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Review

New Super Mario Bros. 2

Nennt man die Begriffe "Super Mario" und "2D" zur selben Zeit, werden die älteren Spieler vermutlich zu aller erst an Titel wie Super Mario Bros. 3 oder Super Mario World denken. Aber nicht nur, weil diese Spiele sicher die Genre-Krone ihrer Zeit waren, sondern vor allem weil es zwischen 1992 und 2006 keine eigenständigen 2D-Mario Spiele mehr gab und die Nintendo-Hüpfer sich zum Großteil alle in die dreidimensionale Welten begaben. 2006 – wie bereits erwähnt - änderte sich das mit New Super Mario Bros, welches auf dem NDS eine neue Ära von 2D-Super Mario Spielen einleitete. Zwar kommt der offizielle Nachfolger des Spiels mit New Super Mario Bros. 2 erst jetzt auf den 3DS heraus, doch der unnummerierte Teil für die Wii 2009 und der kommende für die Wii U lassen einen unweigerlich fragen, ob die 2D-Mario-Welle nicht langsam überhand nimmt. Knüpft New Super Mario Bros. 2 an die goldenen Zeiten der Mario-Spiele an oder krankt das Franchise an einer Überdosis?

Im Goldrausch!

Auf die Gefahr hin, dass man den Wortwitz zu sehr ausreizt: Goldene Zeiten ist ein gutes Stichwort und beschreibt inhaltlich die größte Neuerung des mittlerweile dritten Teils der New Super Mario Bros-Reihe. Es geht um's große Geld. Natürlich wird auch die arme Prinzessin Peach wieder von Bowser entführt, wobei das Spiel gar nicht mehr versucht sich einen kreativen Weg auszudenken, wie das von statten geht. Da ist die Prinzessin, dann ist sie weg und die beiden Mario-Brüder rennen hinterher. Allerdings deckt das nur die rudimentäre und unspektakuläre Rahmenhandlung ab, die mittlerweile jeder auswendig kennt. Das andere Ziel des Spiels ist es eine ganze Millionen Münzen zu sammeln und dafür braucht es natürlich wesentlich länger Zeit als Bowser und seinen Sprösslingen mal wieder einen Besuch abzustatten. Selbstverständlich erreicht man dies unter anderem, indem man wieder die versteckten Sternenmünzen in jedem Level ausfindig macht, geheime Welten freischaltet und rundherum wieder alles erkundet. So weit, so gut. Immerhin kennt man diese Prozedur aus fast allen anderen Spiele der Reihe. Wo finden sich die wirklich großen Neuerungen? Nun, da sich die kleinen goldenen Münzen jetzt als Hauptthematik wieder finden, ist dementsprechend auch das Leveldesign darauf abgerichtet möglichst großen Reichtum anzuhäufen.

Einen großen Teil wird man dadurch finden, dass man viele geheime Ecken und Winkel in jedem der acht Welten entdeckt, doch es gibt auch neue Tricks und Kniffe. Neben den bekannten roten Ringen, die beim Durchspringen acht rote Münzen für kurze Zeit erscheinen lassen, die beim vollständigen Aufsammeln den Spieler mit einem Power-Up oder einem Extraleben belohnen, gibt es nun auch die goldenen Ringe, die eine wesentlich größere Wirkung haben. Springt man hindurch, so werden alle Gegner für eine gewisse Zeit vergoldet und hinterlassen beim Ableben einiges an Cash. Aber nicht nur das, auch Bullet Bills ziehen beim Umherfliegen Reihen von Münzen hinter sich und Hammerbrüder werfen mit Gold anstatt mit Knüppeln, Schildkrötenpanzer lassen beim Gleiten goldige Belohnungen fallen und getötete Piranha-Pflanzen sprühen mit Goldfontänen aus den Röhren, in denen sie beheimatet waren. Noch mehr Gold gibt es für das Auffinden eines Goldblocks, der sich als ganz normaler Steinblock in der Landschaft des Pilzkönigreichs tarnt. Dieser gibt beim Dagegenspringen ganz normal Goldmünzen von sich, doch wenn Mario schnell und oft genug daran hüpft, legt sich der Block als eine Art goldene Gesichtsmaske mit Schnurrbart um seinen Kopf. Fortan spendiert der Block Münzen wenn Mario besonders schnell rennt, fällt oder springt. Das geht so lange bis er entweder ganz leer ist oder der rote Mützenträger sich Schaden einfängt: In beiden Fällen fällt der Goldblock dann einfach vom Kopf ab. Weitere goldene Überraschungen geben diverse Röhren frei, die mit Feuerbällen gefüttert werden können um einen Goldregen auszulösen oder Schalter, die für kurze Zeit schwebende Münzen im Level erzeugen oder Steinblöcke in Gold verwandeln.

Zu viel des Guten, zu wenig des Neuen

So nett und witzig die Idee auch ist, so kommt der Goldrausch mit einem großen Nachteil: Wie aus alten Spielen bekannt, gibt es für alle 100 Münzen die man sammelt ein Extraleben. Das funktionierte immer ordentlich, doch die Münzmenge ist in New Super Mario Bros. 2 mindestens verzehnfacht. Das Ergebnis ist eine Absurd hohe Anzahl an Extraleben, die sich sogar über die 99-Anzahlgrenze hin ansammelt. Da das Spiel auch nicht gerade mit einem Schwierigkeitsgrad daherkommt, der diese massive Zahl rechtfertigen würde, fragt sich natürlich der Sinn hinter den grünen Pilzen, die man versteckt noch sammeln kann. Das ganze Konzept wirkt ein wenig undurchdacht, da somit das System um die Lebensanzahl, die sich durch mutige oder riskante Entdeckungen im Level erhöht und durch Niederlange verringert, nicht mehr rechnet und einfach nur aufgesetzt wirkt. Dann hätte man auch gleich darauf verzichten können: Ein System wie in Rayman Origins wäre hier einfach konsequenter gewesen, anstatt dass in kürzester Zeit 200-300 Extraleben auf das Konto wandern, die man ohnehin nie verbrauchen wird.

