Die Xbox 360 wird 20: Ein Rückblick auf die HD - Konsole, die Sony ins Schwitzen brachte

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Die innovative Konsole wurde ein Überraschungserfolg, der viel Einfluss auf das Konsolengaming nahm

Vor 20 Jahren, am 2. Dezember 2005, erschien die Xbox 360. Sie mischte als zweite Xbox-Konsole von Microsoft die Konsolenlandschaft ordentlich auf. Der Launch kam mitten in einer Phase, in der sich das Gaming rasant entwickelte.
 
Die siebte Konsolengeneration gilt als eine der prägendsten Epochen in der Geschichte der Videospielkonsolen. In dieser Zeit erschienen regelmäßig hochwertige Blockbuster-Titel und zugleich brachten zahlreiche technische Innovationen interessante und neuartige Games in die heimischen Wohnzimmer. Auch der Konsolenmarkt selbst wurde kräftig durcheinandergewirbelt: Sonys PlayStation 2 schien mit über 160 Millionen verkauften Einheiten uneinholbar, doch geschickte Entscheidungen von Microsoft und Nintendos unkonventionelle Wii-Strategie sorgten dafür, dass Sony sich dem härtesten Wettbewerb in der Geschichte der Playstation stellen musste.
Bereits die vorherige Konsolengeneration wusste mit ihrem Techniksprung zu begeistern und sorgte mit der 3D-Grafik, die langsam aus den Kinderschuhen herauswuchs, für Aufsehen. 1999 eröffnete die Sega Dreamcast mit seinerzeit butterweichen 60 FPS und nahezu arcade-gleicher 3D-Grafik neue spielerische Möglichkeiten. Dank VGA-Anschluss konnte man sich auch von den Einschränkungen der PAL- und NTSC-Fernsehstandards abheben. Danach folgten PlayStation 2, Nintendo GameCube und – nach dem frühen Ende der Dreamcast – die erste Xbox, die in vielen Bereichen deutlich von Segas Konsole inspiriert war.


Die erste Xbox legte den Grundstein für den Xbox 360 - Erfolg


Die Xbox im Jahr 2002 war mehr als eine „Dreamcast+“ mit einem weniger gelungenen Controller. Sie verband die Vorteile des PCs mit der Konsole, bot eine einfache Entwicklungsplattform und einen Online-Store mit Freeware, Indie-Spielen, Retro-Games und Demos. Xbox Live machte breitbandiges Onlinegaming für jedermann zugänglich – ein Fortschritt gegenüber den langsamen Dial-up-Verbindungen und umständlichen Onlinediensten anderer Konsolen, bei denen jeder Titel eigene Onlinedienste implementieren musste. Das Tief im Betriebssystem verankerte Xbox Live-Ökosystem setzte den zukünftigen Standard im Konsolengaming. Ein weiteres Novum war die integrierte Festplatte, die Speicherkarten und anderes Zubehör überflüssig machte und Platz für aufwändige Spiele bot.


Das Jahr Vorsprung gegenüber Sony zeigte Wirkung


Die Xbox 360 baute 2005 auf diesem Fundament auf: Ein Triple-Core-PowerPC-Prozessor mit 3,2 GHz erinnerte an frühe Multicore-CPUs von AMD und Intel für den PC. Der Grafikchip wurde von AMD bereitgestellt. Bemerkenswert waren der Unified RAM und mehrere hardwareseitige Funktionen wie MSAA und Hardware-Upscaling, welche die Bildqualität steigerten. Auch an den Controller wurde noch mal Hand angelegt - viele halten ihn nach dem schwachen Controller der ersten Xbox für den besten Controller der Konsolengeneration.
 
Microsoft startete ein Jahr vor der PlayStation 3, was eine entscheidende strategische Führung bedeutete. Die Xbox 360 wurde am 2. Dezember 2005 veröffentlicht, die PS3 erst im November 2006. Diese Zeitdifferenz ermöglichte es Microsoft, eine kritische Spielerbasis aufzubauen.


