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Review

Resident Evil 5



Resident Evil 5

Gäbe es eine Liste mit den am meisten gestressten Japanern der letzten Jahre, Jun Takeuchi und Masachika Kawata stünden ganz oben. Die beiden Produzenten von Resident Evil 5 hatten die letzten vier Jahr eine unfassbar schwere Last zu tragen. Nicht nur, dass sie eines von Capcoms finanziellen Flagschiffen sicher in den Hafen steuern und die Erwartungen von Millionen von Fans auf der ganzen Welt erfüllen mussten, sie sahen sich auch der schier unmöglichen Aufgabe gegenüber, eines der besten Spiele aller Zeiten, Resident Evil 4, zu übertreffen. Nun ist es soweit, der fünfte Teil steht in den Läden und stellt sich unserer Kritik.



Angst, die du nicht vergessen kannst

Zehn Jahre sind seit den legendären Vorfällen in Racoon City vergangen. Der Konzern "Umbrella" ist längst Geschichte, hat jedoch seine Spuren in der Welt hinterlassen. Der Handel mit Bio-Waffen blüht wie nie zuvor, und wenn nicht bald etwas geschieht, steht die Welt einer völlig neuen Art von Bio-Terrorismus gegenüber. Aus diesem Grund hat sich Chris Redfield, ehemaliges S.T.A.R.S.-Mitglied und Überlebender von Racoon City, der BSAA (Bioterrorism Security Assasement Alliance) angeschlossen und führt für die Organisation überall auf der Welt verdeckte Operationen durch. In Resident Evil 5 verschlägt es Chris nach Afrika, wo er die Gerüchte über einen neuen, noch gefährlicheren Virenausbruch untersuchen soll. Kaum habt ihr euren Fuß auf den heißen Staub der afrikanischen Steppe gesetzt, kommt euch eine attraktive Dame mit den Worten "Wilkommen in Afrika, ich bin Sheva Alomar" entgegen. Der darauf folgende, schicksalhafte Handschlag ist absolut bezeichnend für die neue Richtung von Resident Evil 5. Die rassige Afrikanerin ist ebenfalls BSAA-Mitglied und wird euch von dieser Begegnung an nicht mehr von der Seite weichen. Doch dazu später mehr. Das brodelnd heiße Afrika stellt jedoch nur den Auftakt für eure fantastische Reise dar. Im Verlauf der spannend präsentierten Geschichte verschlägt es euch nicht nur in Dörfer oder alte Bahnhöfe, sondern auch in Minen, Sümpfe, Forschungseinrichtungen oder sogar riesige Frachter. Wir wollen an dieser Stelle nicht zuviel verraten, die Vielfalt der Schauplätze ist jedoch umwerfend.

Wolle man es kurz fassen, ließe sich der fünfte Teil wie folgt beschreiben: Resident Evil 4 mit mehr Action und weniger Rätseln. Das Produzenten-Team Takeuchi und Kawata orientiert sich beim Spielablauf stark am legendären Vorgänger, was für euch bedeutet, das ihr es in der gut 12 bis 14 Stunden dauernden, in insgesamt sechs Kapitel aufgeteilten Kampagne ständig mit einer blutrünstigen Meute intelligenter Gegner zu tun bekommt, die euch von allen Seiten in die Enge treiben. Um der Massen Herr zu werden, müsst ihr dabei die Umgebungen geschickt nutzen und beispielsweise auf Dächer oder in Häuser fliehen oder herumstehende Fässer zum explodieren bringen. Nehmt einfach die Demo und potenziert diese ins Unendliche, dann wisst ihr, was euch im Verlauf der Handlung bevorsteht. Gewürzt wurde dieses Kernelement wieder mit einer ganzen Reihe von Quicktime-Events und gelegentlichen Actioneinlagen, bei denen ihr am Geschütz eines fahrenden Jeeps heranrückende Gegner abwehrt oder auf dem Sitz eines Bootes durch einen abgelegene Sumpf fahrt. Rätsel sind hingegen im Spielverlauf nur spärlich gesät und auch nie besonders schwer, passen aber immer hervorragend in das Action-betonte Spielgeschehen. Das Portfolio entspricht dabei klassischer Resident Evil-Kost und reicht von Hebel- über Schiebe- bis hin zu typischen "Besorge Schlüsselkarte A für Schloss B"-Rätseln. Resident Evil 5 verpasst der Serie damit einen nicht risikofreien Richtungswechsel und setzt anstatt auf enge dunkle Gänge und die Angst vor dem Unbekannten auf gleißendes Sonnenlicht und noch stärker als Resident Evil 4 auf die Panik vor heranrückenden Gegner-Massen. Ein Tapetenwechsel, der mit Sicherheit nicht jedem schmecken wird.

