187: Ride or Die - Review

187: Ride or Die

Bild hier droppen

Review
XBOX
13
[u]"Yo, Buck my man, besser gut geklaut als schlecht selber gemacht!?"[/u]
 
Wenn die brandheißen Fahrzeuge von Burnout, auf die mit Waffen versehenen Mario Kart Flitzer treffen würden und man das ganze ins tiefste Ghetto Amerikas verfrachtete, dann käme so ziemlich das heraus, was Ubi Soft als Ride or Die verkauft. Für 30 Euronen könnt ihr euch hier ein Spiel anlachen, dass simpler nicht hätte sein können und bis auf jenen Charme nichts mitbringt, was euch großartig gefallen könnte. Story und Setting langweilen durch fades und überzogenes Geprotze, spielerisch ist der Titel ideenlos, es mangelt an Abwechslung und der Spielspaß bleibt nach wenigen Kurven auf der Strecke. Die maximal mittelprächtige Technik macht das nicht wieder wett und so sollte man sich überlegen, ob man statt 187 nicht lieber in den Laden marschiert und sich Mario Kart und Burnout kauft...
 
 
[u]Geschichte:[/u]
 
Dupree ist ein dicker fetter Gangster Boss, der reichlich Miezen um sich schart. Sein Erzfeind Cortez will ihm aber ordentlich in die Suppe spucken und ihm das Viertel abspenstig machen. Gut, dass Dupree jemanden wie euch in seinen Reihen hat, als Buck (der Gangster) bestreitet ihr für ihn nun heiße Kämpfe auf asphaltiertem Grund.
Auch wenn die Zwischensequenzen echt Spaß machen und dem Titel mehr Atmosphäre einhauchen als man zunächst denkt, ist die Story platt, oberflächlich und wirkt überzogen billig. Wirklich Spaß macht es also nicht, zumal die Aufgaben recht wenig mit der eigentlichen Handlung gemein haben und Ubi Soft zwanghaft versucht, Story Elemente mit in die Rennen einzuarbeiten. Dennoch, wer übertriebene Gangsta (mit A!) Filme mag, der wird vielleicht auch hier dran seine Freude haben.
 
[u]Optik:[/u]
 
Nach dem stylischen Menü, bekommt man direkt die erste Zwischensequenz vor die Nase gesetzt, die sich durchaus sehen lassen kann. Auch die anderen vorgerenderten Filmschnipsel die ihr euch freispielt, begeistern mit toller Atmosphäre und guter Qualität. Der Moment, in dem das Ganze dann zur Spielgrafik mutiert, ist hingegen ein sehr harter Einschnitt, Ride or Die bewegt sich auf mittelmäßigen Pfaden:
Das geht schon bei den Autos los, immerhin sind das quasi die Protagonisten bei 187. Und auch wenn es jede Menge Abwechslung in Farbe, Detail und Fahrzeugtyp gibt, überzeugen kann die grafische Darstellung der Karren nicht. Wie Spielzeugautos sehen sie aus, recht detailarm und nur die wenigsten Flitzer hinterlassen einen guten Eindruck. Dafür stimmt das Schadenmodell, ihr könnt dem Verfall eurer Kiste quasi zusehen, schöne Explosionen gibt es, wenn ihr die Gegner aus den Latschen… ääähm, Sportsitzen hebt. Stets aus eurem Auto heraus ragt Buck, oder eine seiner heißen Komplizinnen, die ohne zu zögern das Feuer auf die Gegner eröffnen. Das sieht nicht besonders spektakulär aus, enttäuscht aber auch nicht.
Die Level und Strecken wirken ein wenig von NFS Underground abgekupfert, vor allem der erste Handlungsort versucht die spiegelnden Strecken und die nächtliche Beleuchtung zu kopieren. Das klappt aber nur bedingt, zwar ist das Gesamtbild ganz in Ordnung, 187 sieht aber wirklich nicht toll aus. Die Umgebungen wirken nicht glaubwürdig, die Texturen nicht gerade üppig detailliert. Zwar gibt es hier und da ein paar schöne Lichteffekte und auch der Geschwindigkeitsboost ist nett inszeniert, Ride or Die dümpelt aber ganz tief im Mittelmaß. Hinzu kommt die fehlende Abwechslung, wirklich viele Orte werdet ihr nicht bereisen. Gebt euch also mit dem zufrieden, was ihr bekommt.
 