Die Spielegrafik und neuen Möglichkeiten sorgten für Staunen


Die Xbox 360 startete mit einem starken Launch-Lineup, das aus 18 Spielen bestand - 13 davon waren bereits Monate zuvor bekannt, die CW-Redaktion konnte damals einige davon bereits vorab anspielen.

Nicht nur war mit Need for Speed: Most Wanted ein beliebtes Multiplattform-Spiel dabei, das eindrucksvoll den grafischen Unterschied zur Vorgängergeneration zeigte. Auch Perfect Dark Zero von den Microsoft Game Studios/Rare, Kameo: Elements of Power (ebenfalls Microsoft Game Studios/Rare) und Project Gotham Racing (Microsoft Game Studios/Bizarre Creations) sorgten für Staunen über das, was in bis zu 1080i auf dem neuen Flachbildschirm - in der Regel zwischen 32 und 42 Zoll groß - angezeigt wurde. Denn die Möglichkeit der digitalen Full-HD Bildausgabe via HDMI war eine der Neuerungen​, die bisherige Röhrenfernsehstandards wie PAL und NTSC alt aussehen ließen. Auch wenn bei der ersten Generation der Xbox 360 noch auf HDMI verzichtet wurde. 
 
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Das zeigte sich in einer ganzen Reihe von wichtigen und für den Erfolg der Xbox 360 kritischen Spielen. Bereits vor dem Launch der Playstation 3 zeigte die Microsoft-Konsole mit Spielen wie Call of Duty 2, The Elder Scrolls IV: Oblivion, Gears of War, Dead Rising, Saints Row, F.E.A.R., und Rainbow Six: Vegas, was diese Konsolengeneration leisten können wird. Später folgten auch Tomb Raider Legend, Fallout 3, Skyrim, Assassin's Creed und weitere Call of Duty-Spiele, die gerade in den ersten Jahren besser aussahen als ihre PS3-Versionen. Es ließ viele Gamer an den großen Versprechungen von Sony zweifeln.
 
Die Kombination aus ausgewogener Hardware und einfach zu programmierender, flexibler Hardware machte dem Konkurrenten aus dem Hause Sony später das Leben schwer. Multiplattform-Spiele liefen auf der Xbox 360 häufig besser, das in Hardware realisierte Anti-Aliasing und Upscaling sorgte in der Regel für eine bessere Bildqualität, der 3-Kern-Prozessor und der Unified RAM meist für stabilere Frame-Raten.
 
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Die Probleme der Konsole


Microsoft entschied sich, weiterhin auf das DVD-Format zu setzen. Die ersten zwei Jahre der Konsole schien das auch die richtige Entscheidung zu sein: Das Laufwerk war günstiger als das Blu-Ray-Laufwerk der PS3, das zu hohen Kosten und Produktionsverzögerungen führte. Außerdem bot das DVD-Laufwerk schnellere Datentransferraten als die Konkurrenz, was häufig zu kürzeren Ladezeiten und besserem Asset-Streaming führte. Doch Microsoft unterschätzte den Speicherbedarf von HD-Assets und HD-FMVs. Grand Theft Auto V erschien deshalb auf 2 Discs, ebenso Mass Effect 2 und Forza Motorsport 4. Lost Odyssey benötigte sogar 4 Discs, was manch einen an die aufwändigen Rollenspiele der Playstation 1 erinnerte.

Auch, dass mit der Playstation 3 plötzlich viele Millionen von Blu-Ray-Playern auf dem Markt waren, gefiel Microsoft als Unterstützer der HD-DVD nicht. Als Antwort darauf kündigte Bill Gates 2006 offiziell ein externes HD-DVD-Laufwerk für 199 € an. Die HD-DVD unterlag wenige Jahre später der Blu-Ray im Film-Formatkampf.