Das brodelnd heiße Afrika stellt jedoch nur den Auftakt für eurer fantastische Reise dar. Im Verlauf der spannend präsentierten Geschichte verschlägt es euch nicht nur in Dörfer oder alte Bahnhöfe, sondern auch in Minen, Sümpfe, Forschungseinrichtungen oder sogar riesige Frachter. Wir wollen an dieser Stelle nicht zuviel verraten, die Vielfalt der Schauplätze ist jedoch umwerfend.



"Willkommen in Afrika, ich bin Sheva Alomar"

Eines der Kernelemente von Resident Evil 5 ist zweifelsohne das Zusammenspiel mit Sheva Alomar, eurer ständigen, weiblichen Begleitung. Nahezu jedes Rätsel erfordert Teamwork, indem ihr entweder gleichzeitig zwei Hebel betätigen müsst, den Partner mit einem Fahrstuhl auf eine höhere Ebene hebt, um ihm von einer anderen Position Feuerschutz zu geben oder in dunklen Höhlen mit einer Taschenlampe den Weg beleuchtet, während euer Partner die Gegner aufs Korn nimmt. Ebenso wird in den zahlreichen Kämpfen Teamwork groß geschrieben. Gerät einer von euch in Bedrängnis, kann der Andere ihm mit einem gezielten Schuss oder beherzten Schlag aus der Patsche helfen. Dieses "aufeinander aufpassen" gibt den Auseinandersetzungen das gewisse Etwas und lässt euch ständig um die Gesundheit des Anderen bangen. Eine extra Lebensanzeige für Sheva und eine während des Spielgeschehens einblendbare Karte helfen dabei, stets den Überblick über das Wohlbefinden des Partners zu behalten. Sitzt ihr allein vor dem Bildschirm, übernimmt der Computer die Kontrolle über Sheva. Via B-Taste gebt ihr einfache Befehle wie herkommen, Deckung geben oder angreifen. Die KI leistet dabei überwiegend hervorragende Dienste. Sheva bleibt meist in eurer Nähe, verteidigt sich selbständig, hebt Gegenstände auf und gibt sie an euch weiter, wechselt die Waffen, zielt gut und ergreift auch schon mal die Flucht, wenn die gegnerische Übermacht zu groß wird. Geratet ihr in Bedrängnis, hält sie euch die Gegner vom Leib und sollte eure Lebensenergie dem Ende zugehen, heilt sie sich und euch selbständig. Allerdings hat die KI auch ein paar Schwächen. Mitunter kommt es vor, dass Sheva sich in eure Schussbahn stellt oder euch in den Rücken schießt. Zwar verliert ihr dadurch keine Energie, die wertvolle und seltene Munition steckt dann jedoch in euch anstatt im Feind. Auch kommt es vor, dass Sheva Magazin um Magazin wirkungslos in einen gepanzerten Gegner schießt. Ärgerlich.

