Spielern von Online-RPGs sowie Besitzern von 3DS und Vita ist GungHo Online Entertainment ein Begriff: Das Unternehmen hatte vor 15 Jahren eine strahlende Zukunft vor sich. Mit Titeln wie Ragnarok, Fishdom, Grand Fantasia, Tetris Online und Grandia Online konnten sie sich seinerzeit eine stabile Fanbsis aufbauen. Wirklich bekannt und groß wurde GungHo aber erst durch die Marke Puzzle & Dragons. Es war das erste Mobile-Game, das einen Milliardenumsatz schaffte, was im Jahr 2013 für großes Aufsehen sorgte. Nintendo wollte das Spiel auf ihrem damaligen Handheld, was zu einer Kollaboration in Form von Puzzle & Dragons Z + Super Mario Bros. Edition auf dem 3DS führte.
In den letzten Jahren verlor das Unternehmen zunehmend den Anschluss, unter anderem wegen starker Konkurrenz aus China und Korea. Spiele wie Ninjala für Nintendo Switch brachten nicht den gewünschten Erfolg, Yo-kai Watch World (Mobile) wurde ebenfalls nicht zum erwünschten Hit. Die Neuauflagen von Puzzle and Dragons für iOS in der Apple Arcade und Puzzle and Dragons 0 blieben deutlich hinter dem Erfolg des Ursprungsspiels zurück. Erste Aktionäre bezeichnen GungHo deshalb als One-Hit-Wonder.
Strategic Capital hat nun angekündigt, sich mit dem Aktionär Intertrust Trustees auf den Cayman-Inseln zusammenzutun, um eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre zu beantragen. Tagesordnungspunkte sind dabei eine Abstimmung zur Abschaffung der 2/3 Mehrheit bei Abstimmungen und zur Rückkehr zur einfachen Mehrheit. Darauf folgt der zweite Vorschlag, der eine Abstimmung über die Entlassung des Präsidenten Morishita vorsieht.
Grund dafür seien die schwache Aktienkursentwicklung sowie der schwache Ausblick in die Zukunft des Unternehmens. Der Bericht von Strategic Capital aus dem Januar warf GungHo vor, seit der Veröffentlichung von Puzzle & Dragons vor 13 Jahren weiterhin auf den Erfolg dieses einen Titels zu setzen und es versäumt zu haben, auf dieser Basis weitere erfolgreiche Produkte zu schaffen.
Der Bericht schätzt, dass GungHo mehr 645 Millionen USD in die Entwicklung neuer Spiele außer Puzzle & Dragons investiert hat, diese Spiele jedoch weniger als 64,5 Millionen USD eingebracht hätten.
Der Bericht schätzt, dass GungHo mehr 645 Millionen USD in die Entwicklung neuer Spiele außer Puzzle & Dragons investiert hat, diese Spiele jedoch weniger als 64,5 Millionen USD eingebracht hätten.
GungHo hätte deshalb an Bedeutung als Entwickler und Publisher verloren, im Gegensatz zu Nintendo, Capcom, Konami, Sony, Bandai Namco und Square Enix. Die Gruppe bemängelt ebenfalls, dass das Gehalt von Firmenpräsident und CEO Kazuki Morishita bei ca. 2,2 Millionen USD liegt, ohne dafür die Leistung ähnlich verdienender Spitzenmanager japanischer Videospielefirmen zu liefern. „Während die Präsidenten von GungHo und Nintendo ähnlich viel verdienen, liegen die Gewinne von GungHo bei weniger als einem Zehntel von Nintendo. Wir würden sagen, dass GungHo nicht einmal dasselbe Spiel spielt.“