Nur selten gerät das Spiel ins ruckeln, ansonsten läuft es schön flüssig, dank einiger Effekte gibt es stellenweise sogar ein exzellentes Geschwindigkeitsgefühl, welches zwar nicht immer überzeugt, insgesamt aber einen guten Eindruck hinterlässt. Erreicht wird das durch den fade inszenierten Gegenverkehr und zahlreiche Schilder, Bäume etc., ausserdem setzt Ride or Die auf kurvige Strecken. So festigt sich ein durchwachsener Eindruck, auch wenn man nicht exakt weiß wieso, man sieht auf den ersten Blick, dass 187 einfach nicht gut aussieht. Ein billiger Touch haftet dem Spiel an und auch wenn das Flair gut eingefangen wurde, die Konkurrenten bei denen so fleissig abgeschaut wurde, machen es alle besser. Vom Streckendesign mal ganz zu schweigen. Die Optik ist aber auch meilenweit davon entfernt euch zu schocken, es ist nur einfach extrem Mittelprächtig.
 
 
[u]Akustik:[/u]
 
Im Vorfeld hörte man viel von einem lizensierten Soundtrack, jeder Menge Synchronsprecher und einer ultimativ fetten Gangsta Atmosphäre. Und auch wenn die Musik definitiv Geschmackssache ist, 187 bietet all das tatsächlich:
Doch ihr solltet wirklich gewarnt sein, bei diesem Spiel hagelt es deftigen Hip Hop, keinen Mainstream, nicht das leisteste Fünkchen Electro oder Rock. Wer mit der leicht prolligen Musik also gar nichts anfangen kann, sollte sich 2 bis 4 mal überlegen, ob er zugreift. Die Abmischung ist Ubi Soft jedenfalls grandios gelungen, der Sound bummst mit einem fast schon übermäßig satten Bass aus eurem Subwoofer, doch auf der TV kann genug Dampf machen. Die Lieder sind extrem monoton, im Spiel selber gibt es leider auch keine Vocals, was sie unheimlich langweilig macht. In den Menüs hingegen, wissen viele Tracks durchaus zu gefallen. Ubi Soft hat hier also leider mehr verbockt als ihnen lieb sein dürfte.
 
Die Effekte donnern ebenso brachial aus euren Boxen, die Waffen wurden recht gut, nicht aber überdurchschnittlich realistisch eingefangen. Das MG feuert sehr anständig, auch die Pistole hat nen ordentlichen Wumms, Explosionen hingegen klingen nicht beeindruckend. Enttäuschend sind leider aber die Automotoren, die etwas lasch klingen und nicht wirklich ins Spiel passen - sind einfach nicht wuchtig genug. Die Atmosphäre wurde perfekt eingefangen, dass muss man Ubi Soft lassen, denn auch die Sprachausgabe wurde komplett an die Szenerie angepasst. Dupree labert euch so verslangt eine Frikadelle an die Backe, dass man ihn ohne Untertitel kaum verstehen würde. Die Sprache ist geprägt von Kraftausdrücken und Flüchen, mit ein wenig Musik könnte es wie ein Rap klingen. Aber mal im ernst, die Sprecher haben das schon exzellent gelöst. Für Normalsterbliche klingt es vielleicht überzogen und lächerlich, im Endeffekt muss man objektiv betrachtet aber sagen, dass sie ihr Ziel erreicht haben und die Atmosphäre verdichten. Leider versagt die Sprachausgabe im Spiel, dort gibt es nur kurze Phrasen, die sich andauernd wiederholen. Das Akustik Hauptproblem ist also die Tatsache, dass sie nicht für Jedermann geeignet ist, ausserdem dezent langweilt. Denn egal ob Sprachausgabe oder Musik, man hört andauernd das gleiche, Atmosphäre hin, Atmosphäre her.
 
[u]Ladezeiten:[/u]
 
Die Ladezeiten an sich sind ja gar nicht mal so schlimm, auf Dauer ist es nur unerträglich, sich dabei immer wieder das dämliche Geblubber von Dupree anzuhören. Das kann man nämlich nicht wegdrücken, bis das Spiel fertig ist mit laden. Dauert aber nicht lange, auch der Auto Save funktioniert tadellos!
 
