Pac Man ist ein seltsames Wesen. Nicht nur, dass er ausschließlich aus runder, gelber Masse besteht und über "Pac Pac"-Laute kommuniziert. Auch die Essgewohnheiten sind äußerst ungewöhnlich: Erst nachdem blinkende Pillen geschluckt wurden, verputzt die wohl bekannteste gelbe Kugel der Welt auch mal das ein oder andere Gespenst.
Aber das ist soweit bekannt. Die Zeiten klassischer Labyrinthe, retro-Jingles und unspektakulärer Optik sind aber vorbei. Pac Man hat sich entwickelt, wurde in die dritte Dimension katapultiert und muss nun auf dem Nintendo DS per Touch-Control über allerlei Hindernisse navigiert werden.
Auf dem unteren Bildschirm des Nintendo DS wird stets ein zentrierter Pac Man angezeigt, der mittels Stylus angeschubst und gelenkt wird. Auf dem oberen Screen spielt sich das Geschehen ab und der gelbe Knubbel rollt je nach Geschwindigkeit der Stylus-Bewegung schneller oder langsamer durch die Welten, mit dem Steuerkreuz kann die Kamera gedreht werden. Hindernisse wie Wippen, Luftströme und Rampen pflastern die verschiedenen Oberwelten.
Natürlich sind die bekannten Geister der Anpassung an den Zeitgeist nicht zum Opfer gefallen. Wie in alten Zeiten haften sich die Wesen an Pac Mans nicht vorhandene Fersen, wenn er ihnen zu nahe rollt. Und wie in alten Zeiten gibt es die blinkenden Pillen, die neben der hübschen Blaufärbung der Gespenster auch für die Essbarkeit genau dieser garantieren: Das bringt Extrapunkte und räumt den Weg frei.
Das Prinzip bleibt in jedem Level das Gleiche. Eine gewisse Anzahl an Münzen muss eingesammelt werden, um weiter vordringen zu können. Dazwischen gilt es diverse Fallen und die angriffslustigen Geister zu überwinden. Allen fünf Abschnitten folgt ein einfaches Endgegnerduell - leider auch jedes Mal nach Schema F. Durchrollt werden unter Anderem ein Dschungel, eine "Naschwelt" und eine Burg.
Die Story ist kaum erwähnenswert, lieblos und ohne jeglichen Anspruch. Nach jedem Abschnitt erscheinen eine Hand voll uninspirierter Textboxen, die mit seltsamen "Pac Pac Pac"-Lauten hinterlegt sind. Der Reihe nach wird so erzählt, wie Pac-Woman, der Pac-Hund und so weiter gerettet werden. Langweilig.
Aber das stört nicht wirklich, Spaß macht Pac 'N Roll auch ohne ausgefuchste Story. Und das nicht zu knapp: Die Hindernisse sind abwechslungsreich und die Levelstruktur gefällt. Allerdings sind besonders anfangs die Level sehr kurz und zu einfach. Erst gegen Ende steigt der Schwierigkeitsgrad um ein gutes Stück an. Dann mausert sich Pac 'N Roll zur Herausforderung: Klaffende Abgründe müssen durch präzise Steuerung überwunden werden, später muss der gelbe Knubbel vorsichtig um glühend heiße Lava navigiert werden.
Aus technischer Sicht ist der Titel ein zweischneidiges Schwert: Die dreidimensionale Grafik gefällt, die Levelobjekte sind nett modelliert. Während wenige Welten mit liebevollen Details aufwarten, gibt es auf der anderen Seite allerdings auch karge und unspektakuläre Levelabschnitte zu sehen. Ein größeres Übel ist allerdings die Sounduntermalung. Von den unsäglichen "Pac Pac" Geräuschen mal abgesehen, gibt es über weite Strecken nur träge und unspektakuläre Musik, selten gewinnt die Akustik an Tempo. Putzig sind dagegen Pac Mans Laute, wenn er stark beschleunigt wird oder gegen eine Wand prallt.
Nach dem ersten Durchgang werden Time Trials und Challenges freigespielt, die zum großen Teil nett gestaltet sind und zu einem weiteren Durchrollen der Levels motivieren.