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Review

Rayman Origins

Nach unzähligen Spieleablegern der bekloppten Rabbids-Hasen aus dem Rayman-Universum, wurde es auch endlich wieder Zeit für den gliedlosen Helden im Rampenlicht zu stehen. Rayman Origins, ein Jump’n Run alter Schule, machte dabei die PlayStation 3, Xbox 360, Wii und auch die PlayStation Vita im November letzten Jahres unsicher, ging jedoch ganz an Nintendos neuem Handheld dem 3DS vorbei – bis jetzt. Nun darf sich das gefeierte Spiel auch in 3D präsentieren, wenn auch mit einiger Verspätung. Doch lohnt es sich für 3DS-Freunde nun endlich zu zuschlagen oder sollte man den vorherigen Versionen den Vorzug geben?

Mach mal langsam!



Um die Frage vorneweg zu beantworten: Nein. Die Umsetzung für den 3DS ist mehr schlecht als recht gelungen, was besonders enttäuschend bei der langen Wartezeit ist. Im Grunde lohnt sich ein Blick auf den Test der Original-Version des Spiels, da es hier nur um die 3DS-Version geht und hier auch nur die Unterschiede aufgezeigt werden. Der Kerninhalt ist hier allerdings noch der gleiche. Die Lichtung der Träume ist in Aufruhr als die Musik von Rayman und seinen Freunden den Nachbarn aus dem Land der Wandelnden Seelen gehörig auf die Nerven geht. Aber anstatt mit dem Besenstiel protestierend gegen die Wände zu stoßen, zetteln die Spaßbremsen gleich einen ganzen Krieg an. Kurzum entführten sie alle Nymphen des Landes und sperren die gutmütigen Electoons in Käfige. Zur Lösung des Problems darf Rayman wieder in bester Jump’n Run-Manier durch unzählige Level hüpfen. Begleitet wird das auf dem 3DS aber von merklichen Slowdowns, welche an die schlechte PAL-Umsetzung früherer NES-Spiel erinnert. Dadurch wird der hüpfende Held ein ganzes Stück träger, als es noch bei den Konsolen-Varianten der Fall war und macht die Jagd nach den Münzen, die sich an gefährlich eingeengten Stellen befinden, umso kniffliger. Auch die Schatzkisten-Herausforderungen werden nun so ungewollt etwas mehr fordern. Die Umsetzung der bekannten Level in ihren spielerischen Facetten blieben aber unangetastet und bietet weiterhin das volle Paket Rayman, von den amüsanten Ballereinlagen auf einer Riesenmücke bis hin zu den fiesen Bosskämpfen.

Die Leiden des jungen Rayman



Grundsätzlich verhindert das gedrosselte Tempo aber nicht, dass Rayman Origins immer noch Spaß macht. Die Tugenden des Spiels leiden unter der Umsetzung, gehen aber nicht grundsätzlich verloren. Dazu gehört das weiterhin ausgeklügelte Leveldesign, der aberwitzige Humor und der Charme von Rayman und seinen albernen Freunden. Die idyllisch gezeichneten Kulissen kommen aber auf dem kleinen 3DS-Bildschirm etwas detailloser daher. Das Bild ist der Übersicht halber weit herausgezoomt, was aber unweigerlich dazu führt, dass Charaktere und Gegenstände des Öfteren nur noch sehr klein zu sehen sind. Besonders kleinere Lums, die einsammelbaren Glühwürmchen, können da mal rasch übersehen werden. Auch die Farbbracht eines PlayStation Vita-Bildschirmes kann der 3DS nicht erreichen, wobei der 3D-Effekt kaum Unterschiede macht. Einige Objekte und Kulissen stechen dann zwar etwas heraus, doch das ist kaum der Rede wert. Was viel schmerzlicher in Mitleidenschaft gezogen wird ist die musikalische Untermalung.
Die Orchester-Stücke kommen nur noch gedämpft und kratzig aus den Lautsprechern, selbst mit Kopfhörern kann man sich nicht über den Verlust in der Soundqualität trösten. Besonders ärgerlich ist dies für Kenner des Originals, denen im direkten Vergleich vermutlich das Herz bricht. Dem abwechslungsreichen Soundtrack von Christophe Héral und Billy Martin gebührt an sich mehr Respekt, als die Umsetzung ihm zu geben in der Lage ist. Sehr schade.


Sparpaket in 3D



Was der Schere allerdings zum Opfer gefallen ist, ist das Koop-Spiel, genau wie in der Vita-Version zuvor. Während man auf den Heimkonsolen zu viert umherhopsen darf, bleiben die Handheld-Ableger reine Solo-Spiele. Doch konnte man auf der Vita noch neue Wettrennen aus dem Internet gegen Geister herunterladen, so fehlt dies auch beim 3DS komplett. Rekorde anderer Spieler tauscht man hier höchstens per Street-Pass aus. Auf jede Möglichkeit das Touch-Feld des 3DS zu nutzen, hat man auch verzichtet, dafür zeigt einem der untere Bildschirm an welcher Stelle des Levels man sich befindet und an welcher Stelle bereits Münzen und Geheimverstecke gefunden wurden. Beim zweiten Durchspielen eines Levels greift es auch der Suche nach den versteckten Electoons unter die Arme, indem es anzeigt an welcher Stelle sich ein Käfig mit den dauergrinsenden Kerlchen verbirgt. Eine große Menge von diesen einzusammeln und zu befreien lohnt sich auch, da es nicht nur neue Welten freischaltet, sondern auch die zuvor erwähnten Schatztruhen-Herausforderungen und neue spielbare Figuren.

Pro:


+ Abgedrehter Humor
+ Viel zu Sammeln
+ Motivierendes Leveldesign
+ Toller Soundtrack

Contra:

- Lieblose Umsetzung von Grafik und Sound
- Permanente Slowdowns
- Ab und zu starke Anstieg in der Schwierigkeit
- Fehlender Koop-Modus


Fazit:

Was bleibt übrig, wenn man von Rayman Origins den fantastischen Sound, die Kulissen und den spaßigen Mehrspielermodus abzieht? Nun, immer noch ein charmantes, forderndes und erfrischendes 2D-Jump’n Run für die Hosentasche, dass sich frech weigert trotz mangelhafter Umsetzung ein schlechtes Spiel zu sein. Dass es weiterhin ein gutes Spiel ist, ist ein wirkliches Kompliment an das Original, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es in der 3DS-Version in seiner schwächsten Form erhältlich ist. Daher gilt, dass die 3DS-Variante nur in Mangel an Alternativen geholt werden sollte. Wer sich Rayman Origins auf der Vita oder einer der drei Heimkonsolen zulegen kann, sollte dies auch tun, ansonsten tut Rayman Origins 3D seine Pflicht.

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