Erinnert ihr euch noch an das Item-System aus Resident Evil 4? Gut, dann werdet ihr auch mit dem fünften Teil keine Probleme haben, denn Capcom hat dieses System nahezu eins zu eins übernommen. Erledigte Gegner oder zerbrochene Kisten hinterlassen Munition, Heilkräuter, Geld oder seltene, wertvolle Schätze. Diese könnt ihr anschließend verkaufen, um mit dem Erlös neue Ausrüstungsgegenstände zu kaufen oder eure Waffen aufzurüsten. Leider ist es nicht mehr möglich, beispielsweise durch das aufwerten wertvoller Krüge mit Edelsteinen dessen Wert zu vervielfachen. Ihr sammelt einfach nur ein und verkauft wieder. Im Vergleich zu den Vorgängern stehen diesmal jedem Charakter von Beginn an neun Ausrüstungs-Slots zur Verfügung, und Waffen, mögen sie noch so groß sein, belegen nur einen dieser Slots. Klingt gut, hat aber zwei entscheidende Nachteile: Zum einen kann die Ausrüstungskapazität im Laufe des Spiels nicht vergrößert werden, und zum anderen müsst ihr euch diesmal um die Ausrüstung von zwei Leuten kümmern. Es nützt also nichts, sich selbst mit den feinsten Dingen zu versorgen, Sheva allerdings mit einer lächerlichen Pistole auszustatten. Es muss immer gut abgewogen werden, welche Waffe man aufrüstet und wer welche Waffengattung tragen soll. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, wenn beide eine Waffe mit MG-Munition verwenden; dann sitzt ihr schnell auf dem Trockenen. Ihr dürft zwar während des laufenden Spiels munter Gegenstände austauschen, allerdings pausiert das Geschehen nicht, während ihr in eurem Menü stöbert. Ebenfalls eine Neuerung im Vergleich zu den Vorgängern: Nicht benötigte Gegenstände werden nicht in Kisten abgelegt, sondern wandern in ein Inventar-Menü, welches sich nur zu Beginn eines neuen Kapitels oder eines Neustarts öffnet. Geht ihr also zu voll bepackt ins Abenteuer kann es passieren, dass ihr andere Gegenstände liegen lassen müsst. Zwar könnt ihr Items aus dem Menü entfernen um Platz zu machen, diese sind dann aber unwiderruflich verloren. Zudem hat Capcom hier wissentlich oder unwissentlich eine Möglichkeit für Schummelwillige integriert. Beendet ihr ein Spiel an einem günstigen Speicherpunkt, an dem sich beispielsweise viele Items befinden, könnt ihr den aktuellen Inventar-Inhalt abspeichern, beim Neustart die eingesammelten Items im Inventar ablegen und dieselben Items nochmals im Level aufsammeln. Wiederholt man dies, kann man sich auf diese Weise schnell zusätzliche Munition oder Heilkräuter erschummeln.

Blei trifft Monster

Beim Waffenrepertoire lies man sich auf keine großen Experimente ein und präsentiert moderne, real existierende Schießeisen. Pistolen, Schrotflinten, Maschinenpistolen, Maschinengewehre oder Raketenwerfer gibt es in verschiedenen Ausführungen und können mit dem nötigen Kleingeld in Eigenschaften wie Durchschlagskraft, Kapazität oder Nachladegeschwindigkeit aufgerüstet werden. Neue Waffen findet ihr entweder in den Kapiteln oder kauft sie im Shop, in welchem nach jeder bewältigten Etappe neue Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stehen. Zum eigenen Schutz rüstet ihr euch zusätzlich mit Schutzwesten und kugelsicheren Westen aus, denn die Lebensleiste verlängert sich nicht im Laufe des Abenteuers. Problematischerweise belegt jede dieser Westen ebenfalls einen der neun Ausrüstungs-Slots, und Exemplare für Sheva müssen extra gekauft werden. Neu im Waffenschrank ist ein Elektro-Stab, der allzu aufdringliche Gegner kurzzeitig betäubt. Zusätzliche Nahkampfangriffe helfen besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden dabei, Kugeln zu sparen. Je nachdem, ob ihr Gegner in die Schulter, Kopf oder ins Bein trefft, könnt ihr ihnen situationsabhängig für einen kurzen Moment einen Tritt oder Kinnhaken verpassen. Das riesige Messer auf Chris´ Rücken ist für den Nahkampf allerdings wenig geeignet und dient lediglich dem Zerstören herumstehender Kisten.