New Super Mario Bros.und New Super Mario Bros. Wii konnten damals mit einer neuen Reihe an Power-Ups überzeugen, die dem bekannten 2D-Spielkonzept auf kreative Weise neues Leben einhauchte. Hier verpasst New Super Mario Bros. 2 leider eine Menge Potenzial, da die Menge an richtigen Neuerungen in der Richtung eher sehr rar gesät ist. Die Power-Ups setzen sich zum Großteil aus bekannten Verstärkungen zusammen wie dem traditionellen Pilz und der Feuerblume, aber auch der Riesen- und Minipilz aus dem Vorgänger sind wieder dabei. Eisblume oder Pinguin-Suit fallen dafür ersatzlos raus, stattdessen gibt es Waschbär-Mario aus dem anderen 3DS-Mario Super Mario Land 3D (bzw. Super Mario Bros. 3 auf dem NES). Diese funktionieren alle so, wie man es bereits aus den alten Spielen gewöhnt ist und haben wegen des Leveldesigns durchaus ihre Momente, aber können einfach nicht mehr so überraschen und begeistern wie in den Spielen aus denen sie entlehnt sind. Gänzlich neu ist nur die Goldblume, die ähnlich wie die Feuerblume funktioniert. Beim Aufsammeln wird Mario zu Gold-Mario, der goldene Feuerbälle verschießt. Diese Feuerbälle haben nicht nur beim Auftreffen einen größeren Radius als die gewöhnliche Version, sie verwandeln Steinblöcke auch in Goldmünzen und töten grundsätzlich jeden Gegner (unter anderem eigentlich unverwundbare Geister), die auch dabei besonders viele Münzen hinterlassen. Darüber hinaus ist die Goldblume nicht einmal zeitbegrenzt, nur eben sehr selten. Wer aber das Glück hat eine zu finden, der kann sich für ein Level lang ziemlich mächtig fühlen. Solche kurzen Momente der Überraschung sind leider nur äußerst spärlich in dem Spiel zu finden, was sich ansonsten häufig ununterscheidbar zu den anderen Teilen der Reihe anfühlt. Mehr Mut zur Neuerung hätte hier viel bewirkt, anstatt sich zu großen Teilen nur auf alte kreative Ideen zu verlassen.

Verwechslungsgefahr

Grafisch ist New Super Mario Bros. 2 nichts besonderes. Verglichen mit dem DS-Spiel sieht alles etwas weicher aus und der 3D-Effekt ist wie von Nintendos eigenen Spielen nicht anders gewöhnt schön plastisch, aber einen Wow-Effekt wie noch in Super Mario Land kann es nicht erzeugen. Die Hintergründe wirken in der Regel recht verwaschen und zum altbekannten Grafikstil gesellt sich kaum ein neuer, erfrischender Anblick. Selbiges gilt für den Soundtrack, den man bereits aus der New Super Mario Bros-Reihe kennen sollte und nur vereinzelt wirkliche Höhepunkte verzeichnen kann. Besonders negativ fällt hierbei der Klang der Münzen auf, der in dem neuen Spielkonzept konstant und nun besonders oft hintereinander richtiges Nervpotenzial entwickelt. Die Stärken von der bunten Grafik und dem sonnigen Soundtrack können teilweise noch zünden, wirken aber ab dem Punkt mittlerweile austauschbar. Zum Trost gibt es einen Multiplayer-Modus, bei dem man mit einem weiteren Freund auch zusammen auf Münzenjagd gehen kann, insofern er auch einen 3DS und ein eigenes Spielmodul besitzt.

Fazit:

Ach, ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich glaubte, dass Super Mario sich nicht mehr neu erfinden könnte und ich immer wieder des besseren belehrt wurde. Ob Super Mario Galaxys grandioses Weltraum-Konzept oder die clevere Verschmelzung von 2D und 3D-Spielelementen in Super Mario Land 3D. New Super Mario Bros. 2 wiederum kommt ohne eigene Geschmacksrichtung (Denn Gold ist keine Geschmacksrichtung) und wirkt wie ein altbekannter Aufguss, trotz den netten Details hier und da, die aber einfach von der Tatsache nicht ablenken können. Damit ist nicht gesagt, dass das neuste Mario-Abenteuer ein schlechtes Spiel wäre - im Gegenteil. Die Fundamente, auf denen es aufbaut, sind immer noch stabil und alte Stärken wie das spaßige Leveldesign und der Gute-Laune-Look sind weiterhin präsent. Ihm mangelt es nur an wirklichen, neuen kreativen Ideen, die auch dauerhaft zünden können und nicht nur für einen Moment erheitern. Wer die New Super Mario Bros.-Reihe seit 2006 verpasst hat, wird das wenig stören, Altfans müssen sich aber über die Abnutzungserscheinung des neusten Teils im Klaren sein, bevor sie zugreifen.

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