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Review

Steamworld Dig 2

SteamWorld Dig 2, der Nachfolger des Geheimtipps aus dem Jahre 2013, lädt erneut zur Erkundung kilometertiefer Tunnel ein – diesmal mit noch mehr Metroidvania-Elementen.

Nach wie vor besteht das Hauptspielprinzip daraus, bewaffnet mit Spitzhacke und Schlagbohrer, immer tiefer in einen Tunnel vorzudringen. Dort gibt es wertvolle Schätze zu finden, die an der Oberfläche gegen kostbare Upgrades und neue Ausrüstung für die Protagonistin Dorothy eingetauscht werden können. Dorothy ist außerdem auf der Suche nach ihrem Freund Rusty, dem Protagonisten von SteamWorld Dig 1, der aus unerklärlichen Gründen verschwunden ist. Diese simple Prämisse ist die Formel für eines der süchtigmachendsten Spiele des Jahres.

Obwohl die Struktur der Tunnelsysteme grob vom Entwickler vorgegeben ist, kann der Spieler komplett eigenverantwortlich Schächte und Gänge graben. Dies erfordert ein gewisses Maß an Kreativität und Improvisationstalent, da stets auch noch der Rückweg an die Oberfläche mit eingeplant werden muss. Dorothy kann nämlich nur so lange effizient in den Tunneln arbeiten, bis das Licht ihrer Lampe erlischt oder ihr Inventar voll ist.




Zeitlimit? Inventarlimit? Das mag erstmal nervig klingen. In der Praxis führt dieses gezwungene Verlassen des Tunnels aber erst zum Suchtfaktor von SteamWorld Dig 2. Der grundlegende Gameplaykreislauf funktioniert wie folgt: Dorothy betritt den Tunnel und dringt mit jedem Mal tiefer ins ungewisse Dunkel. Im Tunnel selbst buddelt sie nach zahlreichen Schätzen, bis sie dazu gezwungen ist, an die Oberfläche zurückzukehren. Im kleinen Oberwelt-Hub kann sie ihre Schätze dann in neue Skills investieren, um bei der nächsten Erkundung des Tunnels noch effizienter zu sein.
Dorothy wühlt sich also durch die Höhlengewölbe voller Hindernisse, die mit geschicktem Einsatz der zahlreichen Items überwunden werden wollen. Und jedes Mal, wenn sie von einer leeren Lampe oder einem vollen Beutel aus ihrer aktuellen Erkundung gerissen wird, ist am Bildschirmrand schon der nächste Schatz oder die nächste interessante Ecke zu sehen, die für den nächsten Abstieg motiviert. Es entsteht unweigerlich ein „Noch ein Versuch!“-Gefühl beim Spieler.

In den Höhlensystemen gibt es nicht nur Schätze, sondern auch Tore zu Bonusräumen mit kurzen Platforming- und Rätsel-Herausforderungen. Diese sind, dank der hervorragenden Platforming-Mechaniken und des vielseitigen Movesets der Protagonistin, ein wahrer Spaß. Dorothys Moveset wird in bester Metroidvania-Manier nach und nach durch Upgrades aufgewertet. Diese Upgrades stellen mitunter die komplette Spielweise auf den Kopf. Jede Erweiterung des Movesets ist auf intuitive Weise ins Spiel integriert und gibt dem Spieler mehr Möglichkeiten, auf individuelle Weise Probleme zu bewältigen.

Im Gegensatz zum Erstlingswerk bietet SteamWorld Dig 2 mehr als nur einen einzigen schier endloslangen Tunnel. Stattdessen darf der Spieler sich diesmal durch mehrere verschiedene Tunnelsysteme buddeln, die sich spielerisch und thematisch voneinander unterscheiden. Leider geht dadurch das Gefühl stetiger linearer Progression verloren, das den ersten Teil ausgezeichnet hat. Anstelle dessen liegt der Fokus diesmal auf non-linearer Exploration. Vermittelte der erste Teil noch ein starkes Gefühl von Isolation und Einsamkeit, so ist auch dieser Aspekt in SteamWorld Dig 2 weniger ausgeprägt. Dorothy ist durch den, im Vergleich zum ersten Teil, sehr horizontalen Aufbau der Spielwelt schließlich stets ein bisschen näher an der Erdoberfläche. Auch ihr vielseitigeres Moveset lässt sie, im Vergleich zu Rusty aus dem ersten Teil, zuweilen übermächtig erscheinen. Diese unausgeglichene Balance zwischen der Stärke des Charakters und der Bedrohlichkeit der Spielwelt entkräftet die bedrückende Atmosphäre des Erstlingswerks noch weiter.

Zusätzliche Anmerkungen:


+ Detailverliebtes Artdesign
+ stimmiger Soundtrack mit Referenzen zu Klassikern des Western-Genres
+ Dorothy als gelungene weibliche Protagonistin
+ perfekt ausbalancierte Ökonomie
+ Humor in Dialogen und Menüs
+ Bonus nach 100%-Komplettierung
+ Modifikatoren für bessere Belohnungen bei höherem Schwierigkeitsgrad
- Suchen der letzten Collectibles kann u.U. mühselig sein
- (deaktivierbare) Zielmarkierung wirkt selbständiger Erkundung entgegen


Fazit

Trotz der kleineren Kritikpunkte bleibt SteamWorld Dig 2 ein extrem hochwertiges sowie unfassbar fesselndes Spiel mit dichter Atmosphäre, aufregenden Erkundungselementen und vielseitigen Herausforderungen an den Spieler. Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind Stärke und Schwäche zugleich, sorgen aber auch dafür, dass sich der Nachfolger frisch anfühlt und beide Iterationen der SteamWorld Dig-Reihe ihre Daseinsberechtigung behalten. Der Erstling war düsterer und atmosphärischer. Der Nachfolger ist vielseitiger und umfangreicher.

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