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Review

Mario Sports Mix



Die Videospielgeschichte hat viele Figuren hervorgebracht und die weltweit berühmteste unter ihnen ist ohne Zweifel Nintendo’s Maskottchen Mario. Bis zum heutigen Tage trat er in über 200 Titeln auf und jedes Jahr kommen einige weitere Spiele zu dieser Liste hinzu. Bei einer solch schieren Anzahl an Games ist es auch nicht verwunderlich, dass Mario bisher schon in allerlei Rollen geschlüpft ist, sowie eine Unmenge an Genres verinnerlichen konnte. Das Sportgenre gehört hier zu den von ihm mit am meisten bekleideten Bereichen und so beschert uns unser quietschfideler Allround-Klempner auch einen solchen neuen Titel auf Nintendo’s Wii: Mario Sports Mix. Was in dem Spiel steckt und ob die vier Sportarten Hockey, Völkerball, Volleyball und Basketball überzeugen können haben wir für euch getestet!

Drei Bälle und ein Puck

Mario Sports Mix schließt an bisherige Sport Titel rund um den pummligen Klempner an. Kunterbunte Grafik, Arcade-lastiges Gameplay und die typischen Moves und Superangriffe eines recht klassichen Aufgebots an Charakteren aus dem Mario Kosmos stehen an der Tagesordnung. Hinzu kommen zudem noch einige neue Charaktere die man bisher in Nintendo spielen nicht anzutreffen vermochte – Der Grund ist einfach, denn dies ist dem Einfluss des Entwicklerteams des Spiels zu verdanken, welches dem Studio Square Enix untergeordnet ist. Auch wenn diese neuen Charaktere erst freigespielt werden müssen, so kann man den gewissen Charme dieser, sowie die kleinen Boni, welche man im späteren Spielverlauf noch genießen darf, durchaus anerkennen. Eine absolut runde Präsentation, sowohl im Bereich der Square Enix Charaktere, als auch bei der aus dem Hause von Nintendo. Untermalt wird das Spiel natürlich zusätzlich noch mit einem Soundtrack bestehend aus bekannten und allseits beliebten Mario Musikstücken.



Insgesamt bietet das Spiel vier Sportarten zur Auswahl, von denen Hockey und Basketball zu den klaren Favoriten zählen dürften, da diese ein schnelleres und wesentlich actionreicheres Gameplay bieten als Volley- und Völkerball. So sind bspw. Rangeleien, Bodychecks und sogar kleine Schlägereien um den Puck beim Hockey mit von der Partie, während beim Basketball ein schneller Spielablauf den Spaßfaktor klar steigert. Völker- und Volleyball präsentieren sich zwar als solide aber teilweise recht träge. Insbesondere im Einzelspielermodus zieht sich speziell Volleyball sehr in die Länge, denn hier gilt es pro Satz immerhin 15 Punkte zu machen. Das wahre Ausmaß an Zeit, die es hier zu investieren gilt, erklärt sich von selbst wenn man bedenkt, dass man pro Turnier drei Spiele mit je bis zu drei Sätzen gewinnen muss. Die Turniere sind übrigens in klassischer Mario Manier gehalten und unterteilen sich in die bekannten Mushroom, Flower und Star Cups.

Die Steuerung erweist sich als gut gewählt, intuitiv und schnell erlernbar, sodass es nur wenige Minuten dauern sollte, bis man selbst kompliziertere Angriffsmanöver verinnerlicht hat. Es ist dem Spieler sogar möglich zu wählen ob man inkl. Nunchuk, oder lediglich mit waagerecht gehaltener Remote spielen möchte. Letztere findet übrigens regen Einsatz, da bei fast jeder Interaktion mit Gegnern oder dem Versuch einen Punkt zu machen diese geschüttelt werden muss. Lediglich beim Völkerball schwingt man diese selbstverständlich beim Abwerfen von Gegner durch die Luft, denn Punkte erzielt man hier ja nun nicht wirklich.

Mehr Power bitte!

Einen besonderen Stellenwert haben in fast allen Titeln rund um unseren Helden Mario die Power-Ups eingenommen, welche auch bei Mario Sports Mix wieder mit von der Partie sind. Auf den Spielfeldern erscheinen so in gewissen Abständen Fragezeichenblöcke, über die der Charakter zur Aktivierung bewegt werden muss. Als Dank erhält dieser eines der bekannten Items wie den roten Panzer oder die Bananenschale, welche wiederum zum eigenen Vorteil benutzt werden können. Entweder direkt auf den Gegner abgefeuert oder sogar in einem Spezial-Move verwendet, um den Puck, Basketball, etc. mit extra Fähigkeiten zu versehen. Gut umgesetzt, aber leider nicht perfekt. Denn leider muss man feststellen, dass diese Items teilweise nur recht selten auftauchen und dann auch wieder nur wenig zum Action Part des Spiels beitragen. Auch fällt die Variation an Power-Ups eher mittelmäßig aus, denn ein paar weitere hätten sicher nicht schaden können. Zusätzlich verfügt noch jeder Charakter über einen Superangriff. Ist die dazugehörige Energieanzeige aufgeladen kann dieser eingesetzt werden. Aber trotz all diesen kleinen Features fühlt sich der Titel nicht zu hundert Prozent perfekt an. Im Endeffekt kommt man nicht wirklich auf das Level des gewohnten actiongeladenen Durcheinanders wie man es aus anderen Mario Titeln her kennt und liebt. Hier scheint Square Enix einfach auf Nummer sicher gehen zu wollen, denn Experimente, wie neue Items einbringen oder etwas kompliziertere Spielfelder zu kreieren, stand hier gewiss nicht an der Tagesordnung. Dies ist insbesondere sehr schade da doch gerade die Möglichkeit bestand aus dem Repertoire eigener Erfahrungen und Franchises zu schöpfen.