Auch beim Gegner-Design hat man sich stark von Resident Evil 4 inspirieren lassen. Die sogenannten "Majini" sind die am weitesten verbreitete Gegner-Art und gleichen in ihrem Verhalten frappierend den "Ganados" aus dem Vorgänger, treten diesmal jedoch in wesentlich höheren Zahlen auf und agieren noch intelligenter und gefährlicher. Egal wohin hinflüchtet, die "Majini" folgen euch überall hin und schneiden euch sogar den Weg ab. Müssen die anfänglichen Exemplare für wirkungsvolle Angriffe noch nah an euch herankommen oder Werfen mit Äxten, die mit einem gezielten Schuss abgewehrt werden können, bekommt ihr es später mit vor Waffen strotzenden, gut gepanzerten Widersachern zu tun, die euch auch aus der Entfernung gefährlich werden. Die "Artenvielfalt" unter den "Majini" ist beeindruckend, orientiert sich aber häufig an Resident Evil 4. Der Kettensägen-Schwinger oder die Söldner-Majini dürften vielen bereits bekannt vorkommen. Daneben bekommt ihr es aber natürlich noch mit einer ganzen Menge neuer Gegner-Typen zu tun und dürft euch auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen. Allesamt agieren sie sehr intelligent und erfordern von euch immer wieder andere Kampftaktiken. Resident Evil 5 glänzt zudem mit einer gewaltigen Anzahl an einfallsreichen Zwischen- und Endgegnern, die hervorragend designt und animiert wurden. Wir wollen euch hier nicht zu viel verraten, aber im Verlauf des Abenteuers bekommt ihr es mit rund 30 verschiedenen Gegnerarten zu tun.

Shooter oder Action-Adventure?

Ein großer Streitpunkt bei Resident Evil war seit jeher die Steuerung. Einige waren mit dem die Bewegungsfreiheit einschränkenden Steuerungskonzept des Vorgängers nicht zufrieden und erhofften sich vom fünften Teil frischen Wind, was Capcom jedoch nur zum Teil gelang. Grundsätzlich ist Vieles beim Alten geblieben. Aus vier Steuerungsarten könnt ihr euren Favoriten wählen, darunter auch zwei Versionen, in denen Chris wie bei einem Ego-Shooter nach links und rechts "strafen" und so Gegnerattacken ausweichen kann, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Die Laufrichtung bestimmt in diesem Fall der rechte Analogstick. Beim Zielen könnt ihr euch jedoch nach wie vor nicht bewegen. Ein Umstand der viele stören wird und der Anfangs auch etwas Eingewöhnungszeit abverlangt. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, gibt die Steuerung von Resident Evil 5 wenig Anlass zur Kritik. Chris steuert sich hervorragend und das Zielen via Laserpointer funktioniert anstandslos. Bei gedrückter A-Taste sprintet ihr, und beim Rückwärts laufen vollführt ihr damit eine nützliche 180 Grad-Drehung. Ist der Partner in Not genügt ein Druck auf den Schuss-Button, um sich automatisch der Gefahrenquelle zuzuwenden und den Partner mit einem beherzten Schuss aus der Patsche zu helfen. Da das Inventar diesmal in Echtzeit geöffnet wird und das Geschehen im Hintergrund weiter läuft, wurde zudem auf die vier Richtungen des Digital-Kreuzes eine nützliche Schnellwahl-Funktion gelegt, um Waffen und Ausrüstungsgegenstände schnell zur Hand zu haben. Zusätzlich sorgt dieses System damit für einen Schuss Taktik, denn oft ist entscheidend, welche Waffe ihr wie schnell zur Hand habt. Hektisch wird es allerdings, wenn euch Gegner zu nah auf die Pelle rücken, da der Waffenwechsel nicht sehr schnell vonstatten geht und auch das Messer nur relativ langsam gezogen wird. Müsst ihr auch noch ins Menü wechseln, um beispielsweise eine Granate auszuwählen, habt ihr oft schon einen oder mehrere Treffer kassiert.