Eine kontroverse, aber dennoch erfolgreiche Erweiterung der Xbox 360 war die Kinect-Kamera, die Bewegungen der Spieler und Spielerinnen in die Spiele übertragen konnte. Das funktionierte oft gut, aber die Beispiele, in denen es fehlschlug, sorgten für amüsante Videos. Das Problem der Gamer hatte dabei nichts mit der Hardware oder Software zu tun - Dance Central 1 bis 3 sowie die Just Dance‑Reihe haben eine große Fangemeinde entwickelt. Child of Eden, ein Rail-Shooter im Rez‑Stil, funktionierte ebenfalls wunderbar. Viele Fans etablierter Spiele  ("Hardcore-Gamer") hielten es jedoch für problematisch, dass traditionsreiche Studios wie Lionhead Studios oder Rare für Spiele wie Fable: The Journey oder Kinect Sports eingesetzt wurden - obwohl sie über Jahrzehnte eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie Top-Titel für Core-Gamer produzieren können. Für Microsoft lohnte es sich jedoch: Das Kinect-Addon verkaufte sich über 35 Millionen mal und Kinect Sports wurde zum bestverkauften Rare-Spiel aller Zeiten.
 

Ein großes Problem der Xbox 360 war hingegen die starke Wärmeentwicklung, die zu einer hohen Lautstärke führte und viele Hardware-Ausfälle verursachte - wer „Red Ring of Death“ hört, denkt bis heute an die Xbox 360. Da half es auch nicht, dass Demo-Konsolen direkt vor den Augen von BBC-Reportern ausfielen.


In Nordamerika dominierte die Xbox 360 deutlich


Die Xbox 360 war in Nordamerika ein großer Erfolg und wurde hier zur erfolgreichsten Konsole der Generation. Mit 42,7 Millionen von insgesamt 84 Millionen verkauften Einheiten weltweit erreichte die Xbox 360 ein beeindruckendes Marktvolumen in den USA. Der Erfolg war kein Zufall: Die Konsole war günstiger und hatte mit passenden Exklusivtiteln für den US-Amerikanischen Markt wie Halo 3 und Gears of War einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, deren Spielenachschub zu Beginn etwas stockte. Auf Xbox Live bildete sich eine Online-Community, die das Wechseln zu einem anderen Gaming-System schwer machte. Cross-Play war damals noch eine Seltenheit.
 
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Die Japan-Offensive der Xbox 360 überraschte


Nicht nur der Erfolg in Nordamerika überraschte die Konkurrenz. Auch in Japan konnte die Xbox 360 Marktanteile gewinnen. Nicht nur wurde das Gehäuse der Xbox 360 in Japan designt, was das System deutlich kompakter und ästhetisch ansprechender für japanischen Markt machte - ein großer Schritt gegenüber dem kastenförmigen Design der ersten Xbox. Auch die Spiele wussten japanischen Spielern und Spielerinnen zu gefallen.

Besonders erfolgreich waren dabei Infinite Undiscovery und Star Ocean: The Last Hope, die sich an die Spitze der japanischen Softwarecharts setzen konnten. Aber auch Tales of Vesperia, Blue Dragon, Lost Odyssey, Final Fantasy XIII, Vanquish, The Idolm@ster und Soulcalibur V konnten japanische Fans von der Qualität der Konsole überzeugen. Letzteres profitierte vor allen Dingen vom guten Onlineservice und konnte sogar eine kleine E-Sports-Gemeinde auf der Konsole für sich gewinnen.
  
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Fazit

 
Die Xbox 360 markierte für Microsoft den endgültigen Durchbruch im Konsolengeschäft. Sie baute konsequent auf den Ideen der ersten Xbox auf, verband leistungsfähige Hardware mit einem damals vorbildlichen Online-Ökosystem und zeigte schon früh mit Multiplattform‑Titeln, wohin sich HD-Gaming entwickeln würde. Trotz technischer Rückschläge wie dem Red Ring of Death setzte sie Maßstäbe, an denen sich andere Konsolen und Onlinedienste noch Jahre später orientierten. 
 
 
Hinweis: Im Ursprungsartikel stand, dass Nvidia den Grafikchip für die Xbox 360 bereitstellte. Das ist inkorrekt. Nvidia lieferte den Grafikchip für Sonys PS3 und die erste Xbox. Für die Xbox 360 wurde ein AMD-Grafikchip verwendet.
 
Bildquellen:https://news.xbox.com/en-us/2013/04/30/x360-spring-value-bundle/
https://blogs.microsoft.com/ai/xbox-360-goes-white/
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