Insgesamt stehen dem Spieler von Beginn an 12 der Standard Charaktere aus den beliebtesten Nintendo Spielen zur Verfügung: Von Prinzessin Peach, über Wario, bis hin zu Diddy Kong sind wieder alle mit an Bord. Hinzu kommen zudem noch einige freizuspielende Figuren aus der Welt von Square Enix. Was die Kartenauswahl hingegen angeht, so gibt es hier rund neun Stück, was drei je Cup ausmacht. Auch wenn die Menge an Spielfeldern nicht rekordverdächtig sein mag, so bleibt deren Einzigartigkeit doch bestehen. In Luigis Villa fällt so in regelmäßigen Abständen das Licht aus und Geister beteiligen sich am Spielgeschehen. An Koopas Sonnenstrand hingegen schwappen ab und an Wellen über das Spielfeld und spülen grüne Panzer und Münzen heran, welche von allen eingesammelt und natürlich verwendet werden können. Münzen werden übrigens, mit Ausnahme vom Völkerball, wo sie die Würfe der Charaktere stärken, bei einem Punktgewinn als Extrapunkte addiert. Dies kann den Verlauf eines Spiels doch sehr stark beeinflussen und schnell das Blatt wenden. Die Spielfelder bei Mario Sport Mix sind also ohne Frage genauso außergewöhnlich wie die Tatsache, dass man hier die Möglichkeit bekommt Basketball am Strand zu spielen und mit Schlittschuhen über Rasen und Holz zu brettern. Doch so einzigartig sie auch sein mögen, so sehr wären auch weitere Events auf diesen wünschenswert gewesen um für noch etwas zusätzliche Abwechslung und Chaos zu sorgen. Schade ist zudem die Tatsache, dass nach jedem Punktgewinn das Spielfeld auf den Ursprung zurückgesetzt wird, was zum einen alle auf dem Feld befindlichen Items verschwinden lässt, sowie jegliche Events beendet, wobei letztere eh viel zu selten stattfinden.

Mit Freunden macht es doppelt Spaß

Sind wir ehrlich, so müssen wir uns ganz klar eingestehen, dass der Einzelspieler Modus lediglich zum Eingewöhnen an die Steuerung und zur Content Freischaltung von Nöten ist. Das, was dem Titel die wahre Langlebigkeit verleiht, ist eindeutig der Mehrspieler Modus, welcher sich wiederum in Off- und Online Play unterteilt. Während man ersteres mit bis zu vier Spielern angehen kann, so begrenzt sich der Online Part auf bis zu zwei Spieler je Internetverbindung. Beide Varianten sind durchaus zu empfehlen und über die Wi-Fi Connection erhält man zudem Zugriff auf eine persönliche Statistik mit Rangsystem, wobei letzteres leider nur eine persönliche Formstatstik alá Wii Sports darstellt. Auch muss man die Tatsache hinnehmen, dass man nicht unbedingt immer sofort Gegenspieler findet und die Suche aufgrund von Verbindungsproblemen ab und an unterbrochen werden könnte. Während der Onlinespiele selbst muss man sich aber keine Sorgen mehr um solche Verbindungsabbrüche machen, zumindest solange nicht eine Seite willentlich ein Spiel abbricht. Im Großen und Ganzen eine runde Sache mit Platz für Verbesserungen. Im Endeffekt bleibt der Mehrspielermodus der klare Schwerpunkt des Spiels und tritt als Garant für viele Stunden Spielspaß ein. Hat man zudem erst einmal den Dreh raus, dann ist es zudem möglich sich hier richtig schöne und spannende Partien liefern zu können, bei welchen das Anwenden von Finten und vorgetäuschten Aktionen zwingend notwendig ist.



Sollte zwischendurch mal eine Pause von den strapazierenden Duellen von Nöten sein, so bieten sich abseits des normalen Geschehens noch die Party Spiele an, in welchen jeder gegen jeden um den höchsten Punktestand kämpft. In Fütterungszeit gilt es bspw. eine Fleischfressende Pflanze mit Früchten zu füttern um Punkte zu kassieren. Da dieses Spiel an Basketball angelehnt ist, ist es natürlich auch möglich die Würfe anderer Spieler zu vereiteln, sowie jenen die Früchte aus den Händen zu schlagen. Zu jeder Sportart gibt es übrigens ein derartiges Minispiel – Möge der Beste gewinnen!