Grafik vom anderen Stern

Wie erwartet und in zahlreichen Trailern angedeutet liegen Grafik und Präsentation bei Resident Evil 5 während der gesamten Spielzeit auf sehr hohem Niveau. Alles, von den Charaktermodellen bis hin zu den Umgebungen, strotzt nur so vor Detail- und Abwechslungsreichtum. Chris und Sheva sehen umwerfend aus, von den realistischen Haaren bis hin zu Adern und Muskeln, die unter Chris` vor Schweiß glänzender Haut zu erkennen sind. Das BSAA-Emblem auf seinem Oberarm offenbart jedes Detail und sein Hemd weißt eine feine, Stoff-artige Struktur auf. Auch die Gegner wurde mit viel liebe zum Detail designt und weißen unzählige, zum Teil auch eklige Details wie Narben oder Risse in der Haut auf. Viele der Zwischen- und Endbosse sind, was Animationen und Bewegungsmuster betrifft, richtungsweisend und wären so auf keiner älteren Generation möglich gewesen. Eine echte Wucht. Die abwechslungsreichen Schauplätze stehen dem in nichts nach. Angefangen von den heißen Dörfern in der afrikanischen Wüste bis hin zu Minen, Bahnhöfen oder Forschungsanlagen wird euch ein Schauspiel aus unterschiedlichen Texturen und unzähligen Details wie sich im Wind wiegende Palmen, herumliegender Müll oder vor Nässe glänzende Felsenwände geboten. Zwar können nicht alle Schauplätze hundertprozentig mit der Schönheit der ersten Abschnitte mithalten und bei genauerem Hinschauen erkennt man auch einige schwache Texturen, der Gesamteindruck gibt dennoch keinen Anlass zur Kritik. Resident Evil 5 gehört garantiert zu einem der schönsten Spiele dieser Konsolengeneration.

Eine besondere Bedeutung maßen die Entwickler den Lichteffekten und der dadurch erzeugten Stimmung bei. Schließlich fand nie zuvor ein Resident Evil-Teil an helllichtem Tag statt, und entsprechend musste Capcom diesen Umstand für andere, dramaturgische Zwecke nutzen. Besonders zu Beginn des Abenteuers drängen sich euch die starken Kontraste aus dunklem Räumen und gleißendem Sonnenlicht geradezu auf. Betretet ihr einen Raum oder tretet wieder ins Freie, simuliert die Grafik-Engine gekonnt die Reaktion der Augen, die sich erst an die Dunkelheit gewöhnen müssen oder beim Schritt ins Sonnenlicht geblendet werden. Auch sonst wird viel mit Lichteffekten gespielt: Sonnenstrahlen fallen durch kaputte Dächer und geben der Umgebung einen unglaublich realistischen Touch. An anderen Stellen seid ihr wiederum in völliger Dunkelheit oder einem fast schon romantischen Sonnenuntergang unterwegs. Dadurch erzeugt Resident Evil 5 trotz des geringen Horror-Anteils immer wieder verschiedene Grund-Stimmungen.

