox häufig eingesetzt wird, nutzt dagegen je nach Implementation bis zu zwei vorherige Frames zur Kantenglättung. Deshalb schliert diese Art der Kantenglättung bereits auf Softwareseite und produziert leiche “Geister-Artefakte” an den Kanten.
Auf der Switch 2 rät Nintendo den Entwicklerteams von Kantenglättung ab. Die meisten Entwicklerteams nutzen stattdessen meist Upscaling via DLSS, das die Kanten ebenfalls leicht weich zeichnet, allerdings auf Kosten von Upscaling-Artefakten. Nintendo selbst nutzt in seiner Spielesoftware nur sehr selten Kantenglättung. Die Physik kann trotz allem nicht überwunden werden: Spiele mit schnellen beweglichen Elementen wie dem Ball in EA FC oder den Noten in Rhythmuspielen bereiten dem internen Display der Switch 2 sichtbare Probleme.
Firmware: Bitte 64 bit
Anfänglich war auch unklar, warum die Abwärtskompatibilität der Switch 2 erstaunlich oft strauchelte. Inzwischen kristallisiert sich heraus: Der Prozessor an sich unterstützt zwar die 32-Bit-Befehle der ersten Switch, aber die Firmware war zum Launch noch nicht so weit. Diese Probleme werden nach und nach beseitigt. Viele Hersteller stellen aber auch einen Patch bereit, um die Probleme mit diesen Instruktionen zu vermeiden und gleichzeitig die volle Hardwareleistung der Switch 2 auch für ältere Titel nutzen zu können.
SpieleGRAFIK: Was ist zu erwarten?
Bereits im Launchjahr zeigen insbesondere 3rd Party Hersteller, was man aus der Hybridkonsole rausholen kann: Cyberpunk 2077 und Final Fantasy 7 Remake Integrade sind grafisch den Current-Gen Konsolen deutlich näher als den Last-Gen Konsolen.
Selten gesehen: Ein grafisch aufwändiges Final Fantasy auf einer Nintendo-Konsole
Das grafisch und technisch beeindruckendste Spiel, das einen Port für die Switch 2 bekommen wird, ist aber Star Wars Outlaws. Das Gerücht um eine Switch 2 - Version von Red Dead Redemption 2 scheint glaubwürdig. Das Spiel von Rockstar würde sicherlich ebenfalls zu den grafischen Top-Titeln der neuen Nintendo-Hybridkonsole zählen.
Nintendos Studios zeigen dagegen, wie top-optimierte Switch-Games auch die Switch 2 ans Limit bringen können: Die Retro Studios verpassen Metroid Prime 4 einen 4k-Modus und 120Hz Support bei immer noch guter Grafik.