Die Sache mit der Intelligenz

Soviel Unterhaltung und Potential der Mehrspieler Modus auch bereiten mag, so gibt es eine doch sehr wichtige Kleinigkeit am Spiel auszusetzen: Die KI der Figuren. Während es im Multiplayer lediglich die computergesteuerten Mit- bzw. Gegenspieler zu erdulden gilt, so wird das wahre Ausmaß dieser Unzulänglichkeit insbesondere im Einzelspieler Modus klar. Beginnt man hier sein erstes Turnier, was zwangsweise im Schwierigkeitsgrad Normal stattfinden muss, dann könnte man glatt der Fehlinterpretation unterliegen, dass die Gegenspieler an einem Sehschaden und anderen körperlichen Beeinträchtigungen unterliegen würden. Vielleicht fehlt ihnen auch einfach nur die Motivation sich einem gegnerischen Spieler zu nähern – Die wahren Gründe für dieses Verhalten blieben uns allerdings leider verschlossen. Dies mag nun komisch klingen, aber es ist leider die Wahrheit. Die KI verhält sich träge, geht in keinster Weise aggressiv vor, sodass man auch mal gut 30 Sekunden beim Basketball dribbelnd auf der Stelle stehen bleiben kann, ohne Angst vor einer gegnerischen Intervention haben zu müssen. Auch platzieren sich eigene Mitspieler stets so ungünstig auf dem Feld, dass man in der Regel von einem Passspiel absehen und selbst Hand anlegen sollte. Glücklicherweise jedoch wendet sich dies in den Modi Schwer und Experte zum Besseren, sodass das Spiel auch für erfahrene Spieler und Fans spannender werden dürfte. Doch leider ist es bis hierhin ein langer Weg, da es doch notwendig ist diese Schwierigkeitsgrade erst einmal freizuschalten. Daher gilt es zunächst die drei Turniere, bis hin zum Sternen Cup, in allen vier Sportarten erfolgreich zu absolvieren. Eine lästige und vor allem langwierige Aufgabe, welche allerdings notwendig ist, insofern man es auf weitere Charakter- und Spielfeldfreischaltungen, sowie einige andere von Square Enix eingebaute Gimmicks abgesehen hat.


Positiv:

+ Bekannte Auswahl an Charakteren plus weitere aus dem Square Enix Universum
+ perfekt als Partytitel geeignet
+ WiFi ermöglicht stabile Online Spiele
+ Einige versteckte Überraschungen von Square Enix

Negativ:

- Künstliche Intelligenz teilweise zu niedrig
- Spielfelder und Zahl an Charakteren hätte größer sein können
- Die in Mario Spielen typische chaotische Action fällt zu gering aus
- Angemessener Schwierigkeitsgrad erst nach Freispielen verfügbar

Fazit:
Mit Mario Sports Mix reiht sich ein weiterer Titel in die nahezu endlose Liste an Spielen mit dem knuffigen Klempner in der Hauptrolle ein. Die vier Sportarten Hockey, Basketball, Volleyball und Völkerball sind hier der Mittelpunkt des Geschehens und stehen zugleich als Garant für viele Stunden Partyspaß in klassischer Mario-Manier. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass der Titel durchaus seine Ecken und Kanten hat. Es fehlt einfach an einigen Stellen noch etwas an Feinarbeit. Die künstliche Intelligenz ist teilweise dumm wie Stroh und die ersten paar Stunden, bis man im Einzelspieler Modus endlich den normalen Schwierigkeitsgrad hinter sich gebracht hat, sind mehr Arbeit als Vergnügen. Jedoch sollte man hier nicht übersehen, dass der klare Fokus auf Mehr- statt auf Einzelspieler gelegt worden ist. Sollte man also nicht gerade alleine zu Hause sitzen, sondern die Wohnung voll mit Besuch haben, dann kann man ohne Zweifel dieses Spiel jederzeit hervorkramen und mit bis zu vier Spielern ein paar heiße Partien hinlegen. Und sollte es einfach mal an Gesellschaft fehlen, so besteht immerhin noch die Möglichkeit sich online ein paar Gegner zu suchen um sich seine Zeit zu vertreiben. Hier liegt einfach der wahre Charme des Spiels und daher kann man ohne Bedenken jederzeit auf diesen Sport- und Partytitel zurückgreifen.

Wie die W�rfel so fallen...

An sich ist Mario Sports Mix wirklich kein schlechtes Spiel und ist auch bei Freunden meinerseits gut angekommen. Doch betrachtet man es ein bischen näher, so werden einen mit Sicherheit die kleinen Schwächen auffallen. Da hat Square Enix die Würfel leider in eine sehr unglückliche Richtung geworfen, denn durch ein auf Nummer sicher gehen kann man heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Bleibt nur eine Frage offen: Kann die Tatsache, dass es sich hier um einen Mario Titel handelt, darüber hinwegtäuschen?

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