Bei der Präsentation der Story knüpften die Entwickler nahtlos an den Stil des Vorgängers an und vermischten regelmäßig eingespielte, qualitativ extrem hochwertige Cut-Scenes mit gelegentlichen Quicktime-Events. Capcom engagierte für die Film-Sequenzen ein Hollywood-erfahrenes Filmstudio, was sich sehr gelohnt hat. Die virtuelle Kamera zieht einen mit ihren Wackeleffekten ins Geschehen, und die danke Motion Capturing überzeugenden Bewegungsabläufe, atemberaubende Kampf-Szenen und unglaublich detaillierten und realistisch animierten Gesichter lassen einem aus dem Staunen kaum mehr rauskommen. Die Handlung ist spannend, wendungsreich, bringt euch mit vielen neuen und auch alten Gesichtern in Kontakt und führt damit das Resident Evil-Universum konsequent fort. Besonders zu Beginn will sie aber nicht so richtig in Fahrt kommen. Es dauert eine Weile, bis dass Resident Evil-typische Suchtgefühl einsetzt, gegen Ende nimmt das Geschehen aber nochmals ordentlich fahrt auf man fühlt sich wie auf einer Achterbahn. Ständig werdet ihr von einer brenzligen Situation zur nächsten gehetzt und müsst euch regelmäßig mit kniffligen Boss-Kämpfen herumschlagen. Der orchestrale Soundtrack, der extra von einem hundertköpfigen Orchester eingespielt wurde, unterstreicht das Geschehen pefekt, erhöht die Dramatik und lässt euren Puls regelmäßig in die Höhe schnellen. Die hervorragenden englischen Sprecher verleihen den Figuren zudem einen glaubwürdigen Charakter.



Resident Evil online, die Zweite!

Alleine macht Resident Evil 5 schon eine Menge Spaß, ein absolutes Brett wird es allerdings, sobald sich ein Freund in die Partie einschaltet und die Rolle von Sheva übernimmt. Wie bereits im Vorfeld angekündigt, könnt ihr das komplette Abenteuer via Internet oder Splitscreen-Modus kooperativ durchspielen. Dabei müsst ihr nicht zwingend alles noch einmal durchspielen, sondern könnt auch direkt euer Lieblingskapitel anwählen und die Sau rauslassen. Die Spielerstellung ist unkompliziert und geht leicht von der Hand, und wer will, kann auch während eines laufenden Solo-Spiels seinen Freund zu einem gemeinsamen Spielchen einladen. Erst mit einem menschlichen Partner entfaltet das Koop-Prinzip von Resident Evil 5 sein ganzes Spielspaß-Potential. Ihr könnt Kampftaktiken entwickeln oder euch gegenseitig die Items klauen. Geld und Schätze sind in diesem Modus glücklicherweise doppelt vorhanden, sodass beide Spieler nach einem Kapitel den gleichen Kontostand haben. Um Munition und Heilkräuter müsst ihr euch jedoch streiten. Für uns ist Resident Evil 5 damit das bis dato beste Koop-Spiel auf dem Markt. In naher Zukunft soll es als Download-Content zudem noch einen Versus-Modus geben, in dem sich mehrere Spieler spannende Schlachten liefern können.

Habt ihr Resident Evil 5 das erste Mal beendet, wird der Söldner-Modus freigeschaltet. Einen ähnlichen Modus, bei dem ihr möglichst lange gegen eine überzahl an Feinden bestehen müsst, gab es bereits in Resident Evil 4, wurde aber damals aus Jugendschutzgründen aus der deutschen Version gestrichen. Diesmal blieb der Modus erhalten und sorgt nach beenden der Kampagne noch für gehörige Langzeitmotivation. Eure Leistungen werden nämlich, ebenso wie die Leistungen in der Solo-Kampagne, in einer Online-Rangliste verewigt. Zudem erhaltet ihr entsprechend euren Leistungen in den einzelnen Kapiteln oder für das finden der 30 im Spiel versteckten BSAA-Münzen Punkte, mit denen ihre weitere Extras wie alternative Kostüme für Chris und Sheva und spezielle Bild-Filter freischaltet oder neue Figuren eurer Sammlung hinzufügt. Ja, richtig gelesen, ihr könnt kleine Figuren der im Spiel vorkommenden Charaktere sammeln und sie euch im Extra-Menü in aller Ruhe von allen Seiten ansehen und euch von dem unglaublichen Detailreichtum überzeugen, mit dem die Entwickler zu Werke gegangen sind.