[u]Extras:[/u]
 
Guckt euch bei Bedarf die Renderfilme nochmal an, oder schaut was ihr bereits alles freigespielt habt. Neue Autos und Figuren gibt es jedenfalls reichlich. Mehr ist uns aber leider nicht aufgefallen, was insgesamt sehr dürftig erscheint und wohl auch ist.
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl:[/u]
 
Wie ganz oben schon erwähnt, ist 187 eines jener Spiele, die durch simplen Charme begeistern. Das sind Spiele, für die man keine Einarbeitungszeit benötigt, deren Spielprinzip kurzzeitig fesselt, euch aber nicht den ganzen Tag über begleitet. Spiele die man nach einem langen Tag einfach nur zum entspannen zockt, ohne sich ewig darauf konzentrieren zu müssen. Und genau dieser Charme hat Ride or Die vor dem % Desaster gerechnet, denn abseits davon hat das Spiel nicht wirklich viel zu bieten:
 
 
In einem Tutorial Video wird euch die eingängige Steuerung nahegelegt und in wenigen Sätzen das Spielprinzip erklärt. Es geht um Autorennen, bei denen Waffengewalt über alle Maßen im Vordergrund steht. Und so komisch es auch zu Beginn klingt, ihr seid Fahrer und Schütze zugleich. Möglich macht das ein komplettes Auto Aiming, dass die Gegner auf Knopfdruck sofort mit Blei zuhagelt. Ansonsten steuert ihr das Fahrzeug wie in jedem anderen Rennspiel auch, mit X und B feuert ihr nach vorne und hinten. Das funktioniert wie gesagt recht simpel und ein leichter Einstieg macht immer Spaß. Jetzt könnt ihr euch in die Rennen stürzen. Leider ist es stets Pflicht, als erster über die Ziellinie zu gehen, schon wenn ihr nur Platz 2 macht, dürft ihr alles nochmal probieren. Doch lasst euch davon nicht entmutigen, es stellt sich nämlich recht bald heraus, dass wir es hier mit einem einfachen Spiel zu tun haben. Zwar gibt es ab und Missionen bei denen man ein wenig Pech hat oder einen großen Fehler begeht, im Endeffekt meistert man das Spiel aber doch recht schnell. Sobald der Startschuss gefallen ist, rast ihr los. Die Konkurrenz stets im Auge, folgt ihr dem Straßenverlauf und driftet gekonnt durch enge Kurven, nutzt Abkürzungen und sammelt so Waffen auf. Die haben zwar nur begrenzte Munition, sind dafür aber sehr durchschlagskräftig. Egal ob Uzi, AK, Schrotflinte oder Molotov Cocktail, ihr beharkt euch mit euren Gegnern wo ihr nur könnt. Die wissen sich zwar zu wehren, dank geringer KI und Verbandskästen auf der Straße, werdet ihr aber nur selten das Zeitliche segnen.
 
Das sind die Grundzüge von 187, mehr gibt es nicht zu tun. Achtet auf den Straßen auf explosive Fässer und eröffnet das Dauerfeuer auf eure Feinde. Die kann man zwar auch abdrängen und rammen, das bringt aber nicht viel. Wer also Glück bei der Waffenverteilung hat (ähnlich Mario Kart), hat gute Chancen seinen Verfolger einfach zu zerstören. So bahnt man sich den Weg bis an die Spitze, die Gegner verlieren einen aber niemals aus den Augen. Stattdessen folgen sie sehr stumpf ihren Wegen, beschiessen euch ab und an und viele Rennen entscheiden sich leider erst kurz vor Ende. Die ersten beiden Runden sind jedenfalls nur Kosmetik. Das Streckendesign wirkt stümperhaft, Ubi Soft scheint sich hier nicht sonderlich viel Mühe gemacht zu haben. Die Kurse sind fade, wirken teilweise unnötig verzweigt und rauben euch ab und an die Übersicht. Ausserdem gibt es nur selten Gegenverkehr, zerstören kann man auch fast nichts, eine gewisse Sterilität ist also nicht von der Hand zu weisen.
Andere Spielmodi gibt es auch, im „Deathmatch“ müsst ihr im gleichen Stile, allerdings in einer Arena, eine bestimmte Anzahl von Konkurrenten ausschalten. Ist auch mal ganz witzig. Bei den Verfolgungsjagden mit der Polizei geht der Spielspaß aber komplett flöten, hier macht es wenig Spaß die Turboboosts einzusammeln, die Autobahnerasereien fesseln kaum. Insgesamt wirkt das Spiel recht einfach, Atmosphäre wird kaum vermittelt. Das Spielprinzip bringt keine Abwechslung und dank dem Leveldesign wird es sehr schnell fade und langweilig. Stumpfsinnig sind alle 3 Modi, zwar zockt man mal gerne ein paar Level, fasziniert legt man das Gamepad aber nicht beiseite. Der Spaß dauert zwischen 8 und 10 Stunden, einen gewissen Wiederspielwert hat das Game aber eigentlich schon – und das obwohl die Motivation gen Null tendiert. Denn theoretisch kann man Ride or Die schon nach den ersten 6 Missionen bewerten. Wer sich also darüber im Klaren ist, dass man auch einem 29,99 € Titel nicht direkt über den Weg trauen kann, darf gerne mal reinschnuppern. Wenn euch das einfache Spielprinzip einmal gepackt hat, kann man sicherlich herrliche 2 Stunden am Stück Spaß haben.
 
