Der Oberste Gerichtshof der USA hat einen Großteil der von der Trump-Administration verhängten Sonderzölle für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung vom 20. Februar betrifft direkt die Spielkonsolen-Branche, da die Abgaben auf Importe aus Ländern wie China zuvor die Preise für PlayStation 5 und Nintendo Switch in die Höhe getrieben hatten.
Das Gericht urteilte mit 6:3 Stimmen, dass Präsident Trump nicht befugt war, diese speziellen Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 zu verhängen. Das Gesetz ermächtige den Präsidenten nicht zur Erhebung von Zöllen; dieses Recht liege laut Verfassung beim Kongress.
Die Zollpolitik hatte direkte Auswirkungen auf die Gaming-Branche: Sie führte unter anderem zu einer kurzen Verzögerung der Switch-2-Vorbestellungen in den USA und wurde mitverantwortlich gemacht dafür, dass Spiele wie "Resident Evil Requiem" auf eine physische Sammleredition verzichteten.
RAM-Engpass belastet Hardware-Markt stärker
Trotz des Gerichtsurteils bleibt eine sofortige Entlastung für US-Konsumenten jedoch unwahrscheinlich. Als weitaus größeres Problem für die Hardware-Branche hat sich die anhaltende RAM-Krise erwiesen. Die Ursache liegt in der massiven Nachfrage von KI-Rechenzentren, die Speichermodule aufkaufen und so die Preise für RAM und SSDs in die Höhe treiben. Die Folgen sind bereits spürbar:
- Valve musste den Launch der neuen Steam Machine auf die zweite Jahreshälfte 2026 verschieben
- Der Steam Deck ist in den USA derzeit ausverkauft, weitere Engpässe werden erwartet
- Händler wie Costco entfernen aufgrund von Diebstählen RAM-Komponenten aus Ausstellungsstücken
Während das Urteil des Supreme Court langfristig für stabilere Handelsbedingungen sorgen könnte, bestimmt der Kampf um Speicherchips zwischen Spieleindustrie und KI-Sektor kurzfristig die Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Konsolen und PC-Hardware.