Fazit:

Resident Evil 5 ist eine konsequente Weiterentwicklung des vierten Teils, und genau da liegt der Hund begraben. Mit einem noch höheren Action-Anteil und einem noch geringeren Rätsel-Anteil entfernt sich der fünfte Teil so weit vom ursprünglichen Konzept wie noch kein Teil zuvor. Macht es ihn damit zu einem schlechteren Spiel? Nein. Macht es ihn damit zu einem schlechteren Resident Evil? Vielleicht. Fakt ist: Bei der Story, dem Gameplay und der Technik bewegt sich Resident Evil 5 auf verdammt hohem Niveau und macht einen riesigen Spaß. Auch wenn der Funke am Anfang nicht so ganz überspringen will und die Story nicht so recht in Fahrt kommt, stellt sich trotzdem ziemlich bald das bewährte Resident Evil-Gefühl ein. Eine der gravierendsten Neuerungen ist jedoch auch gleichzeitig eine der größten Schwächen von Resi 5: Eure ständige Begleitung Sheva Alomar. Capcom hat hier zwar eine beachtliche Leistung vollbracht und das Resi-Konzept erfolgreich mit dem Koop-Prinzip gepaart, allerdings nimmt dies dem Titel auch einen Großteil seiner bedrohlichen Atmosphäre, die bisher dadurch zustande kam, dass man allein gegen eine Übermacht antrat. Zudem ist es als Solo-Spieler immer doof, wenn man sich für den persönlichen Erfolg auf eine KI verlassen muss. Sheva reagiert zwar sehr intelligent indem sie euch heilt, mit Munition versorgt oder auch mal in Deckung geht, allerdings kommt es im Gegenzug immer wieder zu Situationen, in denen Sie anstatt den Feind euch Kugeln in den Rücken jagt oder in eurer Schusslinie steht. Richtig ärgerlich wird es, wenn Sheva stirbt, denn das bedeutet "Game Over", auch wenn ihr nichts dafür konntet. Im Koop mit einem Freund entfaltet dieses Prinzip hingegen seine ganze Stärke und macht Resi 5 zu einer echten Spielspaß-Granate.

Ob einem der hohe Action-Anteil gefällt ist Geschmackssache, es ist aber ein komisches Gefühl in einem Resident Evil Statistiken über erlegte Gegner und die eigene Trefferquote zu finden. Das Gameplay ist mit seinen Quicktime-Events, einfallsreichen Zwischen- und Endgegnerkämpfen und Actioneinlagen auf fahrenden Jeeps sehr abwechslungsreich und unterhaltsam gelungen, nie hat Resi 5 unnötige Längen oder langweilige Passagen. Für unseren Geschmack haben es Takeuchi und Kawata jedoch mit dem Prinzip "Einer gegen alle" übertrieben. Schon wenn ihr auf einen größeren Platz oder in ein Dorf gelangt wisst ihr, was gleich passieren wird: ein Horde wild schreiender Feinde wird sich auf euch stürzen und ihr müsst sehen, dass ihr Land gewinnt. Was anfangs noch für eine angenehme Gänsehaut und einen hohen Puls sorgt, wirkt in späteren Passagen oft nur lästig, zumal die Anzahl der Feinde manchmal unfair hoch ist. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. Für die entsprechende Langzeitmotivation sorgen allerdings die drei Schwierigkeitsgrade, das Bonus-Spiel "Söldner", in dem ihr so lange wie möglich gegen eine Übermacht von Feinden bestehen müsst, sowie Online-Ranglisten, in den Kapiteln versteckte BSAA-Münzen und freischaltbare Extras wie neue Outfits und natürlich der Koop-Modus.

Kein ambitionierter Zocker sollte sich dieses Spiel entgehen lassen. Eingefleischte Resi-Fans sollten sich jedoch auf einen kleinen Schock gefasst machen, denn ihre Serie hat sich in eine gänzlich andere Richtung entwickelt. Überraschenderweise ist EA´s "Dead Space" im nachhinein betrachtet das bessere Horror-Spiel, Resi 5 jedoch das bessere Action-Spiel. Ob es deswegen grundsätzlich ein schlechteres Spiel ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß mit Resident Evil 5 und werden es noch eine ganze Weile in unseren Konsolen haben.