[u]Mehrspieler:[/u]
 
Wer ein zweites Gamepad daheim hat, sollte es mal einstöpseln und einen guten Homie Kollegen bitten, für euch die Waffen zu bedienen. Richtig, einer steuert, einer feuert. Und was sich jetzt unheimlich spaßig anhört, ist irgendwie ziemlich fade. Zwar macht es schon Spaß, die Aufgaben zu verteilen und sich über jede explodierte Karre zu freuen, nur geht das alleine eigentlich noch besser. Derjenige von euch, der also schon Erfahrung mit dem Spiel gesammelt hat, wird sich recht schnell langweilen, zumal es keine Neuerungen im Vergleich zum Single Player Modus gibt.
 
Auch per Xbox Live könnt ihr euch bekriegen, leider ist es gar nicht so einfach einem Spiel beizutreten, allzugroß ist die Online Community scheinbar nicht. Habt ihr es dennoch mal geschafft, erwarten euch die bekannten 3 Spielmodi bei denen ihr gegen Leute aus aller Welt fahrt und ihnen mit euren Geschützen zeigt, wie man Autos stilgerecht zerlegt.
 
Auch wenn Ride or Die hier versucht zu motivieren, die Modi fesseln keinen Zocker besonders lange, selbst der Koop Modus macht schnell schlapp. Denn auch wenn man das Spiel mit mehreren Leuten zelebriert, wird daraus kein guter Titel. In diesem Sinne...
 
Review teilen
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Kein Inhalt

Weitere Meinungen der consolewars crew

 

Deine Zusatzmeinung zu dieser Review:

Schreibe Deine Meinung hier in einem fliessenden Text. Benutze [RETURN] nur um Absätze zu erzeugen. Versuche nicht mit [RETURN] zu formatieren.
 
Kategorien
«
Grafik (1-5)
»
«
Sound (1-5)
2
»
«
Motivation (1-5)
3
»
«
Spielspass (1-5)
»
consolewars Wertung
«
60%
»
Kurz & Knapp
N/A
Userwertung
4.7/10
Deine Wertung:
-
/10
+
Speichern
 
BIZ
MULTI
PC
MS
XONE
XBSX
NIN
SWI
SW2
PS4
PS5
SON

Andere Kategorien:

CMMT
😃
EMU
FUN
INT
MEDI
MOV
RNT
RMR
NOTE
SIDE
STYL
NGAG
PHTM
XBOX
360
XBLA
GBA
NGC
3DS
N64
NDS
WII
SNES
WIIU
WW
DC
SEGA
ANDR
IOS
SMRT
PS
PS2
PS3
PSN
PSP
VITA

Login

Willkommen auf CW! Wir haben keine Werbung und sind kostenlos!

Wir würden uns auf zukünftige Besuche von dir freuen! Wir nutzen Cookies, um deinen Login, Präferenzen und technische Aspekte deines Aufenthalts zu speichern. Eingebettete Youtube-Videos und Tweets in unseren News und Inhalten setzen ihre eigenen Cookies auf die wir keinen Einfluss haben!

Cookies akzeptieren