Merkwürdigenhausen: Eine Wüste umgibt das kleine Kaff, dessen einzige Attraktion das hiesige Hotel darstellt. Wir leiten das Hotel, kümmern uns darum, dass die Heizung läuft, dass es den Gästen gut geht und das Geld nicht ausgeht. Zusätzlich achten wir auf unsere eigene Kondition, auf unsere Bedürfnisse und sozialen Kontakte. Mit dem Steuerkreuz wird der eigens erstellte Sim direkt gesteuert, die Kamera kann frei gedreht werden.
Nun gut, tasten wir uns voran und sprechen den ersten Gast an, der uns über den Weg läuft. Über den Touchscreen müssen zur richtigen Zeit die passenden Symbole betätigt werden, um ein Gespräch ohne Komplikationen zu gewährleisten.
Durchaus nett anzusehen ist die Grafik. Komplett dreidimensionale Umgebungen erfreuen zwar einerseits, auf der anderen Seite fallen aber auch lieblose und eintönige Stellen ins Auge. Seltsam: In den Zwischensequenzen hat der DS mit starkem Ruckeln zu kämpfen, im Spiel selbst lässt sich die Kamera ohne Verzögerungen bewegen.
Soundtechnisch ist das traditionelle Phantasie-Gebrabbel der Sims sicherlich Geschmacksache. Die Effekte sind dagegen authentisch und meist passend gewählt, nur die Hintergrundmusik zieht sich oft etwas zu uninspiriert durchs Spiel. Das ist schade, denn mit entspannten Klavierklängen werden durchaus gute Ansätze gezeigt.
Die Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, sind in ihren Möglichkeiten scheinbar breit gefächert: Geld wird durch Staubsaugen, Schätze-Suchen, Kartenspielen, Zimmervermietung und allerlei anderer Beschäftigungen verdient. Dass sich besonders das Staubsaugen aber als langweiliger Zeitvertreib herausstellt und auch die Zimmervermietung nicht einwandfrei funktioniert, ist die andere Seite. Stiefmütterlich behandelt wird die Möglichkeit, Zimmer selbst einzurichten. 'Sims 2' spielt sich eher unausgewogen. Entweder, es gibt gar nichts zu tun, oder es geht einer Mission direkt zur nächsten. Wobei die Aufgabenstellung dabei immer absurder wird: Aliens und Mafiosos wollen sich nicht so recht in das entspannte Sims-Ambiente einordnen.
Und genau darin liegt auch weiterführend das Problem, mit dem der Titel zu kämpfen hat: Das Spiel kann sich nicht so recht entscheiden, was es nun eigentlich sein will. Und so pendelt es unsicher zwischen Minispielen und einer unausgewogenen Simulation.
Schade, denn gerade das Einrichten der eigenen Wohnung hätte durch die Steuerungsmöglichkeiten auf dem DS mehr Potenzial als sonst irgendwo. Da aber viel eher die Minispiele fokussiert werden, gibt es für dieses Feature kaum eine Chance seine wahre Größe zu zeigen. Die Einrichtungsgegenstände fallen unspektakulär aus, die Palette der Fernseher, Sofas oder was auch immer ist zu klein.
Eine von Animal Crossing inspirierte Systemuhr ist ins Gameplay verankert - die "echte" Zeit spielt so oftmals auch im virtuellen Leben eine Rolle und sorgt für bestimmte Ereignisse, die nur zu verschiedenen Zeiten auftreten.