Nintendo of Europe hat sich bereit erklärt, eine Geldstrafe in Höhe von 35 Millionen Euro zu zahlen. Hintergrund ist ein Verfahren der französischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde DGCCRF, die dem Unternehmen vorwirft, Kunden über die als "Joy-Con-Drift" bekannten technischen Defekte getäuscht zu haben.
Wie die Behörde mitteilte, war Nintendo bereits 2018 über die Probleme mit mangelnder Reaktionsfähigkeit und ungewollten Steuerbewegungen informiert, informierte die Verbraucher jedoch erst 2020. Dadurch seien Kunden dazu verleitet worden, unnötig Ersatz-Controller zu kaufen. Auslöser der Untersuchung war eine Beschwerde der französischen Verbrauchervereinigung UFC-Que Choisir aus dem Jahr 2020. Diese hatte bereits 2019 vor möglicher "geplanter Obsoleszenz" gewarnt, nachdem Firmware-Updates das Problem nicht behoben hatten.
Nintendo of Europe erklärte in einer Stellungnahme, man habe Verbraucher nicht "vorsätzlich getäuscht". Die Zustimmung zum Vergleich stelle kein Schuldeingeständnis dar, sondern spiegele nur die "einvernehmliche Lösung des Gerichtsverfahrens" wider.
Das Drift-Problem beschäftigt Nintendo bereits seit Jahren. 2019 wurde in den USA eine Sammelklage eingereicht, die 2024 abgewiesen wurde. Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? schätzt, dass über 40 Prozent der ursprünglichen Joy-Con-Controller betroffen sind.