Positiv:

- abwechslungsreiches Gameplay
- mit 13 bis 15 Stunden-Kampagne recht umfangreich
- packende Story
- atemberaubende Grafik
- sehr gute Gegner-KI
- genialer Online-Koop-Modus
- abwechslungsreiche Settings
- abwechslungsreiche Gegner
- hohe Langzeitmotivation dank versteckter Extras und Ranglisten
- orchestraler Soundtrack

Negativ:

- mehr Action, weniger Rätsel
- das Prinzip "Meute stürmt Platz und man muss überleben" wird überstrapaziert
- Koop-Feature mit einem Computer-gesteuerten Partner wird nicht jedem gefallen
- Partner-KI hat einige Schwächen


PS3 vs. Xbox360 - Der Versionsvergleich

Spielerisch gleichen sich die beiden Version wie ein Ei dem anderen. Lediglich bei der Optik gibt es kleine Unterschiede. Welche Version euch optisch besser gefällt, erfahrt ihr hier.

Das Lösungsbuch – Sammlerstück für alle Fans
(Text: shadowman)

Mittlerweile erscheinen nicht mehr nur Spiele in einer Limited Edition - sondern auch die dazu passenden Lösungsbücher. Und so kommt es, dass wir es gerade in den Händen halten: Ein schwarzes Hardcover Exemplar des Resident Evil 5 Spieleberaters. Im Regal macht sich das hochwertige Buch sehr gut - dezent und doch beeindruckend. Die Spezialisten bei Piggyback bezeichnen ihr Werk übrigens als den "perfekten Survival-Guide". Und nachdem wir ein paar Minuten mit der Lektüre verbracht haben, können wir das voll und ganz unterschreiben. Wer Resi liebt, der braucht auch dieses Buch.

Dabei müsst ihr bedenken, dass ein Lösungsbuch nicht voller Spoiler sein muss. Nein, es ist etwas für Liebhaber, denn das hochwertige Papier und der tadellose Druck begeistern jeden Sammler. In der Special Edition bekommt ihr auf über 16 Seiten haufenweise Artworks, einen detaillierten Walkthrough mit Karten, Tipps und Tricks, außerdem enthüllt das Buch, so ihr denn wollt, alle Geheimnisse des Spiels. Das Lösungsheft ist übrigens auf den höchsten Schwierigkeitsgrad ausgelegt, so dass ihr auch Weicheier sich jetzt mal heranwagen dürfen. Mit 25,99 ist der Spieleberater nicht ganz günstig, das müssen auch wir zugeben. Aber man hat trotz allem das Gefühl, nicht zuviel bezahlt zu haben. Es ist eine Resident Evil 5 Bibel, ein heißbegehrtes Stück Papier. Mehrere Stücke um genau zu sein, satte 228 Seiten gibt es nämlich zu bestaunen. Auf denen findet ihr den richtigen Weg, alle Fakten zu den Gegnern im Spiel, Strategien für Profis und natürlich alles zu den Erfolgen und Trophäen im Spiel.

Selbstverständlich erscheint neben der Edition für Sammler auch noch das ganz "normale" Buch, für 15,99 Euro, in dem es genau so viele Infos und Details zu entdecken gibt. Allerdings bleiben die Artworks Käufern der Sammler-Edition vorbehalten. Für welche Variante ihr euch entscheidet, ist also euch überlassen. Wir sagen euch nur: Es lohnt sich.


Nach wie vor ein echtes Brett, aber .......

Ich bin mit Resident Evil 5 rundum zufrieden, auch wenn es vielleicht nicht der Titel geworden ist, den ich erwartet habe. Koop-Feature hin oder her, ich wäre lieber alleine unterwegs gewesen. Zudem wird vielen Fans die krasse Action-Ausrichtung nicht schmecken. Mir gefällts, ich bin mir aber auch bewusst, dass Resi sich damit ziemlich weit von seinen Wurzeln entfernt hat. Mal sehen ob die Nummer 6 wieder frischen Wind in die Serie bringen wird.

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